Island Der Saga nachSeite 4/4
Es lohnt sich, von Gunnarshólmi, auf die Ringstraße zurückkehrend, weiter nach Osten zu fahren bis zu dem niedlichen Küstendorf Vík. Hier empfängt mich eine grandiose schwarze Vulkanstein-Küste – und ein Grill, der zwar eher wie eine Dönerbude aussieht, aber das heimische Lammfleisch anbietet. Es schmeckt wirklich ausgezeichnet.
Auf dem Weg nach Vík passiert man den anderen berühmten Wasserfall, den Skógafoss, auch da sollte man anhalten. Obwohl der Anblick zurzeit sehr untypisch ist. Denn die berühmte Vulkanasche, die in Europa eher Metapher für einen kuriosen Ausnahmezustand war, liegt hier zentimeterhoch auf der Erde. Kilometerweit ist alles endzeitlich grau. Für die Bauern ein Schicksalsschlag.
Ich fahre auf der Ringstraße zurück in Richtung Reykjavík, mache aber vorher noch einen Abstecher nach Bergþórshvoll im küstennahen Flachland Landeyjar. Dort lebte die Familie von Gunnars Freund Njál. Sie starb in einer Feuersbrunst, die Njáls Feinde in seinen Hof gelegt hatten. Eine Informationstafel lässt wissen, dass laut archäologischen Untersuchungen an dieser Stelle tatsächlich ein Gehöft des frühen 11. Jahrhunderts abgebrannt sei.
Weil die Wikinger Seefahrer waren, fahre ich noch einmal zurück zur Küste. Die Saga-Reise endet in Stokkseyri, einem kleinen Dorf am Meer. Ein aus großen Steinen aufgehäufter Deich schützt die beschaulichen Häuser vor der kalt anbrandenden Flut. Hier findet sich das Við Fjörubordid, ein schlichtes Gasthaus ohne alle Prätention. Die Spezialität der Wirtsleute ist Hummer, und den machen sie gut. Ich esse den Hummer aus der Hand und blicke noch einmal auf das raue Nordmeer. Das gleiche, das die frühen Helden vor einem Jahrtausend durchschifften, um auf der sagenhaften Insel zu siedeln.
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- Datum 28.07.2010 - 16:38 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.07.2010 Nr. 29
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Im Artikel wird z.B. beim Skogafoss erwähnt, dass alles noch unter zentimeterdicker Asche liegt. Wir waren vor 2 Wochen dort und können das nicht bestätigen. Die Wiesen erstrahlen im schönsten Grün und Strassen und Wegen sind komplett frei. Nur auf den nahen Gletschern ist die Asche sichtbar, denn statt des üblichen Weiss sind sie grau bedeckt.
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