Führungspositionen Tut was!
Männer in Chefpositionen sind ungebildeter als Frauen
© Peter Macdiarmid/Getty Images

Bei den Top-100-Unternehmen gibt weniger als ein Prozent von Frauen in Führungspositionen
In diesen höheren Gefilden muss man Frauen mit der Lupe suchen : Unter den Führungskräften in der deutschen Privatwirtschaft liegt der Frauenanteil seit 2006 konstant bei nur 27 Prozent. In den Vorständen der 200 größten Unternehmen außerhalb des Finanzsektors arbeiten gerade einmal 2,5 Prozent Frauen . Bei den Top-100-Unternehmen kann man die Suche nach Frauen ganz oben sowieso mit der nach der Nadel im Heuhaufen vergleichen: Es gibt weniger als ein Prozent von ihnen. Im Durchschnitt verdienen die wenigen Frauen in solchen Positionen auch noch 28 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen . Diese Verdienstlücke lag 2001 bei 30 Prozent. Das Fazit des neuen Führungskräftemonitors , den das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin erarbeitet hat, könnte also heißen: Es hat sich kaum etwas getan.
Der Befund stimmt: Immer noch haben Frauen ganz oben selten Kinder , immer noch bestimmen männlich geprägte Arbeits- und Lebensentwürfe die Aufstiegswege. Nichts geht ohne ausufernde Arbeitszeiten , und nichts geht mit gleichberechtigten Partnerschaften. Karriere ist mit geteilter Familienarbeit nicht möglich, weder für Männer noch für Frauen . Es ist, als hätten wir keine Bildungsexpansion gehabt, als hätte sich in all den Jahren nichts getan. Und das wenige, was sich verändert hat, macht auch noch wütend.
2008 hatten laut der Studie zwar deutlich mehr Frauen in Führungspositionen einen Hochschulabschluss als noch 2001 – 67 Prozent im Vergleich zu 60 Prozent vor neun Jahren. Bei Männern in solchen Positionen stagniert dagegen der Anteil mit Studium. Von ihnen hatten 2008 nur 62 Prozent einen Abschluss, genau wie Anfang des Jahrzehnts.
Damit bestätigt sich eine alte Vermutung: Um nach oben zu kommen, müssen Frauen mehr vorweisen als Männer. Aber so wünschenswert es ist, dass Bildung sich auszahlt, sollte es doch auch hier gerechter zugehen. Männer, wenn ihr schon oben bleiben wollt, dann bildet euch gefälligst!
- Datum 25.07.2010 - 19:16 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 22.07.2010 Nr. 30
- Kommentare 18
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Hört, hört, die Zeit hat es zugegeben: Frauen verdienen nicht weniger als Männer für gleiche Leistung, sondern Lohnungleichheiten und geringerer Anteil von Frauen an Führungspositionen beruhen auf geringerer Leistungsbereitschaft.
Wenn es wirklich so wäre, daß Frauen bei gleicher Leistung weniger verdienen als Männern, gehörten die Personalabteilungen dieser Republik sämtlich nach Sibirien verbannt, wenn sie noch einen einzigen Mann einstellen würden.
Da aber die (fast ausschliesslich) Damen in den "Human Resources" Abteilungen noch in ihren Büros sitzen, vermute ich, daß die Firmen von Männern einen höheren Ertrag oder geringere Kosten erwarten.
Der Artikel beruht auf einer Fehlwahrnehmung. Nämlich, dass es einen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Führungsqualitäten gibt. Nicht erst seit Star Trek wissen wir: Dem ist mitnichten so.
Gute Menschenführung lernt man nicht an der Uni, sondern sie ist ein Mix aus Begabung und praktischer Erfahrung. Wer die intelligentesten und gebildetsten Köpfe (männlich wie weiblich) in einem Unternehmen sucht, der wird eher in der zweiten bis dritten Reihe fündig. Die Kunst des Anführers besteht darin, diese Ressourcen zum Besten der Allgemeinheit einzusetzen, sei es nun auf einem Raumschiff, in der Politik - oder in einem Unternehmen...
Das soll nicht heissen, dass man keine Bildung braucht. Aber eben nicht nur Bildung allein. Irene Rosenfeld, CEO bei Kraft Foods, erwähnte in einem Interview, sie habe viel als Kapitän in einem Basketballteam gelernt. Ihre Bildungserfolge wird sie wohl eher unter "ferner liefen" aufzählen...
Ich wollte mich ja heute noch weiterbilden. Im Ernst - ich hatte wirklich vor, noch eine Runde zu lernen. Allerdings weiß ich jetzt nicht, ob ich dass schaffe, weil mich beim Lesen des Artikels eine eigenartige Schläfrigkeit befallen hat. Vielleicht, weil ich zuviel Energie in den Versuch aufgewendet habe, nach stichhaltigen Hinweisen im Artikel zu suchen, dass Frauen tatsächlich auf die Chefposten aus sind. Der Hinweis, dass doch so viele erfolglreich studieren, ist ein äußerst dürftiger Beleg, der eventuelle "machtaverse" Präferenzen nicht mit einschließt. Dies zeigt sich häufig bereits in der Studienwahl. Durch wen sollen denn vakante Chefposten besetzt werden? Durch die Psychologinnen? Durch die Soziologinnen, Medien-, Kommunikations- und Literaturwissenschaftlerinnen? Durch die Grundschullehrerinnen? Oder durch die hiesigen Kampagnenjournalistinnen?
Möglicherweise liegt der anästhetische Wert dieser Artikel aber auch in ihrer grundsätzlichen Ähnlichkeit zu Schäfchen. Jeder blökt monoton die Botschaft eines Vorgängers nach und es sind mittlerweile so viele, dass man auch einschläft, wenn man sie versucht, zu zählen.
Jetzt trink ich erstmal nen tiefschwarzen Kaffee und mach mich dann ans Lernen...
" Durch wen sollen denn vakante Chefposten besetzt werden? Durch die Psychologinnen? Durch die Soziologinnen, Medien-, Kommunikations- und Literaturwissenschaftlerinnen? "
Warum nicht? Würden sie sich auskennen wüssten sie das erfolgreiche Absolventen der von ihnen genannten Fachrichtungen sogar prädestiniert dafür wären. Und wer sonst, BWLer(innen)? Ist ein Mathematiker/Volkswirt ein besserer Chef, Geschäftsführer, Vorsitzender? Haben die Glaskugeln mit denen diese in die Zukunft schauen können? Mehr Urteilsvermögen, Rückrat, Charakter, Menschenkenntnis? Lächerlich...
Natürlich ist der Artikel etwas überzogen. Es ist mit Sicherheit richtig, dass einfach eher die ältere Gneration in der Chefetage sitzt unter denen einfach mehr Männer sind. Und doch hat es oft nichts mit mangelnder Leistung zu tun, wenn Frauen weniger verdienen. Da sollten sie sich die Studien dazu mal etwas genauer anschauen (anderer o.g. Kommentar). Die Ergebnisse dazu sind ja gerade der WITZ: GLEICHE Leistung, weniger Gehalt... Als Mann erlebt man das nunmal nicht, und da reagieren halt heute noch viele wie Dreijährige: "Was ich nicht sehe, existiert auch nicht!"
ZU einem oberen Kommentar: Es wurde in einigen Untersuchungen gezeigt, dass tendenziell gerade die (wenn auch wenigen) weiblichen Führungskräfte NICHT die egoistischen, sondern gemeinschaftlich und langfristig Denkenden waren. Der Tatsache wurde während der Wirtschaftskrise mal Beachtung geschenkt...fragen sie sich mal warum...
Das klingt ja alles ganz nett und stichhaltig.
Mann darf jedoch nicht vergessen, dass die in der tat leistungsungerechte Entlohnungen von Fraunen bei gleicher Leistung nichts mit deren Unterrepresentation in "Chef-Positionen" zu tun hat. Ich meine diese These sagt zum Beispiel aus, dass eine Frau auf einem Chefposten eventuell weniger verdienen würde als ein männlicher Mitstreiter, aber auf keinem fall, dass sie es schwerer hatte sich ihre Position zu erkämpfen.
Außerdem sind in den oberen Etagen nicht unbedingt immer ausgezeichnete Fachkenntnisse gefragt, sondern Führungsqualitäten, die sich in keinen Zensuren wiederspiegeln, noch in irgend einem Studium erworben werden können. Und übrigens Fehlt mir in der Gleichung : Bildung = Studienabschluss der Faktor "Fachideot".
