Die Frage ist bewusst doppeldeutig formuliert. Zuerst also: Haben Frauen einen besseren Geruchssinn als Männer?

Anatomisch muss man feststellen: Frauen haben nicht mehr Riechzellen in der Nase als Männer, ihre Sensibilität ist daher nicht grundsätzlich höher. Durch intensiveres Training (Evolutionsbiologen verweisen da gern auf die Küche) wird der Sinn geschärft, aber Frauen scheinen auch besonders empfindlich für einen bestimmten Geruch zu sein: Schweiß.

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Forscher des Monell Chemical Senses Center in Philadelphia studierten im vergangenen Jahr, wie man Schweißgeruch mit anderen Gerüchen überdecken kann. Ihre Probanden mussten an Unterarm-Schweißproben von Menschen beiderlei Geschlechts schnüffeln (ich weiß nicht, wie viel Geld sie dafür bekommen haben).

Beide Geschlechter waren zunächst gleich gut darin, diesen Geruch zu identifizieren. Überdeckte man ihn jedoch mit jeweils einem von 32 anderen Duftstoffen, dann zeigte sich ein erstaunlicher Unterschied: 19 der Substanzen funktionierten für die Männer als Deodorant – denn die Probanden konnten den Schweiß nicht mehr wahrnehmen. Für die Frauen dagegen übertünchten nur ganze zwei Duftstoffe den Körpermief. In anderen Experimenten wollen Wissenschaftler herausgefunden haben, dass Frauen aus Männerschweißgeruch alles Mögliche herausriechen können, insbesondere zur Zeit ihres Eisprungs.

Und riechen Frauen auch angenehmer als Männer? Zumindest weniger streng, sagen die Sinnesforscher aus Philadelphia: Frauen- und Männerschweiß roch für ihre (gemischten!) Probanden zunächst gleich unangenehm. Jedoch ließen sich die weiblichen Ausdünstungen von der Hälfte der Deo-Stoffe übertünchen, gegen Männerschweiß half nur ein Fünftel.

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