Menschen mit fettigem Haar ärgern sich oft darüber, dass ihre am Morgen erst frisch gewaschenen Haare schon am frühen Nachmittag wieder unansehnlich und glänzend am Kopf herunterhängen. Sie waschen die Haare täglich – und müssen sich dann ermahnen lassen: "Das häufige Waschen regt die Fettproduktion ja erst richtig an!"

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Fettige Haare kommen von fettiger Haut – die Haare wirken da nur wie ein Docht, der das Fett von der Kopfhaut wegtransportiert. Glatte Haare fetten schneller als lockige, weil das Fett eine kleinere Strecke zurückzulegen hat. "Die Produktion des Fetts der Haare erfolgt in kleinen Talgdrüsen, von denen eine neben jeder Haarwurzel liegt und über einen Kanal das Fett an das Haar abgibt", erklärt Ingrid Moll, Direktorin der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. "Dies geschieht in der Tiefe der Haut und hat mit Haarewaschen nichts zu tun." Anders gesagt: Drinnen merkt die Drüse nicht, ob draußen gewaschen wird oder nicht.

Die Fettproduktion wird hormonell gesteuert, bei Frauen schwankt sie häufig im Rhythmus der Periode, und viel ändern kann man an der persönlichen Veranlagung auch nicht. Spezielle Shampoos, die für fettiges Haar angeboten werden, enthalten besonders viele fettlösende Tenside. Deshalb sollte man sie nicht unbedingt täglich einsetzen, weil das die Haare angreifen und die Kopfhaut reizen kann. Für die häufige Wäsche zwischendurch greift man am besten zu etwas Mildem – viele schwören auf Babyshampoos.

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