Wirtschaft Tue Gutes und schweigeSeite 2/2

Ohne den Rettungsschirm ginge es den Banken schlecht

Fast immer wenn es in Deutschland einen Aufschwung gab, steht eine Partei bereit, um die Urheberschaft zu beanspruchen. Wie 1994, als Helmut Kohl mit einer kräftigen Erholung der Konjunktur im Rücken den anfangs als Favoriten gehandelten Rudolf Scharping schlug. Oder wie 2006, als die SPD kurzerhand den eben abgewählten Gerhard Schröder und seine Arbeitsmarktreformen zur Ursache einer Belebung der Wirtschaft erklärt.

Dabei ist das Besondere an diesem Aufschwung, dass er tatsächlich auf das Konto der Politik geht. Die Rettungspakete für die Banken haben die Kernschmelze des Finanzsektors verhindert, die Konjunkturprogramme die Nachfrage gestützt, und ohne den Brüsseler Rettungsfonds hätte in Europa wahrscheinlich längst ein Staat Bankrott angemeldet – mit gravierenden Folgen für die Banken, die ihre problematischen Staatskredite dann komplett hätten abschreiben müssen. So sind nur Anleihen betroffen, die auch am Markt gehandelt werden. Würden bei den Stresstests nicht nur Kursverluste an den Bondmärkten, sondern richtige Staatspleiten simuliert, so ein Insider, hätte eine ganze Reihe von Banken »die Hürde nicht geschafft«.

Trotzdem spricht kaum jemand von »Merkels Aufschwung«, nicht einmal in der Regierung. Das hat mit den Eigentümlichkeiten der Krisenpolitik zu tun, die mit der Erfahrungswelt der Menschen nur schwer und mit einem konservativ-liberalen Wertekanon überhaupt nicht in Einklang zu bringen ist. Da soll der Staat Banken, Unternehmen und ganze Länder aus ihrer selbstverschuldeten Misere retten, während er bei den Bürgern Eigenverantwortung predigt. Und mehr Schulden machen, während von den Menschen erwartet wird, dass sie mit ihren Mitteln auskommen.

»Wenn bei den Großen einer pleitegeht, kommt der Bundesadler. Wenn bei den Kleinen einer pleitegeht, kommt der Pleitegeier«, hat Guido Westerwelle noch im vergangenen Jahr gesagt. Kaum gewählt, muss er feststellen, dass Krisenpolitik genau darin bestehen kann.

Sein und Bewusstsein passen in Berlin nicht zusammen

So prägt ein eigenartiges Missverhältnis zwischen Sein und Bewusstsein die deutsche Debatte. Obwohl Deutschland nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds eines der größten Konjunkturpakete weltweit aufgelegt hat – das Volumen beläuft sich 2010 auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts, mehr tun innerhalb der G20 nur noch die Chinesen für die Konjunktur –, spricht niemand gern darüber. Genauso wenig wie über die Verstaatlichung der Banken, die verschämt »Rekapitalisierung« genannt wurde, oder die Notkredite für zahlungsschwache Länder, die als Schutzschirm für den Euro verkauft wurden.

Lieber spricht die Regierung über Haushaltskonsolidierung und das Ende der Konjunkturprogramme. Man kann das als besonders gewitzte Form politischer Kommunikation bezeichnen. Warum die eigene Programmatik infrage stellen, wenn die Maßnahmen wirken? Und das scheinen sie zu tun. Derzeit hängt die Wirtschaft zwar am Außenhandel, weil die Binnenwirtschaft nicht in Fahrt kommt. Der Leistungsbilanzüberschuss wird nach Schätzungen der Industrieländerorganisation OECD im kommenden Jahr bei 7,2 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen – das ist fast Vorkrisenniveau und ein Beleg für die nach wie vor vorhandene Unwucht in der Weltwirtschaft.

Doch im Idealszenario der Regierung wird sich das ändern. Wenn mehr Menschen in Arbeit kommen, steigt durch die zusätzlichen Einkommen die Kaufkraft. Weil es leichter ist, höhere Löhne herauszuhandeln, wenn die Arbeitskräfte knapper werden, kommt möglicherweise mehr Geld ins Portemonnaie für Einkäufe – auch aus dem Ausland.