Wie auch immer, man darf die Ungerechtigkeiten bezüglich der geschlechterspezifischen Einkommenstendenzen auf keinem Fall tolerieren! alle anderen Aussagen hier gehen eindeutig zu weit. Eine leistungsorientierte Wirtschaft, wie sie heute vorliegt kann sich keine Misogynie leisten !!!
" Durch wen sollen denn vakante Chefposten besetzt werden? Durch die Psychologinnen? Durch die Soziologinnen, Medien-, Kommunikations- und Literaturwissenschaftlerinnen? "
Warum nicht? Würden sie sich auskennen wüssten sie das erfolgreiche Absolventen der von ihnen genannten Fachrichtungen sogar prädestiniert dafür wären. Und wer sonst, BWLer(innen)? Ist ein Mathematiker/Volkswirt ein besserer Chef, Geschäftsführer, Vorsitzender? Haben die Glaskugeln mit denen diese in die Zukunft schauen können? Mehr Urteilsvermögen, Rückrat, Charakter, Menschenkenntnis? Lächerlich...
Natürlich ist der Artikel etwas überzogen. Es ist mit Sicherheit richtig, dass einfach eher die ältere Gneration in der Chefetage sitzt unter denen einfach mehr Männer sind. Und doch hat es oft nichts mit mangelnder Leistung zu tun, wenn Frauen weniger verdienen. Da sollten sie sich die Studien dazu mal etwas genauer anschauen (anderer o.g. Kommentar). Die Ergebnisse dazu sind ja gerade der WITZ: GLEICHE Leistung, weniger Gehalt... Als Mann erlebt man das nunmal nicht, und da reagieren halt heute noch viele wie Dreijährige: "Was ich nicht sehe, existiert auch nicht!"
ZU einem oberen Kommentar: Es wurde in einigen Untersuchungen gezeigt, dass tendenziell gerade die (wenn auch wenigen) weiblichen Führungskräfte NICHT die egoistischen, sondern gemeinschaftlich und langfristig Denkenden waren. Der Tatsache wurde während der Wirtschaftskrise mal Beachtung geschenkt...fragen sie sich mal warum...
Das klingt ja alles ganz nett und stichhaltig.
Mann darf jedoch nicht vergessen, dass die in der tat leistungsungerechte Entlohnungen von Fraunen bei gleicher Leistung nichts mit deren Unterrepresentation in "Chef-Positionen" zu tun hat. Ich meine diese These sagt zum Beispiel aus, dass eine Frau auf einem Chefposten eventuell weniger verdienen würde als ein männlicher Mitstreiter, aber auf keinem fall, dass sie es schwerer hatte sich ihre Position zu erkämpfen.
Außerdem sind in den oberen Etagen nicht unbedingt immer ausgezeichnete Fachkenntnisse gefragt, sondern Führungsqualitäten, die sich in keinen Zensuren wiederspiegeln, noch in irgend einem Studium erworben werden können. Und übrigens Fehlt mir in der Gleichung : Bildung = Studienabschluss der Faktor "Fachideot".
Wie auch immer, man darf die Ungerechtigkeiten bezüglich der geschlechterspezifischen Einkommenstendenzen auf keinem Fall tolerieren! alle anderen Aussagen hier gehen eindeutig zu weit. Eine leistungsorientierte Wirtschaft, wie sie heute vorliegt kann sich keine Misogynie leisten !!!
"Männer, wenn ihr schon oben bleiben wollt, dann bildet euch gefälligst!"
Wie denn, wenn nach staatsfeministischer Direktive vornehmlich Mädchen die Gymnasialempfehlung erhalten?
Zudem, wollen Koch, Köhler, Beust ... wirklich oben bleiben?
In der Tat, am ewigen "Nun tu doch endlich etwas, Erich!" hat sich nichts, aber auch gar nichts geändert.
