Die Deutschen haben eine gesunde Skepsis gegenüber dem Staat, wenn es um den Umgang mit Daten geht. Das ist legitim, auch wenn dieselben Bürger sich in Online-Communitys oder gegenüber privaten Firmen digital bis aufs Hemd entblößen.

Das Beispiel der Arbeitnehmer-Datenbank Elena hat gezeigt, dass diese Skepsis sich oft erst dann Bahn bricht, wenn die neuen Techniken tatsächlich eingeführt werden. Da nützt kein Verweis darauf, dass entsprechende Informationen schon Monate vorher verfügbar waren. Und so wird es wohl auch um den 1. November herum einigen Aufruhr geben, dann, wenn die ersten neuen Personalausweise ausgegeben werden.

Erstmals wird der scheckkartengroße Ausweis einen RFID-Chip enthalten. Diese Chips sind kleine Computer, die über Funk von außen angesteuert werden und dann ihre Informationen senden. Sie haben schon des Öfteren für Empörung gesorgt, und bis heute hat keine Handelskette es gewagt, die RFID-Technik in großem Maßstab in ihren Läden einzuführen. Weil diese Chips auch berührungslos aus einer gewissen Distanz gelesen werden können, befürchten Kritiker den großen Datenklau und die völlige Durchleuchtung des Bürgers.

Das Bundesinnenministerium hat sich alle Mühe gegeben, solchen Bedenken Rechnung zu tragen. Die Abgabe von Fingerabdrücken ist – anders als beim Reisepass – freiwillig, ansonsten enthält die elektronische Datei, die von der Polizei und anderen amtlichen Stellen ausgelesen werden kann, nur die Daten, die auch auf dem Ausweis vermerkt sind, inklusive des Fotos. "Im Vorbeigehen" kann niemand die Daten auslesen, etwa um unbemerkt Bewegungsprofile zu erstellen; auch Polizeibeamte kommen nur an die Daten, wenn sie den Ausweis in der Hand halten und dessen Nummer eingeben.