Rebalancing nennen das die Experten, und sie meinen damit, dass konsumschwache Länder wie Deutschland oder China mehr einkaufen und exportschwache Nationen wie die USA oder Spanien mehr exportieren. Die Bundesbank macht schon jetzt eine »allmähliche Stabilisierung des Konsums« aus. Das Problem dabei: Für einen deutlichen Anstieg des privaten Verbrauchs wären in Deutschland einige Monate, wenn nicht Jahre kräftigen Wachstums nötig. Aber insbesondere in Übersee kühlt sich die Wirtschaft merklich ab.

Nach Berechnungen von Goldman Sachs ist das US-Bruttoinlandsprodukt schon im zweiten Quartal um gerade einmal ein halbes Prozent gewachsen. Wenn im zweiten Halbjahr die Konjunkturpakete auslaufen, dürfte es noch weniger werden – zu wenig, um neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Eine erneute Rezession in den Vereinigten Staaten würde nicht nur die deutschen Exporte dorthin treffen, sondern auch die für hiesige Firmen so wichtigen Ausfuhren nach China, verdienen doch viele Chinesen ihr Geld damit, die USA zu beliefern. So könnte es sein, dass irgendwann im kommenden Jahr neue Stützungspakete notwendig werden.

Dann wird die Regierung bessere Argumente brauchen.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unterwww.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. Na prima. Da hat man ja allen Grund, Kindern von H4-Empfängern die Leistung zu kürzen, siehe Erziehungsgeld.

    Und natürlich verstehen wir auch alle, dass die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen noch mehr zurückgefahren werden sollen.

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    @timeplayer:
    Ihr Urteil ist ungerecht. Das Kurzarbeitergeld ist die teuerste Sozialleistung, die der Staat je ausgeschüttet hat. Millionen von Arbeitern profitieren davon und wurden so kaum von der Krise betroffen.

    Sie sollten ihre Vorurteile der Wirklichkeit angleichen. Dieser Staat hat noch nie zuvor >50% seines Haushaltes für Sozialleistungen ausgegeben. Unsere Gesellschaft leistet beachtliches um Ausgleich zu erreichen.

    • joG
    • 23.07.2010 um 17:12 Uhr

    ....genügt das für eine Wiederwahl.

    @timeplayer:
    Ihr Urteil ist ungerecht. Das Kurzarbeitergeld ist die teuerste Sozialleistung, die der Staat je ausgeschüttet hat. Millionen von Arbeitern profitieren davon und wurden so kaum von der Krise betroffen.

    Sie sollten ihre Vorurteile der Wirklichkeit angleichen. Dieser Staat hat noch nie zuvor >50% seines Haushaltes für Sozialleistungen ausgegeben. Unsere Gesellschaft leistet beachtliches um Ausgleich zu erreichen.

    • joG
    • 23.07.2010 um 17:12 Uhr

    ....genügt das für eine Wiederwahl.

  2. "Der Euro hat seine Schwäche-Phase überwunden."

    Haben wir schon wieder den 1. April?

  3. @timeplayer:
    Ihr Urteil ist ungerecht. Das Kurzarbeitergeld ist die teuerste Sozialleistung, die der Staat je ausgeschüttet hat. Millionen von Arbeitern profitieren davon und wurden so kaum von der Krise betroffen.

    Sie sollten ihre Vorurteile der Wirklichkeit angleichen. Dieser Staat hat noch nie zuvor >50% seines Haushaltes für Sozialleistungen ausgegeben. Unsere Gesellschaft leistet beachtliches um Ausgleich zu erreichen.

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    Mit ihren Sozialausgaben versucht die Regierung nur die Schäden zu beheben,die sie vorher angerichtet hat.

    so long

    • joel96
    • 23.07.2010 um 17:38 Uhr

    Können Sie bitte Zahlen nennen für den hohen Sozialen Anteil?

    Ich denke, netto gerechnet hat dieses Jahr lange keine Chance gegen einen Jahrgang 1980, also bevor die soziale Kälte sich immer weiter verbreitet hat.

    aber andere Sozialleistungen wie Bildungsgutscheine dermaßen zusammengestrichen, das die, die einen neuen Arbeitsplatz brauchen leer ausgehen.

    Das Kurzarbeitergeld und dessen Verlängerung war lediglich eine Besitzstandwahrung. Von der andere z.B. Leiharbeitnehmer oder Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen nich profitieren "konnten" bzw. "durften".

    Wie würden Sie es denn finden, wenn Sie zwar einen Bildungsgutschein bekommen, diesen aber nicht einlösen können, weil sie alleine da stehen und es keine Kurse gibt hm?

    daher sei auch Ihnen ans Herz gelegt, dass die sogenannte Sozialquote also das Verhältnis der absoluten Sozialausgaben zum Bruttoinlandsprodukt in den letzten 30 Jahren gar nicht nennenswert gestiegen ist.
    Also ist die Aussage der Staat gebe so viel Geld wie nie zu vor für Sozialausgaben aus schlicht weg falsch.

    Das stimmt doch nicht. Der Anteil der Sozialausgaben am Staatshaushalt ist sehr aussagekräftig.
    Es zeigt anschaulich, wie die Alterung der Gesellschaft steigende Ausgaben in den Sozialausgaben diesem Staat bei der Finanzierung der Zukunft (Investitionen in Infrastruktur Bildung Forschung Sicherheit) die Luft abschneidet.

    Die Sozialversicherungen sind eben kein geschlossener (Zwangs-)Versicherungsbetrieb mehr, sondern eine Zuschusswirtschaft.

    Dieser Staat gibt soviel Geld für den Wehretat aus wie nie zuvor.
    Der Etat für Forschung und Bildung beträgt hingegen nur ein Drittel des Wehretats!

    Mir ist es lieber, der Staat gibt mehr Geld für Sozialleistungen aus als wenn er die Steuergelder am anderen Ende der Welt verballert.
    WIR sind das Volk und wir sind KEIN Humankapital und KEINE Maschinen!

    Oder sagen Sie bloss, Sie arbeiten am Wochenende immer durch?!

    Da haben die Kurzarbeiter aber ein Glück, dass es Frau Merkel gibt. Wenn es sie nicht gäbe wären ganz viele ohne Job geworden und ohne die grosszügigen Sozialleistungen wären sie auf der Strasse verhungert. Da können die Sozialhilfeempfänger aber glücklich sein !

    Aber auch die Armut wird globalisiert und wenn heute Inder unter der Brücke des Ganges verhungern,dürfen wir bald unter Rheinbrücken die Kadaver beseitigen; die Arbeitslosen sollten mal ganz schön still sein, Guido und Angie schmeissen das Geld ja nur so um sich.

    Mit ihren Sozialausgaben versucht die Regierung nur die Schäden zu beheben,die sie vorher angerichtet hat.

    so long

    • joel96
    • 23.07.2010 um 17:38 Uhr

    Können Sie bitte Zahlen nennen für den hohen Sozialen Anteil?

    Ich denke, netto gerechnet hat dieses Jahr lange keine Chance gegen einen Jahrgang 1980, also bevor die soziale Kälte sich immer weiter verbreitet hat.

    aber andere Sozialleistungen wie Bildungsgutscheine dermaßen zusammengestrichen, das die, die einen neuen Arbeitsplatz brauchen leer ausgehen.

    Das Kurzarbeitergeld und dessen Verlängerung war lediglich eine Besitzstandwahrung. Von der andere z.B. Leiharbeitnehmer oder Arbeitnehmer mit befristeten Verträgen nich profitieren "konnten" bzw. "durften".

    Wie würden Sie es denn finden, wenn Sie zwar einen Bildungsgutschein bekommen, diesen aber nicht einlösen können, weil sie alleine da stehen und es keine Kurse gibt hm?

    daher sei auch Ihnen ans Herz gelegt, dass die sogenannte Sozialquote also das Verhältnis der absoluten Sozialausgaben zum Bruttoinlandsprodukt in den letzten 30 Jahren gar nicht nennenswert gestiegen ist.
    Also ist die Aussage der Staat gebe so viel Geld wie nie zu vor für Sozialausgaben aus schlicht weg falsch.

    Das stimmt doch nicht. Der Anteil der Sozialausgaben am Staatshaushalt ist sehr aussagekräftig.
    Es zeigt anschaulich, wie die Alterung der Gesellschaft steigende Ausgaben in den Sozialausgaben diesem Staat bei der Finanzierung der Zukunft (Investitionen in Infrastruktur Bildung Forschung Sicherheit) die Luft abschneidet.

    Die Sozialversicherungen sind eben kein geschlossener (Zwangs-)Versicherungsbetrieb mehr, sondern eine Zuschusswirtschaft.

