Bürgerfernsehen Millionen fürs Provinz-TV
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Offener Kanal mit Volkshochschulcharakter

Ob das millionenschwere Testprogramm tatsächlich Impulse in der Medienbranche setzen kann, ist umstritten. Der Kommunikationswissenschaftler Siegfried Weischenberg bescheinigt dem geplanten Sender allenfalls »Volkshochschulcharakter«: Es sei pädagogisch wertvoll, Laien das Fernsehmachen beibringen zu wollen, medienpolitisch aber unbedeutend.

Etwas anders sehen das einige aus der Medienbranche selbst. Als Partner von Kenup stehen bereits der Internetkonzern Google und der Lokalsender Hamburg 1 fest. Auch die Deutsche Welle kann sich vorstellen, den Aufbau des Senders zu begleiten. »Die geplante Verzahnung von Theorie und Praxis ist für uns durchaus spannend«, sagt Ansgar Burghof, der die Intendanz des Auslandrundfunks leitet.

Solche Inkubator-Projekte werden stets von einem Forscher-Tandem geleitet, und die Leuphana konnte als Partner im Führungsduo den Kameramann Michael Ballhaus gewinnen. Er hat in seiner Karriere mit Hollywoodgrößen wie den Regisseuren Martin Scorsese und Francis Ford Coppola zusammengearbeitet. Nun soll er dafür sorgen, dass auch die Beiträge der Amateurfilmer einem gewissen Qualitätsstandard gerecht werden. Dabei geht es ihm »neben der technischen Qualität vor allem um die Befähigung, Geschichten zu erzählen«.

Wie das aber gehen soll, wie aus Laien versierte Journalisten und Kameramänner werden sollen, die ihr Material selbstständig schneiden und versenden, ist bislang weitgehend ungeklärt.

 
Leser-Kommentare
  1. Grundsätzlich finde ich das es interessant klingt - vor allem im lokalen Bereich kann die nützlich sein.

    Den "professionellen Journalismus" kann das aber nicht ersetzen - da sich dessen Mitglieder als Mitarbeiter der Presse ausweisen können und so an Orte gelangen an die Hobby Journalisten nicht kommen.

    Ist es für mich interessant - nein - aber ich bin mir sicher das so manch einer davon profitieren kann.
    Aber die "alten Medien" ersetzen kann es nicht.

  2. >Seine Analyse: Sowohl die privaten als auch
    >die öffentlich-rechtlichen Sender verlieren
    >Zuschauer, weil vor allem jüngere Menschen
    >sich vom Fernsehen abwenden. Sie schauen
    >Videos lieber online – und das zunehmend
    >auf Plattformen wie YouTube

    Nun könnte man daraus auch die Schlussfolgerung ziehen, dass das ganz gut so ist, und dass die Nutzer schon selber wissen, wo sie ihre Inhalte veröffentlichen.

    Wieso kann man es nicht einfach dabei belassen? Wenn er der Meinung ist, dass alle Lüneburg betreffenden Videos irgendwo gebündelt werden sollten, könnte er auf YouTube auch einfach einen Lüneburg-Kanal registrieren mit allen relevanten Videos. Das wäre (bis auf ein klein wenig Arbeitszeit) gratis.

    Stattdessen wird Geld für so einen Nonsens ausgegeben.

    Das Fernsehen liegt im Sterben, sieht er das nicht?

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