Es wird behauptet, um nach oben zu kommen müssten Frauen mehr vorweisen als Männer. Politikerinnen und Frauenrechtlerinnen behaupten dazu noch gerne Frauen wären inzwischen besser ausgebildet. Dabei wiedersprechen dem Studien, die behaupten, dass Jungs in der Schule für die gleiche Leistung bis zu einer ganzen Note schlechter bewertet werden als Mädchen. Zudem müssen Jungs mehr leisten um eine Gymnasiumsempfehlung zu erhalten als Mädchen. Schon ab hier kann es nicht ganz mit der Behauptung, Frauen müssten mehr Leistung vorweisen und wären besser gebildet, stimmen. Aber zu dem mädchenbevorzugenden Bildungssystem kommen noch so Faktoren wie die spezifische Mädchen- und Frauenförderung hinzu. Ebenfalls etwas das für Jungs und Männer nicht geleistet wird. Dafür gehen die Aufwendungen für die Frauenförderung inzwischen in die Milliarden. Gebracht hat es offensichtlich nicht sehr viel, die erhofften Einnahmen bleiben damit auch aus. Hinzu kommt noch der Wehrdienst, den Frauen nicht leisten. Bis zum Berufseintritt hat ein Mann demnach schon sehr viel mehr leisten müssen als eine Kollegin.
Wenn man das dann mal noch alles mit der Gleichstellung gegenrechnet, ergibt sich im Ergebnis ein Bild indem man Frauen fördern muss und Männer benachteiligen muss um Gleichstellung zu erreichen.
Der letzte Satz aus dem Artikel sollte wohl eher lauten:
"Frauen, wenn ihr schon nach oben kommen wollt, dann leistet gefälligst etwas!"
mit altem Portwein?
Frauen in Führungspositionen sind eher "neu im Geschäft".
während die schon "oben" angelangten Männer oft schon ältere (zum Teil von der Pike hochgediente) Semester sind.
Heute ohne (Aus-)Bildung Karriere zu machen ist deutlich seltener als es gestern noch war.
Wie ginge wohl der Bildungsvergleich nach Hochschulabschlussquote bei weiblichen und männlichen Führungskräften aus, wenn er jeweils gleiche Altersgruppen beträfe?
Essenzen: „Immer noch haben Frauen ganz oben selten Kinder, immer noch bestimmen männlich geprägte Arbeits- und Lebensentwürfe die Aufstiegswege. Nichts geht ohne ausufernde Arbeitszeiten, und nichts geht mit gleichberechtigten Partnerschaften. Karriere ist mit geteilter Familienarbeit nicht möglich, weder für Männer noch für Frauen. Es ist, als hätten wir keine Bildungsexpansion gehabt, als hätte sich in all den Jahren nichts getan.“
Führungseliten sind nicht mit den gesellschaftl. Bildungseliten identisch, halten an typ. Karrierewegen fest, womit Alleinverdienermodelle als faktisch erfolgreichste familiäre Lebensform – auch für die materiell / am gesellschaftl. Status partizipierenden Angehörigen – konserviert werden. Dieser horizontale Drift erweist sich i.d. Abkopplung der „Realwirtschaft“ von o.g. Bildungsexpansion als vertikaler, da Gleichstellung a.d. Basis zwar ideell angekommen ist – sich aber an nur äußerlich modernisierten betriebl. Strukturen bricht – die sich nach wie vor Top-Down maßstabgebend durchsetzen. Quoten schaffen unter diesen Vorgaben allenfalls parallele Hierarchien.
Das Problem besteht darin, dass sich ein geschlechtergerechteres Bottom-Up nur über betriebl. Bildungs/Qualitätsarbeit herstellen ließe – dieser Ansatz ist im Zuge von Outsourcing/Standortdebatte/Globalisierung seit den 80/90ern i.d. Defensive geraten – a.d. Wege haben sich die Führungseliten abgeschottet bzw. sich unbequeme Themen/Fragen vom Leib gehalten. Fragt sich nur:
Wie lange noch?
Soso ...
"Männer in Chefpositionen sind ungebildeter als Frauen".
Von welchen Frauen reden wir denn hier; da der Begriff "Frauen" nicht spezifiziert ist, sind wohl alle Frauen gemeint, die Bankerin genauso wie die Putzfrau oder die Dame an der Aldi-Kasse (ohne diesen Damen zu Nahe treten zu wollen).
Tut was. Ja, rettet uns vor solchen Beiträgen.
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