    Dieser Staat gibt soviel Geld für den Wehretat aus wie nie zuvor.
    Der Etat für Forschung und Bildung beträgt hingegen nur ein Drittel des Wehretats!

    Mir ist es lieber, der Staat gibt mehr Geld für Sozialleistungen aus als wenn er die Steuergelder am anderen Ende der Welt verballert.
    WIR sind das Volk und wir sind KEIN Humankapital und KEINE Maschinen!

    Oder sagen Sie bloss, Sie arbeiten am Wochenende immer durch?!

    Da haben die Kurzarbeiter aber ein Glück, dass es Frau Merkel gibt. Wenn es sie nicht gäbe wären ganz viele ohne Job geworden und ohne die grosszügigen Sozialleistungen wären sie auf der Strasse verhungert. Da können die Sozialhilfeempfänger aber glücklich sein !

    Aber auch die Armut wird globalisiert und wenn heute Inder unter der Brücke des Ganges verhungern,dürfen wir bald unter Rheinbrücken die Kadaver beseitigen; die Arbeitslosen sollten mal ganz schön still sein, Guido und Angie schmeissen das Geld ja nur so um sich.

  4. Prognos hat zwar vor 2 Wochen zu recht auf die langfristig miesen Aussichten der Wirtschaft hingewiesen, an Deutschlands strukturen hat sich so gut wie nichts verändert. Die Verschuldung steigt noch immer schneller als das Wachstum, der Aufschwung wird fast ausschließlich auf den Knochen der einfachen Leute erielt, ohne dass die im Gegenzug für die Zukunft viel von einem Staat (ohne oder mit Rentenversicherung) erwarten dürfen. Die Verschuldung inklusive RV-Anwartschften steht dem Volk bis zur Halskrause und sie labern was von politik-induzierten Erfolgen. Grotesk und widerlich. HRE und der ganze Sums hätten in die Gosse fahren sollen und das Geld lieber für Steuersenkungen und Bildungsgutscheine für kleine Leute und nicht für Exzellenzinitiativen für die ZEIT-Klientel und ihre Gören rausfeuern sollen.

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    • k2
    • 23.07.2010 um 23:51 Uhr

    Hier haben wir bei einer Trimester-Struktur von billigen TU-Webinars an der ETH[ Eidgenössische Technische Hochschule ] ein Semestergebühr-Wachstum von 28.000 - 70'000 € , d.h.,
    bei einem 2 Jahreskurs erreichen wir die Ivy-Liga-Gebühren
    der Vereinigten Staaten. Die höheren Töchter zahlen diesen
    Obulus immer im voraus : Bei Nicht-Antreten des Kompendiums
    werden die vielen Trimester-Gesamtgebühren nicht zurückerstattet. Hier geht es eben um Exzellenz-Initiativen
    und Geld spielt keine Rolle. Wir haben alle das gerne gezahlt. Und Eltern, die in ihre Kinder weniger investieren,
    schaden vor allem dem einzigen grünen Wirtschaftszweig mit
    realer Wertzunahme ... . Hier sehe ich die letzte deutsche
    Chance für wirkliches Wirtschaftswachstum durch totale Verschulung. Alles andere funktioniert in Deutschland bald nicht mehr.

    • k2
    • 23.07.2010 um 23:51 Uhr

    Hier haben wir bei einer Trimester-Struktur von billigen TU-Webinars an der ETH[ Eidgenössische Technische Hochschule ] ein Semestergebühr-Wachstum von 28.000 - 70'000 € , d.h.,
    bei einem 2 Jahreskurs erreichen wir die Ivy-Liga-Gebühren
    der Vereinigten Staaten. Die höheren Töchter zahlen diesen
    Obulus immer im voraus : Bei Nicht-Antreten des Kompendiums
    werden die vielen Trimester-Gesamtgebühren nicht zurückerstattet. Hier geht es eben um Exzellenz-Initiativen
    und Geld spielt keine Rolle. Wir haben alle das gerne gezahlt. Und Eltern, die in ihre Kinder weniger investieren,
    schaden vor allem dem einzigen grünen Wirtschaftszweig mit
    realer Wertzunahme ... . Hier sehe ich die letzte deutsche
    Chance für wirkliches Wirtschaftswachstum durch totale Verschulung. Alles andere funktioniert in Deutschland bald nicht mehr.

  5. @ frank 12-13

    Hab ich was gegen Kurzarbeitergeld gesagt?

