Pharmaindustrie Klagen gegen BayerSeite 3/3

Irgendwie scheint die Botschaft nicht nach Berlin zu dringen, wo die Pille ihren Ursprung hat. Im Südwesten der Stadt, zwischen Großem und Kleinem Wannsee, wohnt der Chemiker Rudolf Wiechert. Er ist der Erfinder der meistverkauften Pille der Welt. Der 82-Jährige hat nach dem Ruhestand jahrelang als Professor gelehrt. Er hat jüngst Carl Djerassi, den Erfinder der ersten Pille, zu dessen 85. Geburtstag geehrt. Und noch vor vier Jahren hat er in einem Buch den Werdegang des Moleküls Drospirenon mit seinen filigranen Sechsecken erklärt.

Eigentlich sei er auf der Suche nach einem Entwässerungsmittel für Herzpatienten gewesen, sagt er stolz. Heraus kam ein Hormon, dessen Wirkung Wiecherts Arbeitgeber einen Vorteil auf dem umkämpften Pillenmarkt verschaffen sollte: Frauen bringen damit weniger Gewicht auf die Waage. Experten beziffern den Vorteil mit 0,7 Kilogramm und sehen die Entwässerung eher kritisch. Wenn dem Körper Flüssigkeit fehlt, wird das Blut dicker. Das kann zu Thrombosen führen.

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Auf die Frage nach Thrombosen wird der eloquente alte Mann plötzlich wortkarg. Davon habe er nichts mitbekommen, sagt Wiechert. Von Nebenwirkungen wisse er nichts. Für Fragen der Biologie sei in der Firma Frau Professor Habenicht zuständig. Grüße vom Erfinder.

Ursula-Friederike Habenicht sitzt in dem silbernen Hochhaus an der Berliner Müllerstraße, an dessen Front vor vier Jahren das Schering- durch das Bayer-Logo ersetzt wurde. Sie ist Forschungschefin des Bereichs »Women’s Healthcare« und hat nur eine halbe Stunde. Man sei weiter überzeugt, dass das Risiko von Yasmin »mit dem anderer moderner Kontrazeptiva vergleichbar« sei, sagt sie.

Nachfrage: Auch mit den Pillen der zweiten Generation? Da holt Frau Habenicht doch weiter aus. Sie erklärt, dass es »aus wissenschaftlicher Sicht keine Handhabe« für die Unterscheidung zwischen den modernen Pillen der verschiedenen Generationen gebe. Weil sich durch die Hormone der Gerinnungshaushalt im Körper neu einstelle, sei das Thrombose-Risiko im ersten Jahr am höchsten, sagt sie. Neue Pillen schnitten so in Studien tendenziell schlechter ab.

Rückblick: Bei der Einführung der dritten Pillengeneration gab es eine ganz ähnliche Sicherheitsdebatte. 1995 sperrte die deutsche Zulassungsbehörde die neuen Pillen deshalb für alle Frauen unter 30 Jahren, die mit der Verhütung starteten. (Es ging um die Wirkstoffe Desogestrel und Gestoden.) Darauf klagten die Hersteller – darunter Schering – gegen die Behörde. 1998 wurde die Sperre aufgehoben. Seither gab es nie wieder eine solche Vorsichtsmaßnahme.

Was rät ein Gynäkologe wie Bernd Hinney, Mitglied der Arzneimittelkommission, jungen Frauen? »Sicherheit geht vor«, sagt er und unterscheidet sehr wohl Risiko-Generationen: »Frauen, die mit der Pille anfangen, sind mit einem Levonorgestrel-Präparat der zweiten Generation erst mal besser bedient«, urteilt der Professor. Und Frauen über 40 Jahre, die von Natur aus ein erhöhtes Thrombose-Risiko haben, empfiehlt er reine Gestagen-Präparate oder die Spirale.

Vier Jahre nach ihrem Kollaps hat sich Kathrin Weigeles Leben so weit normalisiert, dass sie wieder regelmäßig am Schreibtisch sitzen kann, wenn auch nie mehr als drei Stunden am Stück. Danach macht sie Krankengymnastik. Das Skifahren und ihre Pfadfindergruppe hat sie aufgegeben. Immerhin ist sie wieder sportlich genug, das Parkett ihrer Wohnung mit dem Staubsauger zu bearbeiten. Und wenn sie die 35 Stufen zu ihrer Unterkunft erklimmt, muss sie nur noch selten innehalten. Gerade hat sie mit ihrem Freund sogar eine neue Wohnung im dritten Stock angeschaut.

Verhütung ist nun ein schwieriges Kapitel für sie. Hormone möchte Weigele nach ihren Erfahrungen nicht mehr nehmen. Aber schwanger werden darf sie eben auch nicht, weil sie seit der Embolie den Blutverdünner Marcumar schlucken muss. »Das«, sagt sie, während sie vor einer Kommode mit Familienbildern sitzt, »finde ich an der ganzen Sache eigentlich das Traurigste.«

 
Leser-Kommentare
    • Buh
    • 30.07.2010 um 20:40 Uhr

    ...und die Pille ist ein solches MEdikamt, sollten NIEMALS regelmäßig genommen werden, wenn es nicht medizinisch notwendig ist! Ein so enormes Vertrauen in Pharmakonzerne zu stecken ist fahrlässig gegen sich selbst! Kein Medikament ist 100% sicher, entweder es ist an Ratten oder Schweinen ect. getestete und lässt sich kaum auf den Menschen anwenden, weshalb die meisten Medikamente in der Phase der Klinischen Studien scheitern. Die wenigen die durchkommen haben schon immer Skandalpotential gehabt, weil Tierversuche nunmal absolut unuzuverlässig sind (zb ist für Ratten Süßstoff giftig und Asbest vollkommen ungefäührlich!!!) oder eben man testet es nur am Menschen, was so gut we nie vorkommt. Es wird immer zunächst an Tieren angewendet die sehr darunter leiden und sterben. Zweiteres ist ebenso ein Rsiiko weil man in Studien Langzeitfolgen nicht berechnen kann und die individuelle Lebensweise und der gesundheitliche Zustand des Individuums immer eine nicht kalkulierbare Nebenwirkung hervorrufen können.

    Wie man es auch dreht und wendet: Medikamente gehören sparsam angewendet, ob Aspirin, Ibuprofen oder Verhütungspillen. Wer meint seinen Körper dahingehend verändern zu müssen, ihn temporär unfruchtbar zu machen, der geht eben auch ein Risiko ein, das am Ende häufig nicht einklagbar ist.

    Ich wünsche jedoch den Klägern alles gute und hoffe, dass sie gewinnen. Was die Pharmaindustrie auf diesem Erdball tut ist inhuman und hat nichts mehr mit moral zu tun.

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    • dth
    • 30.07.2010 um 22:11 Uhr

    Ja, das ist sicher ein generelles Problem mit der Pille.
    Normalerweise würde man ein Medikament nur nehmen, wenn man wirklich krank ist. (Oder jedenfalls sollte man das so handhaben...) Ein Medikament, dass drastisch in das Hormonsystem eingreift, würde man auch nicht wegen einer alltäglichen Krankheit, sondern wegen etwas ernsthaftem nehmen. So weit zu gehen, ein Medikament regelmäßig über einen sehr langen Zeitraum zu nehmen, würde man nur bei chronischen Krankheiten, wo das Medikament Lebenserwartung oder Lebensqualität merklich steigert.
    Einen gesunden Körper sollte man nicht auf diese Wiese belasten. Ich finde es doch immer wieder erstaunlich, dass das so viele Frauen auf sich nehmen.
    Die Vorfälle sind natürlich trotzdem nicht akzeptabel, und es ist durchaus denkbar, dass Bayer unverantwortlich gehandelt hat, insbesondere dadurch, nicht rechtzeitig auf erste Fälle reagiert zu haben.

