Südafrika Mutter des Erfolgs
Die junge Südafrikanerin Mpumi Zikalala ist die einzige Chefin einer Diamantenmine am Kap – und eine Symbolfigur
© Daniela Meyer

Die südafrikanische Managerin Mpumi Zikalala: Ihr Vorname bedeutet "Mutter des Erfolgs"
Unschlüssig bleibt der Herr mit dem grau melierten Haar stehen, suchend blickt er im Raum um sich. Er hätte gern noch einen Tee, bevor das Meeting beginnt, zu dem der Diamantenkonzern De Beers in die südafrikanische Mine Voorspoed geladen hat. Ein Dutzend Männer in dunklen Anzügen hat schon an einem langen Tisch Platz genommen, ihre Laptops vor sich. Am Kopfende sortiert eine junge schwarze Frau einen Stapel Papiere.
»Ich nehme Roibusch. Mit zwei Löffeln Zucker«, wendet sich der Mann nun ohne Umschweife an sie. Mpumi Zikalala blickt auf. Ein paar Sekunden taxiert sie ihn, ihre dunklen Augen zu Schlitzen verengt. Dann lächelt sie. »Ich weiß nicht, ob Sie schlecht sehen, aber die Getränke stehen dort drüben«, sagt sie und deutet auf einen Beistelltisch in der Ecke. Kurz darauf eröffnet die Chefin der Voorspoed-Mine die Konferenz mit einer detaillierten Anleitung für die Zubereitung einer Tasse Tee. Ihre Zuhörer brechen in schallendes Gelächter aus.
»Ich habe beschlossen, mit Humor zu reagieren, wenn ich für die Sekretärin gehalten werde oder jemand sich wundert, wo Herr Zikalala ist«, sagt die Managerin. Das sei der Preis dafür, die einzige weibliche Minen-Chefin in der südafrikanischen Diamantenindustrie zu sein – einer Branche, die zu 90 Prozent von Männern dominiert wird. »Natürlich könnte ich mich auch aufregen«, sagt die 31-Jährige, »aber was würde mir das bringen? Respekt? Sicher nicht.«
Wie viel Karat der Stein an ihrer Kette hat, mag sie nicht verraten
Sie hat ihr kurzes Haar zu dünnen, straff am Kopf liegenden Zöpfen geflochten. Den Versuch, durch damenhafte Frisuren älter auszusehen, hat sie vor Kurzem aufgegeben. »Ich bin eine junge Frau. Und, ja, ich bin schwarz«, sagt sie, »das ist wohl nicht zu übersehen.« Sie schaut ihrem Gegenüber direkt in die Augen und blinzelt kaum. Ihre großen, kräftigen Hände gestikulieren langsam im Takt ihrer dunklen Stimme.
Auch wenn Geschäftspartner wüssten, dass Voorspoed von einer Frau geleitet wird, erzählt sie, seien viele überrascht, ausgerechnet eine wie sie dort zu treffen. Eine Schwarze. Und noch so jung. Doch sie lässt sich nicht beirren. »Die Leute werden sich an mich gewöhnen.« Dann lächelt sie verschmitzt wie ein Schulmädchen und fügt hinzu: »Es bleibt ihnen ja auch nichts anderes übrig.«
Zikalala hat ihr Büro in einem der Wohncontainer auf dem Minengelände eingerichtet. Ein simpler Konferenztisch, eine grau laminierte Arbeitsplatte, dahinter ein Bürostuhl aus schwarzem Kunstleder. An den Wänden hängen Großaufnahmen von Rohdiamanten und der Mine, daneben ein Ausdruck des Aktienkurses von De Beers. Kein Glamour, nichts Privates. Auf den ersten Blick wird deutlich: Hier wird gearbeitet.
- Datum 27.07.2010 - 16:58 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 22.07.2010 Nr. 30
- Kommentare 5
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Es ist nach Nelson Mandela vom Parlament in Pretoria ein Gesetz
verabschiedet worden, das alle freiwerdenden Arbeitsplätze,
die vorher mit Weißen besetzt waren, bei Neubesetzung
mit Schwarzen besetzt werden müssen.
Ich möchte das auch nicht bewerten, weil es jeder Nation
freisteht, wie sie ihre Belange regelt.
Nur soviel, nach Chancengleichheit sieht das nicht aus.
Solche Gesetze sind fuer den einzelnen tatsaechlich nicht fair. So kann ein weisses Kind aus einer reichen Familie ja nichts dafuer, dass es von der ersten Klasse an die Moeglichkeit hatte, an einer guten Privatschule unterrichtet zu werden.
Allerdings kann es fuer einen Staat als ganzes durchaus sinnvoll sein, Einzelne zu benachteiligen, wenn es dadurch im Schnitt allen besser geht: Dadurch, dass mehr Schwarze in Fuehrungspositionen kommen, gibt es auch mehr Vorbilder, die Kinder in Townships moitivieren koennen; wenn diese dann motivierter lernen, ihre Eltern mehr dafuer geben, um auch die letzten Schuljahre zu bezahlen, dadurch mehr gut ausgebildete junge Menschen in Unternehmen stroemen oder auch selber neue gruenden, dann kann dadurch der Wohlstand des Landes steigen.
