Rücktritt Darf ein Politiker einfach gehen?

Roland Koch, Horst Köhler, Ole von Beust – der Ausstieg aus dem Amt kommt in Mode. Demokratische Normalität oder neue Null-Bock-Mentalität? Das Land diskutiert über persönliche Freiheit und politische Verantwortung.

Rückzug aus freien Stücken: Haben wir nicht genau das immer gewünscht? Pro von Matthias Krupa

Erinnert sich noch jemand an Heide Simonis? Die schleswig-holsteinische Ministerpräsidentin war zwölf Jahre lang im Amt und wäre gern noch ein bisschen länger geblieben, als sie das politische Glück verließ. Simonis reagierte, das Ende ihrer Karriere vor Augen, panisch. Ihr entsetzter Ausruf »Und was wird aus mir?« ist seither zur Chiffre geworden. »Pattex-Heide« verkörperte alles, was Wähler an ihren Politikern verachten: Machtversessenheit, Selbstbezogenheit, Realitätsverlust.

Wie leicht wirkt dagegen das biblische Zitat, mit dem nun Ole von Beust seinen Rücktritt begründet: »Alles hat seine Zeit.« Wie souverän der Satz von Roland Koch , wonach die Politik zwar ein »faszinierender Teil« seines Lebens sei, aber eben nicht das Leben selbst. Ende August geben beide ihr Amt auf.

Anzeige

Zugegeben, man hätte das gerade von Koch nicht erwartet. Ausgerechnet der Politiker, dem wir fast alles zugetraut haben – und der mehrfach bewiesen hat, dass er vor wenig zurückschreckt –, hat uns überrascht. Etwas anders liegt der Fall von Beusts. Hamburgs Bürgermeister hat stets betont, er wolle nicht bis an sein Lebensende Politik machen. Nun hält er sich daran – und das soll verantwortungslos sein?

Die beiden Christdemokraten konterkarieren mit ihrem Rückzug ein weitverbreitetes Bild, das wir von unseren Politikern haben: Die Politik ist eine Droge, und alle Politiker sind Junkies. Es stimmt, die Liste derer, die nicht loslassen konnten, ist lang. Die Zeitungsartikel über verpasste und verpatzte Abschiede füllen ganze Archive. Von Beust und Koch machen nun vor, dass es auch anders geht. Der Rückzug aus freien Stücken – ist es nicht genau diese Unabhängigkeit, die wir uns von unseren Politikern immer gewünscht haben?

Beide, Koch und von Beust, haben für ihren Rücktritt private Gründe genannt – die Sehnsucht nach einem anderen, selbstbestimmteren Leben. Bei beiden gibt es keinen Zweifel, dass es sich um eine souveräne persönliche Entscheidung handelt. Darin unterscheiden sich die Fälle wesentlich von der Demission Horst Köhlers : Der frühere Bundespräsident hat seinen Rücktritt ausdrücklich politisch, nämlich mit dem mangelnden Respekt vor seinem Amt begründet. Bis heute wirkt diese Erklärung unvollständig und daher unzureichend. Köhler fühlte sich aus dem Amt getrieben; Koch und von Beust gehen ohne erkennbare Not.

Die Motive der beiden Landeschefs mögen privater Natur sein, doch ihre Entscheidungen weisen über das Private hinaus. Zunächst einmal demonstrieren Koch und von Beust mit ihrem Schritt ein erfreulich aufgeklärtes Selbstverständnis als Inhaber eines hohen öffentlichen Amtes.

Die Demokratie lebt vom Vertrauen in ihre Institutionen. Dieses Vertrauen ist nicht unabhängig von den Personen an der Spitze der Institutionen; aber es darf niemals von einem oder einer Einzelnen abhängen. Die Demokratie braucht den Wechsel, politische Ämter werden daher auf Zeit vergeben. »Jeder im Land ist ersetzbar«, sagt Ole von Beust zum Abschied. Das klingt banal, ist aber richtig – und scheint in der Empörung über die amtsmüden Amtsinhaber gern vergessen zu werden.

Etwas anderes kommt hinzu. Der Rücktritt der beiden Mittfünfziger steht nicht nur quer zum Klischee des Pattex-Politikers; Koch und von Beust repräsentieren auch das politische Selbstverständnis ihrer Generation. Bis heute wird in Deutschland noch jeder Politiker an den großen Alten gemessen, an Brandt, Schmidt, Strauß, Wehner oder Kohl. Für diese wurzelte alle Politik in der Erfahrung von Krieg und Diktatur. Ihr Einsatz für die Republik, der materielle und moralische Wiederaufbau eines zerstörten Landes, hatte stets eine existenzielle Dimension. Politik hieß oder heißt für sie daher: lebenslänglich. Unvorstellbar, dass ein Herbert Wehner eines Tages seine Butterbrote eingepackt hätte und freiwillig gegangen wäre.

Sind Koch oder von Beust also verantwortungslos? Wohl kaum. Jedenfalls hat ihnen das, solange sie regierten, niemand ernstlich vorgeworfen. Auch ihr Engagement folgt einem moralischen Impuls; und einfacher ist das Regieren in den vergangenen zwei Jahrzehnten sicherlich nicht geworden. Aber wer heute in die Politik geht, ist meistens frei von jedem tragischen Motiv, von dem Gefühl existenzieller Not. Das ist – bei aller Bewunderung für die Alten – ein großer Fortschritt. Kochs Satz, die Politik sei nicht sein Leben, markiert einen Einschnitt: Er steht für die Zivilisierung – und Normalisierung – des Politischen. Diese Generation kann gehen.

Ein Letztes. Vieles spricht dafür, dass politische Karrieren heute anders verlaufen als früher. Die tägliche Belastung in Spitzenämtern ist gewachsen. Der Terminkalender ist dichter geworden, das Tempo höher, die Öffentlichkeit unduldsamer. Amtszeiten, die länger dauern als zwei, drei Legislaturperioden, werden seltener werden. Politiker, die später einsteigen (wie Ursula von der Leyen), früher aufhören (wie Koch und von Beust) oder zwischendurch mal Pause machen (wie Oskar Lafontaine) werden hoffentlich häufiger werden.

Darf ein Politiker einfach gehen? Warum eigentlich nicht. Vielleicht kommt der eine oder andere sogar einmal wieder.

Leser-Kommentare
  1. Was wäre wenn ein Politiker nicht einfach so gehen darf.

    Wenn ein Politiker keine Lust hat zu regieren wird es kaum gut machen - und egal was Politiker tun - sie können Staatseigentum verscherbeln (Cross Border Leasing), dem Staat Millionenschäden zufügen - aber belangt werden sie dafür nicht.
    Sie können blockieren, anderen das Leben schwer machen - insofern MUSS ein Politiker gehen können.

    Das heißt noch lange nicht dass Politiker welche regieren wollen gut regieren werden - und meine Meinung über Politiker ist sehr negativ - aber die Möglichkeit des Rücktritts erlaubt es jenen die den Sinn ihrer Position nicht mehr sehen den Weg für neue Leute zu öffnen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 25.07.2010 um 17:13 Uhr

    ....Politiker eine Haftung einfordern. Er/sie hat einen Vertrag mit den Wählern abgeschossen und Verantwortung übernommen. Der Wähler hat ihm vertraut und hätte einen Anderen wählen können, wenn er gewusst hätte, dass dieser Politiker seinen Zusagen nicht entspricht.
    Der Gewinner hat den Job. Sein Gegner bekam ihn nicht.
    Ähnliches gilt für Misstrauensvoten à la Schröder. Das ist nicht nur unanständig. Es ist ein Vertrauensbruch, ein Vertragsbruch und richtet für etliche Menschen einen messbaren witschaftlichen Schaden an.

    Ich bin der Meinung da braucht es eine persönliche Haftung des Politikers.

    • Schawn
    • 26.07.2010 um 11:24 Uhr

    Ich sehe das genauso wie Sie, DetlevCM. Ich glaube, dass heute die Ursachen nur anders liegen. Früher konnten Politiker mit ihrer Top-Down Mentalität leichter Probleme bewältigen als heute vor einer viel komplexer gewordenen Umwelt. Welches Ministerium, welche Arbeitsgruppe, welcher Ausschuss kann denn ohne externes Wissen überhaupt noch Entscheidungen treffen?? Ich glaube das die Ploitiker der alten Schule (Koch, Beust) nicht fähig sind (zu stolz) sich auf die neuen Verhältnisse einzulassen. Die Politik muss doch eigentlich einen Weg finden, wie man dieses proaktive knüpfen von Wissensnetzwerken legitimatisieren kann, sso dass nicht der Verdacht von Beeinflussung/ Lobbyismus keimt. Prof. Wilke hat dazu einen interessanten Ansatz skizziert: http://bit.ly/91gQ5I

    • joG
    • 25.07.2010 um 17:13 Uhr

    ....Politiker eine Haftung einfordern. Er/sie hat einen Vertrag mit den Wählern abgeschossen und Verantwortung übernommen. Der Wähler hat ihm vertraut und hätte einen Anderen wählen können, wenn er gewusst hätte, dass dieser Politiker seinen Zusagen nicht entspricht.
    Der Gewinner hat den Job. Sein Gegner bekam ihn nicht.
    Ähnliches gilt für Misstrauensvoten à la Schröder. Das ist nicht nur unanständig. Es ist ein Vertrauensbruch, ein Vertragsbruch und richtet für etliche Menschen einen messbaren witschaftlichen Schaden an.

    Ich bin der Meinung da braucht es eine persönliche Haftung des Politikers.

    • Schawn
    • 26.07.2010 um 11:24 Uhr

    Ich sehe das genauso wie Sie, DetlevCM. Ich glaube, dass heute die Ursachen nur anders liegen. Früher konnten Politiker mit ihrer Top-Down Mentalität leichter Probleme bewältigen als heute vor einer viel komplexer gewordenen Umwelt. Welches Ministerium, welche Arbeitsgruppe, welcher Ausschuss kann denn ohne externes Wissen überhaupt noch Entscheidungen treffen?? Ich glaube das die Ploitiker der alten Schule (Koch, Beust) nicht fähig sind (zu stolz) sich auf die neuen Verhältnisse einzulassen. Die Politik muss doch eigentlich einen Weg finden, wie man dieses proaktive knüpfen von Wissensnetzwerken legitimatisieren kann, sso dass nicht der Verdacht von Beeinflussung/ Lobbyismus keimt. Prof. Wilke hat dazu einen interessanten Ansatz skizziert: http://bit.ly/91gQ5I

  2. Ja, darf er, aber wie jeder andere Arbeitnehmer auch, der fristlos kündigt: "Keine weiteren Bezüge und von den Ersparnissen leben. Von wegen Übergangsgelder. Wenn das Geld verbraucht ist, und er noch keine neue Arbeit hat, bei der ARGE anstellen".

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die herrschaften sind uebermaessig abgesichert, Herr Koehler kostet uns ein kleines vermoegen OHNE dass ein
    gegenwert geschaffen wurde, wenn "pensionen" dann befristet
    denn die EHEFRAUEN leben meist noch DREISSIG jahre laenger und liegen dem steuerzahler auf der tasche ! eigentlich ist jeder vorzeitige "abgang" ein VERTRAGSBRUCH, schliesslich musste auch herr KOEHLER nicht nochmals verlaengern, nun, aendern
    wird "der buerger" nichts !

    die herrschaften sind uebermaessig abgesichert, Herr Koehler kostet uns ein kleines vermoegen OHNE dass ein
    gegenwert geschaffen wurde, wenn "pensionen" dann befristet
    denn die EHEFRAUEN leben meist noch DREISSIG jahre laenger und liegen dem steuerzahler auf der tasche ! eigentlich ist jeder vorzeitige "abgang" ein VERTRAGSBRUCH, schliesslich musste auch herr KOEHLER nicht nochmals verlaengern, nun, aendern
    wird "der buerger" nichts !

    • tisass
    • 25.07.2010 um 16:30 Uhr

    Trotz der Erklärungen in den Fällen Koch und von Beust über die private Natur ihrer Motive und die Freiwilligkeit der Rücktritte, kann doch über die Beweggründe, das Amt niederzulegen, ähnlich wie im Fall Köhler nur spekuliert werden. Auch das Ausmaß der "Freiwilligkeit" sollte hinterfragt werden.
    Nur wenige Menschen wissen, was in den Machtzirkeln der Parteien, auch auf Landesebene, vorgeht und beschlossen wird. Gerade was Roland Koch anbetrifft, könnte man der Meinung gewesen sein, dass der Mann nach den letzten Hängepartien keine Perspektive mehr hat und ihm den Rücktritt nahe gelegt haben. Möglicherweise hat auch die Anzahl der Leichen im Keller die Lagerkapazität gesprengt. Man weiß es einfach nicht.
    Nichtsdestoweniger scheint sich, angefangen mit Friedrich Merz ein gewisser Trend zum Escapismus in der Union zu verfestigen. Vielleicht will man vor der Geschichte nicht mit dem Stigma behaftet sein, zum sich abzeichnenden Niedergang der CDU beigetragen zu haben und verlässt daher bei Zeiten das sinkende Schiff.

  3. auf jeden fall, dabei soll der hausrat mitgenommen
    und sich in deutschland nie mehr sehen lassen, auch schröder nicht.
    gerade bei der diskussion um 25 qm wohnraum ist komik angesagt.
    was wirschaftsbosse und andere sogenante persönlickeiten einstecken, da ist lange die grenze des anstandes überschritten und der leiharbeiter muss sich wehren auch gegen die gewerkschaft, die auch eingesteckt hat.

  4. Vielleicht hängen Sie ihre Not auch nur nicht an die große Glocke, da es sonst eh wieder ganz viel dreckige Wäsche im Medienveriss und in der Sensationspresse gäbe.

    Vielleicht litten Sie still und ziehen auch still ihre Konsequenzen, da sie gelernt haben, dass es in unserem Land zu eh nix führt, wenn man den Mund auf macht.

    Denn: in der Regel stürzen sich ja eh nur alle wie bluthungrige Hyänen auf einen, wenn man Katzen aus dem Sack lässt.

    Sind einfach so Gedanken, die mir kommen. Weiß nicht, ob da was dran ist.

    • Harzer
    • 25.07.2010 um 16:45 Uhr

    Ein modernes, tolles Schiff mit hohem Ansehen wird es leicht haben, auch die besten Seeleute für seine Mannschaft zu bekommen.
    Auf einem alten Seelenverkäufer sind die Offiziere abgewirtschaftet und dem Suff ergeben, und die Mannschaft zum Teil sogar schanghait.

    Vielleicht verändert sich gerade ganz langsam der Charakter unseres Dampfers ?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Ihr Bild vom Schiff hat was.

    Ich frage mich schon länger, ob die Ratten das sinkende Schiff verlassen, oder die Mannschaft den Ratten das Schiff überläßt.

    Ich glaube eher letzteres.

    Was haben wir und unsere Eltern nach dem Krieg doch für einen schönen Luxusdampfer gebaut. Sicher, schon immer gab es welche, die mußten im Schiffsrumpf die Kessel beheizen und andere, die sich auf dem Promenadedeck herumtrieben.

    Aber jeder, der mit anpackte und das Schiff am Laufen hielt, hatte sein Ein- Auskommen.

    Die Kapitäne, die Offiziere, die Matrosen haben vergessen, wofür sie Verantwortung tragen. Wer nur noch die 1. Klasse besucht oder sich auf der Promenade herumtreibt, überläßt das Schiff den Ratten. Und genau so sieht es aus.

    Auch mir sagt das Bild vom Staatsschiff zu. Wenn Kapitäne und leitende Offiziere sich in auffälliger Zahl absetzen, liegt das dann ihnen oder an dem Schiff? Eine aufrichtige Antwort könnte für das Schiff, also das deutsche Volk, kränkend sein. Vielleicht waren deshalb die Begründungen der Zurückgetretenen ausweichend gehalten. Bloß keine Wählerbeschimpfung, bloß nicht den Souverän kränken - das ist unseren Politikern in Fleisch und Blut übergegangen.

    Ihr Bild vom Schiff hat was.

    Ich frage mich schon länger, ob die Ratten das sinkende Schiff verlassen, oder die Mannschaft den Ratten das Schiff überläßt.

    Ich glaube eher letzteres.

    Was haben wir und unsere Eltern nach dem Krieg doch für einen schönen Luxusdampfer gebaut. Sicher, schon immer gab es welche, die mußten im Schiffsrumpf die Kessel beheizen und andere, die sich auf dem Promenadedeck herumtrieben.

    Aber jeder, der mit anpackte und das Schiff am Laufen hielt, hatte sein Ein- Auskommen.

    Die Kapitäne, die Offiziere, die Matrosen haben vergessen, wofür sie Verantwortung tragen. Wer nur noch die 1. Klasse besucht oder sich auf der Promenade herumtreibt, überläßt das Schiff den Ratten. Und genau so sieht es aus.

    Auch mir sagt das Bild vom Staatsschiff zu. Wenn Kapitäne und leitende Offiziere sich in auffälliger Zahl absetzen, liegt das dann ihnen oder an dem Schiff? Eine aufrichtige Antwort könnte für das Schiff, also das deutsche Volk, kränkend sein. Vielleicht waren deshalb die Begründungen der Zurückgetretenen ausweichend gehalten. Bloß keine Wählerbeschimpfung, bloß nicht den Souverän kränken - das ist unseren Politikern in Fleisch und Blut übergegangen.

    • berg10
    • 25.07.2010 um 16:45 Uhr

    Ein Politiker MUSS gehen, wenn Er/Sie die Kompetenz, Belastbarkeit und Qualifikation nicht hat. Und genau das sollte geprüft werden bevor sich Hinz und Kunz mit einem Fördernetzwerk auf solche Posten hoch-networken-kann.

    Außerdem dürften die Einkommensmöglichkeiten nicht so sein, dass sich einige Politiker jederzeit aussteigen können wenns mal nicht so läuft. Hätten alle Arbeitnehmer diese Privilegien, wären beim derzeitigen Arbeitsklima die firmen verwaist.

    Was soll das z.B. dass jeder Bundespräsident a.d. 199.000,-€ Jahresgehalt lebenslang bekommt?? Dann möchte ich lieber eine Monarchie, wo die Zahl der Könige sich nicht endlos vermehrt und die auch ein Leben lang ihren Kopf hinhalten müssen (in die Kammeras).

    Die schlimme Dimension ist die negative Vorbild Funktion, die da vorgelebt wird. Schüler sollen sich wegen Pisa den A... aufreissen und Sprachen lernen u.s.w. Und dann sehen sie, dass einige Politiker fürs Kravatten Tragen bezahlt werden und wenn sie keine Lust mehr habe einfach gehen und ihre Altersrückstellung genießen. Hier muss eine Kulturwende in der Politik her sonst geht die hichgelobte Nachkriegsdemokratie Deutschland grandios den Bach runter!!

    Und!!! Der rechte Mob lauert in Wartestellung und reibt sich die Hände! Und solln wieder linken Spartakisten der Ausgleich überlassen werden?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Nehmen Sie es mir nicht übel aber ich musste schon schmunzeln von "Spartakisten" zu lesen. Neutrale Frage, welcher Generation gehören Sie an? Ich glaube nicht dass es solche Dinge sind die meine Generation (Jahrgang 1986) umtreiben. Und die Deutschen sind eine alternde Gesellschaft, deren Identität seit "1968" bereits in einem Maße erodiert ist dass ein "rechter Mob" die kleinste Gefahr ist.

    Das realistischste Negativszenario ist meiner Meinung nach die regionale Segregation von ethnischen und sozialen Gruppen. Das kann man in klassischeren Zuwandererstaaten bereits länger beobachten, allerdings haben die einen starken Patriotismus als gesellschaftlichen Kleber. Amerikaner, Kanadier oder Australier sind eben Amerikaner, Kanadier oder Australier wenn sie da geboren und aufgewachsen sind. Freilich mag es dort leichter gewesen sein von "Blut und Boden" wegzukommen, wie das in Europa noch üblich ist, weil dort eh alles Einwanderer (und wenn in der x-ten Generation) sind. Dort wird die Nation nicht als etwas ethnisches sondern eine Wertegemeinschaft verstanden.

    Wenn die Deutschen das nicht schaffen, zu diesen Deutschen zähle ich auch zB Migranten wie mich die sich nicht in dritter Generation noch als "Türken" etc. begreifen und separieren dürfen, dann ist diese Entwicklung vorgezeichnet. Und: für solch eine Gesellschaft der Gleichgültigkeit engagiert sich halt auch keiner mit größter Motivation. Ein "Obama" würde sich bei uns den Stress in der Politik gar nicht erst antun.

    Nehmen Sie es mir nicht übel aber ich musste schon schmunzeln von "Spartakisten" zu lesen. Neutrale Frage, welcher Generation gehören Sie an? Ich glaube nicht dass es solche Dinge sind die meine Generation (Jahrgang 1986) umtreiben. Und die Deutschen sind eine alternde Gesellschaft, deren Identität seit "1968" bereits in einem Maße erodiert ist dass ein "rechter Mob" die kleinste Gefahr ist.

    Das realistischste Negativszenario ist meiner Meinung nach die regionale Segregation von ethnischen und sozialen Gruppen. Das kann man in klassischeren Zuwandererstaaten bereits länger beobachten, allerdings haben die einen starken Patriotismus als gesellschaftlichen Kleber. Amerikaner, Kanadier oder Australier sind eben Amerikaner, Kanadier oder Australier wenn sie da geboren und aufgewachsen sind. Freilich mag es dort leichter gewesen sein von "Blut und Boden" wegzukommen, wie das in Europa noch üblich ist, weil dort eh alles Einwanderer (und wenn in der x-ten Generation) sind. Dort wird die Nation nicht als etwas ethnisches sondern eine Wertegemeinschaft verstanden.

    Wenn die Deutschen das nicht schaffen, zu diesen Deutschen zähle ich auch zB Migranten wie mich die sich nicht in dritter Generation noch als "Türken" etc. begreifen und separieren dürfen, dann ist diese Entwicklung vorgezeichnet. Und: für solch eine Gesellschaft der Gleichgültigkeit engagiert sich halt auch keiner mit größter Motivation. Ein "Obama" würde sich bei uns den Stress in der Politik gar nicht erst antun.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

Service