IPCC Schräge Resümees
Die Niederlande kritisieren Verkürzungen im Weltklimabericht

Grober Fehler: Laut IPCC-Bericht liegen 55 Prozent der Niederlande unter dem Meeresspiegel
Durch dumme Fehler und eine peinliche E-Mail-Affäre war der Weltklimarat IPCC unter Beschuss geraten . »Climategate« löste mehrere Untersuchungen aus, von denen einige noch laufen; manche Bilanz ist inzwischen gezogen. So veröffentlicht in dieser Woche die Independent Climate Change Email Review unter Leitung von Sir Muir Russell ihren Bericht. Bereits am Montag hat die niederländische Umweltbehörde PBL ihren Strich unter die Affäre gezogen.
Ein grober Schnitzer im IPCC-Bericht hatte die Niederländer aufgeschreckt, denn darin wurde behauptet, 55 Prozent des Landes lägen unter dem Meeresspiegel. Tatsächlich sind es nur 26 Prozent. Bei Flutrisiken sind Holländer hellwach – also beauftragte das Parlament die PBL mit einer Prüfung. Deren Ergebnis passt zu jenen anderer Untersuchungen: Die Grundaussagen des IPCC-Berichts würden sich durch die entdeckten Fehler nicht ändern – aber wie bisher dürfe es nicht weitergehen. In Zukunft müssten mehr Sorgfalt und Transparenz walten.
Die PBL bemängelt die teilweise undurchsichtigen Begründungen mancher Schlussfolgerungen und knöpft sich insbesondere die Zusammenfassung des IPCC-Berichts für Politiker vor. Denn vor allem diese nimmt die Öffentlichkeit wahr. »Ihr Schwerpunkt wurde auf die wichtigsten negativen Auswirkungen des Klimawandels gelegt«, kritisiert die PBL den einseitigen Tenor. Künftige Zusammenfassungen müssten das ganze Spektrum der Klimafolgen umfassen, auch weniger gravierende und positive Folgen. Sie sollen ähnlich differenziert sein wie die zugrunde liegenden Kapitel.
Verstärkte Qualitätskontrolle und mehr Offenheit empfiehlt die Behörde – auch im Umgang mit Kritik. Wohl wahr. Nur so lässt sich mancher dumme Fehler frühzeitig vermeiden und die angekratzte Glaubwürdigkeit wiederherstellen.
- Datum 08.07.2010 - 15:50 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 08.07.2010 Nr. 28
- Kommentare 7
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die glaubwürdigkeit ist nicht angekratzt, sie bestand nie. wer die sache pragmatisch betrachtet, kommt gar nicht umhin den hohen grad der richtungsmanipulation von informationen zur kenntnis zu nehmen. solche tendenziellen informationen sind nie glaubwürdig, sie sind zieloptimiert. das die optimierung dann auch fälschungen beinhaltet, eigentlich folgerichtig.
klimawandel gab es schon immer und wird es weiter geben.
sollten die experten mal den nächsten sommer richtig treffen können, würde sie die industrie, landwirtschaft und börse mit geld zuschütten.
zur zeit ist aber schon bereits das wetter im nächsten monat ein orakel.
"Durch dumme Fehler"
eher gezieltes Lügen und Aufbauschen. Deswegen werden auch alle "Forschungs" Ergebnisse geheimgehalten, weil sonst noch mehr Lügen aufgedeckt würden.
auf einen Artikel im Guardian vom 5. Juli hinweisen, in dem praktisch genau das Gegenteil ausgesagt wird: "Review of questioned IPCC report says conclusions 'well-founded'. Dutch government finds minor inaccuracies in contested paper, but reasserts that 'climate change poses "substantial risks" to most parts of the world'" (auch der dazugehörige Artikel ist sehr lesenwert).
Der Bericht von Russell wurde offenbar bereits veröffentlicht ("Climate change: The science stands. Nothing about the so-called Climategate affair challenges the fact that climate change is real, urgent and increasing" und "Climategate scientists cleared of manipulating data on global warming. Muir Russell report says scientists did not fudge data, but they should have been more open about their work" - ebenfalls aus dem Guardian). Wie kann es sein, dass Medien so unterschiedlich berichten? Und spricht jemand Niederländisch und könnte so eruieren, was denn die Niederländer nun eigenltich zu dem Bericht gesagt haben, sodass man sich nicht aus ausländische Interpretationen verlassen muss?
Also, soweit ich das mit Babelfish übersetzen kann, haben die Niederländer zwar einen Punkt kritisiert, aber ansonsten die Hauptaussagen für zutreffend erachtet. Trotzdem wäre ich dankbar, wenn jemand, der sich auskennt, das bestätigen könnte. Und habe ich das richtig verstanden, dass die Überprüfung durch das Parlament angestoßen wurde und die Partei von Wilders die Ergebnisse ablehnt (was ja ohnehin schon alles sagen würde)?
Also ich nur jedem raten, selbst einen Blick in den Bericht der niederländischen Regierung zu werfen (http://www.pbl.nl/images/... - englische Version): Oder um es kurz zu machen "No significant errors found in summary conclusions". Von 32 conclusions hat sich eine im Nachhinein als nicht ganz zutreffend erwiesen ("in hindsight, not 75 to 250 million people, but 90 to 220 million people are rojected to be exposed to increased water stress due to climate change in Africa, by 2020"). Bei sieben wurde kritisiert, dass die Nachweise nicht transparent genug waren (und wer sich auch nur ein wenig mit wissenschaftlicher Arbeitsweise und Praxis auskennt, weiß wie man das einordnen muss). Insgesamt: Wie man hier von "Schräge Resümees. Die Niederlande kritisieren Verkürzungen im Weltklimabericht" sprechen kann, bleibt mir ehrlich gesagt mehr als schleierhaft.
Die falsche Angabe, dass 55% der Niederlande vom Meerespiegelanstieg bedroht seinen, stammt von einer niederländischen Behörde, der "Netherlands Environmental Assessment Agency"
http://www.pbl.nl/en/doss...
Der Guardian hat IPCC-Leuten eine Plattform geboten,sich
von ihren eigenen Fehlleistungen freizusprechen. Dass sich
Gauner als unschuldig verkaufen ist alltägliche Praxis. Das niederländische Umweltministrium hatte die Untersuchung
auf Kapitel 2 eingeschränkt. Dabei wurden die von der ZEIT korrekt aufgeführten Fehler moniert.Die fachliche Kritik an den anderen Kapiteln wurde nicht berücksichtigt.Die PBL
kritisiert zu Recht die "vollkommen einseitige Auswahl" in
der Zusammenfassung für Politiker. So sieht Manipulation durch das IPCC aus. Kanada hat als erstes Industrieland die
Konsequenz gezogen und den Kyoto-Vertag gekündigt.
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