  6. Konjunktur und Banken geht es dank staatlichen Eingiffes besser.
    Na und ?
    Ob die Wirtschaft im Niedriglohnparadies Deutschland boomt
    oder nicht ist doch fuer den deutschen Michel völlig unerheblich.
    Hat er in der Breite doch kaum noch Anteil am wirtschaftlichen Erfolg.
    Man könnte alles Geld,Gold und Öl der Welt nach Deutschland
    schaufeln,dann wuerden die ihren Niedriglohnbereich immer
    noch weiter ausbauen.
    Eine gute Konjunktur kommt eigentlich nur noch Kapitalinhabern,Banken,Wolfgang Clement´s Zeitarbeitsfreunden und temporär vieleicht dem einen oder anderen Ingenieur zu Gute.
    Jobwunder /Konjunkturwunder ?

    Das einzige Wunder ist,das selbst bei besten Wirtschaftsdaten immer grössere Teile der deutschen Bevölkerung in Armut und Perspektivlosigkeit getrieben werden,und das immer weniger Arbeitnehmer in Deutschland am
    Wohlstand teilhaben.

    so long

    • Chilly
    • 23.07.2010 um 17:12 Uhr

    reklamieren würde, dann wäre das schon - wie auch im Beitrag selbst schon bei genauem Lesen erkennbar wird - eine rechte Chuzpe. Mussten nicht Frau Merkel und die Union von ihren SPD-Kollegen in der großen Koalition geradezu mit Nachdruck überzeugt werden, die Konjunkturprogramme, die Abwrackprämie, die Bankenrettung und die massive Verlängerung der Kurzarbeit vorzunehmen. War es nicht die Union, die massive Bedenken gegen die HRE-Rettung mit der Verstaatlichungsmöglichkeit hatte?

    Auch jetzt jüngst bei der Griechenland- bzw. Euro-Rettung waren es doch die EU und wichtige andere EU-Mitgliedsländer (und vielleicht im Hintergrund Herr Ackermann), die schließlich die deutsche Bundesregierung zur Zustimmung schon fast genötigt haben. Nein, wenn die Union - und seit Herbst auch die FDP - so regieren könnten, wie sie es nach ihrer eigenen Ideologie gerne täten, dann wäre Deutschland massiv in die Krise gestürzt, die Autokonzerne hätten zehntausende von Stellen abgebaut und die wichtigsten Exportmärkte innerhalb der EU- bzw. Eurozone wären infolge des Eurocrashs ebenfalls als Kunden ausgefallen. NEIN, dieser Aufschwung fällt Frau Merkel/Herrn Westerwelle sozusagen in den Schoss, weil die SPD in der großen Koalition wichtige Schritte durchgesetzt hat und weil in vielen anderen Ländern (z.B. USA und China) unideologisch die Wirtschaft wieder durch staatliche Aktionen angekurbelt wurde, was ja der FDP der "Sündenfall" schlechthin ist (siehe Brüderle und OPEL).

    CHILLY

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    "Mussten nicht Frau Merkel und die Union von ihren SPD-Kollegen in der großen Koalition geradezu mit Nachdruck überzeugt werden, die Konjunkturprogramme, die Abwrackprämie, die Bankenrettung und die massive Verlängerung der Kurzarbeit vorzunehmen.

    Nein, wenn die Union - und seit Herbst auch die FDP - so regieren könnten, wie sie es nach ihrer eigenen Ideologie gerne täten, dann wäre Deutschland massiv in die Krise gestürzt, die Autokonzerne hätten zehntausende von Stellen abgebaut und die wichtigsten Exportmärkte innerhalb der EU- bzw. Eurozone wären infolge des Eurocrashs ebenfalls als Kunden ausgefallen.

    Genau dieses starre Festhalten an den eigenen wirtschaftspolitischen Axiomen hindert die Bundesregierung, sich öffentlich zu den Maßnahmen durchzuringen, die jetzt angesagt wären: Die Abkehr von der Niedriglohnpolitik vor allem in den unteren und mittleren Einkommensbereichen und die Stärkung der Kaufkraft des einheimischen Binnenmarktes über entsprechende fiskalische Maßnahmen.

