Sexueller Missbrauch Dichtmachen!

Die Odenwaldschule muss die Missbrauchsopfer entschädigen

Blick auf die Odenwaldschule in Heppenheim

Blick auf die Odenwaldschule in Heppenheim

An der Odenwaldschule, die vergangene Woche ihr hundertjähriges Jubiläum beging, haben Pädagogen schwere Schuld auf sich geladen. Unter der Vorspiegelung der Erziehung zur Freiheit und der Hinwendung zum Einzelnen haben Lehrer und auch Lehrerinnen Schüler auf perfideste Weise manipuliert, um sie sexuell auszubeuten. Andere haben an dem einstigen Vorzeigeinternat der Reformpädagogik die Augen vor den Taten ihrer Kollegen verschlossen oder diese gedeckt. Viele von ihnen hatten keine pädagogische Ausbildung, jenseits des Odenwalds hätten sie es schwer gehabt. Um die Schule und ihre Arbeitsplätze zu schützen, übten sie Verrat an den Kindern. Internatsleiter haben Schüler, die die Missstände anprangerten, unter Vorwänden der Schule verwiesen.

Nur wenige Opfer sprechen über das, was ihnen widerfahren ist. Was sie berichten, ist erschütternd. Dass sie an der Schule dazu erzogen wurden, mit Erwachsenen ins Bett zu gehen, und dies viele Jahre für normal hielten. Sie beschreiben, wie der ehemalige Schulleiter Gerold Becker, der vergangene Woche verstorben ist, ihnen mit seinen Übergriffen jeden Tag die Würde nahm. Von über sechzig Jungen und Mädchen, die an der Odenwaldschule zum Teil Fürchterliches erlitten haben, weiß man.

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Ehemalige und die Juristinnen, die an der Aufarbeitung beteiligt sind, glauben, dass viel mehr Schüler missbraucht wurden. Diese brauchen finanzielle Hilfe. Geld für Therapien, die die Krankenkassen Jahre später nicht mehr einfach bewilligen, oder Geld zum Leben, weil das Erlittene sie aus der Bahn geworfen hat. Allen, auch denen, die das Geschehene überwunden haben, sollte die Schule Schmerzensgeld zahlen, Verjährung hin oder her. Bis zu diesem Jahr hat die Odenwaldschule es versäumt, den heillosen Missbrauch aufzuklären. Der neue Vorstand treibt dies voran. Doch Aufarbeitung reicht nicht.

Die Würde der Opfer muss endlich an erster Stelle stehen. Verkauft die Schule, und gebt den Opfern das Geld! Wer das Geld nicht will, möge es weitergeben an Hilfsorganisationen und die vielen anderen Opfer sexueller Gewalt. Die Schule könnte so ihre Schuld auf achtenswerte Weise eingestehen und versuchen, Wiedergutmachung zu leisten.

 
Leser-Kommentare
  1. SChon alleine da die Schule nicht den Schuldigen Gehört würd sie nicht verkauft wreden müssen um Schmertzensgelder zu begleichen.

    Es wäre wohl nur dann Möglich wernn der Trägerverein und die Besitzer der SChuhle von den Vorfällen wussten und sie vertuscheten oder sch aktiv beteiligten.

    Lehrere und Internatsleiter sind nicht die Besitzer einer Schule.

    So wundert mich schon was der Artikel soll, eigentlich sollten Zeit Reporter doch besseres Wissen haben als total unmögliche Forderungen aufzustellen, wie etwa diese nach Haftung der Imobilie in der das Verbrechen passiert ist.

    Das man Entschädigung für angebracht hält ist ok, auch das man sie fordert. Aber was hat das mit den Gesitzer des Geäudes zu tun ? Und warum schreibt der Reporter das der der das Geld nicht will es weitergeben möge ?

    Wer kein Geld haben möchte graucht keine Forderung zu stellen und bekommt dann auch nichts, ein Reporter der sagt man solle Geld fordern um es dann doch zu spenden, hat wohl nicht verstanden das Schadensgeldforderungen begründet sein müssen, und die Begründung ich will das Geld ja nicht aber soll es dann Spenden würde wohl eher abgewiesen werden.

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    • bblue
    • 15.07.2010 um 9:31 Uhr

    Natürlich müssen die Opfer angemessen entschädigt werden (soweit das überhaupt möglich ist)! Aber dafür unhaltbare Forderungen in den Raum zu stellen, bringen doch niemanden weiter. Hier kann ich dem ersten Kommentator nur beipflichten.
    Zudem wird in dem Artikel übersehen, dass trotz des Leids und Elends an der Schule ja auch viele Schüler eine gute Ausbildung erhalten haben - die, die das Glück hatten, nicht solche Lehrer gehabt zu haben. Wenn man mit dem heutigen Wissen solche Vorkommnisse weitgehend im Vornherein ausschließen kann, weiß ich nicht, warum dann eine Schule geschlossen werden soll - und letztendlich potentielle zukünftige Schüler die Leidtragenden wären. Eine breite Schulvielfalt ist m.E. wichtig für uns als Gesellschaft im Ganzen.

    • bblue
    • 15.07.2010 um 9:31 Uhr

    Natürlich müssen die Opfer angemessen entschädigt werden (soweit das überhaupt möglich ist)! Aber dafür unhaltbare Forderungen in den Raum zu stellen, bringen doch niemanden weiter. Hier kann ich dem ersten Kommentator nur beipflichten.
    Zudem wird in dem Artikel übersehen, dass trotz des Leids und Elends an der Schule ja auch viele Schüler eine gute Ausbildung erhalten haben - die, die das Glück hatten, nicht solche Lehrer gehabt zu haben. Wenn man mit dem heutigen Wissen solche Vorkommnisse weitgehend im Vornherein ausschließen kann, weiß ich nicht, warum dann eine Schule geschlossen werden soll - und letztendlich potentielle zukünftige Schüler die Leidtragenden wären. Eine breite Schulvielfalt ist m.E. wichtig für uns als Gesellschaft im Ganzen.

  2. Die Forderungen der Journalistin mögen etwas polemisch sein - aber doch im Grunde richtig.

    Ich glaube aber bei der großen Zahl nicht, dass da genügend Geld für den einzelnen bleibt. Sinnvoller ist es das Geld zur Rehabilitation der Opfer oder zur Präventation einzusetzen.

    Gut finde ich den Artikel, weil über ein totgeschiegenes Thema gesprochen wird. Nur durch Aufdeckung kann Kindesmissbrauch entgegengetreten werden.

    In diesem Sinne - gut gemacht.

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    da vergeht sich irgendein mensch auf einem Grundstück von ihnen an einem Kind und dann wird ihr Grundstück verkauft, um das Opfer zu entschädigen

    geht's noch??

    da vergeht sich irgendein mensch auf einem Grundstück von ihnen an einem Kind und dann wird ihr Grundstück verkauft, um das Opfer zu entschädigen

    geht's noch??

  3. Der Artikel regt zum Nachdenken darüber an, wie Opfer entschädigt werden können und wie man die Gefahr zukünftigen Missbrauchs verringern kann.
    Es sind die Strukturen dieser Schule und unserer Gesellschaft und damit wir alle, die nicht kritisch genug waren und sind.
    Kontrolle ist nötig.
    Und zur Idee des Verkaufs der Schule : warum nicht darüber nachdenken, wer die Verantwortung trägt( hier Odenwaldschule)an Strukturen, in denen Missbrauch gedeiht?
    Wer hat die Regeln dieser Schule aufgestellt und den Tätern Raum gegeben?
    Wer hat die Regeln erhalten, als Missbrauch bekannt wurde?
    Wem gehört die Odenwaldschule und wie hat sich der Eigentümer eventuell mitschuldig gemacht?
    Der neue Eigentümer kann ja eine bessere Schule dort einrichten, oder ein Sanatorium für psychisch verstörte Lehrer, die dann da alle mitenander ins Bett gehen können, gibts bestimmt auch ein paar junge und hübsche darunter.

  4. Das Thema des Missbrauchs darf nicht unter den Tisch gekehrt werden. Solange darüber berichtet wird, müssen sich Öffentlichkeit und Politik mit dem Thema beschäftigen. Nur so kann ein anderes Bewusstsein entstehen.

    Ich bin immer wieder auf´s Neue entsetzt, dass wir in einem Land leben, in dem Steuerhinterziehung härter als Kinder-Vergewaltigung bestraft wird. Der Staat kauft illegale Steuer-CD´s und schafft es nicht, die Verjährungsfristen rückwirkend anzupassen?

    Shame.

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    "Ich bin immer wieder auf´s Neue entsetzt, dass wir in einem Land leben, in dem Steuerhinterziehung härter als Kinder-Vergewaltigung bestraft wird."

    gestern oder vorgestern wurde der erste Banker verurteilt, und wo haben sie diesen Vergleich her?? so was absurdes habe ich noch kaum gehört

    "Ich bin immer wieder auf´s Neue entsetzt, dass wir in einem Land leben, in dem Steuerhinterziehung härter als Kinder-Vergewaltigung bestraft wird."

    gestern oder vorgestern wurde der erste Banker verurteilt, und wo haben sie diesen Vergleich her?? so was absurdes habe ich noch kaum gehört

    • TDU
    • 15.07.2010 um 8:52 Uhr

    Bei allem Respekt vor Ihrer Empörung. Genau das würde dei ganze Angelegenheit doch erst recht der öffentlichen Diskussion entziehen und den grundsätzlich emanzipatorischen Ansatz des Lernkonzepts vermutlich auf Jahre diskreditieren. Und das in Zieten, wo man schon aus Kostengründen gerne die von oben durchreglementiert Schule hätte.

    Es geht hier auch um staatliches Aufsichtsversagen. Denn bekannt und zur Anzeige gebracht waren schon einige Fälle lange vorher. Das erfordert alles m. E. Konsequenzen die Gegenstand der Aufarbeitung sein müssen.

    Bei der Entschädigung der Opfer kann die öffentliche nach dem heutigen Kenntnisstand nicht aussen vor bleiben.

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    Einerseits richtet sich TDU gegen eine "von oben durchreglementierte" Schule, andererseits spricht er von einem "Aufsichtsversagen". Ja was denn nun?

    Ganz abgesehen davon, dass es nun jedem Schüler etwas peinlich sein dürfte, von dieser Schule zu kommen (ist bitte nicht als Anklage gedacht, natürlich sind die Schüler vollkommen unschuldig. Es wird aber jeder sagen "ach, von der Schule bist du? Gabs bei dir auch Übergriffe"). Ganz abgesehen davon - was ich auch nicht ohne finde - muß es traumatisierte Schüler gegeben haben, die "nur" etwas gesehen haben. Oder "nur" etwas geahnt haben. Oder "nur" nichts gesagt haben und jetzt Gewissensbisse haben.

    Wenn eine Schule möglichst traumatisierend für alle Beteiligten sein soll, dann schicke man sie auf eine Schule, wo sie sexuellen Orgien ausgesetzt sind. Sonst halt man bitte seinen Mund und nenne das nicht noch "gute Ausbildung".

    Einerseits richtet sich TDU gegen eine "von oben durchreglementierte" Schule, andererseits spricht er von einem "Aufsichtsversagen". Ja was denn nun?

    Ganz abgesehen davon, dass es nun jedem Schüler etwas peinlich sein dürfte, von dieser Schule zu kommen (ist bitte nicht als Anklage gedacht, natürlich sind die Schüler vollkommen unschuldig. Es wird aber jeder sagen "ach, von der Schule bist du? Gabs bei dir auch Übergriffe"). Ganz abgesehen davon - was ich auch nicht ohne finde - muß es traumatisierte Schüler gegeben haben, die "nur" etwas gesehen haben. Oder "nur" etwas geahnt haben. Oder "nur" nichts gesagt haben und jetzt Gewissensbisse haben.

    Wenn eine Schule möglichst traumatisierend für alle Beteiligten sein soll, dann schicke man sie auf eine Schule, wo sie sexuellen Orgien ausgesetzt sind. Sonst halt man bitte seinen Mund und nenne das nicht noch "gute Ausbildung".

  5. Warum nur die Odenwaldschule, und warum nicht Ettal und das Canisius-Kolleg. In Ettal gibt es mittlerweile über 100 bekannte Opfer von sexueller Gewalt, und am Canisius-Kolleg sind 205 Opfer bekannt, die aufs grausamste misshandelt und sexuell missbraucht wurden. Frau Fischer hat konkret Entschädigungen für alle diese Opfer gefordert, aber wie so oft ist bis jetzt Schweigen die Antwort. Die Odenwaldschule ist dagegen wirklich redselig, hier herrscht kein Schweigen im Walde, und sie waren zumindest so ehrlich zuzugeben, dass sie im Moment keine Geld haben.

    • bblue
    • 15.07.2010 um 9:31 Uhr

    Natürlich müssen die Opfer angemessen entschädigt werden (soweit das überhaupt möglich ist)! Aber dafür unhaltbare Forderungen in den Raum zu stellen, bringen doch niemanden weiter. Hier kann ich dem ersten Kommentator nur beipflichten.
    Zudem wird in dem Artikel übersehen, dass trotz des Leids und Elends an der Schule ja auch viele Schüler eine gute Ausbildung erhalten haben - die, die das Glück hatten, nicht solche Lehrer gehabt zu haben. Wenn man mit dem heutigen Wissen solche Vorkommnisse weitgehend im Vornherein ausschließen kann, weiß ich nicht, warum dann eine Schule geschlossen werden soll - und letztendlich potentielle zukünftige Schüler die Leidtragenden wären. Eine breite Schulvielfalt ist m.E. wichtig für uns als Gesellschaft im Ganzen.

    Antwort auf "??? Rechtsstaat ???"
  6. Die schule sollte eine Stadteilschule werden. Das trifft ihr Klientel härter !

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