Afghanistan "Schießt der Papa auch auf Menschen?"
In Afghanistan erleben deutsche Soldaten den Ausnahmezustand. In Deutschland leben ihre Familien in Angst – so wie die von Matthias Reinz. Ein Protokoll
Tag 5 ohne Matthias
Elfi Reinz deckt den Frühstückstisch, vier Teller, vier Messer, vier Tassen. Dabei sind sie nur noch zu dritt. Ausgerechnet an ihrem Geburtstag ist Matthias abgeflogen. Fünf Tage ist das jetzt her.
Am 15. Juli 2009 hat ihr Mann, Hauptfeldwebel Matthias Reinz, vom Flughafen Köln-Bonn zu Hause angerufen, bevor er in den Bundeswehr-Airbus nach Afghanistan gestiegen ist. Es ist nicht sein erster Auslandseinsatz. 1998 hat er sich für den Einsatz in Bosnien gemeldet, 2002 war er im Kosovo. Sein achtjähriger Sohn Fabian wusste, dass dieser Anruf kommen würde. Bevor Väter ins Flugzeug nach Afghanistan steigen, rufen sie noch einmal zu Hause an. So steht es in seinem Buch Mein Papa ist Soldat, einem Kinderbuch über den Bundeswehreinsatz in Afghanistan, das ihm sein Papa nach einer Operation zusammen mit einem Teddy im Tarnanzug geschenkt hatte. Als Trost. Von Müttern, die nach dem Anruf leise hinter der Küchentür weinen, steht in dem Buch allerdings nichts.
Vier Tage ist es her, dass sich der ältere Sohn Florian in seinem Zimmer verschanzt hat. Er macht sich Sorgen um seinen Vater, weil es in Afghanistan tellergroße, hüpfende Kamelspinnen gibt und Terroristen. Florian ist 14 und möchte einmal Soldat werden. Wie sein Vater.
Drei Tage ist es her, dass die Bundeswehr in Kundus eine Großoffensive begonnen und Elfi Reinz von ihrem Mann eine SMS erhalten hat, er sei gut im Bundeswehrfeldlager Masar-i-Scharif angekommen. Zwischen Masar und Kundus liegen 160 Kilometer. Elfi Reinz tröstet das nicht. Für die Frau aus Schönstedt in Thüringen ist Afghanistan einfach Afghanistan: gefährlich und unberechenbar. Sie wird in den kommenden Wochen noch erfahren, dass Kilometer auch eine Maßeinheit für Angst sein können.
Zwei Tage ist es her, dass sich Florian eine Auszeit genommen hat und zu seiner Oma Bärbel gezogen ist. Es hat nichts geholfen, sich im Zimmer zu verkriechen. Zu Hause konnte er der Angst und der Traurigkeit nicht entkommen, sie sind durch die Türritzen gekrochen und haben sich neben ihn in sein Hochbett gelegt.
Gestern hat Fabian gefragt, ob sein Papa noch lange weg sein werde. Elfi Reinz schüttelt den Kopf, das hat sie in den vergangenen Tagen oft getan. Es ist ein ungläubiges Kopfschütteln, als wäre sie jedes Mal wieder überrascht, dass Matthias nicht mehr da ist. Von den anderen Einsätzen kennt Elfi Reinz das Alleinsein. Was sie nicht kennt, ist die Angst, die Wucht, mit der sie ihr in den Magen boxt, wenn sie zu ihrer Arbeit in einem Supermarkt fährt und im Autoradio hört, dass in Afghanistan ein Bundeswehrkonvoi angegriffen worden ist.
Auch Florian kann sich noch daran erinnern, wie es war, als sein Vater 2002 ins Kosovo gegangen ist. Damals war seine größte Sorge, dass er eingeschult werden sollte, während sein Vater im Einsatz war. Heute ist seine größte Sorge, dass sein Vater getötet werden könnte. Damals hat Florian das Problem in Ordnung bringen können, er hat bei der Schulpsychologin das richtige Bild gemalt – einen kleinen Jungen mit Schultüte an der Hand eines Mannes in Uniform. Die Psychologin hat daraufhin empfohlen, ihn ein Jahr später einzuschulen. Heute kann Florian nichts in Ordnung bringen.
Wir schaffen das! Eine Hilfestellung für Eltern, die mit ihren Kindern die Zeiten berufsbedingter Trennung meistern wollen heißt ein Ratgeber, den die Bundeswehr herausgibt. 44 Seiten mit Tipps wie »Als Vater einen Tonträger mit gemeinsam ausgewählten Lieblingsgeschichten besprechen« oder »Möglichst anschaulich davon erzählen, was der Papa machen wird, wenn er weggeht«. Florian und Fabian möglichst anschaulich zu erzählen, wie ihr Vater mit einem Spähtrupp nachts in einem gepanzerten Spähwagen in der afghanischen Steppe nach Terroristen Ausschau hält, die Sprengfallen bauen oder einen Hinterhalt vorbereiten, würde die Angst um ihren Vater sicherlich nicht lindern. Aber von dieser Angst ist auf den 44 Seiten ohnehin keine Rede, sie kommt schlicht nicht vor. Bei den Ratgebern der Bundeswehr ist es wie in der politischen Debatte: Die passenden Worte für den Einsatz fehlen.
