Thomas Müller »Boah, geile Sache!«

Der deutsche Wunderstürmer Thomas Müller, 20, über Märchen, den Zauber dieser Tage und die Zeit nach der WM

Shootingstar Thomas Müller: "Das pusht dich, wenn du siehst, was zu Hause los ist."

Shootingstar Thomas Müller: "Das pusht dich, wenn du siehst, was zu Hause los ist."

DIE ZEIT: Herr Müller, wissen Sie eigentlich, was hier in Deutschland los ist?

Thomas Müller: Wahrscheinlich nicht in dem Maße, wie es wirklich ist, aber wir bekommen schon ein paar Eindrücke über Fernsehen und Zeitungen.

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ZEIT: Fühlen Sie sich wie im Märchen?

Müller: Ich habe früher keine Märchen vorgelesen bekommen, in denen es um eine Fußball-WM geht. Aber natürlich ist das, was hier passiert, etwas Besonderes, und dass ich auch noch Teil des Ganzen sein kann, ist unglaublich.

ZEIT: Wenn man nach Erklärungen für den Erfolg sucht, ist viel die Rede davon, dass es in der Nationalmannschaft einen besonderen »Spirit« gebe. Können Sie uns den beschreiben?

Müller: Am besten merkt man es auf dem Spielfeld. Wenn einer mal nicht mehr kann oder den entscheidenden Schritt nicht mehr macht, dann ist der Nächste schon da und hilft aus.

ZEIT: Gibt es so etwas wie einen Lagerkoller? Und wenn ja, wie wird dieser im Keim erstickt?

Müller: Ja, natürlich gibt es mal Stunden oder auch mal einen Tag, an dem man denkt, jetzt wird es mir hier langsam alles zu viel. Es ist ja schon eine lange Zeit, die wir hier zusammen sind; fast acht Wochen. Wer das mal mit – ich sag’s mal locker – so einer Horde gemacht hat, immer mit den gleichen Personen zusammenhockt, der weiß, was ich meine. Aber sobald es in Richtung Spieltag geht, zählt wieder nur der Fußball, dann konzentriert man sich voll auf die nächste Begegnung.

ZEIT: Ihnen wird deshalb vieles abgenommen, gibt es einen festgelegten Programmablauf für jeden Tag?

Müller: Jeder bekommt seinen eigenen Tagesplan, auf dem vermerkt ist, welche Termine es gibt – vom Training über die Essenszeiten bis zu den Gesprächen mit den Journalisten. Den bekommen wir jeden Abend unter der Zimmertür durchgeschoben. Man muss sich dann nur noch daran orientieren.

ZEIT: Ist so ein Tagesplan verhandelbar, oder wird er einfach abgearbeitet?

Müller: Die meisten Punkte sind einfach so, wie sie sind, das Training, die Reisen, die Spiele. Alles nicht zu verhandeln. Ansonsten Wecken, 9.30 Uhr Frühstück, danach, wie heute, ein Interview mit der ZEIT, wobei das eigentlich auf 10 Uhr angesetzt war, aber wir mussten das ja vorverlegen, weil wir gleich schon abreisen. So sieht das halt aus. So geht das bis 20 Uhr am Abend.

ZEIT: Was macht Joachim Löw in diesen vielen Stunden mit der Mannschaft, mit Ihnen? Was ist das Besondere?

Müller: Er geht mit mir ganz normal um wie mit jedem anderen Spieler auch. Ich genieße keine Sonderbehandlung. Joachim Löw ist, glaube ich, so, wie er vor einem halben Jahr war. Er hält uns an der langen Leine, wir sind hier nicht beim Militär, aber natürlich muss dafür auch Leistung auf dem Platz zurückkommen. Von der taktischen Seite her sagt er uns vor jedem Spiel genau, was er sich vorstellt. Das üben wir auch im Training. Er hat uns ja von Anfang an gesagt, worauf er Wert legt, deshalb haben die Spieler kein Problem, da einfach mitzuziehen.

ZEIT: Er hat gesagt, dass er dem Team vor dem Argentinien-Spiel die Bilder der glücklichen Fans in Deutschland gezeigt hat. Wenn Sie solche Bilder sehen, merken Sie, dass Ihnen noch mal Kraft zuwächst?

Müller: Das ist ja nur ein kleiner Mosaikstein. Bei der Vorbereitung zu einem Spiel gibt es so viel, was bedacht werden muss. Jedes Detail trägt einen Teil zum Erfolg bei. Wenn du dir solche Bilder und Videos anschaust, das pusht dich schon noch einmal ein bisschen, wenn du siehst, was da zu Hause los ist und welche Freude wir mit unserem Spiel auslösen. Da denkt man sich in dem Moment schon, boah, geile Sache! Heute müssen wir wieder Gas geben.

Leser-Kommentare
    • Anonym
    • 07.07.2010 um 17:51 Uhr

    Die Frage, ob "sich bei Thomas Müller seine Frau um die e - mails kümmert" ist doch ein wenig seltsam, zumindest wenn man sich vergegegnwärtigt, dass letzterer erst 20 Jahre alt ist...

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    • Hainuo
    • 08.07.2010 um 2:03 Uhr

    ..und verheiratet. Die Frage ist doof, aber nicht wegen der Frau.

    • Hainuo
    • 08.07.2010 um 2:03 Uhr

    ..und verheiratet. Die Frage ist doof, aber nicht wegen der Frau.

    • Hainuo
    • 08.07.2010 um 2:03 Uhr

    ..und verheiratet. Die Frage ist doof, aber nicht wegen der Frau.

    Antwort auf "Was für eine Frage..."

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