Nicht in Waldorf, sondern in Stuttgart wurde die erste Waldorfschule gegründet. Es war Emil Molt, der Direktor der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik, der dem Anthroposophen Rudolf Steiner 1919 den Auftrag gab, für die Kinder seiner Arbeiter auf der Stuttgarter Uhlandshöhe eine Schule einzurichten, in der es keine Noten gab und keine Sitzenbleiber. ( Um die Karte zu vergrößern, klicken Sie bitte hier )

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Unter den Nazis verboten, wurden nach dem Krieg drei der ersten Schulen ebenfalls in und um Stuttgart gegründet. Es waren vor allem Eltern, die Waldorfschulen ins Leben riefen. Einen Plan, wie sich die Schulen übers Land ausbreiten sollten, gab es daher nie. Ihre Blüte hatte die Idee in der zweiten Hälfte der Siebziger, als die Kinder der Studenten von 68 in die Schule kamen.

In Bayern entstanden sehr wenige, hier bekämpften die katholischen Pfarrer die Schulen wie eine Sekte. Früher hatten die Eltern vor allem idealistische Motive, heute wünschen sich nicht wenige, dass ihre Kinder ihre Soft Skills verbessern, die im Arbeitsleben scheinbar immer wichtiger werden. Vielleicht haben die Schwaben das schon früher geahnt als andere.