    • dth
    • 30.07.2010 um 22:11 Uhr

    Ja, das ist sicher ein generelles Problem mit der Pille.
    Normalerweise würde man ein Medikament nur nehmen, wenn man wirklich krank ist. (Oder jedenfalls sollte man das so handhaben...) Ein Medikament, dass drastisch in das Hormonsystem eingreift, würde man auch nicht wegen einer alltäglichen Krankheit, sondern wegen etwas ernsthaftem nehmen. So weit zu gehen, ein Medikament regelmäßig über einen sehr langen Zeitraum zu nehmen, würde man nur bei chronischen Krankheiten, wo das Medikament Lebenserwartung oder Lebensqualität merklich steigert.
    Einen gesunden Körper sollte man nicht auf diese Wiese belasten. Ich finde es doch immer wieder erstaunlich, dass das so viele Frauen auf sich nehmen.
    Die Vorfälle sind natürlich trotzdem nicht akzeptabel, und es ist durchaus denkbar, dass Bayer unverantwortlich gehandelt hat, insbesondere dadurch, nicht rechtzeitig auf erste Fälle reagiert zu haben.

    • dth
    • 30.07.2010 um 22:11 Uhr

    Ja, das ist sicher ein generelles Problem mit der Pille.
    Normalerweise würde man ein Medikament nur nehmen, wenn man wirklich krank ist. (Oder jedenfalls sollte man das so handhaben...) Ein Medikament, dass drastisch in das Hormonsystem eingreift, würde man auch nicht wegen einer alltäglichen Krankheit, sondern wegen etwas ernsthaftem nehmen. So weit zu gehen, ein Medikament regelmäßig über einen sehr langen Zeitraum zu nehmen, würde man nur bei chronischen Krankheiten, wo das Medikament Lebenserwartung oder Lebensqualität merklich steigert.
    Einen gesunden Körper sollte man nicht auf diese Wiese belasten. Ich finde es doch immer wieder erstaunlich, dass das so viele Frauen auf sich nehmen.
    Die Vorfälle sind natürlich trotzdem nicht akzeptabel, und es ist durchaus denkbar, dass Bayer unverantwortlich gehandelt hat, insbesondere dadurch, nicht rechtzeitig auf erste Fälle reagiert zu haben.

    Antwort auf "Medikamente...."
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    • joG
    • 31.07.2010 um 12:20 Uhr

    ....würde aber hinzufügen, dass die Pille für Viele offenbar die Lebensqualität sehr viel steigert, indem sie keine Kinder haben müssen.

    Dass Bayer für die Unsicherheit der Pille wird bluten müssen scheint auch klar. 1.750 Klagen bedeutet vielleicht etwa 200 Millionen oder mehr. So viel werden sie aber an dem Medikament auch verdient haben oder mehr.

    • joG
    • 31.07.2010 um 12:20 Uhr

    ....würde aber hinzufügen, dass die Pille für Viele offenbar die Lebensqualität sehr viel steigert, indem sie keine Kinder haben müssen.

    Dass Bayer für die Unsicherheit der Pille wird bluten müssen scheint auch klar. 1.750 Klagen bedeutet vielleicht etwa 200 Millionen oder mehr. So viel werden sie aber an dem Medikament auch verdient haben oder mehr.

  1. Die Pharmaindustrie ist sicherlich kein Hort von Unschuldslämmern.

    Dass Kommentator Nr. 1 vom Ablauf klinischer Prüfungen keinen Schimmer zu haben scheint, wenn behauptet wird, neue Wirkstoffe würden "so gut wie nie" am Menschen geprüft (s. klinische Prüfungen der Phase I bis III), lasse ich mal so im Raum stehen.

    Den Hinweis, dass Arzneimittel nicht dauerhaft angewendet werden sollten, sofern keine dringende Indikation besteht, halte ich für einleuchtend.

    Aber dieses Pharma-Bashing kann ich langsam nicht mehr hören. Sicher ist es traurig, dass eine junge Frau bleibende Schäden durch ein Arzneimittel davongetragen hat, von den Todesfällen ganz zu schweigen.
    Aber ich habe bislang in keinem Artikel zu diesen Fällen Informationen gelesen, die das ganze in Perspektive rücken. So sind laut Artikel weltweit (!) 190 Frauen während der Anwendung dieses Präparats gestorben, das laut Artikel in seiner Sparte das meistverkaufte der Welt ist. Wie viele Anwenderinnen es genau gibt, wird dagegen nicht genannt.

    Was ich zudem vermisse, sind Angaben dazu, woran die Frauen verstarben - Stichwort Kausalität - und welche anderen Risikofaktoren vorlagen. Denn alle 190 Opfer werden wohl auch Wasser getrunken oder Jeans getragen haben, dennoch kommt niemand auf den Gedanken, sie könnten daran verstorben sein.

    Ohne diese Informationen sind und bleiben solche Artikel einfach nur Panikmache, bedienen die Sensationsgier und sind unterhalb des Niveaus, das ich von der Zeit (noch) erwarte.

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    • dth
    • 30.07.2010 um 23:02 Uhr

    Es steht nirgendwo in absoluten Zahlen, wie viele das Präparat nehmen. Aber es scheint ja sehr verbreitet zu sein und der Wirkstoff noch verbreiteter. Daher bin ich davon ausgegangen, dass es bei den 190 zumindest schon einen Verdacht eines Zusammenhangs gibt.
    Frauen, die an irgend welchen anderen Krankheiten gestorben sind, während sie das Medikament genommen haben, müssten doch viel häufiger sein. Ich finde aber auch, dass das gründlicher hätte recherchiert werden müssen.

    • Nandus
    • 31.07.2010 um 8:42 Uhr

    Es ist einigermaßen armselig, seitens der Zeit einen solchen Artikel zu veröffentlichen. Auch ich habe nach einer zahlenmäßigen Relation und einem Kausalzusammenhang der 190 Todesopfer mit "Yasmin" vergeblich gesucht. Wie schnell ein solcher, in wesentlichen Punkten unvollständiger (und damit zwingend falscher) Artikel eine Suggestivkraft enfaltet, zeigt sich prompt bei Kommentar Nr.4 (dth):"Daher bin ich davon ausgegangen, dass es bei den 190 zumindest schon einen Verdacht eines Zusammenhangs gibt." Zit. Ende. (Er / Sie geht einfach davon aus.)

    Ich bin übrigens mit Sicherheit der Letzte, der der pharmazeutischen Industrie die Absolution erteilt. ABER: wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Und wer Ihn wirft, sollte Ihn vorher auf Validität und Objektivität prüfen!

    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:18 Uhr

    "neue Wirkstoffe würden "so gut wie nie" am Menschen geprüft (s. klinische Prüfungen der Phase I bis III), lasse ich mal so im Raum stehen."

    Offenabr haben sie meinen beitrag mit Wut gelesen, adners kann ich mir Ihre Ignoranz überhauptnicht erklärt. Ich schrieb nicht, dass Medikamente sogut wie nie am Menschen gesteetst werden,s ondern so gut wie nie am Menschen OHNE vorher am Tier gestestet zu werden. Meines wissens nach wird jedes Medikament am Menschen gestetset, meien Kritik war die, dass langfristige Schäden nicht vorhersehbar sind. Langzeitstudienw erden ohnehin immer seltener.

    Berechtigte Kritik an Raffgieriege Pharmaleute sollte nicht einfach als "Bashing" abgetan wird. Ich verwende absichtlich niemals Medikamente, ausser ich muss ins Krankenhaus. (Das letzte Medikament dass ich nehmen musste war als ich vor 5 Jahren die Mndeln herausgenommen bekommen habe). Ich mlchte dieses System so wenig wie möglich unterstützen. Denn man kann auch ethische GEsichtspunkte waren und dennoch mit Medikamenten und eren entwicklung menschenleben retten. Ich verlange die abkehr von Tirversuchen, strengere prüfung von sinnigen und unsinnigen Medikamenten und mehr Geld für die Forschung anstatt. Auchw enn der profit darunter leidet.