Tag 21, Der Kiesplatz
Mit der Zeit wird auch der Ausnahmezustand zur Routine, er entwickelt seine eigenen Rituale, seine eigene Sprache. Jeden Morgen vor und jeden Abend nach dem Zähneputzen setzt sich Florian an den Computer, gibt bei Google News als Suchbegriff »Afghanistan Bundeswehr« ein. Dann geht er zu seiner Mutter, anstatt »Guten Morgen« oder »Gute Nacht« sagt er jetzt »Da unten ist alles ruhig« oder »Da unten ist wieder was passiert«. »Da unten« bedeutet Afghanistan, und »wieder was passiert« heißt, deutsche Soldaten sind angegriffen worden.
Elfi Reinz’ ständige Begleiter sind jetzt zwei Telefone. Weil ihr Mann jederzeit anrufen könnte, trägt sie das schnurlose Festnetztelefon und ihr Handy immer bei sich. Damals im Kosovo war es schwieriger, nach Deutschland zu telefonieren. Elfi und Matthias hatten deshalb eine feste Telefonzeit, einmal die Woche, Sonntagmittag zwischen elf und zwölf Uhr. Der Krieg in Afghanistan ist ein moderner Krieg, einer mit Handyflatrate und Internettelefonie. Für Elfi Reinz war es dennoch erträglicher, eine Woche lang den Sonntagmittag zu erwarten, als jederzeit mit einem Anruf oder einer SMS rechnen zu müssen.
Gestern Abend hat Matthias gesagt, er werde die nächsten drei Tage nicht anrufen, sondern nur eine SMS schicken können. »Drei Tage nicht anrufen« bedeutet, drei Tage draußen auf Patrouille zu sein. Drei Tage, in denen Elfi Reinz nicht weiß, wo ihr Mann sich aufhalten, wem er begegnen und was er tun wird. Der Krieg in Afghanistan, den im Sommer 2009 noch niemand Krieg nennt, bleibt ihr seltsam fremd, obwohl Matthias Teil dieses Krieges geworden ist. Es fühlt sich immer noch unwirklich an, dass die Nachrichten über den Afghanistaneinsatz im Fernsehen und in den Zeitungen jetzt auch etwas mit ihr und ihrer Familie zu tun haben, dass das jetzt auch ihr Krieg ist.
Im heute-journal haben sie nach einem Angriff auf deutsche Soldaten einen Beitrag aus dem Bundeswehrcamp Masar-i-Scharif gebracht. »Uns ist bewusst, dass sich der Gegner neu bewaffnet hat, das macht mir schon Sorgen«, sagt ein Hauptfeldwebel in die Kamera, im Hintergrund ist ein Kiesplatz mit einem mannshohen Felsbrocken zu sehen. Elfi Reinz hat versucht, sich vorzustellen, dass an dem Kiesplatz, vor dem jetzt der Feldwebel steht, auch Matthias jeden Tag vorbeikommt. Sie konnte es nicht, ihr Bild von Matthias und die Bilder vom Krieg wollen in ihrem Kopf nicht zusammengehen. »Ich weiß nicht, wie er seinen Tag verbringt, wer seine Kameraden sind oder wie das Bett aussieht, in dem er schläft«, sagt sie. Sie weiß auch nicht, dass der Kiesplatz, den sie im Fernsehen gesehen hat, »Ehrenhain« heißt und der mannshohe Felsbrocken ein Gedenkstein für gefallene Soldaten ist. Was die tägliche Wirklichkeit ihres Mannes ausmacht – Elfi Reinz bekommt es nicht zu fassen. Und Matthias kann ihr über diese Wirklichkeit nur wenig erzählen, Dienstgeheimnis.
Verliebt hat sich Elfi Reinz in einen Kochlehrling, geheiratet hat sie einen Soldaten. Sie war 16, Matthias ein schlaksiger junger Mann, der den saftigsten Schweinebraten der Stadt zubereiten konnte. Nach seiner Lehre hat Matthias sich entschieden, Soldat zu werden. Elfi Reinz hat es hingenommen. Ihr ist damals nicht bewusst gewesen, welche Folgen seine Entscheidung einmal haben würde. Dass deutsche Soldaten einmal in einem Krieg ihr Leben verteidigen müssten, das hat sich Elfi Reinz nicht vorstellen können.
Tag 36, Die Frage
Am Abend vor seinem achten Geburtstag hat Fabian gefragt, warum sein Vater weggegangen sei. »Das hast du doch in deinem Soldaten-Papa-Buch gelesen, in Afghanistan gibt es viele arme Kinder, und der Papa ist jetzt da unten, um zu helfen, dass es ihnen besser geht, dass sie so wie du zur Schule gehen können«, hat Elfi Reinz gesagt. Fabian hat sie angeschaut, prüfend, dann hat er genickt. Ob sie Fabian mit ihrer Antwort trösten konnte, Elfi Reinz weiß es nicht. Sie hat sich nicht getraut nachzufragen, aus Angst, etwas in Fabian aufzuwühlen, das sie nicht mehr beruhigen kann. Deshalb ist sie froh über das Buch von den helfenden Soldaten, auch wenn die mit der Wirklichkeit längst nicht mehr viel zu tun haben. Die Wirklichkeit, das sind deutsche Soldaten, die mit Waffen kämpfen und bekämpft werden, Soldaten, die töten und getötet werden. Aber das sind keine Geschichten für Kinderbücher.
Was Kinder und Jugendliche emotional aushalten müssen, wenn ein Elternteil in den Krieg zieht, damit haben sich Wissenschaftler in den USA beschäftigt. Das Ergebnis: Die Angst, die diese Kinder und Jugendlichen ertragen müssen, führt bei jedem dritten von ihnen zu psychischen Leiden oder Verhaltensstörungen. Hatten frühere Untersuchungen die Angst der Soldatenkinder noch mit der Verlustangst von Scheidungskindern gleichgestellt, so kommen Forscher nun zu dem Schluss, dass sie unvergleichlich ist. In den USA waren es im vergangenen Jahr fast zwei Millionen Soldatenkinder, die damit zurechtkommen mussten, dass ihr Vater oder ihre Mutter im bewaffneten Auslandseinsatz waren. In Deutschland waren es wohl ein paar Tausend, genaue Zahlen gibt es nicht. Zwei von ihnen sind Fabian und Florian Reinz.
Tag 41, n-tv
Matthias ist von Masar-i-Scharif nach Kundus verlegt worden. Die Bundeswehr rüstet dort auf, um die Präsidentschaftswahlen zu sichern, die in drei Wochen stattfinden werden. Die Taliban rüsten auch auf, beinahe täglich melden die Nachrichtenagenturen Angriffe auf deutsche Soldaten. Elfi Reinz hat Florian verschwiegen, dass sein Vater jetzt in Kundus ist, Matthias hat sie darum gebeten. »Der Flo macht sich schon genug Sorgen.«
Florian macht sich tatsächlich eine Menge Sorgen. Er sorgt sich, wenn Fabian in Shorts und T-Shirt zum Fußballtraining geht. Dann kontrolliert er, ob Fabian eine lange Hose und eine Jacke in seine Sporttasche gepackt hat, damit er sich nicht erkältet. Er sorgt sich, wenn seine Mutter nachts allein von einem Junggesellinnenabschied nach Hause fährt. Dann ermahnt er sie, nur zusammen mit ihren Freundinnen in die Bahn zu steigen. Er sorgt sich, wenn er an seinen Vater in Afghanistan denkt. Dann schaltet er den Fernseher ein, n-tv, und liest auf dem Laufband am unteren Bildschirmrand die Nachrichten aus aller Welt. Wenn in Afghanistan etwas passiert ist, melden sie es dort ziemlich schnell.
Florian geht mit seinen Sorgen pragmatisch um: Gegen Erkältung helfen warme Sachen, gegen Unachtsamkeit Ermahnungen, und gegen Angst helfen Informationen. Viel zu wissen heißt, weniger fürchten zu müssen. Deshalb hat Florian Bücher über die afghanischen Stämme, die afghanische Flora und Fauna gelesen, deshalb schaltet er n-tv ein. Und deshalb fühlt es sich für Elfi Reinz falsch an, Florian nichts von Matthias’ Verlegung zu sagen: Ihm Informationen vorzuenthalten bedeutet, seine Ängste nicht ernst zu nehmen. Die Wahrheit zu verschweigen fühlt sich wie Verrat an. Die Mutter weiß nicht mehr, was richtig und was falsch ist.
Tag 44, Der Schutzwall
Elfi Reinz hat sich Laufschuhe gekauft, blaue Nike Air. Der Name hat so wunderbar leicht geklungen. Jetzt rennt die zierliche Frau mit dem schwarzen Haar und der hellen Haut in ihren neuen Schuhen die asphaltierte Straße hinunter, den Tunnel hindurch, folgt den Bahngleisen bis zu einem sandigen Pfad, der sie hinaus auf die Felder am Rande der Stadt führt. Laufen macht den Kopf frei, hat eine Freundin gesagt. Und so versucht Elfi Reinz, ihren Gedanken davonzulaufen, Florians fassungsloser Stimme zu entkommen, die immer wieder flüstert, »Ihr habt mich angelogen«, und den Worten ihres Mannes, »Der Flo macht sich schon genug Sorgen«.
Elfi Reinz hat Florian gesagt, dass sein Vater jetzt in Kundus stationiert ist. Weil sie ihrem Sohn nicht mehr in die Augen schauen konnte, wenn er sich morgens von ihr mit den Worten verabschiedet hat: »In Masar ist alles ruhig.« Anfangs war Afghanistan für Florian ein undurchschaubares »da unten«, doch dann hat er gelernt zu unterscheiden. Alle Attentate der vergangenen Wochen auf deutsche Soldaten sind in Kundus verübt worden, und so wurden die 160 Kilometer zwischen Masar und Kundus zu einem Schutzwall, für seinen Vater »da unten« und für Florian daheim. Er hat geweint, als seine Mutter ihm von der Verlegung erzählt hat. Nicht weil sie mit ihren Worten seinen Schutzwall niedergerissen hat, sondern weil sie ihn in falscher Sicherheit gewiegt hat. »Ihr habt mich angelogen«, hat Florian geflüstert. Er selbst ist fair gewesen, ganz und gar. Fair, weil er sich nie beschwert hat, dass er sich um seinen Vater sorgen muss, obwohl es doch umgekehrt sein sollte. Ganz und gar, weil er später einmal auch Soldat werden möchte. Es ist Florians Art, seinem Vater zu zeigen, dass er zu ihm hält.
Tag 49, Die Schüsse
Im Sporthotel Mühlhausen jagen in der Tennishalle acht Jungs auf blauem Granulat gelben Bällen hinterher, das Spiel gehört zu Fabians Kindergeburtstagsprogramm. Elfi Reinz sitzt am Spielfeldrand. Am Vormittag rührte sie gerade den Schokoladenteig für einen Maulwurfskuchen an, als das Telefon in ihrer linken Hosentasche klingelte, auf dem Display leuchtete Matthias’ Nummer auf. »Hallo, wie geht es dir?«, hat Elfi Reinz gefragt, so wie sie immer fragt, wenn Matthias anruft. »Alles in Ordnung, mir geht es gut«, hat Matthias geantwortet, so wie er immer antwortet, wenn er anruft. Sie erzählt von dem Kuchen für den Kindergeburtstag, als er unvermittelt sagt: »Wir sind gestern unter Beschuss geraten, aber mir ist nichts passiert, mir geht es gut. Klassischer Hinterhalt, von der rechten Straßenseite auf unseren Konvoi gefeuert, keiner von uns verletzt, wir haben welche von denen erwischt.« Die Worte fließen durch Elfi Reinz hindurch, ihr Sinn will nicht haften bleiben, weil alles in ihr von einem einzigen Gedanken erfüllt ist: »Menschen haben auf Matthias geschossen, und Matthias hat auf Menschen geschossen.« Was sie gesagt hat, wie das Gespräch endete, sie kann sich nicht erinnern.
Vorgestern hat sich Elfi Reinz ein Video angeschaut, das Matthias ihr damals aus dem Kosovo geschickt hat. Zu sehen sind Szenen aus einem Einsatz, der heute wie eine Pfadfinderexkursion wirkt: Soldaten, die ohne Helm und Schutzweste auf einer Wiese am Straßenrand Hamburger aus Aluschalen essen, Soldaten, die zähneputzend an einem Panzer lehnen und im Camp mit selbst gebastelten Pappgitarren zum Playback von We Built This City On Rockn’Roll singen, und mittendrin Matthias, acht Jahre jünger und zehn Kilo leichter als heute, der immer wieder in die Kamera winkt.
Vor zwei Tagen haben diese Szenen Elfi Reinz getröstet. Jetzt machen sie ihr Angst, weil sie ihr vor Augen führen, dass ihr Mann diesmal nicht in einen Einsatz, sondern in den Krieg gezogen ist. In Elfi Reinz’ Kopf wirbeln Bilder durcheinander, Matthias, der mit Florian im Garten Fußball spielt; der Hauptfeldwebel aus dem heute-journal, der vor der Neubewaffnung des Gegners warnt; Matthias in Kampfanzug, der aus einer Panzerluke winkt; ein Zeitungsfoto von Soldaten, die, mit Maschinengewehren bewaffnet, auf einem staubigen Hügel stehen. Die Bilder vom Krieg und die Bilder von Matthias verschmelzen, und eine bisher nicht gekannte Furcht erfasst Elfi Reinz. Die Furcht vor dem Tag, den sie so sehr herbeisehnt, dem Tag, an dem Matthias heimkommt. Wird er den Krieg in Afghanistan zurücklassen können, oder wird er ihn mit nach Hause bringen?
Elfi Reinz schaut Fabian zu, wie er juchzend gelben Bällen hinterherjagt. Als er einen fängt, winkt er ihr lächelnd zu. Und während Fabian winkt, gibt Elfi Reinz ihm und seinem Bruder ein stummes Versprechen: Sie wird alles dafür tun, dass ihre Kinder fröhliche Kinder bleiben können, auch wenn ihr Papa Soldat ist.
»Du kannst nur in den Einsatz gehen, wenn du weißt, dass zu Hause auch ohne dich alles funktioniert. Und da kann ich mich hundertprozentig auf Elfi verlassen«, hat Matthias kurz vor seiner Abreise gesagt. Doch seit Elfi Reinz weiß, dass auf ihren Mann geschossen wurde und dass er geschossen hat, gilt die Trennlinie zwischen Einsatz und Zuhause nicht mehr, die Matthias gezogen hatte, weil er seine Familie schützen wollte. Sie muss wissen, was Matthias fühlt, was das Erlebte mit ihm macht, wer er sein wird, wenn er zurückkommt. Sie spürt, dass sie als Familie nur bestehen können, wenn Matthias sie an seinem Afghanistan teilhaben lässt – und sie bereit ist, daran teilzuhaben.
Abends setzt sich Elfi Reinz an den Computer und verfasst einen Brief. Sie schreibt all das auf, was sie am Telefon nicht gesagt hat, weil sie funktionieren wollte, weil die Trennlinie mehr als ein »Wie geht es dir?« und »Gut« nicht zugelassen hat. Sie wünscht sich von Matthias ein Foto aus dem Einsatz, sie will in sein Gesicht schauen, mit eigenen Augen sehen, ob darin zu erkennen ist, was der Krieg mit ihm macht. Ob er ihn verändert hat.
Matthias und Elfi Reinz haben eine gemeinsame E-Mail-Adresse. Deshalb versendet sie den Brief nicht mit der elektronischen Post, sondern legt ihn im Order »Entwürfe« ab, auf den Matthias jederzeit zugreifen kann. Abgelegte Gedankenentwürfe, so nennt sie ihre Mails an die Front.
Tag 60, Das Foto
Die Terrasse des Rosencafés in Bad Langensalza sieht aus wie ein Märchengarten, in dem Königstöchter Frösche zu Prinzen küssen können. Hier sitzt Elfi Reinz mit Pfarrer Schmidt, um sich vom Krieg erzählen zu lassen.
Schmidt ist Militärpfarrer, erst vor ein paar Wochen ist er aus dem Einsatz in Kundus zurückgekommen. Und Schmidt ist ein Freund der Familie, Matthias kennt ihn seit mehr als zehn Jahren. Bevor Matthias in den Einsatz nach Afghanistan ging, hat er Schmidt gebeten, sich um Elfi und die Kinder zu kümmern, ihnen beizustehen, sollte ihm in Afghanistan etwas passieren. Matthias ist nichts passiert, und trotzdem hat Elfi den Pfarrer um Beistand gebeten. Schmidt war dort, wo jetzt Matthias ist, er hat wie Matthias nachts die Explosion von feindlichen Raketen vor den Toren des Bundeswehrcamps Kundus gehört, und wie Matthias hat er in einem Panzer gesessen, der in einen Hinterhalt geraten ist. Elfi Reinz hofft, dass Schmidt ihr erklären kann, wie der Krieg sich anfühlt.
Schmidt erzählt von dem Gefecht, davon, wie die Soldaten ihn angewiesen hätten, sich auf den Boden zu setzen. Von der Ruhe, die die Männer erfasst habe, keine Hektik, keine schnellen Handgriffe. »Sie waren auf diesen Moment vorbereitet, sie haben funktioniert«, sagt Schmidt. »Hatten Sie Angst?«, fragt Elfi Reinz. Nein, er habe in diesen zwei Stunden, die ihm wie Minuten vorgekommen seien, nichts gefühlt. Als sie wieder im Lager gewesen seien, hätten sie sich gewaschen, zusammen etwas gegessen. Und als sie sauber und satt gewesen seien, hätten sie begonnen zu sprechen – und zu fühlen. »Was soll ich meiner Frau erzählen, wenn sie mich am Telefon fragt, wie es mir geht?«, hat einer der Männer gefragt. »Die Wahrheit, erzähl ihr, was uns heute passiert ist«, hat Schmidt geantwortet. Elfi Reinz begreift, wie schwer es ihrem Mann gefallen sein muss, über den Angriff auf ihn und seinen Spähtrupp zu sprechen. Er wollte den Krieg doch von seiner Familie fernhalten. Sie ist stolz auf ihn.
Matthias hat in den Ordner »Entwürfe« ein Foto gestellt. Elfi Reinz schiebt vor Aufregung die Computermaus so hektisch über die Schreibtischplatte, dass sich die Datei erst im dritten Anlauf öffnen lässt. Auf dem Bild erstreckt sich ein Hügel vor einem Himmel, den die untergehende Sonne rot färbt. Auf dem Hügel ist der Umriss eines Panzers zu erkennen, an dem die schwarze Silhouette eines Soldaten lehnt. Elfi Reinz zoomt die Silhouette heran, und Schwarz füllt den Bildschirm. Elfi Reinz lacht, ein helles, ansteckendes Lachen. Typisch Matthias, sie wünscht sich ein Foto von ihm, und er schickt ihr seinen Schatten. »Vielleicht hat er sich ja gar nicht verändert«, sagt sie.
Tag 81, Die SMS
Matthias ist seit zwei Wochen weg aus Kundus und wieder in Masar-i-Scharif. Elfi hat eine SMS von ihm bekommen, er sei gut in Masar angekommen. Das hat Matthias ihr schon einmal geschrieben, dieser Satz hat auch am Anfang seines Einsatzes gestanden. Damals hat dieser Satz Elfi Reinz Angst gemacht, heute macht er ihre Angst erträglicher. Seit Beginn des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan sind 26 Soldaten im Gefecht gefallen, 20 von ihnen in Kundus. Matthias hat den Ort, den die Taliban zum Schlachtfeld für deutsche Soldaten gemacht haben, überlebt. Was soll Masar ihm da noch anhaben können? Und obwohl der Einsatz noch fast zwei Monate dauert, hat Elfi Reinz das Gefühl, dass das Schlimmste vorbei ist.
Tag 93, Die Männer
Elfi Reinz hat im Ordner Entwürfe neue Fotos gefunden, diesmal mit Gesicht. Matthias’ Haare sind kürzer, er ist brauner und schmaler geworden. Ein Bild zeigt ihn auf dem Grillplatz im Lager, wie er mit einer Fleischgabel ein fetttriefendes Kotelett aufspießt. Elfi Reinz kennt die Pose, von ihren Grillabenden daheim im Garten gibt es eine Menge solcher Fotos. Schnappschüsse ohne Bedeutung, bis heute. Jetzt sind sie eine Schablone der Normalität.
Auf einem anderen Bild ist Matthias mit Schutzweste und Waffe zu sehen, neben ihm stehen drei afghanische Männer, die freundlich in die Kamera lächeln. »Mama, die sind aber arm, die haben ja fast gar nichts an«, sagt Fabian. »Ja, den Menschen in Afghanistan geht es nicht so gut«, hat Elfi Reinz geantwortet. Als sie abends in Fabians Zimmer kommt, um ihm »Gute Nacht« zu sagen, gibt er ihr einen Kuss auf die Wange und lässt sich dann mit einem Seufzer in sein Kissen fallen. »Gell, Mama, die Leute in Afghanistan sind wirklich ganz schön arm.« Elfi Reinz sagt, sie habe sich gefragt, ob es richtig war, Fabian die Fotos gezeigt zu haben, weil ihn die drei Männer in zerrissenen Kleidern so beschäftigen.
Dass es Fabian allerdings nichts auszumachen scheint, seinen Vater in Kampfmontur mit geschulterter Waffe zu sehen, fällt Elfi Reinz erst später auf, als Florian zu ihr in die Küche kommt. Auch ihn beschäftigt das Foto von den afghanischen Männern: »Glaubst du, der Papa musste schon auf welche von denen schießen?« Elfi Reinz hatte ihm nichts von dem Feuergefecht erzählt, und sie hat auch nicht vor, es jetzt zu tun.
Als Matthias nach Kundus versetzt wurde, musste sie Florian die Wahrheit sagen, weil er ihr vertraut, seine Sorgen mit ihr geteilt und sie getröstet hat. Ihm über Wochen etwas vorzuspielen, das hätte sie nicht ausgehalten. Die Sache mit dem Hinterhalt ist eine andere, Matthias hat Kundus überlebt – das ist es, was Florian wissen muss. »Das kannst du Papa fragen, wenn er wieder da ist. Aber wenn er angegriffen wird, dann wird er sich verteidigen müssen«, sagt sie. »Ja, er hat uns versprochen, auf sich aufzupassen«, sagt Florian und streichelt ihr über die Schulter. »Und außerdem ist er ja jetzt wieder in Masar.«
Tag 132, Burger King
Mit eineinhalb Stunden Verspätung landet der Bundeswehr-Airbus aus Usbekistan um 19.20 Uhr auf dem Flughafen Hannover. Elfi, Florian und Fabian haben an der Glasscheibe vor dem Gepäckband auf Matthias gewartet. Elfi Reinz hat die Autofahrt nach Hannover genossen, weil sie mit jedem Kilometer dem Wiedersehen mit ihrem Mann näher gekommen ist und weil sie gern Autobahn fährt. Dazu hat sie selten Gelegenheit, denn Matthias findet, der Platz hinter dem Steuer gehöre ihm.