Natuerlich bergen solche Gesetze die Gefahr in sich, dass sie zu extrem angewandt werden, und moeglicherweise Talente verloren gehen, weil jemand auf einen Posten kommt, fuer den er gar nicht die noetige Ausbildung hat.
Da Suedafrika allerdings einige Probleme hat, was Armut, Kriminalitaet und aehnliches angeht, ist dieses Risiko durchaus zu rechtfertigen.
Solche Gesetze sind fuer den einzelnen tatsaechlich nicht fair. So kann ein weisses Kind aus einer reichen Familie ja nichts dafuer, dass es von der ersten Klasse an die Moeglichkeit hatte, an einer guten Privatschule unterrichtet zu werden.
Allerdings kann es fuer einen Staat als ganzes durchaus sinnvoll sein, Einzelne zu benachteiligen, wenn es dadurch im Schnitt allen besser geht: Dadurch, dass mehr Schwarze in Fuehrungspositionen kommen, gibt es auch mehr Vorbilder, die Kinder in Townships moitivieren koennen; wenn diese dann motivierter lernen, ihre Eltern mehr dafuer geben, um auch die letzten Schuljahre zu bezahlen, dadurch mehr gut ausgebildete junge Menschen in Unternehmen stroemen oder auch selber neue gruenden, dann kann dadurch der Wohlstand des Landes steigen.
Natuerlich bergen solche Gesetze die Gefahr in sich, dass sie zu extrem angewandt werden, und moeglicherweise Talente verloren gehen, weil jemand auf einen Posten kommt, fuer den er gar nicht die noetige Ausbildung hat.
Da Suedafrika allerdings einige Probleme hat, was Armut, Kriminalitaet und aehnliches angeht, ist dieses Risiko durchaus zu rechtfertigen.
Solche Gesetze sind fuer den einzelnen tatsaechlich nicht fair. So kann ein weisses Kind aus einer reichen Familie ja nichts dafuer, dass es von der ersten Klasse an die Moeglichkeit hatte, an einer guten Privatschule unterrichtet zu werden.
Allerdings kann es fuer einen Staat als ganzes durchaus sinnvoll sein, Einzelne zu benachteiligen, wenn es dadurch im Schnitt allen besser geht: Dadurch, dass mehr Schwarze in Fuehrungspositionen kommen, gibt es auch mehr Vorbilder, die Kinder in Townships moitivieren koennen; wenn diese dann motivierter lernen, ihre Eltern mehr dafuer geben, um auch die letzten Schuljahre zu bezahlen, dadurch mehr gut ausgebildete junge Menschen in Unternehmen stroemen oder auch selber neue gruenden, dann kann dadurch der Wohlstand des Landes steigen.
Natuerlich bergen solche Gesetze die Gefahr in sich, dass sie zu extrem angewandt werden, und moeglicherweise Talente verloren gehen, weil jemand auf einen Posten kommt, fuer den er gar nicht die noetige Ausbildung hat.
Da Suedafrika allerdings einige Probleme hat, was Armut, Kriminalitaet und aehnliches angeht, ist dieses Risiko durchaus zu rechtfertigen.
Ich weiß nicht was sie rauchen, muß aber ganz schöner Tobak sein.
Der Norddeutsche sagt: Man kann dat allns hinsnaken.
Und was die Reichen angeht, gibt es zahlenmäßig wohl keine Unterschiede
mehr.
Mich befremdet nur, das Qualifikation zweitrangig ist für eine Anstellung.
Eigentlich sollen ja Minderheiten geschützt werden, oder?
Ich weiß nicht was sie rauchen, muß aber ganz schöner Tobak sein.
Der Norddeutsche sagt: Man kann dat allns hinsnaken.
Und was die Reichen angeht, gibt es zahlenmäßig wohl keine Unterschiede
mehr.
Mich befremdet nur, das Qualifikation zweitrangig ist für eine Anstellung.
Eigentlich sollen ja Minderheiten geschützt werden, oder?
Ich weiß nicht was sie rauchen, muß aber ganz schöner Tobak sein.
Der Norddeutsche sagt: Man kann dat allns hinsnaken.
Und was die Reichen angeht, gibt es zahlenmäßig wohl keine Unterschiede
mehr.
Mich befremdet nur, das Qualifikation zweitrangig ist für eine Anstellung.
Eigentlich sollen ja Minderheiten geschützt werden, oder?
Es ist wirklich ein schöner und zugleich optimistischer Artikel zur Stellung der Frau in Südafrika. Jedoch erweist sich diese Dame als absolute Ausnahmeerscheinung zum trostlosen Leben zahlreicher südafrikanischer Frauen - LEIDER! Armut, Gewalt und Perspektivenlosigkeit dominieren weiterhin den Alltag der Mehrheit dieser Bevölkerungsgruppe. Ich empfehle folgenden Artikel zur dramatischen Lage der Südafrikanerinnen: [...]
[Gekürzt. Nochmals möchten wir Sie bitten, auf das Verlinken Ihres Blogs zu verzichten. Vielen Dank. /Die Redaktion pt.]
In der Regenbogennation macht es eine Frau auch nicht.
Nelson Mandela fehlt ihnen an allen Ecken und Enden.
Talente wie Mandela findet man in einer jungen Nation
wie Südafrika nicht jeden Tag.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren