Bildungspolitik Bitte einladen!
Schlaue Rektoren holen sich den Finanzminister auf den Campus
Es waren ungewohnte Töne aus dem Munde eines Kassenwarts. Und sie fielen bei einem außergewöhnlichen Besuch auf einem Campus. Wissenschaft und Forschung seien die "entscheidenden Faktoren für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes", schwärmte Baden-Württembergs Finanzminister Willi Stächele vergangene Woche, als er die Duale Hochschule Ravensburg besuchte. Und weil er so begeistert war von dem, was er da sah, versprach er laut Schwäbischer Zeitung auch gleich noch, dass auch künftig die Millionen fließen werden.
Weiter nördlich, von Schleswig-Holstein über Hessen bis neuerdings hinüber nach Brandenburg, werden die Universitäten Opfer fieser Kürzungen, im Südwesten dagegen können sie auf Streicheleinheiten hoffen?
Schön wär’s. Vorerst bleibt es wohl auch in Baden-Württemberg dabei, dass die Wahl zwischen Wohltat und Wehe für die Hochschulen von der nächsten Steuerschätzung abhängt.
Was sich von den Ravensburgern dennoch lernen lässt: Anstatt ständig die längst überzeugten, doch oftmals ohnmächtigen Wissenschaftsminister einzuladen, gilt es, die wirklich mächtigen Finanzminister so lange zu bearbeiten, bis sie auch mal vorbeischauen. Denn nur wer aus erster Hand weiß, welche hervorragende Arbeit viele Studenten, Forscher und Professoren leisten, dem wird es schwerer fallen, morgen ausgerechnet bei der Bildung den Rotstift anzusetzen.
- Datum 31.07.2010 - 10:34 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 29.07.2010 Nr. 31
- Kommentare 4
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:










Bildung lässt sich nicht kaufen, weder von einem Finanzminister noch von jemandem, der an einer teuren Privatuni studiert.
Ich bin nicht dagegen, dass mehr Geld in Bildung investiert wird. Wir sollten aber auch verstehen, dass manches Problem an der Uni und Hochschule durch strukturelle Mängel ausgelöst wird und es nicht allein hilft neues Geld ins System zu geben.
Aus meiner Sicht brauchen wir dringend folgende Schritte für mehr Leistungsfähigkeit der Universitäten:
- Neudefinition der Promotion nach internationaler PhD-Ausrichtung, d.h. Graduiertenschulen, die Studenten gezielt an akademische Forschung führen, in kleinen Gruppen und nur die wirklich Guten
- Aufwertung des Bachelors zum Endabschluss. Der Bachelor sollte 4 Jahre dauern, der Master ist Zusatzspezialisierung
- Deutliche Aufwertung der akademischen Laufbahn, nach internationalem Vorbild mit Assistant Professur, Associate Professur und voller Professur bessere Bezahlung und up-or-out statt immer neuen akademischen Leichen, die nie Professor werden, aber im System bleiben
das Säckel, das der frisch gebackene Absolvent an Eigentumsaufbau vorbei dem Staat zurückbringen muss. Während die gut gepolsterten Transferbezieher in den Staatsstellen oder als Ärzte beispielsweise dagegen ihre Kinderlein locker zu diesem Ziel führen können. Diese Ungerechtigkeit werden wir immer wieder diskutieren müssen. Sie ist zutiefst undemokratisch.
Bei Ihnen herrscht wohl verkehrte Welt!?
Wer BAfög empfängt kostet die Gemeinschaft, weil man nur einen Teil zurückzahlt. Wenn die Eltern genug verdienen, wird die Gemeinschaft entlastet.
Natürlich kann man sich seine Eltern nicht aussuchen, aber hier diejenigen Eltern zu beschimpfen, die die Ausbildung ihrer Kinder selbst bezahlen und das BAfög für die Anderen gleich mit bezahlen, ist ein Frechheit.
Aus meiner subjektiven Sicht:
Ich komme aus Familienverhältnissen, die nicht gerade ideal sind, werde aber trotzdem geringe Schwierigkeiten haben, über meine Eltern einen Teil der Studienplatzkosten zu finanzieren. Trotzdem werde ich Bafög bekommen dürfen. Das werde ich auch nutzen.
Trotzdem entziehe ich der Gemeinschaft kein Geld, weil ich durch bereits geleistete Abgaben direkter und indirekter Steuern und Gebühren Geld abgegeben habe. Summa summarum erhält die Gemeinschaft einfach nichts von mir.
Was ich aber viel schlimmer finde: Ein zukünftiger Studienkollege hat durch kompliziertere Familenverhältnisse keinen Anspruch auf Bafög, obwohl er es weitaus dringender nötig hätte als ich. Er wird zu seinem Studienplatz pendeln müssen, was gerade noch etwas günstiger sein wird.
Solchen Leuten, die durchs Raster fallen, muss geholfen werden, oder gehen Sie an Weihnachten gerne leer aus, obwohl Sie artig waren @frank12-13?
Bei Ihnen herrscht wohl verkehrte Welt!?
Wer BAfög empfängt kostet die Gemeinschaft, weil man nur einen Teil zurückzahlt. Wenn die Eltern genug verdienen, wird die Gemeinschaft entlastet.
Natürlich kann man sich seine Eltern nicht aussuchen, aber hier diejenigen Eltern zu beschimpfen, die die Ausbildung ihrer Kinder selbst bezahlen und das BAfög für die Anderen gleich mit bezahlen, ist ein Frechheit.
Aus meiner subjektiven Sicht:
Ich komme aus Familienverhältnissen, die nicht gerade ideal sind, werde aber trotzdem geringe Schwierigkeiten haben, über meine Eltern einen Teil der Studienplatzkosten zu finanzieren. Trotzdem werde ich Bafög bekommen dürfen. Das werde ich auch nutzen.
Trotzdem entziehe ich der Gemeinschaft kein Geld, weil ich durch bereits geleistete Abgaben direkter und indirekter Steuern und Gebühren Geld abgegeben habe. Summa summarum erhält die Gemeinschaft einfach nichts von mir.
Was ich aber viel schlimmer finde: Ein zukünftiger Studienkollege hat durch kompliziertere Familenverhältnisse keinen Anspruch auf Bafög, obwohl er es weitaus dringender nötig hätte als ich. Er wird zu seinem Studienplatz pendeln müssen, was gerade noch etwas günstiger sein wird.
Solchen Leuten, die durchs Raster fallen, muss geholfen werden, oder gehen Sie an Weihnachten gerne leer aus, obwohl Sie artig waren @frank12-13?
Bei Ihnen herrscht wohl verkehrte Welt!?
Wer BAfög empfängt kostet die Gemeinschaft, weil man nur einen Teil zurückzahlt. Wenn die Eltern genug verdienen, wird die Gemeinschaft entlastet.
Natürlich kann man sich seine Eltern nicht aussuchen, aber hier diejenigen Eltern zu beschimpfen, die die Ausbildung ihrer Kinder selbst bezahlen und das BAfög für die Anderen gleich mit bezahlen, ist ein Frechheit.
Aus meiner subjektiven Sicht:
Ich komme aus Familienverhältnissen, die nicht gerade ideal sind, werde aber trotzdem geringe Schwierigkeiten haben, über meine Eltern einen Teil der Studienplatzkosten zu finanzieren. Trotzdem werde ich Bafög bekommen dürfen. Das werde ich auch nutzen.
Trotzdem entziehe ich der Gemeinschaft kein Geld, weil ich durch bereits geleistete Abgaben direkter und indirekter Steuern und Gebühren Geld abgegeben habe. Summa summarum erhält die Gemeinschaft einfach nichts von mir.
Was ich aber viel schlimmer finde: Ein zukünftiger Studienkollege hat durch kompliziertere Familenverhältnisse keinen Anspruch auf Bafög, obwohl er es weitaus dringender nötig hätte als ich. Er wird zu seinem Studienplatz pendeln müssen, was gerade noch etwas günstiger sein wird.
Solchen Leuten, die durchs Raster fallen, muss geholfen werden, oder gehen Sie an Weihnachten gerne leer aus, obwohl Sie artig waren @frank12-13?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren