Stimmt's? Haar um Haar
"Werden fettige Haare noch fettiger, wenn man sie häufig wäscht?", fragt Karl Peter Kapitza aus Saarbrücken

Spezielle Shampoos, die gegen fettiges Haar helfen sollen, enthalten oft besonders viele fettlösende Tenside
Menschen mit fettigem Haar ärgern sich oft darüber, dass ihre am Morgen erst frisch gewaschenen Haare schon am frühen Nachmittag wieder unansehnlich und glänzend am Kopf herunterhängen. Sie waschen die Haare täglich – und müssen sich dann ermahnen lassen: »Das häufige Waschen regt die Fettproduktion ja erst richtig an!«

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Fettige Haare kommen von fettiger Haut – die Haare wirken da nur wie ein Docht, der das Fett von der Kopfhaut wegtransportiert. Glatte Haare fetten schneller als lockige, weil das Fett eine kleinere Strecke zurückzulegen hat. »Die Produktion des Fetts der Haare erfolgt in kleinen Talgdrüsen, von denen eine neben jeder Haarwurzel liegt und über einen Kanal das Fett an das Haar abgibt«, erklärt Ingrid Moll, Direktorin der Klinik für Dermatologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. »Dies geschieht in der Tiefe der Haut und hat mit Haarewaschen nichts zu tun.« Anders gesagt: Drinnen merkt die Drüse nicht, ob draußen gewaschen wird oder nicht.
Die Fettproduktion wird hormonell gesteuert, bei Frauen schwankt sie häufig im Rhythmus der Periode, und viel ändern kann man an der persönlichen Veranlagung auch nicht. Spezielle Shampoos, die für fettiges Haar angeboten werden, enthalten besonders viele fettlösende Tenside. Deshalb sollte man sie nicht unbedingt täglich einsetzen, weil das die Haare angreifen und die Kopfhaut reizen kann. Für die häufige Wäsche zwischendurch greift man am besten zu etwas Mildem – viele schwören auf Babyshampoos.
Die Adressen für »Stimmt’s«-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de . Das »Stimmt’s?«-Archiv: www.zeit.de/stimmts
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- Datum 23.07.2010 - 14:33 Uhr
- Serie Stimmt's
- Quelle DIE ZEIT, 22.07.2010 Nr. 30
- Kommentare 7
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"Glatte Haare fetten schneller als lockige, weil das Fett eine kleinere Strecke zurückzulegen hat."
Demnach gilt: der Draht einer Feder ist kuerzer als der selbige begradigt!
Herr Droesser, der Nobelpreis ist Ihnen sicher!
Vielmehr sollte Ihre Analogie folgendermaßen aussehen: Ein spiralförmig gewickelter Draht mit einer direkten Länge von x verbraucht mehr Material, als würde er nicht gewickelt.
Nicht die tatsächliche Länge ist entscheidend, sondern der direkte Weg von A zu B.
Anders ausgedrückt: Die tatsächliche Haarlänge einer Person mit lockigem Schulterlangem Haar ist anders, als die einer solchen mit glattem schulterlangem Haar.
"Demnach gilt: der Draht einer Feder ist kürzer als der selbige begradigt!"
Es geht aber nicht um den Abstand der beiden Enden des Haares voneinander, sondern darum wie weit jeder einzelne Punkt des Haares von der Kopfhaut entfernt ist. Das Fett bewegt sich ja nicht nur, von der Wurzel aus, an einem einzelnen Haar entlang, sondern wird auch von der Kopfhaut auf ein anliegendes Haar übertragen.
Vielmehr sollte Ihre Analogie folgendermaßen aussehen: Ein spiralförmig gewickelter Draht mit einer direkten Länge von x verbraucht mehr Material, als würde er nicht gewickelt.
Nicht die tatsächliche Länge ist entscheidend, sondern der direkte Weg von A zu B.
Anders ausgedrückt: Die tatsächliche Haarlänge einer Person mit lockigem Schulterlangem Haar ist anders, als die einer solchen mit glattem schulterlangem Haar.
"Demnach gilt: der Draht einer Feder ist kürzer als der selbige begradigt!"