    "NEIN, dieser Aufschwung fällt Frau Merkel/Herrn Westerwelle sozusagen in den Schoss, weil die SPD in der großen Koalition wichtige Schritte durchgesetzt hat"

    War es nicht die SPD in Verbund mit den Grünen, welche die Niedriglohnpolitik begonnen hat und mitten in eine Rezession 2003 hinein massiv die Ausgaben kürzte, was D eine jahrelange Konjunkturschwäche brachte? Die amerikanischen Finanzkonstruktionen wurden von einem SPD-Finanzminister genehmigt.

    beanspruchen kann, dann sind es die Bürger unseres Landes, die laut Guido Westerwelle/FDP über Jahre hin über ihre Verhältnisse gelebt haben. Vorsicht Ironie!

    In der Tat wurde die CDU und insbesondere Frau Dr. Merkel während der großen Koalition von der SPD über die Ziellinie getragen.

    Ohne das beherzte Krisenmanagement von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wären der deutsche Finanzmarkt und die Industrie voll vor die Wand gefahren.

    Und es war die Koalition von SPD und Grünen die damals ihren Machtanspruch in diesem Land gegen die weitreichendsten Sozial- und Arbeitsmarktreformen eingetauscht und damit die Grundlage für den heutigen Zustand des deutschen Arbeitsmarktes gelegt haben.

    Die CDU/FDP-Regierung unter Kohl hat die anstehenden Reformen ausgesessen, um an der Macht zu bleiben und ich fürchte seine Schülerin Frau Dr. Merkel folgt diesem Beispiel; auch wenn ihre Medienberater diese Strategie akademisch-naturwissenschaftlich zu verbrämen suchen.

    als es darum ging Griechenland zu helfen und den gerade aufkeimenden Aufschwung zu retten ? Wäre es nach SPD/die Linke gegangen wären wir jetzt in einer nöch viel größeren Krise , mit einer zusammenbrechender EU und einem in der Auflösung befindlichen Euro.
    Dort hat die SPD aus rein populistsichen Gründen feige gekniffen und versagt.

    Außerdem würde ich sie bitten den SPD Anhängern klarzumachen , das die SPD die alleinige Schuld an den 100derten von Milliarden die in der HRE versenkt wurden trägt.

    Von daher , kann sich die CDU diesen Erfolg des Aufschwunges sehr wohl auf die Fahnen schreiben.

    "Mussten nicht Frau Merkel und die Union von ihren SPD-Kollegen in der großen Koalition geradezu mit Nachdruck überzeugt werden, die Konjunkturprogramme, die Abwrackprämie, die Bankenrettung und die massive Verlängerung der Kurzarbeit vorzunehmen.

    Nein, wenn die Union - und seit Herbst auch die FDP - so regieren könnten, wie sie es nach ihrer eigenen Ideologie gerne täten, dann wäre Deutschland massiv in die Krise gestürzt, die Autokonzerne hätten zehntausende von Stellen abgebaut und die wichtigsten Exportmärkte innerhalb der EU- bzw. Eurozone wären infolge des Eurocrashs ebenfalls als Kunden ausgefallen.

    Genau dieses starre Festhalten an den eigenen wirtschaftspolitischen Axiomen hindert die Bundesregierung, sich öffentlich zu den Maßnahmen durchzuringen, die jetzt angesagt wären: Die Abkehr von der Niedriglohnpolitik vor allem in den unteren und mittleren Einkommensbereichen und die Stärkung der Kaufkraft des einheimischen Binnenmarktes über entsprechende fiskalische Maßnahmen.

    "NEIN, dieser Aufschwung fällt Frau Merkel/Herrn Westerwelle sozusagen in den Schoss, weil die SPD in der großen Koalition wichtige Schritte durchgesetzt hat"

    War es nicht die SPD in Verbund mit den Grünen, welche die Niedriglohnpolitik begonnen hat und mitten in eine Rezession 2003 hinein massiv die Ausgaben kürzte, was D eine jahrelange Konjunkturschwäche brachte? Die amerikanischen Finanzkonstruktionen wurden von einem SPD-Finanzminister genehmigt.

    beanspruchen kann, dann sind es die Bürger unseres Landes, die laut Guido Westerwelle/FDP über Jahre hin über ihre Verhältnisse gelebt haben. Vorsicht Ironie!

    In der Tat wurde die CDU und insbesondere Frau Dr. Merkel während der großen Koalition von der SPD über die Ziellinie getragen.

    Ohne das beherzte Krisenmanagement von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) wären der deutsche Finanzmarkt und die Industrie voll vor die Wand gefahren.

