Aids-Bekämpfung Rote Karten gegen Aids
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Wer an den Präventionsprogrammen teilnimmt, kann verhaftet werden

Wer an den Präventionsprogrammen teilnimmt, kann verhaftet werden

Doch hinter den glänzenden Fassaden bröckelt es. Nach wie vor diskriminieren selbst Ärzte die HIV-Infizierten. Sie werden unfreundlich behandelt, manche gar abgewiesen. Die Homophobie ist so ausgeprägt, dass infizierte Homosexuelle lieber behaupten, sie hätten sich beim Drogenkonsum durch die Spritze angesteckt. Und Abhängige mit einer offiziellen Behandlungskarte laufen Gefahr, verhaftet zu werden. Das Ministerium für Gesundheit und das Ministerium für Inneres streiten über die Rechtmäßigkeit der Methadonprogramme.

Auch Sozialarbeiter wie Andrej leben gefährlich. Der Besitz von Drogen ist selbst in geringsten Mengen illegal, daher ist der Transport von benutzten Spritzen mit Drogenresten darin heikel. Nicht selten werden die Sozialarbeiter festgenommen.

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»Es hängt alles vom Willen des Leiters der Behörden ab«, erklärt Alexander Grosovsky, Präsident von Vertical. Eigentlich hat die Organisation eine Ausnahmeregelung vereinbart. Unter der neuen politischen Führung aber wurden leitende Funktionäre ausgetauscht. Plötzlich halten die Polizisten die Abmachung für ungültig.

»Die Prävention ist sehr viel schwieriger als die Versorgung mit Medikamenten«, sagt Michel Kazatchkine, Direktor des Global Fund. Die Regierungen wollten eben nicht über Homosexualität sprechen, über Sexarbeiter und Methadonprogramme. Kazatchkine hofft, dass der Global Fund mit der Unterstützung der Nichtregierungsorganisationen in der Ukraine einen »katalytischen Prozess« anstößt: Für eine Weile wären die Organisationen die treibenden Anti-Aids-Kräfte, dann würde die Politik das Programm adoptieren.

Svetlana Antoniak von der Lavra-Klinik, dem Exzellenzzentrum für Aids-Therapie, mahnt zur Eile. Immer mehr Menschen außerhalb der Risikogruppen würden sich durch ungeschützten Sex infizieren. Auf der Warteliste für eine Therapie stünden 7000 Patienten. 12 Millionen Dollar würde ihre Behandlung kosten. Aber die Regierung nehme das Problem noch immer nicht ernst genug. Die Minister sollten lieber auf große Autos verzichten, rät sie, und wie die dänischen Kollegen Fahrrad fahren.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. selbst

    der kritische teil ihres berichts ist nicht einmal die spitze des eisbergs.
    da geht es nicht nur um viel geld, welches der global fund in diesen staat pumpt, sondern keiner weiss wo dieses geld landet. in deren taschen, bzw. konten es liegt, freuen sich.
    offizielle aussage eines regierungsbeauftragten, bei der befragung nach den zahlen bei infiszierten strassenkindern, war die antwort" diese seien selbst an ihrem schicksal schuld", einschließlich der ansteckung. sie könnten doch jederzeit nach hause gehen." diese regierung ist in einer weise zynisch, diskriminierend und rassistisch, dagegen leben wir hier alle im paradies.
    ich war zwei wochen in der ukraine und konnte mit eigenen augen den zustand und die lebensbedingungen sehen. demokratie? fehlanzeige, dieses land liegt im dauerkoma von wodka, drogen und fernsehen. prostitution zum lebenserhalt und menschenhandel.
    und die welche, schon in kommunistischen zeiten an der macht waren, sind es bis heute. mit dem unterschied, dass sie jetzt das kapitalistische prinzip gnadenlos umsetzen können.
    und sich an internationalen geldern bereichern.
    wer sonst kauft bei porsche, prada und tiffany?

  2. ... aber vor allem in Menschlichkeit !

