Brunner-Prozess Ein Held mit Fragezeichen
War es wirklich Mord? Im Prozess um den Tod von Dominik Brunner, der vier Schüler vor einem Überfall schützen wollte, gerät die Staatsanwaltschaft in Erklärungsnot
München
Als der Herr Brunner eingegriffen hat, waren wir schon sehr erleichtert. Wir haben gleich zugesagt, mit ihm auszusteigen.« Es gibt sie, diese Momente im Saal A101 des Landgerichts München I, in denen Dominik Brunner wie der Held erscheint, als der er seit seinem gewaltsamen Tod der Öffentlichkeit vor Augen steht. Richard M. ist so ein Zeuge der Anklage, ein schlaksiger 15-Jähriger, geschätzt 1,90 Meter groß. Einer der vier Schüler, mit denen der Manager am 12. September vergangenen Jahres die S-Bahn in München-Solln verlassen hatte, um sie »vor einem Übergriff zu schützen«, wie es in der Anklage heißt.
Dominik Brunner hatte sich vor die vier Schüler gestellt, sich eingemischt, damit, so die Staatsanwaltschaft, die Jungen und Mädchen nicht von zwei Halbwüchsigen ausgeraubt und geschlagen würden. Der 50-Jährige zeigte Zivilcourage und bezahlte dafür auf einem S-Bahnsteig mit dem Leben: Das war die verstörende Botschaft, die von Solln ausging.
Seit sechs Prozesstagen stehen nun die beiden Halbwüchsigen vor Gericht, der damals 17 Jahre alte Sebastian L. und Markus Sch. (18), angeklagt wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Rache. Sicher ist, dass das spätere Opfer von dem edlen Motiv geleitet war, vier Schwächeren zu helfen. Sicher ist, dass Sebastian L. und Markus Sch. am 12. September 2009 auf Dominik Brunner einprügelten und eintraten. Und sicher ist auch, dass die vor Gericht vorgetragenen Entschuldigungen der Angeklagten nicht ausreichen, nicht nur für Brunners Vater, der den Tätern als Nebenkläger in Saal A101 in die Augen schaut.
Jeder Verhandlungstag könnte eine neue Wendung bringen
Doch aus dem Prozess, der vor Beginn wie eine Formsache erschien, ist ein dramatisches Ringen um die Wahrheit geworden. Jeder Verhandlungstag in dem stickigen, fensterlosen Gerichtssaal könnte eine neue Wendung bringen, nicht nur bei der Todesursache. Der Anklagevorwurf Mord scheint nach mehr als der Hälfte des Verfahrens kaum mehr zu halten zu sein.
Gibt es ein Übermaß an Zivilcourage, womöglich in diesem Fall? Ein Ja hätte Folgen, die weit über die bloße juristische Bewertung hinausgehen würden. »Was hätte ich selbst getan?« – das war die Frage, die Deutschland nach dem »SBahn-Mord« bewegte. Wirkte es seinerzeit nicht wie eine Kapitulation vor jugendlichen Schlägern, als Präventionsspezialisten zu Zurückhaltung in derartigen Fällen rieten, zu einem Anruf bei der Polizei, mehr sei reichlich riskant? Hätte Brunner schweigen sollen? »Das besonders Bestürzende an dem Fall ist, dass der Mann alles richtig gemacht hat«, sagte der ermittelnde Staatsanwalt damals.
Bei aller Vorsicht gegenüber Zeugenaussagen, besonders von Jugendlichen, bei allem Respekt gegenüber Zeugen und Gutachtern, die noch gehört werden, lässt sich nach anderthalb Wochen festhalten, dass das Geschehen an jenem Samstagnachmittag weitaus differenzierter betrachtet werden muss, als die Staatsanwaltschaft es seit nunmehr zehn Monaten tut. Die Chronologie der Tat stellt sich mittlerweile anders dar. Zunächst fordert ein Bekannter der beiden Angeklagten einige Stationen vor Solln, auf einem Bahnsteig der Station Donnersbergerbrücke, ein paar Euro von den vier Schülern, aus einer Laune heraus. Der Bekannte, Christoph T., agiert als Wortführer, Sebastian L. und Markus Sch. stehen daneben.
Christoph T., der für den versuchten Raub bereits rechtskräftig auf Bewährung verurteilt ist, schlägt dann zwei der Schüler, einen gegen die Schläfe, den anderen gegen den Oberkörper. Die Schüler weigern sich weiter, Geld herauszugeben. Christoph T. und die beiden Angeklagten lassen von ihrem halbherzigen Raubversuch spätestens ab, als die Augenzeugin Daniela H. (56) sich einmischt – mit Sätzen, die die Situation entspannen, etwa: »Hört auf, ihr seht doch gar nicht so aus, als ob ihr betteln müsstet.« Die S-Bahn in Richtung Tutzing fährt ein, Christoph T. steigt ein.
Sebastian L. und Markus Sch. steigen in dieselbe Bahn wie die vier Schüler, eine S7. Sie haben denselben Weg, sie setzen sich ihnen gegenüber in ein Viererabteil – jene Sitzgruppe, in der bereits Dominik Brunner sitzt. Laut Anklage »kündigten die Angeschuldigten mehrfach lautstark an, die Geschädigten zu überfallen und ›abzuziehen‹«. Brunner ruft über Handy die Polizei an, meldet einen Raubversuch und dass er mit den Geschädigten am SBahnhof Solln aussteigen werde.
Ein Missverständnis? »Die Schüler haben über uns gelästert«, sagt Sebastian L. Man habe nicht wie »ein Depp« dastehen wollen und deswegen selbst »blöde Sprüche« gemacht. Nachträgliche Rechtfertigung eines Angeklagten? »Dass die Jungs uns verhauen wollen, das habe ich erst durch das Telefonat mitbekommen«, sagt Schüler Marcel L. »Es schien mir so weit alles geregelt, alles gefahrlos«, ergänzt Daniela H., die Augenzeugin von der Donnersbergerbrücke, die zufällig auch die S7 benutzt.
Hatten Sebastian L. und Markus Sch., wie es in der Anklage heißt, spätestens kurz vor dem Aussteigen »beschlossen, den später Getöteten für dessen aus ihrer Sicht unangemessenes und anmaßendes Eingreifen zu bestrafen und zusammenzuschlagen«? Oder hat Dominik Brunner vielmehr die Situation falsch eingeschätzt und eine Konfrontation für unausweichlich gehalten, als sich die Lage längst entspannt hatte? Brunner war Fan und Förderer des Kickboxens. Er nahm selbst in den neunziger Jahren Boxunterricht und belegte 2008 einen Selbstverteidigungskurs. Um vorbereitet zu sein für eine solche Situation, wie seine Freundin einem Mordermittler sagte.
Nach mehreren Aussagen führt der 50-Jährige die vier Schüler in Solln aus dem Zug, ruft dem Zugführer laut zu: »Jetzt gibt es hier hinten Ärger!«, und geht bestimmten Schrittes wenige Meter auf eine Wartebank zu. Er legt dort seine Tasche ab, zieht die Jacke aus und stellt sich mit erhobenen Fäusten in Kampfstellung.
Sebastian L. und Markus Sch. steigen ebenfalls aus, zwei Türen weiter als die Brunner-Gruppe. Nach ihren Angaben haben sie bloß die richtige Station verpasst und wollen jetzt an Brunner und den Schülern vorbei auf einen anderen Bahnsteig. Nur eine Ausrede? Als der 18-jährige Sch. in Reichweite ist, geht Brunner zwei Schritte auf ihn zu und setzt ihm direkt »eine g’scheite Faust« in sein Gesicht, wie es eine der Schülerinnen formuliert: »Den hat’s sauber erwischt.« Markus Sch. blutet am Mund, Tränen laufen über sein Gesicht.
Offen bleibt nach 25 bislang angehörten Zeugen, woher die Staatsanwaltschaft die Gewissheit nimmt, Brunner sei mit dem Schlag nur einem unmittelbaren Angriff zuvorgekommen. Sie sei »völlig perplex« gewesen, sagt Zeugin Daniela H., als Brunner auf dem Bahnsteig mit Wucht zuschlug: »Ich hatte zuvor keinen Angriff gegen ihn gesehen.« Dasselbe berichtet der Lokführer. Notwehr, an der die Ermittler nach wie vor festhalten, sieht anders aus. Offen bleibt auch, warum Brunner überhaupt mit den Schülern auf dem Bahnsteig stehen bleibt – und sie nicht außer Gefahr bringt. Wollte er Sebastian L. und Markus Sch. abfangen und der Polizei übergeben?
»Das war aber hart« sind Brunners letzte Worte
Der erste Schlag wirkt wie eine Zäsur. »Ich weiß nur noch, wie ich richtig wütend wurde«, sagt Markus Sch. Die beiden Täter ziehen sich kurz zurück, Sch. steckt einen Schlüssel zwischen die Finger seiner Faust. Er greift mit Sebastian L. Dominik Brunner an, nunmehr koordiniert: einer von vorn, einer von hinten. Brunner erwehrt sich eine Zeit lang der massiven Tritte und Schläge, dann geht er zu Boden. Sein Kopf prallt gegen ein Eisengeländer. Markus Sch., so Zeugen, tritt weiter auf den Liegenden ein. Sebastian L. zieht ihn schließlich weg: »Das wird zu krass hier«, soll er gesagt haben. Die Angeklagten flüchten in ein nahes Gebüsch, in dem sie später festgenommen werden. Dominik Brunner richtet sich noch einmal auf. Er sagt: »Das war aber hart«, dann sackt er zusammen und läuft blau an. Zwei Stunden später stirbt der Manager im Krankenhaus.
22 schwere Verletzungen habe die Obduktion ergeben, berichtete die Staatsanwaltschaft im Herbst kurz nach der Tat. Doch keiner der Schläge und Tritte war unmittelbar todesursächlich, wie wir jetzt wissen. Dass die Todesursache Herzversagen und nicht ein besonders brutaler Schlag war, räumten die Ermittler nach Berichten mehrerer Medien am vergangenen Wochenende ein.
Warum aber präsentierten die Ermittler, wenn sie seit dem 12. September über die Tat von Solln sprachen, stets nur Belastendes über die Täter? Suchten sie nicht auch Entlastendes, wie es ihre Aufgabe ist? »Sie gingen in unwahrscheinlichem Tempo vor, dynamisch, schnell, aggressiv«, sagte der Staatsanwalt im September über die Täter. Dass Brunner den ersten Schlag geführt habe, ob in Notwehr oder nicht, diese Information wurde wiederum erst bestätigt, als Zeitungen im Februar darüber berichten – obwohl es Hinweise dafür seit dem Abend nach der Tat gab.
Vom Prozess, das hat Brunners Vater in einer bemerkenswert zurückhaltenden Erklärung zu Beginn über seine Anwältin ausrichten lassen, erwarte er sich, dass »das Geschehen um den Tod seines Sohnes in einem rechtsstaatlichen Verfahren lückenlos aufgeklärt wird«. Dominik Brunner, so viel lässt sich bereits heute sagen, wird danach nicht mehr als der makellose Held erscheinen, zu dem er posthum stilisiert wurde. Sondern als das, was er war: ein Mensch mit Mut und Fehlern.
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- Datum 22.07.2010 - 06:48 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 22.07.2010 Nr. 30
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Bitte wenden Sie sich mit Fragen zur Moderation an community@zeit.de. Vielen Dank, die Redaktion /ft
Unter einer Moderation, wo es ein Kommentar wie Nr. 12
("...Nun wird krampfhaft versucht aus den Tätern Opfer zu machen. Fakt ist, die beiden Jungs haben angefangen, indem sie andere Schüler erpressten und bedrängten. Auch bei der Polizei sind sie keine Unbekannten mehr. Das aber alles scheint egal in diesem Weicheistaat. Es gilt ein mildes Urteil zu finden, damit die armen Täter nicht in ihrer Entwicklung behindert werden."
bis zum Status "Empfohlener Kommentar" schafft, sollten Sie sich über nichts mehr wundern, oder?
Unter einer Moderation, wo es ein Kommentar wie Nr. 12
("...Nun wird krampfhaft versucht aus den Tätern Opfer zu machen. Fakt ist, die beiden Jungs haben angefangen, indem sie andere Schüler erpressten und bedrängten. Auch bei der Polizei sind sie keine Unbekannten mehr. Das aber alles scheint egal in diesem Weicheistaat. Es gilt ein mildes Urteil zu finden, damit die armen Täter nicht in ihrer Entwicklung behindert werden."
bis zum Status "Empfohlener Kommentar" schafft, sollten Sie sich über nichts mehr wundern, oder?
Die perfide Strategie der Verteidigung scheint aufzugehen! Aus den Tätern werden plötzlich die Opfer. Das die beiden mutmaßlichen Mörder ein langes Vorstrafenregister besitzen rückt immer weiter aus dem Fokus. Das die beiden Täter in bekannter Manier Kinder um Geld und Wertsachen berauben wollten ist ein weiterer Fakt. Dominik Brunner hat sich schützend vor diese Kinder gestellt. Es dürfte ebenfalls unstrittig sein, dass die beiden mutmaßlichen Mörder, Dominik Brunner und den Kindern auf der S-Bahn Station nachstellten. Dominik Brunner hat sein Leben gegeben. Es ist aus meiner Sicht völlig unerheblich, dass Herr Brunner den ersten Schlag gelandet hat. Bei der vorangegangen Aggression der beiden Verdächtigen, hätte wohl jeder einen Angriff vermutet. Das der (feige) Zugführer Herrn Brunner als Provokateur interpretiert, lässt eine unsagbare Wut in mir aufkeimen. Hier versucht der Zugführer sich selbst die carte blanche für seine Feigheit auszustellen. Er wäre in der Pflicht gewesen, den Zug zu stoppen und unverzüglich zur Hilfe zu eilen! Und was ist mit den anderen Zeugen und Beobachtern? Es sollen über 50 Zeugen zugegen gewesen sein. Wenn allein nur 5% geholfen hätten, würde Dominik Brunner heute noch leben.
Dominik Brunner hat nur einen entscheiden Fehler begangen, er hat nur einen Schlag platziert anstatt nachzulegen. Die beiden mutmaßlichen Mörder haben keine Gnade und Milde verdient. Auch nicht mit hübscher Frisur und gebügeltem Hemd. Dominik ist und bleibt der Held!
Bitte bemühen Sie sich um eine differnzierte Argumentation. Danke. Die Redaktion/cs
Haben Sie vielleicht etwas zuviel in der o.g. Zeitschrift gelesen, dass sie eine so tiefsitzende Angst und aggressive Haltung gegenüber Jugendlichen an den Tag legen? Ohne, wie wir alle, sämtliche Fakten zu kennen?
Wenn Herr Brunner, was die moralische Leistung seines vorherigen Eingreifens in keiner Weise schmälert, auf dem Bahnsteig Ausgangspunkt der Aggression war, muss das erwähnt werden und ist den Tätern schuldmindernd anzurechnen. Deutschland ist immer noch ein Rechtsstaat - Willkür und Gefühle haben im Gerichtssaal nicht zu suchen.
"Es dürfte ebenfalls unstrittig sein, dass die beiden mutmaßlichen Mörder, Dominik Brunner und den Kindern auf der S-Bahn Station nachstellten." - Das ist doch reine Mutmaßung. Nicht mal die Staatsanwaltschaft kann dazu sicher etwas sagen. Und wenn Sie nicht zu den Drückebergern gehören, die NICHT eingegriffen haben, dürfte Ihr Kenntnisstand noch deutlich schlechter sein.
[...] Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft
Was ist bitte an der Strategie der Verteidung perfide? Es ist nunmal so, dass es die Aufgabe der Verteidigung den der Anklage zugegrundegelegten Sachverhalt in jeder Hinsicht in Frage zu stellen.
Was hat das angeblich lang Vorstrafenregister mit der Frage der Täterschäft in diesem konkreten Fall zu tun? Keine Sorge bei der Strafzumessung wird es berücksichtigt werden, aber dazu muss erstmal klar welches Delikt die Angeklagten den begangen haben.
Der Zugführer ist kein Sicherheitsmann, sondern ein Lokführer und entgegen ihrer falschen Darstellung hat er über Zugfunk oder Handy die Leitstelle informiert, welche die Polizei an den Bahnhof rief.
Wenn ich der Zugführer wäre, würde ich rechtliche Schritte gegen Sie einleiten wegen der Behauptung, er würde sich carte blanche wegen Feigheit reden..
Bevor man einen Artikel kommentiert, sollte man ihn zumindest gelesen haben.
Wenn man aber im Kommentar mehrere Sachen aufführt, die dem Artikel widersprechen, sollte man sich nicht wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.
Haben Sie vielleicht etwas zuviel in der o.g. Zeitschrift gelesen, dass sie eine so tiefsitzende Angst und aggressive Haltung gegenüber Jugendlichen an den Tag legen? Ohne, wie wir alle, sämtliche Fakten zu kennen?
Wenn Herr Brunner, was die moralische Leistung seines vorherigen Eingreifens in keiner Weise schmälert, auf dem Bahnsteig Ausgangspunkt der Aggression war, muss das erwähnt werden und ist den Tätern schuldmindernd anzurechnen. Deutschland ist immer noch ein Rechtsstaat - Willkür und Gefühle haben im Gerichtssaal nicht zu suchen.
"Es dürfte ebenfalls unstrittig sein, dass die beiden mutmaßlichen Mörder, Dominik Brunner und den Kindern auf der S-Bahn Station nachstellten." - Das ist doch reine Mutmaßung. Nicht mal die Staatsanwaltschaft kann dazu sicher etwas sagen. Und wenn Sie nicht zu den Drückebergern gehören, die NICHT eingegriffen haben, dürfte Ihr Kenntnisstand noch deutlich schlechter sein.
[...] Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft
Was ist bitte an der Strategie der Verteidung perfide? Es ist nunmal so, dass es die Aufgabe der Verteidigung den der Anklage zugegrundegelegten Sachverhalt in jeder Hinsicht in Frage zu stellen.
Was hat das angeblich lang Vorstrafenregister mit der Frage der Täterschäft in diesem konkreten Fall zu tun? Keine Sorge bei der Strafzumessung wird es berücksichtigt werden, aber dazu muss erstmal klar welches Delikt die Angeklagten den begangen haben.
Der Zugführer ist kein Sicherheitsmann, sondern ein Lokführer und entgegen ihrer falschen Darstellung hat er über Zugfunk oder Handy die Leitstelle informiert, welche die Polizei an den Bahnhof rief.
Wenn ich der Zugführer wäre, würde ich rechtliche Schritte gegen Sie einleiten wegen der Behauptung, er würde sich carte blanche wegen Feigheit reden..
Bevor man einen Artikel kommentiert, sollte man ihn zumindest gelesen haben.
Wenn man aber im Kommentar mehrere Sachen aufführt, die dem Artikel widersprechen, sollte man sich nicht wundern, wenn man nicht ernst genommen wird.
Bitte bleiben Sie in Ihren Äußerungen sachlich. Danke, die Redaktion/fk.
[...] Bitte diskutieren Sie zum Thema. Die Redaktion /ft
[...] Bitte diskutieren Sie zum Thema. Die Redaktion /ft
"Dominik Brunner, so viel lässt sich bereits heute sagen, wird danach nicht mehr als der makellose Held erscheinen, zu dem er posthum stilisiert wurde. Sondern als das, was er war: ein Mensch mit Mut und Fehlern."
Aber immerhin hatte er Mut, statt wie die feige Mehrheit nur zu zuschauen. Er mag zwar nicht makellos sein, aber er ist - besonders durch die Feigheit der anderen - ein Held.
Und was ist Daniela H.?
Hat sie auch das Bundesverdienstkreuz bekommen? Immerhin hat sie es geschafft, in der Situation schlichtend einzugreifen ohne eine Schlägerei zu beginnen.
Oder ist sie etwa keine Heldin, nur weil sie überlebt hat? In der Geschichte war sie bisher die einzige, die wirklich alles richtig gemacht hat.
Was mich mittlerweile arg beschäftigt ist die Vehemenz, mit der viele einen Helden aus Brunner machen wollen. Selbst wenn man seine möglichen Fehler nicht miteinbezieht, ist es eine gefährliche Überhöhung.
Es ist nunmal Tatsache, dass Zivilcourage nicht nur normal sein sollte, sondern tatsächlich auch normale ist. Tagtäglich gibt es Hunderte und Tausende von Mitbürgern, die es an den Tag erleben, ich war selbst schon mehrfach mit dabei.
Sind das alles Helden? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass es ein Fehler ist, diese Menschen als Helden zu bezeichnen.
Denn sehr viele Menschen glauben nicht, dass sie selbst Helden sein können. Sie kennen Helden nur aus Geschichten, aber stets ist der Held mehr oder weniger unerreichbar.
Einen tagtäglichen Vorgang, den jedermann (!) ausführen kann (und das passiert wirklich), zu einer Heldentat zu verklären, ist ein großer Fehler, da damit die Schwelle zu diesen Taten höher gelegt wird.
Etwas normales wird leichter getan als etwas heldenhaftes, etwas von dem man glaubt, dass man so viel Mut bräuchte, dass man selbst nicht die richtige Person dafür sei.
Brunner war kein Held, er war ein Mitmensch mit Herz!
Und was ist Daniela H.?
Hat sie auch das Bundesverdienstkreuz bekommen? Immerhin hat sie es geschafft, in der Situation schlichtend einzugreifen ohne eine Schlägerei zu beginnen.
Oder ist sie etwa keine Heldin, nur weil sie überlebt hat? In der Geschichte war sie bisher die einzige, die wirklich alles richtig gemacht hat.
Was mich mittlerweile arg beschäftigt ist die Vehemenz, mit der viele einen Helden aus Brunner machen wollen. Selbst wenn man seine möglichen Fehler nicht miteinbezieht, ist es eine gefährliche Überhöhung.
Es ist nunmal Tatsache, dass Zivilcourage nicht nur normal sein sollte, sondern tatsächlich auch normale ist. Tagtäglich gibt es Hunderte und Tausende von Mitbürgern, die es an den Tag erleben, ich war selbst schon mehrfach mit dabei.
Sind das alles Helden? Ich weiß es nicht, aber ich weiß, dass es ein Fehler ist, diese Menschen als Helden zu bezeichnen.
Denn sehr viele Menschen glauben nicht, dass sie selbst Helden sein können. Sie kennen Helden nur aus Geschichten, aber stets ist der Held mehr oder weniger unerreichbar.
Einen tagtäglichen Vorgang, den jedermann (!) ausführen kann (und das passiert wirklich), zu einer Heldentat zu verklären, ist ein großer Fehler, da damit die Schwelle zu diesen Taten höher gelegt wird.
Etwas normales wird leichter getan als etwas heldenhaftes, etwas von dem man glaubt, dass man so viel Mut bräuchte, dass man selbst nicht die richtige Person dafür sei.
Brunner war kein Held, er war ein Mitmensch mit Herz!
alle wieder ruhig schlafen können. Wo kämen wir hin, dass man "alles richtig" macht, und trotzdem sein Leben verliert.
Nein, das Opfer hat letztlich seine gerechte Strafe erhalten, und Tote können nicht in Revision gehen.
Wo kämen wir hin, wenn Mut als gesellschaftlich anerkannte Tugend wieder en Vogue würde.
