Deutsche Post Gelber@Riese.de
Die Deutsche Post bringt den Brief ins Internet. Das Nachsehen haben am Ende wohl Tausende Zusteller.
© Reuters / Images

Die Deutsche Post stellt sich aufs digitale Zeitalter ein
Würden Sie Ihre Krankengeschichte, die Gehaltsabrechnung oder den Steuerbescheid auf eine Postkarte schreiben? Nein? Dann würden Sie derart sensible Details vermutlich auch nicht in einer E-Mail verschicken. Diese ist nichts anderes als eine digitale Postkarte, die leicht mitgelesen, abgefangen und manipuliert werden kann. Die Sicherheit der Daten war für Behörden und Bürger daher lange Zeit ein starkes Argument für den Brief auf Papier, den der Postbote bei Bedarf auch persönlich überbringt. Und ein Grund, warum die Briefsparte trotz schrumpfender Umsätze bis heute die Ertragsperle der Deutschen Post ist.
Verbindlich, vertraulich, verlässlich – mit diesen Schlagwörtern verteidigte der gelbe Riese sein Kerngeschäft gegen die papierlose Kommunikation. Der Post-Tower in Bonn wirkte teils wie die letzte Trutzburg der Offlinewelt. Und nun das. Am Mittwoch dieser Woche brachte die Post als erster deutscher Anbieter den Brief ins Internet.
Hinter dem sperrigen Namen »E-Postbrief« steckt das Versprechen, das Beste aus beiden Welten zu verbinden: Der digitale Brief der Post soll so schnell und bequem sein wie eine E-Mail, aber genauso verbindlich und sicher wie ein Schreiben, das der Briefträger nach Hause bringt.
Das Prinzip ist einfach: Wer den Service nutzen will, muss sich bei einer Postfiliale mit Ausweis registrieren und anschließend ein Benutzerkonto beim Portal der Post einrichten. Das funktioniert wie eine Art elektronischer Briefkasten. Von dort können Mitteilungen abgeschickt und abgeholt werden. Jede elektronische Nachricht wird codiert und erst beim Empfänger entschlüsselt, der sich zuvor ebenfalls registriert haben muss. Das Ganze ist nicht kostenlos, aber deutlich günstiger als ein Standardbrief. Ziel der Post ist es, zur Kommunikationszentrale im Internet zu werden, über die auch Versicherungspolicen, Kontoauszüge und Verträge verschickt werden können. Dass digitale Dokumente künftig genauso rechtskräftig sind wie solche auf Papier, dafür will die Regierung noch in diesem Jahr mit einem Gesetz sorgen.
Wird der klassische Brief also bald Geschichte sein? Sicher wandert nicht jede Post von heute auf morgen ins Internet. Doch laut Bundesinnenministerium könnten drei Viertel des heutigen Briefvolumens langfristig auf digitalem Weg verschickt werden, und in fünf Jahren könnte bereits jeder fünfte Deutsche die elektronische Post nutzen. Setzt sie sich durch, kommt das einer Revolution gleich, ähnlich der Einführung der ersten preußischen Briefkästen vor rund 200 Jahren. Hier entscheide sich »die Zukunft des Unternehmens«, sagt Briefvorstand Jürgen Gerdes.
Dabei ist das Projekt für die Post eine Gratwanderung. Einerseits müssen die Bonner den Onlinebrief aggressiv vorantreiben, um sich gegen die Konkurrenz im Internet durchzusetzen. Zugleich dürfen sie nicht mehr Papierbriefe verlieren als unbedingt nötig. Schließlich muss die Post ihre teuren Sortiermaschinen auslasten und 80.000 Briefträger beschäftigen. Wer braucht sie noch, wenn künftig Datenströme die Zustellung übernehmen? Ein ver.di-Mann hat bereits angekündigt, die Gewerkschaft werde es nicht mittragen, wenn sich die Post in einen »Edel-E-Mail-Anbieter« verwandele.
- Datum 15.07.2010 - 10:12 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 15.07.2010 Nr. 29
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Versuchen Sie mal, sich auf www.epost.de einzuloggen. Dann wissen Sie, was von Gelber@Riese.de zu halten ist.
Ob Standardbrief oder Einschreiber, der Aufwand welcher für das versenden eines Briefes betrieben wird, die Logistikzentren, der Trannsport, die Verteilung, sind seit der Verfügbarkeit des Internet doch wirklich zu hinterfragen.
