Klaus Töpfer Wie nach Tschernobyl

Klaus Töpfer fordert eine globale Konvention zur Sicherheit neuer, riskanter Ölbohrungen

Ein Ölklumpen nach dem anderen: Täglich versuchen Arbeiter die Strände wie hier in Port Fourchon in Louisiana von der giftigen schwarzen Brühe zu befreien

Ein Ölklumpen nach dem anderen: Täglich versuchen Arbeiter die Strände wie hier in Port Fourchon in Louisiana von der giftigen schwarzen Brühe zu befreien

DIE ZEIT:Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gilt in den USA als nationale Angelegenheit, die man selbst regeln will. Hat sie nicht längst eine weltweite Dimension?

Klaus Töpfer: Ich finde den Begriff Katastrophe zu schwach. Dies ist ein Fanal, ein folgenschweres Drama von globaler Bedeutung, wenn man an alle Tiefseebohrungen in Nord- und Südamerika, Afrika, Europa und anderswo denkt. Wir müssen daraus Lehren ziehen.

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ZEIT: Welche?

Klaus Töpfer
Klaus Töpfer

Von 1998 bis 2006 war der CDU-Politiker Chef des UN-Umweltprogramms Unep. Töpfer fördert nun Nachhaltigkeitsstudien an seinem Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam.

Töpfer: Erstens alles zu tun, um rascher wegzukommen vom Öl. Zweitens muss es der Weltgemeinschaft die Augen öffnen, dass die Zeiten billigen Öls vorbei und die Förderrisiken stark gestiegen sind. Sie werden weiter steigen, auch in der Arktis.

ZEIT: Die wird man in Kauf nehmen, Interessen einzelner Nationen und Konzerne wiegen offenbar schwerer .

Töpfer: Das muss Ansporn sein, die Risiken international verbindlich einzugrenzen. Das sollten die Vereinten Nationen in einer Konvention anstreben. Auch nach Tschernobyl wurde eine Konvention zur Sicherheit von Kernkraftwerken erarbeitet.

ZEIT: Die USA haben nicht einmal die UN-Seerechtskonvention ratifiziert. Obama wollte dem BP-Chef »in den Arsch treten«, brauchte nicht er selbst einen Kick ?

Töpfer: Die USA tun sich traditionell schwer, internationales Recht anzuerkennen. Sie haben ja auch beim Kyoto-Protokoll nicht mitgespielt oder die Konvention über die Biodiversität CBD nicht ratifiziert.

ZEIT: Und Brasilien will seine üppigen Tiefseeölfelder erschließen. Also alles vergeblich?

Töpfer: Nein. Brasilien sollte im eigenen Interesse eine Risikoanalyse unabhängiger, internationaler Experten beauftragen und respektieren. Die Weltgemeinschaft ist bei Klima- oder Biodiversitätsfragen auch ohne die USA vorangegangen, obwohl wir sie gerne vorne dabei hätten. Globale Dramen können auch die internationale Kooperationsbereitschaft fördern.

Die Fragen stellte Hans Schuh

 
Leser-Kommentare
    • Crest
    • 14.07.2010 um 12:40 Uhr

    Töpfer sagt nichts (substanzielles), einfach nichts.

    Meine persönliche Zusammenfassung:

    Wir müssen Lehren ziehen.
    Wir müssen alles tun.
    Wir müssen der Weltgemeinschaft die Augen öffnen.
    Die vereinten Nationen sollten anstreben.
    Brasilien sollte respektiern.

    Überschlagsmäßig also 3 mal müssen, 2 mal sollen.

    Ich selbst "muss" mich jetzt wohl entscheiden:

    Bin ich das Opfer einer eigenen Hormonfluktuation und "sollte" deshalb einen kleinen Spaziergang machen? Oder ist Töpfer objektiv nicht mehr sein Geld wert (wenn er es je war). ;-)

    SARKASMUS-OFF

    Herzlichst Crest

  1. wie übrigens alle ökoreligiösen Alarmisten! Ihr einziges Ziel
    jedes Unglück für ihre Agenda ausschlachten und kräftig dran verdienen! Und die Aussage"Wir müssen vom Öl wegkommen" sagt eigentlich schon alles aus. Seit Climagate weiß jeder, dass
    die CO2-Agenda ein Märchen ist, dass zur umfassenden Unterjochung der Menschheit erfunden wurde.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Gafra
    • 14.07.2010 um 13:35 Uhr

    Ja, genau....Schwachsinn!

    • Gafra
    • 14.07.2010 um 13:35 Uhr

    Ja, genau....Schwachsinn!

    • Gafra
    • 14.07.2010 um 13:35 Uhr

    Ja, genau....Schwachsinn!

    • Gafra
    • 14.07.2010 um 13:36 Uhr

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