Justiz ist eine Güterabwägung, und die Feigheit zu verdrängen ist ein höheres Gut als die allgemeine Sicherheit durch Entfernen von zerebralen Zeitbomben.
Dazu verneigen wir uns alle vor dem goldenen Kalb der "Wahrheitsfindung", und gute Nacht.
Als jemand, der seit ca. 20 Jahren Kampfsport macht (Karate) kann ich die Argumentation noch nicht einmal ansatzweise nachvollziehen: Es sollte vollkommen egal sein, wer wann wo und wie den ersten Schlag gemacht hat: wenn man jemanden zusammentritt, der wehrlos am Boden liegt und dieser daran stirbt, dann ist es in meinen Augen MORD. Punkt aus. Nennt mich Naiv.
Ich glaube, genau das ist doch der Punkt, auf den es letztendlich herausläuft. Wenn jemand am Boden ist, gibt er seine Niederlage zu und der Kampf ist zu Ende. Wer dann noch weiter eintritt, hat jedes Ziel einer gewaltsamen Auseinandersetzung verloren.
Sieht anders aus, ich wünsche ihnen das sie aufgrund 2 Aussagen ohne jegliche Beweise ein paar Jahre in den Knast kommen.
Sie werden danach ein ganz anderes Bild von unserem Rechtssystem haben.
Gerechtigkeit, gibt es leider auch bei uns in Deutschland vor Gericht nicht, das ist eine Illusion die sich die Menschen nur herbeiträumen, die aber keine Realität ist.
Genauso verhält es sich mit unserer "Sicherheit"...es gibt nichts, außer dem Tod, was sicher ist.
Ich glaube, genau das ist doch der Punkt, auf den es letztendlich herausläuft. Wenn jemand am Boden ist, gibt er seine Niederlage zu und der Kampf ist zu Ende. Wer dann noch weiter eintritt, hat jedes Ziel einer gewaltsamen Auseinandersetzung verloren.
Sieht anders aus, ich wünsche ihnen das sie aufgrund 2 Aussagen ohne jegliche Beweise ein paar Jahre in den Knast kommen.
Sie werden danach ein ganz anderes Bild von unserem Rechtssystem haben.
Gerechtigkeit, gibt es leider auch bei uns in Deutschland vor Gericht nicht, das ist eine Illusion die sich die Menschen nur herbeiträumen, die aber keine Realität ist.
Genauso verhält es sich mit unserer "Sicherheit"...es gibt nichts, außer dem Tod, was sicher ist.
Haben Sie vielleicht etwas zuviel in der o.g. Zeitschrift gelesen, dass sie eine so tiefsitzende Angst und aggressive Haltung gegenüber Jugendlichen an den Tag legen? Ohne, wie wir alle, sämtliche Fakten zu kennen?
Wenn Herr Brunner, was die moralische Leistung seines vorherigen Eingreifens in keiner Weise schmälert, auf dem Bahnsteig Ausgangspunkt der Aggression war, muss das erwähnt werden und ist den Tätern schuldmindernd anzurechnen. Deutschland ist immer noch ein Rechtsstaat - Willkür und Gefühle haben im Gerichtssaal nicht zu suchen.
"Es dürfte ebenfalls unstrittig sein, dass die beiden mutmaßlichen Mörder, Dominik Brunner und den Kindern auf der S-Bahn Station nachstellten." - Das ist doch reine Mutmaßung. Nicht mal die Staatsanwaltschaft kann dazu sicher etwas sagen. Und wenn Sie nicht zu den Drückebergern gehören, die NICHT eingegriffen haben, dürfte Ihr Kenntnisstand noch deutlich schlechter sein.
[...] Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion /ft
Ich glaube, genau das ist doch der Punkt, auf den es letztendlich herausläuft. Wenn jemand am Boden ist, gibt er seine Niederlage zu und der Kampf ist zu Ende. Wer dann noch weiter eintritt, hat jedes Ziel einer gewaltsamen Auseinandersetzung verloren.
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