Die sieben Todsünden sind ein geflügeltes Wort. Ein Speiseeishersteller hat sogar schon einmal eine sündige Sonderserie seines Spitzenprodukts herausgegeben – aber Hand aufs Herz, hätten Sie sämtliche sieben Todsünden aufzählen können? Und warum unterscheiden sie sich von den Zehn Geboten, die doch zumindest für Christenmenschen ein kompletter Verbotskatalog sind?

Eine Todsünde ist nach dem katholischen Katechismus ein besonders schweres Vergehen, durch das "ein Mensch bewusst und frei Gott und sein Gesetz sowie den Bund der Liebe, den dieser ihm anbietet, zurückweist", so formulierte es Papst Johannes Paul II. Mord, Ehebruch, der komplette Abfall vom Glauben – das sind die schlimmen Sünden, die er dabei im Sinn hatte. Aber selbst die können nach christlicher Lehre vergeben werden.

Was wir als die sieben Todsünden bezeichnen, das sind zunächst einmal überhaupt keine Sünden, sondern Laster – schlechte Charaktereigenschaften, die einen Menschen erst dazu bringen, zum Sünder zu werden. Die Wollust lässt den Freier zur Prostituierten gehen, die Trägheit des Herzens macht uns zu mitleidlosen Egoisten.

Die Ursprünge dieses Lasterkatalogs liegen in der frühen christlichen Kirche.Papst Gregor I. (circa 540 bis 604) formulierte die heute noch gebräuchliche Liste.

Wie sind diese Hauptlaster regional in Deutschland verteilt? Für unseren – nicht ganz ernst gemeinten – Sündenatlas haben wir uns für jedes der Laster eine typische daraus folgende "Sünde" überlegt, zu der es eine Statistik gibt. Daraus haben wir einen Index für die knapp 100 Regionen Deutschlands berechnet. Natürlich eine völlig unzulässige Verallgemeinerung – nicht jeder Hamburger ist geizig, nicht jeder Berliner aggressiv, und am Starnberger See frönt nicht jeder der Völlerei. Nehmen Sie unsere kleine Sünden-Hitliste also bitte statistisch, aber nicht persönlich!

Welche Sünden, wo am häufigsten begangen werden, zeigt diese Infografik .

Weitere Infografiken der Serie "Wissen in Bildern" finden Sie hier .