Unter ökonomischen undökologischen Gesichtspunkten. Insofern eine super Idee die Zeit und Geld spart und die Umwelt schont. Außerdem, was nicht zu vergessen ist, bisher war stets das Problem beim versenden einer E-Mail die ungewisse Anwort auf Frage, kam diese denn beim Empfänger wirklich an. Auch wenn das in der Regel der Fall ist, so ist die Beweislage unklar. Nebenher spart man sich auch noch den Besuch einer Postfiliale und die lustigen bis nervenden (je nach Sichtweise) Fragen der dortigen Post respektive Bankangestellte
Siehe dazu auch: http://www.ploync.de/verm...
"Doch laut Bundesinnenministerium könnten drei Viertel des heutigen Briefvolumens langfristig auf digitalem Weg verschickt werden."
Besser kann es gar nicht laufen, man bezahlt für einen Service, der es Schäuble und Co. noch einfacher erlauben wird ihre Bürger zu überwachen.
Man weiß wann, von wem, an wenn, von wo, was geschrieben wurde.
Und es wird den Leuten als Fortschritt verkauft, herrlich. Und jeder der glaubt, dass bei der Verschlüsselung keine Backdoor eingebaut wurde, glaubt wahrscheinlich auch noch an den Weihnachtsmann.
"der mit der Einführung der E-Mail vor gut 20 Jahren begann."
Liebe Frau Bund, die Email wurde 1961 am MIT experimentell getestet und 1965 eingeführt, Inter-system E-mail wurde 1969 getestet und danach auch auf ARPANET eingeführt.
"Das Ganze ist nicht kostenlos, aber deutlich günstiger als ein Standardbrief. "
Also, wenn man 55 Cent für einen Standardbrief bezahlt und den gleichen Preis für den E-Brief (http://www.netzwelt.de/ne...), ist es nach Adam Riese nicht günstiger. Aber wahrschenlich wurde der Artikel vor dem Postauftritt geschrieben.
Wer e-mail benutzt ist uninteressant. Interessant ist es bei e-Geldüberweisungen, welche in Liechtenstein kostenlos sind;
aber nicht in Deutschland :
"Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung
des Bundesrates die Gebührentatbestände und Gebührensätze näher zu bestimmen"[Satzungen der Deutschen Post, Protokoll Nr. 6 ; speziell Zahlungsverkehr].
Das Forwarding in der heutigen Form als e-mail mit dem Zeichen @ wurde etwas später eingeführt. Vor mir hatte
das Postel von ARPA bereits benutzt? Postel machte drei Zeilen in der C-Sprache im Herbst 1980 ; daraus wurde das heutige "Internet". Das Forwarding brauchte ich früher als 1980 zum Serverbau. Das @-Zeichen hatte damals keine Bedeutung im Sinne des späteren e-mails. Gleichwohl haben mir die Ausführungen zu ARPA gefallen. Sowas an Spass ...
Wer e-mail benutzt ist uninteressant. Interessant ist es bei e-Geldüberweisungen, welche in Liechtenstein kostenlos sind;
aber nicht in Deutschland :
"Das Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung
des Bundesrates die Gebührentatbestände und Gebührensätze näher zu bestimmen"[Satzungen der Deutschen Post, Protokoll Nr. 6 ; speziell Zahlungsverkehr].
Das Forwarding in der heutigen Form als e-mail mit dem Zeichen @ wurde etwas später eingeführt. Vor mir hatte
das Postel von ARPA bereits benutzt? Postel machte drei Zeilen in der C-Sprache im Herbst 1980 ; daraus wurde das heutige "Internet". Das Forwarding brauchte ich früher als 1980 zum Serverbau. Das @-Zeichen hatte damals keine Bedeutung im Sinne des späteren e-mails. Gleichwohl haben mir die Ausführungen zu ARPA gefallen. Sowas an Spass ...
Bei diesem unreflektierten Nachplappern der Post-Marketingsprueche kommt einem ja die Galle hoch. "Wuerden sie ihren Krankenschein auf eine Postkarte schreiben?" wird da sueffisant gefragt. Nun hier die Neuigkeit: genau das tut man bei der ePost. Verschluesselt wird naemlich nur vom Postamt zum Postamt, auf dem Weg vom Versender und zum Empfaenger bleibt es bei Klartext. Das ist eher das gegenteil von Briefgeheimnis. Jeder Post-Admin darf mitlesen. Kaum eine Verbesserung zur Postkarte. Das sollte einem spaetestens dann klar sein, wenn die Post selbst vom Ausdrucken der ePost auf Papier redet.
"Kommt die eMail auch an?" wird die 'alte' nicht-Post eMail gefragt. Nur gut das eine Empfangsbestaetigung seit mehr als 20 Jahren zum Email-Standard gehoert. Genutzt wird sie wenig.
Eine echte Ende-zu-Ende Verschluesselung vom Absender zum Empfaenger mit Signierung, also der Verifikation des Absenders und Empfaengers ist mit der klassischen email ebenfalls moeglich. Das PGP genannte Verfahren kann von jedem kostenlos ganz ohne Deutsche Post genutzt werden. Dass damit keine Vertraege verschickt werden liegt nicht am Verbraucher, sondern an den Behoerden und Firmen die diese Technik gefliessentlich ignorieren.
Und wer bei der 55ct ePost erwartet, jetzt rechtssicher Dokumente verschicken zu koennen, der sei auf die Preisliste und das elektronische 'Einschreiben mit Rueckschein' verwiesen. Da darf es dann fuer 20 Jahre alte, gewoehliche Internettechnik gerne >5 Euro sein.
Hallo @Chaos_99,
Sie haben geschrieben: "...genau das tut man bei der ePost. Verschluesselt wird naemlich nur vom Postamt zum Postamt, auf dem Weg vom Versender und zum Empfaenger bleibt es bei Klartext. Das ist eher das gegenteil von Briefgeheimnis. Jeder Post-Admin darf mitlesen..."
Das ist so nicht richtig.
Sicherheit und Datenschutz haben beim E-POSTBRIEF oberste Priorität. Das E-POSTBRIEF Portal verschlüsselt Ihren E-POSTBRIEF automatisch, so dass dieser nicht mehr von Dritten gelesen werden kann. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://go.post.de/qdt8w
Zudem sind alle Mitarbeiter und Dienstleister der Deutschen Post AG auf das Post- sowie auf das Datengeheimnis verpflichtet.
Durch das PostIdent-Verfahren im Zuge der Anmeldung zum E-POSTBRIEF ist jedem Nutzer des Portals eine Anschrift zugeordnet. Dadurch sind Absender und Empfänger immer eindeutig identifiziert. Die Angabe von Fake-Adressen ist somit ausgeschlossen. http://go.post.de/w0xai
Mit freundlichen Grüßen
Philipp Schwertner vom Serviceteam E-POSTBRIEF
Hallo @Chaos_99,
Sie haben geschrieben: "...genau das tut man bei der ePost. Verschluesselt wird naemlich nur vom Postamt zum Postamt, auf dem Weg vom Versender und zum Empfaenger bleibt es bei Klartext. Das ist eher das gegenteil von Briefgeheimnis. Jeder Post-Admin darf mitlesen..."
Das ist so nicht richtig.
Sicherheit und Datenschutz haben beim E-POSTBRIEF oberste Priorität. Das E-POSTBRIEF Portal verschlüsselt Ihren E-POSTBRIEF automatisch, so dass dieser nicht mehr von Dritten gelesen werden kann. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: http://go.post.de/qdt8w
Zudem sind alle Mitarbeiter und Dienstleister der Deutschen Post AG auf das Post- sowie auf das Datengeheimnis verpflichtet.
Durch das PostIdent-Verfahren im Zuge der Anmeldung zum E-POSTBRIEF ist jedem Nutzer des Portals eine Anschrift zugeordnet. Dadurch sind Absender und Empfänger immer eindeutig identifiziert. Die Angabe von Fake-Adressen ist somit ausgeschlossen. http://go.post.de/w0xai
Mit freundlichen Grüßen
Philipp Schwertner vom Serviceteam E-POSTBRIEF
19 Jahre nach PGP bietet die Post also ein "Briefgeheimnis für die E-Mail" an, wow! Aber mit vorhandener Technik würden die ja kein Geld verdienen...
Briefgeheimnis? Wenn die Post die Briefe ausdrucken und eintüten kann, dann werden die auch meinen Schlüssel besitzen!