    "Langzeitstudien werden ohnehin immer seltener."
    Das stimmt nicht nach der Marktzulassung sind Langzeitstudien verpflichtend sonst muss das Produkt vom Markt genommen werden.
    Damit ein Medikament zugelassen wird müssen zuerst vorklinische Studien durchgeführt werden.Diese vorklinischen Studien setzten sich aus 2 Phasen zusammen. Der erste Teil besteht aus in vitro Tests. Erst wenn diese Erfolg versprechen beginnen die Tierversuche.
    NACH den Tierversuchen kommen die Klinischen Studien die in 3 Teile aufgeteilt sind.(Unterschiedliche Anzahl von freiwilligen (!) Menschen)
    Bis ein Medikament auf dem Markt kommt dauert es 8-10 Jahre.
    Sie haben zwar Recht,dass Langzeiteffekte nicht absehbar sind. Würden jedoch Langzeitstudien vor der Marktzulassung verlangt werden, um die Sicherheit zu erhöhen, würde eine Zulassung bis zu 30 Jahre brauchen. Stellen Sie sich vor wie vielen Menschen in der Zeit schon geholfen hätte werden können.
    Die Pharma-Industrie ist einer der am stärksten reglementierten Branchen überhaupt. Es ist richtig, dass Pharmakonzerne einen großen Umsatz haben, nur dafür auch extreme Investitionskosten.
    Von 100 vielversprechenden entdeckten Substanzen kommen nur 2 auf dem Markt. Die Entwicklungskosten für eine Erfolgreiche Substanz belaufen sich auf 400 Mio €. Die Chance auf dem Markt erfolgreich zu sein, ist in den letzten Jahren enorm gesunken. Im Gegensatz dazu sind aber die Kosten die durch die staatlichen Regulierungen gestiegen.

    • dth
    • 30.07.2010 um 23:02 Uhr

    Es steht nirgendwo in absoluten Zahlen, wie viele das Präparat nehmen. Aber es scheint ja sehr verbreitet zu sein und der Wirkstoff noch verbreiteter. Daher bin ich davon ausgegangen, dass es bei den 190 zumindest schon einen Verdacht eines Zusammenhangs gibt.
    Frauen, die an irgend welchen anderen Krankheiten gestorben sind, während sie das Medikament genommen haben, müssten doch viel häufiger sein. Ich finde aber auch, dass das gründlicher hätte recherchiert werden müssen.

    • Nandus
    • 31.07.2010 um 8:42 Uhr

    Es ist einigermaßen armselig, seitens der Zeit einen solchen Artikel zu veröffentlichen. Auch ich habe nach einer zahlenmäßigen Relation und einem Kausalzusammenhang der 190 Todesopfer mit "Yasmin" vergeblich gesucht. Wie schnell ein solcher, in wesentlichen Punkten unvollständiger (und damit zwingend falscher) Artikel eine Suggestivkraft enfaltet, zeigt sich prompt bei Kommentar Nr.4 (dth):"Daher bin ich davon ausgegangen, dass es bei den 190 zumindest schon einen Verdacht eines Zusammenhangs gibt." Zit. Ende. (Er / Sie geht einfach davon aus.)

    Ich bin übrigens mit Sicherheit der Letzte, der der pharmazeutischen Industrie die Absolution erteilt. ABER: wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Und wer Ihn wirft, sollte Ihn vorher auf Validität und Objektivität prüfen!

    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:18 Uhr

    "neue Wirkstoffe würden "so gut wie nie" am Menschen geprüft (s. klinische Prüfungen der Phase I bis III), lasse ich mal so im Raum stehen."

    Offenabr haben sie meinen beitrag mit Wut gelesen, adners kann ich mir Ihre Ignoranz überhauptnicht erklärt. Ich schrieb nicht, dass Medikamente sogut wie nie am Menschen gesteetst werden,s ondern so gut wie nie am Menschen OHNE vorher am Tier gestestet zu werden. Meines wissens nach wird jedes Medikament am Menschen gestetset, meien Kritik war die, dass langfristige Schäden nicht vorhersehbar sind. Langzeitstudienw erden ohnehin immer seltener.

    Berechtigte Kritik an Raffgieriege Pharmaleute sollte nicht einfach als "Bashing" abgetan wird. Ich verwende absichtlich niemals Medikamente, ausser ich muss ins Krankenhaus. (Das letzte Medikament dass ich nehmen musste war als ich vor 5 Jahren die Mndeln herausgenommen bekommen habe). Ich mlchte dieses System so wenig wie möglich unterstützen. Denn man kann auch ethische GEsichtspunkte waren und dennoch mit Medikamenten und eren entwicklung menschenleben retten. Ich verlange die abkehr von Tirversuchen, strengere prüfung von sinnigen und unsinnigen Medikamenten und mehr Geld für die Forschung anstatt. Auchw enn der profit darunter leidet.

