Portugal Der Strand

Die Bucht von Alteirinhos braucht keine Wellenreiter, um lässig zu sein

Die Bucht von Alteirinhos - ein klein geratenes Paradies

Die Bucht von Alteirinhos - ein klein geratenes Paradies

In Zambujeira do Mar, knapp 200 Kilometer südlich von Lissabon, stehen weiße Fischerhäuser am Stadtstrand wie Schaulustige. Hohe, eiskalte Atlantikwellen brechen sich an einer feinsandigen Küste. Scharfer Wind poliert den Himmel. Als wir ankamen, dachten wir, das Leben meine es gut mit uns. Und dann, eine Bucht weiter, drückte es uns einen Kuss mitten ins Gesicht.

Bei Ebbe kann man den Strand von Alteirinhos zu Fuß erreichen. Die Flut zwingt uns auf den schweißtreibenden Weg über Treppen in den Klippen. Von hier oben könnte man meinen, das Paradies sei ein wenig klein geraten – kaum mehr als ein paar Hundert Meter schmaler Strand, nach hinten begrenzt von steilen Felsen, deren Ausläufer bis ins Wasser ragen. Doch es zeigt sich, dass ein Flecken Erde nicht viel Platz braucht, um zu sperrig für jede Schublade zu sein.

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Hier weiß man nie, ob man im Schutz der steinernen Falten am Strand auf campende Hippies, vespernde portugiesische Großfamilien oder Nudisten fortgeschrittenen Alters stoßen wird. Alteirinhos braucht keine Wellenreiter, um seine Lässigkeit unter Beweis zu stellen. Für Surfer ist die Bucht ohnehin zu schmal und felsig.

Wir liegen in der Sonne, sehen blinzelnd dem Salzwasser dabei zu, wie es auf der heißen Haut zu weißen Krusten trocknet. Das Kind klettert in den Felsen, wo die Erdzeitalter braungelbe Schichten hinterlassen haben. Am Nachmittag wachsen Schattenmarkisen aus dem Stein. Und ehe es Zeit zum Aufbruch ist, stellen wir uns unter die Süßwasserquellen, die aus den Felsen sprudeln, um uns das Salz von der Haut zu waschen. Das Meer löscht die Fußabdrücke der letzten Sonnenuntergangsspaziergänger.

Wer behauptet, dass es in Europa einen schöneren Strand als diesen gibt, möge dies möglichst laut tun. Wir behalten das Paradies gern für uns allein.

Weitere Informationen unter www.visitportugal.com

 
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    • Quelle DIE ZEIT, 29.07.2010 Nr. 31
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