Wegen Post - Kundendaten - Schwarzmarkt: Die Deutsche Post ist einer der größten Adressenhändler hier. Denen meine private Post anvertrauen? Niemals!
http://www.tutsi.de/daten...
Für mich nicht - ich verzichte da gerne drauf.
Ich wohne eh nicht in .de - auch wenn ich (leider?) einen deutschen Personalausweis habe... - insofern hat mich auch keine Behörde zu erreichen - also brauche ich es auch nicht.
Wenn ich etwas sicher per email verschicken will dann kann ich das im Zweifelsfalle in Form eines verschlüsselten Dokumentes tun - hällt Hobby-Hacker ohne Probleme auf, und gegen Geheimdienste taugt eh nicht viel - oder ist eh zweifelhaft ob es noch taugt.
Das Passwort kann ich dann per Anruf oder sonstwie zukommen lassen.
Dazu kommt auch noch dass es etwas ganz anderes ist einen Brief zu bekommen als eine email - ein handschriftlicher Brief hat einfach eine persönliche Note - die bekommt eine Email nie - des weiteren ist Papier wesentlich angenehmer zu lesen als Text auf einem Bildschirm - es gab schon Tage da konnte ich an der Uni nicht auf die Projektionsfläche schauen weil ich tag ein, tag aus nur auf den Bildschirm gestarrt habe - und mir das einfach zu grell wurde und die Augen schmerzten...
Und was mich betrifft - ich kann Papier besser lesen - wenn ich etwas lesen will/muss dann drucke ich das sowieso aus, denn auf dem Bildschirm kann ich nicht so konzentriert/fokussiert lesen wie auf Papier.
... was ist das denn fuer ein Wort? Habe im Duden nachgesehen, leider nichts gefunden. Wahrscheinlich bin ich ja "eh" ein bischen bloed, aber ich koennte "eh" eigentlich auf dieses "Wort" verzichten.
... was ist das denn fuer ein Wort? Habe im Duden nachgesehen, leider nichts gefunden. Wahrscheinlich bin ich ja "eh" ein bischen bloed, aber ich koennte "eh" eigentlich auf dieses "Wort" verzichten.
... habe sowohl ich im ersten Kommentar als auch der Artikelschreiber bei der Bescheinigung von Skandalfreiheit und Datenvertraulichkeit die Meldungen ueber die Adressdatenweitergabe der Postbank an externe Finanzdienstleister, teils sogar mit 'Liquiditaetsinformationen'.
Aber das hat natuerlich mit der Post rein garnichts zu tun. Hach, ist ein schlechtes Gedaechtnis manchmal angenehm beruhigend.
In Grossbritannien wurde 2005 Recht gesprochen, dass eine E-Mail-Adresse keine Signatur sein. Aber ein in ASCII-hingeschriebener Name oder eine eigescannte Unterschrift würden reichen:
http://www.out-law.com/pa...
Das entspricht der EU-Signaturrichtlinie und wird einfache Signatur genannt. Es gebe auch die fortgeschrittene Signatur, die mittels X.509-Zertifikat aufgeprägt werden kann und man kann dann auch verschlüsselt Mail verschicken. Mache stellen dafür Zertifikate zur Verfügung: die Stadt Moers oder Vattenfall.
Aber seit Horst Herold mit seiner BS2000-Mühle Sozialhygiene schaffen wollte (was er genauso wenig schaffte wie die Polizei so zu organisieren, dass die Meldung über den Aufenthaltsort von Hans-Martin-Schleyer bearbeitet wurde, so dass Herr Schleyer leider starb), brauchen wir keine einfache Lösungen. Wir als Deutsche brauchen Sicherheitslösungen nach dem Modell Stammbheim: Hochsicherheitstrakt. Qulaifizierte Signatur oder noch besser qualifizierte Signatur mit Anbieterakkreditierung. Ist klar, weil wir ja völlig anders als die Briten sind. Im Internet macht ja jeder Nationalstaat seit eigenen Gesetze und Technologien. Weiss ja jedes Kind, dass man bei Amazon nicht mit einem nichtdeutschen Browser kaufen kann, wenn man in Deutschland dwohnt. War doch so, oder?
Zypries wollte 2001 E-Mail mit qual. Signatur für 70.000 Bundesbeamte einführen. Es ging nicht. Wegen Stammheim. Aber was sind 10 Jahre Verzug im Internetzeitalter? Ich bin stolz auf meine Regierung!
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