Es geht aber nicht um den Abstand der beiden Enden des Haares voneinander, sondern darum wie weit jeder einzelne Punkt des Haares von der Kopfhaut entfernt ist. Das Fett bewegt sich ja nicht nur, von der Wurzel aus, an einem einzelnen Haar entlang, sondern wird auch von der Kopfhaut auf ein anliegendes Haar übertragen.
Wenn man die Dicke, also der Abstand von der Kopfhaut zur Oberflaeche der Haare betrachtet, dann waere die Aussage von Herrn Droesser nachvollziehbar.
Definition: Abstand von der Kopfhaut zur Oberflaeche der Haare: die Zahl welche man an der Stelle abliesst wo das letzte Haar endet wenn man ein Lineal in die Haare steckt so dass die kurze Seite des Lineals fest auf die Kopfhaut gedrueckt wird
Vielmehr sollte Ihre Analogie folgendermaßen aussehen: Ein spiralförmig gewickelter Draht mit einer direkten Länge von x verbraucht mehr Material, als würde er nicht gewickelt.
Nicht die tatsächliche Länge ist entscheidend, sondern der direkte Weg von A zu B.
Anders ausgedrückt: Die tatsächliche Haarlänge einer Person mit lockigem Schulterlangem Haar ist anders, als die einer solchen mit glattem schulterlangem Haar.
ich mit lockigem Haar mehr Shampoo als mit glatten Haaren?
ich mit lockigem Haar mehr Shampoo als mit glatten Haaren?
"Demnach gilt: der Draht einer Feder ist kürzer als der selbige begradigt!"
Es geht aber nicht um den Abstand der beiden Enden des Haares voneinander, sondern darum wie weit jeder einzelne Punkt des Haares von der Kopfhaut entfernt ist. Das Fett bewegt sich ja nicht nur, von der Wurzel aus, an einem einzelnen Haar entlang, sondern wird auch von der Kopfhaut auf ein anliegendes Haar übertragen.
Die Aussagen mögen stimmen. Es wäre mir hier aber die Erwähnung einer messenden Untersuchung doch ganz lieb gewesen. Es gibt ja viele Drüsen, die in der Tiefe des Körpers (sogar...) liegen, und die dann ganz woanders auch ihre Wirkungen entfalten und auch von anderen Verarbeitungsbereichen (im ZNS) ihre Impulse erhalten.
Die Begründung erscheint mir insofern etwas dünn, zumal die Oberhaut ja stark von Nerven durchzogen ist, die ja auch eine trocken(ere) Kopfhaut registrieren könnten. Wenn der Talg schneller verbraucht oder dünner wird, auch im oberen Haarschaftbereich, so wäre es schon vorstellbar, dass dies irgendwie, z.B. über Nerven (oder nur über Botenstoffe) z.B., an die Talgdrüsen vermittelt wird. Keiner wäsche ja auch die Haare, ohne das die "vernervte" Kopfhaut mitgewaschen wird...!
Diese Serie ist doch immer wieder ein echtes Schmankerl. Wer kennt sie nicht, die Mythen, die sich über Generationen halten und an denen oftmals gar nichts dran ist.
Ich befürchte, diese Serie dient nur den aufgeklärten Lesern, die gerne bereit sind, neues zu lernen oder altes einfach als Mythos abzuhaken. Schon so manches Mal war ich versucht, mein Umfeld davon zu überezugen, dass dieses und jenes ein Mythos ist und bin meist auf taube Ohren gestoßen. Einmal in die Welt gesetzt besteht kaum die Chance, daran zu rütteln. Es müsste sich ja inzwischen mehrfach rumgesprochen haben, dass Spinat nicht mehr Eisen hat als andere Gemüsesorten auch (oder nur minimal mehr). Aber geglaubt wird es trotzdem. Popeye sei Dank?
Und die Erfahrung bei vielen spielt dann auch noch eine Rolle. Ich habe meine Haare in der Vergangenheit alle zwei Tage gewaschen. Inzwischen nur noch zweimal die Woche. Und ich habe den Eindruck, sie fetten weniger nach als zu der Zeit, als ich sie alle zwei Tage gewaschen habe. Aber wer weiß. Vielleicht war es auch damals schon so, ich wollte es nur nicht wahrhaben.
ich mit lockigem Haar mehr Shampoo als mit glatten Haaren?
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