Die neue BMW 3er-Reihe als Convertible © BMW Group

In dem leider von sehr vielen Menschen unterschätzten Film Rocky IV – Der Kampf des Jahrhunderts gibt es eine Szene, die Kritikern als Beweis dafür dient, warum der Film schlecht sei – für einige aber ist diese Szene ein Erweckungserlebnis: Rocky will gegen den bösen Russen Ivan Drago kämpfen, doch Adrian, seine Frau, hält das für keine gute Idee, immerhin hat Drago gerade Rockys Freund Apollo im Ring totgeschlagen. Rocky und Adrian streiten sich, beide haben durchaus schlüssige Argumente für ihre Position, aber als Adrian nicht mehr diskutieren will, steigt Rocky in sein Auto, es ist Nacht, und er fährt los, ohne Ziel, und in den Rückspiegeln sieht er Szenen seines Lebens. Im Film hört man dazu das Lied No Easy Way Out der dann doch zu Recht vergessenen Band Survivor. Nach der Autofahrt beginnt Rocky mit dem Training, Adrian vergibt ihm, und überraschenderweise gewinnt er dann den Kampf gegen den bösen Russen.

Die Autotests aus dem ZEITmagazin © Zeit Online

Das sind die Autofahrten, die zählen im Leben, es ist nicht die Fahrt in den Urlaub, nicht die Fahrt zum ersten Date, es sind die Problemfahrten – jene Momente, in denen ein Mann mit Problemen sich nur in ein Auto setzen kann und einfach losfährt: ohne Ziel, ohne Sinn, ohne Verstand.

Dieser BMW ist das ideale Problemauto, ich habe es ausprobiert, ich habe überhaupt keine Probleme mehr, seit ich mit diesem Wagen gefahren bin. Das liegt an den vielen Vorzügen dieses Wagens, einer ist die Farbe, die mein Testwagen hatte: ein Blau, wie ich noch kein Blau gesehen habe, ein tiefes, dunkles, ruhiges Blau, das so unaufdringlich wirkt, dass man es schon fast als selbstironisch bezeichnen könnte, denn natürlich ist dieser BMW ein kräftiges, wuchtiges Auto. Tagsüber.

Ich aber fuhr ihn nachts, ich stieg mit all meinen Problemen ein und fuhr – zunächst mit geschlossenem Verdeck – auf der Autobahn raus aus Berlin, um dann über Landstraßen zu gleiten – offen. Ich fuhr durch Summt, durch Wandlitz, Bernau, die Nächte waren heiß, aber dank des Autos waren meine Gedanken kühl. Ich dachte nach über dieses und über jenes, das Fahren überließ ich dem Auto, denn abgesehen von einer, nun ja, sehr sportlichen Lenkung, schien das Auto unabhängig vom Können des Fahrers seinen Job zu erledigen. Ich war meistens allein auf den Landstraßen nördlich von Berlin, manchmal hielt ich am Wegesrand an und blickte in den Himmel. Irgendwann brachte mich das Auto wieder nach Hause. Ohne Probleme.

Matthias Kalle ist Berater des ZEITmagazins