    "Langzeitstudien werden ohnehin immer seltener."
    Das stimmt nicht nach der Marktzulassung sind Langzeitstudien verpflichtend sonst muss das Produkt vom Markt genommen werden.
    Damit ein Medikament zugelassen wird müssen zuerst vorklinische Studien durchgeführt werden.Diese vorklinischen Studien setzten sich aus 2 Phasen zusammen. Der erste Teil besteht aus in vitro Tests. Erst wenn diese Erfolg versprechen beginnen die Tierversuche.
    NACH den Tierversuchen kommen die Klinischen Studien die in 3 Teile aufgeteilt sind.(Unterschiedliche Anzahl von freiwilligen (!) Menschen)
    Bis ein Medikament auf dem Markt kommt dauert es 8-10 Jahre.
    Sie haben zwar Recht,dass Langzeiteffekte nicht absehbar sind. Würden jedoch Langzeitstudien vor der Marktzulassung verlangt werden, um die Sicherheit zu erhöhen, würde eine Zulassung bis zu 30 Jahre brauchen. Stellen Sie sich vor wie vielen Menschen in der Zeit schon geholfen hätte werden können.
    Die Pharma-Industrie ist einer der am stärksten reglementierten Branchen überhaupt. Es ist richtig, dass Pharmakonzerne einen großen Umsatz haben, nur dafür auch extreme Investitionskosten.
    Von 100 vielversprechenden entdeckten Substanzen kommen nur 2 auf dem Markt. Die Entwicklungskosten für eine Erfolgreiche Substanz belaufen sich auf 400 Mio €. Die Chance auf dem Markt erfolgreich zu sein, ist in den letzten Jahren enorm gesunken. Im Gegensatz dazu sind aber die Kosten die durch die staatlichen Regulierungen gestiegen.

    • dth
    • 30.07.2010 um 23:02 Uhr

    Es steht nirgendwo in absoluten Zahlen, wie viele das Präparat nehmen. Aber es scheint ja sehr verbreitet zu sein und der Wirkstoff noch verbreiteter. Daher bin ich davon ausgegangen, dass es bei den 190 zumindest schon einen Verdacht eines Zusammenhangs gibt.
    Frauen, die an irgend welchen anderen Krankheiten gestorben sind, während sie das Medikament genommen haben, müssten doch viel häufiger sein. Ich finde aber auch, dass das gründlicher hätte recherchiert werden müssen.

  2. Da kann ich nur sagen: ach Du sch***, die Yasmin hab ich auch mehrere Jahre genommen. Damals hat mich meine Frauenärtztin nicht auf irgendwelche Risiken hingewiesen, auch nicht generell was die Pille angeht. Ich war jung und mir war es irgendwie egal. Ich habe vertraut...in wen eigentlich?

    Jetzt habe ich zwei gesunde tolle Kinder und überlege, ob ich die Pille generell jemals wieder einnehmen soll. Es gibt ja noch andere sichere Verhütungsmethoden.

    Pharmakonzerne sind auch nur Konzerne, und die wollen Geld verdienen. Da werden Risiken ausgeblendet. Krass genug, dass das rechtens ist.

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    "Pharmakonzerne sind auch nur Konzerne, und die wollen Geld verdienen. Da werden Risiken ausgeblendet. Krass genug, dass das rechtens ist."

    Ich denke, ich werde hier noch als Pharmavertreter gebrandmarkt.

    Wie ich bereits erwähnte, ich halte die Pharmaindustrie nicht für die Unschuld in Person.

    Aber: 5 (!) Anwenderinnen des Präparats in Deutschland sind tot. Wie viele das Präparat insgesamt anwenden, erwähnt niemand.

    Ich bin mir sicher, es verunglücken in der BRD mindestens 5 Personen pro Jahr in Automobilen der Marke Daimler. Fragt jemand nach dem Verbot von Mercedes Benz? Nö.
    Q.e.d.

    "Pharmakonzerne sind auch nur Konzerne, und die wollen Geld verdienen. Da werden Risiken ausgeblendet. Krass genug, dass das rechtens ist."

    Ich denke, ich werde hier noch als Pharmavertreter gebrandmarkt.

    Wie ich bereits erwähnte, ich halte die Pharmaindustrie nicht für die Unschuld in Person.

    Aber: 5 (!) Anwenderinnen des Präparats in Deutschland sind tot. Wie viele das Präparat insgesamt anwenden, erwähnt niemand.

    Ich bin mir sicher, es verunglücken in der BRD mindestens 5 Personen pro Jahr in Automobilen der Marke Daimler. Fragt jemand nach dem Verbot von Mercedes Benz? Nö.
    Q.e.d.

  3. "Pharmakonzerne sind auch nur Konzerne, und die wollen Geld verdienen. Da werden Risiken ausgeblendet. Krass genug, dass das rechtens ist."

    Ich denke, ich werde hier noch als Pharmavertreter gebrandmarkt.

    Wie ich bereits erwähnte, ich halte die Pharmaindustrie nicht für die Unschuld in Person.

    Aber: 5 (!) Anwenderinnen des Präparats in Deutschland sind tot. Wie viele das Präparat insgesamt anwenden, erwähnt niemand.

    Ich bin mir sicher, es verunglücken in der BRD mindestens 5 Personen pro Jahr in Automobilen der Marke Daimler. Fragt jemand nach dem Verbot von Mercedes Benz? Nö.
    Q.e.d.

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    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:21 Uhr

    ...5 Tote viel. Auch wenn 100.000 leben. Das Risiko muss bekannt sein und entsprechend rechtlich geregelt. Warum sie hier auf diese pietätlose Art beschwichtigen ist mir unklar.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Die Redaktion/cs

    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:23 Uhr

    Wenn ich in ein Autos teige sind mir die risiken bewusst. Ich weiß wo die BRense ist und ich weiß was pssiert wenn ich einen unfall baue. Wenn die Brensen aber plötzlich nicht funktioieren, oder das lenkrad bei 5 von 5 millionen autos...was weiß ich...Säure abgibt. Würde Daimler sicherlich zur rechenschaft gezogen werden!

    Die pille wird jungen frauen gegeben die zuM Teil nichtmal alt genug sind uM Verträge zu unterzeichnen. Sie wird vom egsamten Pharma- und gesundheitsapparad gutgeredet und die Risiken werden ignoriert.

    Liebe Frauen: Nehmt kein Medikament langfristig und regelmäßig wenn kein medizinischer Grund besteht! Es gibt Kondome! Es gibt andere Möglichkeiten.

    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:21 Uhr

    ...5 Tote viel. Auch wenn 100.000 leben. Das Risiko muss bekannt sein und entsprechend rechtlich geregelt. Warum sie hier auf diese pietätlose Art beschwichtigen ist mir unklar.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Die Redaktion/cs

    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:23 Uhr

    Wenn ich in ein Autos teige sind mir die risiken bewusst. Ich weiß wo die BRense ist und ich weiß was pssiert wenn ich einen unfall baue. Wenn die Brensen aber plötzlich nicht funktioieren, oder das lenkrad bei 5 von 5 millionen autos...was weiß ich...Säure abgibt. Würde Daimler sicherlich zur rechenschaft gezogen werden!

    Die pille wird jungen frauen gegeben die zuM Teil nichtmal alt genug sind uM Verträge zu unterzeichnen. Sie wird vom egsamten Pharma- und gesundheitsapparad gutgeredet und die Risiken werden ignoriert.

    Liebe Frauen: Nehmt kein Medikament langfristig und regelmäßig wenn kein medizinischer Grund besteht! Es gibt Kondome! Es gibt andere Möglichkeiten.

    • Nandus
    • 31.07.2010 um 8:42 Uhr

    Es ist einigermaßen armselig, seitens der Zeit einen solchen Artikel zu veröffentlichen. Auch ich habe nach einer zahlenmäßigen Relation und einem Kausalzusammenhang der 190 Todesopfer mit "Yasmin" vergeblich gesucht. Wie schnell ein solcher, in wesentlichen Punkten unvollständiger (und damit zwingend falscher) Artikel eine Suggestivkraft enfaltet, zeigt sich prompt bei Kommentar Nr.4 (dth):"Daher bin ich davon ausgegangen, dass es bei den 190 zumindest schon einen Verdacht eines Zusammenhangs gibt." Zit. Ende. (Er / Sie geht einfach davon aus.)

