Studiengang Mechatronik Gefragte MultitalenteSeite 2/2

Der erste Mechatronik-Studiengang in Deutschland startete erst 1993, mittlerweile gibt es schon rund 80 davon an Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien (siehe Grafik). Die Lehrpläne sind in den ersten Semestern ähnlich. Die Studenten beschäftigen sich viel mit Mathematik, etwa mit Differenzialgleichungen und Matrizenrechnung, und mit Physik, zum Beispiel mit Optik und Wärmelehre. Außerdem geht es um ingenieurwissenschaftliche Grundlagen wie Mechanik und Elektronik, und die Studenten lernen Programmieren.

Das klingt anspruchsvoll, wie hoch sind die Anforderungen genau? »Man muss keine technische Ausbildung mitbringen und braucht auch keine Informatik-Vorkenntnisse, aber in Mathematik und Physik sollte man im Abitur schon eine Zwei erreicht haben«, sagt Elke Pfeil, die im vierten Semester Mechatronik an der Hochschule Aschaffenburg studiert. Wer sich mit der harten Kost der Einführungsseminare schwertut, kann sich vielleicht mit der Vorfreude auf Laborpraktika motivieren. Dort wird es spannender, weil die Studenten der beruflichen Praxis sehr nahe kommen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Automation. »In einem Praktikum mussten wir zum Beispiel eine Maschine, die verdrecktes Wasser filtert, automatisieren«, erzählt die Studentin Elke Pfeil. In den höheren Semestern stehen fachspezifische Vertiefungen an, zum Beispiel Antriebstechnik oder Produktion. In den Masterstudiengängen reicht das Angebot der Spezialisierungen von Automobiltechnik, Feinwerk- und Mikrotechnik über Medizintechnik bis hin zu Robotik.

Bei der Entscheidung für den Studienort kann auch ein Blick auf das neue Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) helfen, das erstmals Mechatronik-Studiengänge eigens ausweist. Gleich vier Hochschulen – Aschaffenburg, Esslingen, Ingolstadt und Ulm – belegen Spitzenplätze in allen vier hier abgebildeten Kategorien. Ganz vorne dabei in puncto Studiensituation, Betreuung und Praxisbezug sind auch die Fachhochschule Deggendorf, die Hochschule Heilbronn und die Hochschule Offenburg. Viel Licht – aber es gibt auch Schatten: Sechs Hochschulen bekommen in zwei Kategorien – Studiensituation und Betreuung – schlechte Noten; die Hochschule Augsburg und die Hochschule München gehören in den vier abgebildeten Kategorien zur Schlussgruppe.

Warum führt das Mechatronik-Ranking nur Fachhochschulen? Dort haben sich eigene Institute für diese Fachrichtung gebildet, während an den Universitäten Mechatronik noch stark in die ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten für Maschinenbau oder Elektrotechnik integriert ist. »Deshalb ist es derzeit nicht möglich, zum Beispiel die eingeworbenen Forschungsgelder in Mechatronik in klarer Abgrenzung zu den Nachbardisziplinen zu erfassen«, sagt Petra Giebisch vom CHE.

Egal, ob sie an einer Universität oder einer Fachhochschule studiert haben: »Die Berufsaussichten für Mechatronik-Ingenieure sind sehr gut«, sagt Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte bei der Bundesagentur für Arbeit. Kein Wunder, sagen doch jetzt schon 60 Prozent der Unternehmen, sie könnten ihren Bedarf an Ingenieuren nicht decken.

Dabei müssen Mechatronik-Ingenieure für die Einladung zum Vorstellungsgespräch nicht zwingend einen Master mitbringen. »Ausschlaggebend ist, dass Absolventen mit ihren Fähigkeiten und Kenntnissen optimal zur Aufgabe passen«, sagt Eva-Maria Weidner von Bosch. Die Aufgabe sei auch Grundlage für das Gehalt: »Nicht der Abschluss zählt, sondern der Job.« Und wo werden die meisten Jobs angeboten? Besonders zukunftsträchtig, sagt der Arbeitsmarktexperte Ralf Beckmann, seien die Bereiche Robotik, Luft- und Raumfahrt, erneuerbare Energien und Elektromobilität.

Wenn es so kommt, dürfte Julian Stentenbach auf dem richtigen Weg sein. Der Mechatronik-Student von der Hochschule Bochum würde später nämlich gerne Elektroautos konstruieren.

Zunächst steht für Stentenbach aber die Bachelorarbeit an.

 
Leser-Kommentare
  1. Ich hab Medizin-Kypertronik mit WirtschaftsPhysikLinguistik studiert.
    Breiter kann man nicht aufgestellt sein.
    Heutzutage muss man einfach alles können!
    Sogar die Putzfrau braucht BWL.

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    • jr88
    • 28.07.2010 um 8:22 Uhr

    Ich bin Student des Studiengangs Mechatronik Trinational(4.Sem) und finde es äußerst schade, dass dieser mit keiner Silbe in diesem Artikel erwähnt wird!