    Quote/ich war zwei wochen in der ukraine und konnte mit eigenen augen den zustand und die lebensbedingungen sehen. /unquote

    Ich lebe bereits seit über 11 Jahren in der Ukraine und darf Ihnen bestätigen, daß Rassismus und menschenverachtende Auswüchse hier alltäglich sind.

    Dies liegt vor allem an einer erschreckend hinterwäldlerischen Auffassung von Menschssein. In den ehemaligen Sowjetstaaten sind "Andersartige" immer wie Aussätzige behandelt worden. Und dies läuft heute auch noch so. Das Bildungsniveau vieler Jugendlicher ist erschreckend niedrig,und diese sind es auch, die an erster Stelle pöbeln. Dazu kommen etliche Staatsbedienstete, deren Menschenbild ebenfalls recht beschränkt ist.

    Ein AIDS-Infizierter wird in der Ukraine leider von vielen als Abschaum betrachtet und entsprechend behandelt, statt als Hilfsbedürftiger.

    Will der Westen hier etwas bewirken, wären breit angelegte Aufklärungskampagnen vonnöten. Am besten angelehnt an ähnliche Projekte aus der EU. Und vor allem: Überwacht, oder besser noch, Kampagnen selber leiten resp. von einem EU-Gremium durchführen lassen. Ansonsten versickern zur Verfügung gestellte finanzielle Mittel wieder mal, wie eigentlich fast immer, in einigen Taschen, die recht tief sind.

    Vor allem jedoch sollten EU-Politiker ihre Kollegen in der Ukraine aufklären und sensibilisieren. Denn leider leben etliche von denen das schlechte Beispiel vor ... siehe Kommentar "selber schuld".

  3. ... aber vor allem an Menschlichkeit !

    Quote/ich war zwei wochen in der ukraine und konnte mit eigenen augen den zustand und die lebensbedingungen sehen. /unquote

    Ich lebe bereits seit über 11 Jahren in der Ukraine und darf Ihnen bestätigen, daß Rassismus und menschenverachtende Auswüchse hier alltäglich sind.

    Dies liegt vor allem an einer erschreckend hinterwäldlerischen Auffassung von Menschssein. In den ehemaligen Sowjetstaaten sind "Andersartige" immer wie Aussätzige behandelt worden. Und dies läuft heute auch noch so. Das Bildungsniveau vieler Jugendlicher ist erschreckend niedrig,und diese sind es auch, die an erster Stelle pöbeln. Dazu kommen etliche Staatsbedienstete, deren Menschenbild ebenfalls recht beschränkt ist.

    Ein AIDS-Infizierter wird in der Ukraine leider von vielen als Abschaum betrachtet und entsprechend behandelt, statt als Hilfsbedürftiger.

    Will der Westen hier etwas bewirken, wären breit angelegte Aufklärungskampagnen vonnöten. Am besten angelehnt an ähnliche Projekte aus der EU. Und vor allem: Überwacht, oder besser noch, Kampagnen selber leiten resp. von einem EU-Gremium durchführen lassen. Ansonsten versickern zur Verfügung gestellte finanzielle Mittel wieder mal, wie eigentlich fast immer, in einigen Taschen, die recht tief sind.

    Vor allem jedoch sollten EU-Politiker ihre Kollegen in der Ukraine aufklären und sensibilisieren. Denn leider leben etliche von denen das schlechte Beispiel vor ... siehe Kommentar "selber schuld".

  4. Ich denke dass unverständis für Demokratie nicht Schuld am Aidsdesaster in der Ukraine ist. In Wahrheit hat der Westen mit den Ersatzgott "Geld" versagt. Die haben nur nachgemacht was wir ihnen vorgemacht haben.
    Und Übrigens, Bildung, Schule, erlenter Beruf, davon gibt es bei uns genügend die seit ihren zwölften Lebensjahr in keiner Schule waren, Beruf haben sie schon gar nicht. Es gibt keine Werte, weil sie die Politik schon lange verloren hat. Und jeder entscheidet selber ob er Drogen nimmt und die daraus folgenden konsequenzen akzeptiert.
    So traurig es ist.

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