    Ich bin übrigens mit Sicherheit der Letzte, der der pharmazeutischen Industrie die Absolution erteilt. ABER: wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Und wer Ihn wirft, sollte Ihn vorher auf Validität und Objektivität prüfen!

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    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:28 Uhr

    Die Anschuldigungen sind berechtigt und es sit dringend davona uszugehen, dass die Trombosen von diesem Medikament verursacht wurden, weil der Wirkstoff Drospirenon Wassereinalgenungen entgegenwirkt, welche zu dickerem Blut führen und dann Trombosen begünstigen. Die Trombosegefahr wurde aber agrnicht im Beipackzettel erwähnt.

    http://www.fr-online.de/w...

    • dth
    • 31.07.2010 um 12:02 Uhr

    Ich gehe nicht "einfach davon aus". Dass es einfach um Frauen geht, die das Medikament genommen haben und dann gestorben sind, kann kaum sein. Die Zahl ist einfach zu niedrig.
    Dabei schließe ich nicht aus, dass die Fälle womöglich nichts mit dem Medikament zu tun haben und wenn doch, nicht, dass Bayer nicht auch völlig korrekt gehandelt haben könnte.
    Darüber zu berichten, auch wenn die Faktenlage noch dünn ist, halte ich dennoch für legitim. Schließlich werden die Betroffenen eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit brauchen, damit ähnlich gelagerte Fälle überhaupt gefunden werden.

    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:28 Uhr

    Die Anschuldigungen sind berechtigt und es sit dringend davona uszugehen, dass die Trombosen von diesem Medikament verursacht wurden, weil der Wirkstoff Drospirenon Wassereinalgenungen entgegenwirkt, welche zu dickerem Blut führen und dann Trombosen begünstigen. Die Trombosegefahr wurde aber agrnicht im Beipackzettel erwähnt.

    http://www.fr-online.de/w...

    • dth
    • 31.07.2010 um 12:02 Uhr

    Ich gehe nicht "einfach davon aus". Dass es einfach um Frauen geht, die das Medikament genommen haben und dann gestorben sind, kann kaum sein. Die Zahl ist einfach zu niedrig.
    Dabei schließe ich nicht aus, dass die Fälle womöglich nichts mit dem Medikament zu tun haben und wenn doch, nicht, dass Bayer nicht auch völlig korrekt gehandelt haben könnte.
    Darüber zu berichten, auch wenn die Faktenlage noch dünn ist, halte ich dennoch für legitim. Schließlich werden die Betroffenen eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit brauchen, damit ähnlich gelagerte Fälle überhaupt gefunden werden.

    • Buh
    • 31.07.2010 um 9:18 Uhr

    "neue Wirkstoffe würden "so gut wie nie" am Menschen geprüft (s. klinische Prüfungen der Phase I bis III), lasse ich mal so im Raum stehen."

    Offenabr haben sie meinen beitrag mit Wut gelesen, adners kann ich mir Ihre Ignoranz überhauptnicht erklärt. Ich schrieb nicht, dass Medikamente sogut wie nie am Menschen gesteetst werden,s ondern so gut wie nie am Menschen OHNE vorher am Tier gestestet zu werden. Meines wissens nach wird jedes Medikament am Menschen gestetset, meien Kritik war die, dass langfristige Schäden nicht vorhersehbar sind. Langzeitstudienw erden ohnehin immer seltener.

    Berechtigte Kritik an Raffgieriege Pharmaleute sollte nicht einfach als "Bashing" abgetan wird. Ich verwende absichtlich niemals Medikamente, ausser ich muss ins Krankenhaus. (Das letzte Medikament dass ich nehmen musste war als ich vor 5 Jahren die Mndeln herausgenommen bekommen habe). Ich mlchte dieses System so wenig wie möglich unterstützen. Denn man kann auch ethische GEsichtspunkte waren und dennoch mit Medikamenten und eren entwicklung menschenleben retten. Ich verlange die abkehr von Tirversuchen, strengere prüfung von sinnigen und unsinnigen Medikamenten und mehr Geld für die Forschung anstatt. Auchw enn der profit darunter leidet.

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