Eigentlich wollten sie groß essen gehen, zum Italiener in der Innenstadt von Hannover. Dort waren sie auch, als Matthias aus dem Kosovo zurückgekommen ist. Jetzt sitzen sie bei Burger King am Flughafen, Matthias und Elfi halten sich an den Händen, schweigend, und schauen zu, wie ihre Söhne zufrieden Pommes frites kauen.
Als sie am Auto ankommen, stellt sich Matthias neben die Fahrertür. »Ich fahre«, sagt er. Nach »Es tut gut, euch zu sehen« sind es die ersten Worte, die er an diesem Abend spricht. Elfi Reinz beobachtet ihn, wie er den Rückspiegel einstellt, und in diesem Moment ist sie sicher, dass alles wieder so werden kann, wie es einmal war.
Florian hat fünf Tage gewartet, dann hat er seinen Vater gefragt, ob er auf Menschen geschossen habe. »Einmal sind wir unter Beschuss geraten«, hat er geantwortet. »Wie fühlt sich das an?« – »Du bist froh, dass es dich nicht erwischt hat.« – »Das ist in Ordnung«, hat Florian gesagt.
15. Juli 2010, wieder Geburtstag
Sommerferien, Ligurien, ein kleiner Ort in der Nähe von San Remo. Eine zierliche Frau mit heller Haut und schwarzem Haar feiert zusammen mit ihrer Familie ihren 34. Geburtstag, statt Maulwurfskuchen gibt es Espresso und Biscotti. Als sie am Morgen aufgewacht ist, hat Elfi Reinz zum ersten Mal seit Langem wieder an Afghanistan gedacht, daran, wie sie sich an ihrem Geburtstag vor einem Jahr gefühlt hat, als Matthias vom Flughafen Köln-Bonn zu Hause angerufen hat, bevor er in den Bundeswehr-Airbus gestiegen ist. Afghanistan, das ist auch ihr Krieg gewesen. Jetzt ist dieser Krieg weit weg. Matthias ist vor wenigen Wochen zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt worden, deshalb wird er 2012, wenn seine Division wieder in den Einsatz geht, nicht mitmüssen.
Florian will noch immer Soldat werden, er hätte gern ein Berufspraktikum in der Kaserne in Gotha gemacht, dort, wo auch sein Vater stationiert ist. Doch Matthias Reinz hat das nicht erlaubt, er möchte, dass sein Sohn etwas Vernünftiges lernt. Mit »vernünftig« meint er einen Beruf, in dem Florian nicht sein Leben riskieren muss. »Als Vater denkst du anders über das Soldatsein. Was ich in Afghanistan erlebt habe, das möchte ich meinem Sohn ersparen«, sagt er.
Und wahrscheinlich möchte er sich selbst ersparen, was Florian erlebt hat: um das Leben eines Menschen fürchten zu müssen, den man über alles liebt.
- Datum 18.07.2010 - 19:15 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.07.2010 Nr. 29
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Entfernt. Bitte argumentieren Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/cs
Es wird ja auch keiner gezwungen, unsere Freiheit als Polizist zu verteidigen. Braucht es da also auch keine Sentimentalitäten?
Sorry, aber auf Zeit-Online nerven diese wohl links-ideologisch gefärbten Spinnereien von Leuten, die vermutlich gar nichts verteidigen außer ihren Sozialneid, immer mehr.
... geht mir aber auch der Hut hoch. Zumal der Artikel primär um die Angehörigen der in Afghanistan stationierten Soldaten geht - und die haben sich nun wirklich nicht freiwillig für die bangen Stunden entschieden, die sie während des Einsatzes ihres Familienangehörigen durchleben müssen. Und abgesehen davon haben die SoldatInnen in Afghanistan, völlig abgesehen von allen politischen Gesichtspunkten, unser aller Respekt verdient. Immerhin riskieren sie ihr Leben in unserem Namen.
....nicht nur für die Soldaten und deren Familien recht steil, seitdem Deutschland begonnen hat ein Bisschen Verantwortung für internationale Sicherheit zu übernehmen. Die gesamte Gesellschaft wird mit Realitäten und Fragen konfrontiert, auf die die Kultur, die sich in den letzten 50 Jahren hier entwickelte, in keiner Weise vorbereitet ist. Viel Erfahrungen erfordern nun unvermutet, dass man sich mit Fragen beschäftigt, zu denen man früher fixe Antworten hatte aber halt Antworten ohne Bezug zu den Realitäten am Boden.
Es wird ja auch keiner gezwungen, unsere Freiheit als Polizist zu verteidigen. Braucht es da also auch keine Sentimentalitäten?
Sorry, aber auf Zeit-Online nerven diese wohl links-ideologisch gefärbten Spinnereien von Leuten, die vermutlich gar nichts verteidigen außer ihren Sozialneid, immer mehr.
... geht mir aber auch der Hut hoch. Zumal der Artikel primär um die Angehörigen der in Afghanistan stationierten Soldaten geht - und die haben sich nun wirklich nicht freiwillig für die bangen Stunden entschieden, die sie während des Einsatzes ihres Familienangehörigen durchleben müssen. Und abgesehen davon haben die SoldatInnen in Afghanistan, völlig abgesehen von allen politischen Gesichtspunkten, unser aller Respekt verdient. Immerhin riskieren sie ihr Leben in unserem Namen.
....nicht nur für die Soldaten und deren Familien recht steil, seitdem Deutschland begonnen hat ein Bisschen Verantwortung für internationale Sicherheit zu übernehmen. Die gesamte Gesellschaft wird mit Realitäten und Fragen konfrontiert, auf die die Kultur, die sich in den letzten 50 Jahren hier entwickelte, in keiner Weise vorbereitet ist. Viel Erfahrungen erfordern nun unvermutet, dass man sich mit Fragen beschäftigt, zu denen man früher fixe Antworten hatte aber halt Antworten ohne Bezug zu den Realitäten am Boden.
Es wird ja auch keiner gezwungen, unsere Freiheit als Polizist zu verteidigen. Braucht es da also auch keine Sentimentalitäten?
Sorry, aber auf Zeit-Online nerven diese wohl links-ideologisch gefärbten Spinnereien von Leuten, die vermutlich gar nichts verteidigen außer ihren Sozialneid, immer mehr.
"Sorry, aber auf Zeit-Online nerven diese wohl links-ideologisch gefärbten Spinnereien von Leuten, die vermutlich gar nichts verteidigen außer ihren Sozialneid, immer mehr."
Können Sie mich aufklären?
"Sorry, aber auf Zeit-Online nerven diese wohl links-ideologisch gefärbten Spinnereien von Leuten, die vermutlich gar nichts verteidigen außer ihren Sozialneid, immer mehr."
Können Sie mich aufklären?
"Sorry, aber auf Zeit-Online nerven diese wohl links-ideologisch gefärbten Spinnereien von Leuten, die vermutlich gar nichts verteidigen außer ihren Sozialneid, immer mehr."
Können Sie mich aufklären?
... geht mir aber auch der Hut hoch. Zumal der Artikel primär um die Angehörigen der in Afghanistan stationierten Soldaten geht - und die haben sich nun wirklich nicht freiwillig für die bangen Stunden entschieden, die sie während des Einsatzes ihres Familienangehörigen durchleben müssen. Und abgesehen davon haben die SoldatInnen in Afghanistan, völlig abgesehen von allen politischen Gesichtspunkten, unser aller Respekt verdient. Immerhin riskieren sie ihr Leben in unserem Namen.
Ganz meiner Meinung!
Ich wünsche den Angehörigen unserer Soldaten viel Kraft für die nächste Zeit. Hoffen wir, dass diese Problematik in naher Zukunft nicht mehr besteht.
Sie tun es auch in meinem Namen, aber das muss nicht heißen das ich es richtig finde.
Die Kriegsgeneration muss sich bis heute rechtfertigen warum sie nichts gegen das Unrecht und das Morden unternommen hat. Haben Sie mal darüber nachgedacht das wir uns vielleicht eines Tages auch moralisch Anklagen und Fragen lassen müssen wie wir das alles geschehen lassen konnten?
Sagen wir dann auch wir wussten von nichts?
Ganz meiner Meinung!
Ich wünsche den Angehörigen unserer Soldaten viel Kraft für die nächste Zeit. Hoffen wir, dass diese Problematik in naher Zukunft nicht mehr besteht.
Sie tun es auch in meinem Namen, aber das muss nicht heißen das ich es richtig finde.
Die Kriegsgeneration muss sich bis heute rechtfertigen warum sie nichts gegen das Unrecht und das Morden unternommen hat. Haben Sie mal darüber nachgedacht das wir uns vielleicht eines Tages auch moralisch Anklagen und Fragen lassen müssen wie wir das alles geschehen lassen konnten?
Sagen wir dann auch wir wussten von nichts?
Ganz meiner Meinung!
Ich wünsche den Angehörigen unserer Soldaten viel Kraft für die nächste Zeit. Hoffen wir, dass diese Problematik in naher Zukunft nicht mehr besteht.
Sie tun es auch in meinem Namen, aber das muss nicht heißen das ich es richtig finde.
Die Kriegsgeneration muss sich bis heute rechtfertigen warum sie nichts gegen das Unrecht und das Morden unternommen hat. Haben Sie mal darüber nachgedacht das wir uns vielleicht eines Tages auch moralisch Anklagen und Fragen lassen müssen wie wir das alles geschehen lassen konnten?
Sagen wir dann auch wir wussten von nichts?
Danke an die Autorin für diesen schönen Artikel. Es ist erfrischend, auch mal etwas über die sonst eher vernachlässigte menschliche Seite in diesem stark ideologisch aufgeladenen und politisierten Thema zu lesen.
[Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]
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