Ultramarathon Besser als ein Pferd
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Vom Start aus geht es nach Straßburg zum Empfang im Europaparlament

Mennels Kraftakt, sagt der Mediziner Uwe Schütz von der Universitätsklinik Ulm , »ist natürlich ein Spagat«. Einerseits warne der Extremläufer vor realen Krankheitsgefahren, andererseits bewege er selbst seinen Körper an ein Limit und darüber hinaus. Schütz hat vor einem Jahr die bislang umfangreichste Untersuchung über die Wirkung des Ultralangstreckenlaufs auf den Körper vorgenommen. Er begleitete die Teilnehmer des Transeuropalaufs auf den 4500 Kilometern von Bari ans Nordkap. Nach jeder Etappe legten sich einige Athleten in seinen mobilen Magnetresonanztomografen.

Noch hat Schütz die Daten nicht fertig ausgewertet. Aber er stellte bereits fest, dass die Läufer den Energiebedarf auf Dauer nicht decken konnten. Ihre Körper reagierten mit Muskelabbau – trotz permanenter Laufbelastung sogar in den Beinen. Andererseits schafften es erstaunlich viele, Überlastungsreaktionen in den Gelenken oder an den Sehnenenden zu »überlaufen«. Sie verdrängten die Warnsignale ihres Körpers. Auf einer so langen Strecke sei eben »der Wille entscheidend«, sagt Schütz.

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Die Strecke, die Jürgen Mennel allein hinter sich bringen will, ist »nur« halb so lang. Aber er weiß um die Schwierigkeit, 2200 Kilometer mental zu überstehen. Daher hat er sich eine Route ausgedacht, die ihn mit Landschaftsreizen aufmuntern soll. Vom Start aus geht es nach Straßburg zum Empfang im Europaparlament, via Schwarzwald nach Bregenz und Innsbruck und von Rijeka aus möglichst lange an der schönen Adria entlang. »Wie ein Lachs«, stellt er sich vor, wird er sich zur Körper- und Geistpflege ins Wasser legen. Sorgen um sein leibliches Wohl macht er sich ab Montenegro: »Dort gibt’s viele streunende Hunde.« Auch während der »drei bis vier Tage in Albanien« droht Mennel während seiner ritualisierten Jagd zur Beute zu werden: »Da leben freigelassene Tanzbären.«

Die erwartbaren Kalamitäten hat Mennel im Auge. Sein Plan B sieht vor, dass die Fahrer des Begleitwagens als Reserveläufer einspringen, sodass es zu einer Ankunft in Athen kommen dürfte – im Beisein des deutschen Botschafters. Am Tag nach dem Empfang folgt am 22. Oktober die Zugabe:Staffellauf nach Marathon, also in umgekehrter Richtung zum legendären Lauf der Antike. Mennel wird auch dann nicht tot umfallen, sondern weiterlaufen. Knapp 300.000 Kilometer hat er mittlerweile auf dem Zähler. Vermutlich Weltrekord. Es gibt keinen Beleg, dass je ein Mensch in seinem Leben weiter gelaufen ist.

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Leser-Kommentare
  1. Leider hat in der Redaktion "WISSEN" niemand bemerkt, dass sich die Schlacht von Marathion erst im Jahre 2011 zum 2500. Mal jährt, weil es bekanntermassen kein Jahr Null gab.

    Wenn man das Jahr 2000 noch mit einem gewissen Recht als "neues Jahrtausend" feiern durfte, einfach weil es eine runde Zahl war, ist die gemachte Aussage zum Jubiläum einfach falsch: Es gab kein Jahr Null, weshalb Astronomen auch gerne die Bezeichnung -489 für das Jahr 490 v.Chr wählen. Dann wäre sofort aufgefallen, dass ein Jahr fehlt.

    Gruss,
    Stefan

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