    Und es war die Koalition von SPD und Grünen die damals ihren Machtanspruch in diesem Land gegen die weitreichendsten Sozial- und Arbeitsmarktreformen eingetauscht und damit die Grundlage für den heutigen Zustand des deutschen Arbeitsmarktes gelegt haben.

    Die CDU/FDP-Regierung unter Kohl hat die anstehenden Reformen ausgesessen, um an der Macht zu bleiben und ich fürchte seine Schülerin Frau Dr. Merkel folgt diesem Beispiel; auch wenn ihre Medienberater diese Strategie akademisch-naturwissenschaftlich zu verbrämen suchen.

    als es darum ging Griechenland zu helfen und den gerade aufkeimenden Aufschwung zu retten ? Wäre es nach SPD/die Linke gegangen wären wir jetzt in einer nöch viel größeren Krise , mit einer zusammenbrechender EU und einem in der Auflösung befindlichen Euro.
    Dort hat die SPD aus rein populistsichen Gründen feige gekniffen und versagt.

    Außerdem würde ich sie bitten den SPD Anhängern klarzumachen , das die SPD die alleinige Schuld an den 100derten von Milliarden die in der HRE versenkt wurden trägt.

    Von daher , kann sich die CDU diesen Erfolg des Aufschwunges sehr wohl auf die Fahnen schreiben.

    • joG
    • 23.07.2010 um 17:12 Uhr

    ....genügt das für eine Wiederwahl.

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    • Chilly
    • 23.07.2010 um 17:18 Uhr

    wie schon im Beitrag selbst angedeutet und entsprechend jeder wirtschaftshistorischen Erfahrung, gehen Boomphasen auch wieder zuende. Wenn man ein klassisches Zeitszenario zugrundelegt, geht es Ende 2011 schon wieder abwärts und wir wären im Jahr 2013 schön am Tiefpunkt der neuen Krise.

    Das Problem wird dann sein, dass genau die krisenverstärkende Politik erfolgen würde, die ich in meinem vorherigen Beitrag bereits skizziert habe, da die FDP aus rein ideologischen Gründen jegliche Intervention für falsch und den Beginn einer sozialistischen Revolution (Ironie) hält.

    CHILLY

    • joel96
    • 23.07.2010 um 17:32 Uhr

    Letztes Jahr Wachstum -7%. Also 100-7=93%

    Dieses Jahr möglicherweise 2% . Also 93 93/50=94.86%

    Die Wirschaft ist ca.5% kleiner als vorletztes Jahr und hier wird so ein Fass aufgemacht? (Für mich eine reine technische Reaktion, nicht mehr)

    Sie (Frau BKin Merkel) beansprucht diesen Boom nicht für sich, weil sie wohl weiss, dass ihre Sparpakete für D und EU jegliche wirtschaftliche Erholung der Realwirtschaft zerstört. Die Wirkung kommt langsam, aber mit Sicherheit sehr schmerzlich.

    • Chilly
    • 23.07.2010 um 17:18 Uhr

    wie schon im Beitrag selbst angedeutet und entsprechend jeder wirtschaftshistorischen Erfahrung, gehen Boomphasen auch wieder zuende. Wenn man ein klassisches Zeitszenario zugrundelegt, geht es Ende 2011 schon wieder abwärts und wir wären im Jahr 2013 schön am Tiefpunkt der neuen Krise.

    Das Problem wird dann sein, dass genau die krisenverstärkende Politik erfolgen würde, die ich in meinem vorherigen Beitrag bereits skizziert habe, da die FDP aus rein ideologischen Gründen jegliche Intervention für falsch und den Beginn einer sozialistischen Revolution (Ironie) hält.

    CHILLY

    • joel96
    • 23.07.2010 um 17:32 Uhr

    Letztes Jahr Wachstum -7%. Also 100-7=93%

    Dieses Jahr möglicherweise 2% . Also 93 93/50=94.86%

    Die Wirschaft ist ca.5% kleiner als vorletztes Jahr und hier wird so ein Fass aufgemacht? (Für mich eine reine technische Reaktion, nicht mehr)

    Sie (Frau BKin Merkel) beansprucht diesen Boom nicht für sich, weil sie wohl weiss, dass ihre Sparpakete für D und EU jegliche wirtschaftliche Erholung der Realwirtschaft zerstört. Die Wirkung kommt langsam, aber mit Sicherheit sehr schmerzlich.

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