    Wir studieren in 3 Ländern (D/F/CH) an den Standorten Lörrach, Basel und Mulhouse und sind als Deutsche an der DHBW immatrikuliert. Jedes Semester wechseln wir die Hochschule, so dass wir in jedem Land 2 Semester haben.
    Zusammengesetzt ist der Kurs zu Beginn aus 30 Studenten (10 aus D, 10 aus CH und 10 aus F), was auch einen besonderen Reiz ausmacht!
    Wer in D immatrikuliert ist, hat zusätzlich einen Arbeitgeber und studiert im dualen System.
    Der Studiengang findet überwiegend 2-sprachig statt, also auf französisch und deutsch und auch die Dozenten kommen aus allen 3 Ländern und dozieren an der jeweiligen Hochschule.

    Dieser Studiengang (existiert seit etwas über 10 Jahren) hat wirklich viel zu bieten und ist in meinen Augen auch wirklich anspruchsvoll.Er hat es leider trotz vieler hier erwähnter Studiengänge nicht in den Artikel geschafft.

    Das ist vielleicht noch das Manko, da der Studiengang so exotisch ist, dass kaum jemand diesen kennt!

    • jr88
    • 28.07.2010 um 8:22 Uhr

    Ich bin Student des Studiengangs Mechatronik Trinational(4.Sem) und finde es äußerst schade, dass dieser mit keiner Silbe in diesem Artikel erwähnt wird!

    Wir studieren in 3 Ländern (D/F/CH) an den Standorten Lörrach, Basel und Mulhouse und sind als Deutsche an der DHBW immatrikuliert. Jedes Semester wechseln wir die Hochschule, so dass wir in jedem Land 2 Semester haben.
    Zusammengesetzt ist der Kurs zu Beginn aus 30 Studenten (10 aus D, 10 aus CH und 10 aus F), was auch einen besonderen Reiz ausmacht!
    Wer in D immatrikuliert ist, hat zusätzlich einen Arbeitgeber und studiert im dualen System.
    Der Studiengang findet überwiegend 2-sprachig statt, also auf französisch und deutsch und auch die Dozenten kommen aus allen 3 Ländern und dozieren an der jeweiligen Hochschule.

    Dieser Studiengang (existiert seit etwas über 10 Jahren) hat wirklich viel zu bieten und ist in meinen Augen auch wirklich anspruchsvoll.Er hat es leider trotz vieler hier erwähnter Studiengänge nicht in den Artikel geschafft.

    Das ist vielleicht noch das Manko, da der Studiengang so exotisch ist, dass kaum jemand diesen kennt!

    • jr88
    • 28.07.2010 um 8:22 Uhr

    Ich bin Student des Studiengangs Mechatronik Trinational(4.Sem) und finde es äußerst schade, dass dieser mit keiner Silbe in diesem Artikel erwähnt wird!

    Wir studieren in 3 Ländern (D/F/CH) an den Standorten Lörrach, Basel und Mulhouse und sind als Deutsche an der DHBW immatrikuliert. Jedes Semester wechseln wir die Hochschule, so dass wir in jedem Land 2 Semester haben.
    Zusammengesetzt ist der Kurs zu Beginn aus 30 Studenten (10 aus D, 10 aus CH und 10 aus F), was auch einen besonderen Reiz ausmacht!
    Wer in D immatrikuliert ist, hat zusätzlich einen Arbeitgeber und studiert im dualen System.
    Der Studiengang findet überwiegend 2-sprachig statt, also auf französisch und deutsch und auch die Dozenten kommen aus allen 3 Ländern und dozieren an der jeweiligen Hochschule.

    Dieser Studiengang (existiert seit etwas über 10 Jahren) hat wirklich viel zu bieten und ist in meinen Augen auch wirklich anspruchsvoll.Er hat es leider trotz vieler hier erwähnter Studiengänge nicht in den Artikel geschafft.

    Das ist vielleicht noch das Manko, da der Studiengang so exotisch ist, dass kaum jemand diesen kennt!

    Antwort auf "Na und?"
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    • hamkon
    • 28.07.2010 um 14:46 Uhr

    Gemessen am Realvermögen (im Sinne dessen, was ein Mensch zu tun vermag) werden Sie auf eine ganz grausame Weise ein Scheitern erfahren, dass Sie und Ihre Kommilitonen lehren wird, dass jede Handlung ihre Zeit verbraucht und dass Sie selbst mit over- and hyperstimulated accelerations nicht einen wirklichen Schritt vorwärts kommen, weil es heute in den Unternehmen nicht mehr um reale Prozesse der Mehrwerterschaffung geht, sondern um schizoid-narzistische Selbstinszenierungen einer neuen Herrschaftskaste, die ihre Inszenierungen als oberste Priorität definiert hat.

    Eine andere Form des stalinistischen Kaderfunktionärssystems, aber ein um keinen Deut produktivere. Es geht um pathologische Allmachtsvorstellungen, um pathologische Grossmannssucht, um all die Untugenden, die herrenrassichen Superiors eigen sind. So gesehen steht Ihnen der Weg nicht auf ein Traumschiff, sondern auf ein Schiff voller Narren offen, wenn Sie einmal einen Job gefunden haben.

    Bon chance.

    • hamkon
    • 28.07.2010 um 14:46 Uhr

    Gemessen am Realvermögen (im Sinne dessen, was ein Mensch zu tun vermag) werden Sie auf eine ganz grausame Weise ein Scheitern erfahren, dass Sie und Ihre Kommilitonen lehren wird, dass jede Handlung ihre Zeit verbraucht und dass Sie selbst mit over- and hyperstimulated accelerations nicht einen wirklichen Schritt vorwärts kommen, weil es heute in den Unternehmen nicht mehr um reale Prozesse der Mehrwerterschaffung geht, sondern um schizoid-narzistische Selbstinszenierungen einer neuen Herrschaftskaste, die ihre Inszenierungen als oberste Priorität definiert hat.

    Eine andere Form des stalinistischen Kaderfunktionärssystems, aber ein um keinen Deut produktivere. Es geht um pathologische Allmachtsvorstellungen, um pathologische Grossmannssucht, um all die Untugenden, die herrenrassichen Superiors eigen sind. So gesehen steht Ihnen der Weg nicht auf ein Traumschiff, sondern auf ein Schiff voller Narren offen, wenn Sie einmal einen Job gefunden haben.

    Bon chance.

    • hamkon
    • 28.07.2010 um 14:36 Uhr

    So wie wir die Sensationen und die gewaltigen Hoffnungspotentiale durch die Organisation der Messen der Meister von Morgen in der Ostzone präsentiert bekamen, die dann in der brutalen Erbärmlichkeit der betrieblichen Praxis untergingen, so wird sich das mit den "gefragten Multitalenten" auch in der heutigen Finanszpekulations- und -anlagenbetrugwirtschaft unseres Kannibalkapitalismus nach dem Strickmuster der geistig-moralischen Wende von 1982 und der Agenda 2010 wieder ereignen.

    Schlussendlich sind aus einer Stunde nicht mehr als 60 Minuten heraus zu holen und auch diese Neuen Weber der Neuen Kleider des Kaisers werden auf Dauer mit ihrer Methode "Können! Muss nicht sein. Kennen! Kennen muss sein!", als Sternschuppen verglühen und als Aschehaufen in einer zusammengebrochenen Scheinwirtschaft ihre Erfahrungen sammeln.

    Geld ist nicht anderes als der Wert aller Güter, die wir als Gesellschaft und Wirtschaft in einem Akt von Mehwerterschaffung auf Basis einer realen, konsensualen Gemeinschaftsarbeit schaffen. Und davon kann ja wohl heute in den Betrieben schon lange nicht mehr die Rede sein, jedenfalls wenn wir die Kapitalunternehmen anschauen, in denen die real-existierende Günstlings- und Vetternwirtschaft nur noch Scheinleistungsträger und Pseudofachkundige in die Entscheiderpositionen spült.

    Gestern Politkommissare - heute Cashflow Controller.

    Nix dazu gelernt. Schade eingentlich.

    • hamkon
    • 28.07.2010 um 14:46 Uhr

    Gemessen am Realvermögen (im Sinne dessen, was ein Mensch zu tun vermag) werden Sie auf eine ganz grausame Weise ein Scheitern erfahren, dass Sie und Ihre Kommilitonen lehren wird, dass jede Handlung ihre Zeit verbraucht und dass Sie selbst mit over- and hyperstimulated accelerations nicht einen wirklichen Schritt vorwärts kommen, weil es heute in den Unternehmen nicht mehr um reale Prozesse der Mehrwerterschaffung geht, sondern um schizoid-narzistische Selbstinszenierungen einer neuen Herrschaftskaste, die ihre Inszenierungen als oberste Priorität definiert hat.

    Eine andere Form des stalinistischen Kaderfunktionärssystems, aber ein um keinen Deut produktivere. Es geht um pathologische Allmachtsvorstellungen, um pathologische Grossmannssucht, um all die Untugenden, die herrenrassichen Superiors eigen sind. So gesehen steht Ihnen der Weg nicht auf ein Traumschiff, sondern auf ein Schiff voller Narren offen, wenn Sie einmal einen Job gefunden haben.

    Bon chance.

    • jr88
    • 29.07.2010 um 8:50 Uhr

    Wohl eher bonne chance! ;)

    Sie versuchen aber wirklich ausschließlich mit Aphorismen den Studiengang und unsere Gesellschaft schlecht zu reden!
    Bitte noch ein wenig triefender...

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