Siebecks Grillseminar : Weg mit der Kräuterpampe!
In diesem Sommer wagt sich Wolfram Siebeck an den Rost. Im vierten Teil seines Grillseminars kritisiert er den Trend zur Fertig-Marinade an den Fleischtheken.

Pur und zehn Minuten gegart, so schmeckt das Lammkotelett auch unserem Kolumnisten
Wer in diesen Wochen die Fleischtheken der Supermärkte inspiziert, muss den Eindruck haben, wir befänden uns im Zeitalter des Grills. Wenn Chinesen das Jahr des Drachens ausrufen, sieht man weniger Drachen auf den Straßen Shanghais als Grillgeräte in den Schaufenstern hiesiger Einkaufszentren. Von grillfertigen Fleischstücken ganz zu schweigen. Diese Vielfalt an Koteletts, Filets, Lenden- und Nackenstücken ist überwältigend. Ob vom Lamm, vom Rind, vom Huhn, vom Schwein oder von welchem essbaren Tier sonst – es ist alles vorrätig. Und alles mariniert. Die Fleischlieferanten rechnen offenbar nicht damit, dass ihre Produkte in irgendeinem Haushalt auf traditionelle Weise gegart werden. »Entweder Grill oder gar nicht« ist das Motto dieses Sommers.
Mich alarmiert der Anblick der in Öl schwimmenden und dick mit Aromaten bestreuten Stücke. Haben wirklich alle Menschen den gleichen Geschmack? Wollen sie tatsächlich genau die gleiche Kräuterpampe auf dem Lammkotelett haben wie der Nachbar?
Wie es aussieht, unterliegen die Konsumenten wieder einmal dem von der Industrie verordneten Geschmacksdiktat. Die wunderbare Möglichkeit, eine eigene, individuelle Methode und einen persönlichen Geschmack zu entwickeln, wird leichtfertig für die Bequemlichkeit aufgegeben, die eine vorgefertigte Marinade verspricht. Schon die letztens beschriebenen konfektionierten Soßen waren ein Hinweis, dass Grillen keine Methode sein kann, die der Verfeinerung des Genusses dient, sondern dem Spaß, den diese Garmethode vielen Männern macht. Insofern ist das Gerücht zutreffend, dass es sich dabei um einen Breitensport handelt und nicht um eine Freiluftvariante der Kochkunst. Und doch war ich gespannt, wie es weitergehen würde.
Also kaufte ich vier doppelte Lammkoteletts. Das Resultat war erfreulich. Nach insgesamt nur zehn Minuten Garzeit war das Fleisch schön saftig und zart.
Aber wieder meldete sich bei mir ein Verdacht: Ist es das, was Grillfreunde anstreben? Ein Bratfleisch, das sich auch in einem heißen Backofen herstellen ließe und auf dem geschlossenen Grill ebenso wenig beobachtet werden kann wie dort?
Wie recht ich mit meinen Zweifeln hatte, zeigte sich, als die Grillfreunde kamen:
»Ein Gasgrill? Pah, den können Sie doch vergessen.«
»Was, keine Brandspuren an der Dorade? Ja, wo sind wir denn hier?«
»Ohne Holzkohle ist ein Grill kein Grill. Am besten grillst du mit tonganesischer Eiche.«
»Was heißt hier giftig? Erst wenn das Fett auf glühende Holzkohle tropft, weiß ich, warum ich nicht ins Restaurant gegangen bin.«
Das waren die Kommentare der Anhänger des Gartengrills.
Ungeachtet ihrer fundamentalen Kritik aßen und tranken sie alles, was ihnen unter die Finger geriet. Und das taten sie mit Genuss.












[entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und fair. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
... seit vier qualvollen Folgen.
... keine konfektionierte Saucen "beschrieben", sondern laienhaft aufgezählt.
Und ebenso übrigens habe ich noch nie etwas im Backofen gebraten, ohne selbiges zu beobachten. Was soll denn so ein Schmarrn?
... seit vier qualvollen Folgen.
... keine konfektionierte Saucen "beschrieben", sondern laienhaft aufgezählt.
Und ebenso übrigens habe ich noch nie etwas im Backofen gebraten, ohne selbiges zu beobachten. Was soll denn so ein Schmarrn?
... sondern das Akronym für dieses Grill-"Seminar": DWGW: Der Wahnsinn geht weiter. Was hält W. S. davon ab, den Unfug fertig "marinierter" Eiweißbrocken nicht mitzumachen, um sich ein paar Lammkoteletts "naturell" zu kaufen und die selbst einzulegen (z. B : jeweils reichlich Olivenöl, Sherry-Essig, Colman's Mustard, Kastanienhonig, Pfeffer, Sherry, gemörserte Wacholderbeeren, Koriander; schön emulgieren und zu den Steaks, Koteletts etc. in einen dichten Gefriebeutel gießen; noch ein paar Zweige Thymian oder Rosmarin dabei, gut zubinden und mindestens 25 Stunden marinieren lassen; die Marinade aufgekocht, mit Sahne und Sherry angegossen und (ggf. mit ein bißchen Pfeilwurzstärke) gebunden – fertig ist die allerleckerste und allerpassendste Grillsauce zum also eingelegten Fleisch)? Gasgrill in der Kugel geht gar nicht. Ein Holzkohle-Kugelgrill mit tiefer "Unterschale" und Kohleteilern zum indirekten Grillen von Steaks, Geflügel, Fisch, Gemüse; ein Grill mit flacher Feuerschale und einem Rost aus breiten Eisensprossen zum Befeuern mit Holzscheiten für Bratwürste.
Lassen sie den Leuten doch das Vergnügen, sich auf wie auch immer um den perfekten Grillgenuß zu bringen. SIE bringen den Leute am allerwenigsten bei, wie man zu diesem Genuß kommt. Sie mögen das nämlich gar nicht und versuchen jetzt aller Welt etwas madig zu machen, was Sie nicht mögen. [entfernt. Bitte bemühen Sie sich um eine höfliche Formulierung Ihrer Kritik. Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
... einen armen alten Mann einen armen alten Mann zu nennen, ist nicht unhöflich. [entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und fair. Danke. Die Redaktion/ew]
... einen armen alten Mann einen armen alten Mann zu nennen, ist nicht unhöflich. [entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und fair. Danke. Die Redaktion/ew]
... seit vier qualvollen Folgen.
... keine konfektionierte Saucen "beschrieben", sondern laienhaft aufgezählt.
Und ebenso übrigens habe ich noch nie etwas im Backofen gebraten, ohne selbiges zu beobachten. Was soll denn so ein Schmarrn?
-Herr Siebeck amüsiert sich köstlich über die Troglodytengrillerei und wird es auch weiterhin tun.
-Fertig marinierte Fleischstücke, nun ja. Sollte das Gammelfleisch nicht eingefärbt werden?
Nun ein eigenes Experiment. Mangels Grill aber im Besitze eines alten Gasherdes mit richtig Hitze habe ich ein Schälchen mit den üblichen Verdächtigen Rosmarin, Thymian und harzigen Kiefernzapfen(sic!) auf dem untersten Blech mitkokeln lassen und siehe da: Es mundet.
... werden die bekannten und sehr speziellen Bratwürste seit jeher und auch heute noch öffentlich auf Kiefernzapfenfeuer gebraten. Unvergleichlich, wirklich unvergleichlich.
... werden die bekannten und sehr speziellen Bratwürste seit jeher und auch heute noch öffentlich auf Kiefernzapfenfeuer gebraten. Unvergleichlich, wirklich unvergleichlich.
:-)))
Beim Grill scheiden sich die Geister. :-)))
Aber, er hat Recht. Die ALDI und CO. fertig Grillware ist einfach nur eklig. Lieber frisch kaufen und selber über Nacht einlegen. Köstlich!
Noch etwas das mir in diesem Jahr aufgefallen ist. Viele Grillfans haben solche Grillkohle Vorglüher gekauft. Was zieht so ein Ding? 1000 Watt?
Dieses Teil sollte auf die Liste der Grill-Unkultur kommen.
Wir gehen vor dem Grillen im nahen Waldstück Holz sammeln. Das steigert den Grillspaß um ein Vielfaches. Zugegeben, dafür hat auch nicht jeder Zeit. Aber ein elektrischer Vorglüher? Hat das noch etwas mit Grillen zu tun, wie ich es noch von früher vom Camping kenne?
... einen armen alten Mann einen armen alten Mann zu nennen, ist nicht unhöflich. [entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich und fair. Danke. Die Redaktion/ew]
[entfernt. Sehr geehrter User René Artois, wir nehmen uns Ihrer Kritik gerne an, möchten Sie jedoch erneut dazu auffordern, diese sachlich und in einem höflichen Ton auszudrücken. Sie stimmen sicher mit uns damit überein: Ein respektvoller Umgang miteinander ist die Grundlage einer wertvollen und fruchtbaren Diskussion. Bei Fragen oder Kritik zu unserer Moderation wenden Sie sich bitte an community@zeit.de. Herzlichen Dank. Die Redaktion/ew]
[entfernt. Sehr geehrter User René Artois, wir nehmen uns Ihrer Kritik gerne an, möchten Sie jedoch erneut dazu auffordern, diese sachlich und in einem höflichen Ton auszudrücken. Sie stimmen sicher mit uns damit überein: Ein respektvoller Umgang miteinander ist die Grundlage einer wertvollen und fruchtbaren Diskussion. Bei Fragen oder Kritik zu unserer Moderation wenden Sie sich bitte an community@zeit.de. Herzlichen Dank. Die Redaktion/ew]
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren