China »Immer noch ein Tropfen Essig!«Seite 5/5

ZEIT: Vor den Olympischen Spielen, als Sie Botschafterin in London waren, haben Sie den westlichen Medien vorgeworfen, sie »dämonisierten« China.

Fu Ying: Das war zwischen den Unruhen in Lhasa am 14. März 2008 und dem Olympischen Fackellauf durch London am 6. April. Das Verhalten der Medien hat mich überrascht. Wenn Sie die Fernsehbilder der ersten drei Tage der Unruhen in Lhasa noch einmal zurückdrehen, dann sehen Sie die Berichte über Chinas Tibet: Diese zeigten Polizisten, die in Lhasa Mönche verprügelten, und jeden Tag hatten diese Polizisten andere Uniformen an! Es waren eben keine chinesischen Polizisten. Jeder konnte das sofort erkennen. Warum hat man das gemacht? Ich bin mir sicher, die Fernsehleute, die diese Bilder gezeigt haben, sollten wissen, dass dies keine chinesischen Polizisten waren. Diese Berichterstattung hat Ihren Medien so geschadet, gerade bei den jungen Leuten in China! Für Ihren Ruf war das eine Katastrophe. Es wird lange dauern, bis Sie sich davon erholen.

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ZEIT: Sie glauben, das Fernsehen hat absichtlich falsche Bilder gezeigt?

Fu Ying: Ich weiß es nicht. Ich kann es nicht verstehen. Ich möchte nur fragen, ob Sie begreifen, wie sehr diese Berichterstattung Ihnen geschadet hat. Es wird großer Anstrengungen bedürfen, sich von diesem Schaden zu erholen. Aber vielleicht können Sie es ja vergessen, einfach ignorieren. Ich glaube nur, dass eine Menge Leute, die es gesehen und gelesen haben, sich daran erinnern werden.

Das Gespräch führte Matthias Naß

 
Leser-Kommentare
  1. Entfernt. Bitte formulieren Sie Ihre Meinung mithilfe von Argumenten. Die Redaktion/cs

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    schöner Kommentar toll platziert und wohl super abgesprochen ? Also bei Ihrer Vita hätte ich einen besseren Kommentar erwartet. Wohl zu lange im Komunismus in China gelebt ? Das Sie sehr geehrte Frau Fu Ying den Westen nicht verstehen und glauben , der Westen hat ein (eingeredetes ) Problem mit der Betrachtung des Chinesen (wer denn genau) auf die Europäer , ja das glaube ich ihnen . Ist doch das Gespräch hier mit Ihnen drohend und (pardon) arrogant. Menschenrechte können also unterschiedlich interpretiert werden, und Ihre Betrachtung ist richtig ?, und im Sinne der geschichtlichen Entwicklung zu sehen. Dazu der Kommentar von Hr Pattenberg in gleicher Art und Weise,... danke für heute war es genug Propaganda .

    schöner Kommentar toll platziert und wohl super abgesprochen ? Also bei Ihrer Vita hätte ich einen besseren Kommentar erwartet. Wohl zu lange im Komunismus in China gelebt ? Das Sie sehr geehrte Frau Fu Ying den Westen nicht verstehen und glauben , der Westen hat ein (eingeredetes ) Problem mit der Betrachtung des Chinesen (wer denn genau) auf die Europäer , ja das glaube ich ihnen . Ist doch das Gespräch hier mit Ihnen drohend und (pardon) arrogant. Menschenrechte können also unterschiedlich interpretiert werden, und Ihre Betrachtung ist richtig ?, und im Sinne der geschichtlichen Entwicklung zu sehen. Dazu der Kommentar von Hr Pattenberg in gleicher Art und Weise,... danke für heute war es genug Propaganda .

  2. schöner Kommentar toll platziert und wohl super abgesprochen ? Also bei Ihrer Vita hätte ich einen besseren Kommentar erwartet. Wohl zu lange im Komunismus in China gelebt ? Das Sie sehr geehrte Frau Fu Ying den Westen nicht verstehen und glauben , der Westen hat ein (eingeredetes ) Problem mit der Betrachtung des Chinesen (wer denn genau) auf die Europäer , ja das glaube ich ihnen . Ist doch das Gespräch hier mit Ihnen drohend und (pardon) arrogant. Menschenrechte können also unterschiedlich interpretiert werden, und Ihre Betrachtung ist richtig ?, und im Sinne der geschichtlichen Entwicklung zu sehen. Dazu der Kommentar von Hr Pattenberg in gleicher Art und Weise,... danke für heute war es genug Propaganda .

  3. wäre dochmal eine längere Debatte wert. Wenn ich mir allein den privaten Fernsehmarkt ansehe den sich zwei Monopole teilen....

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    man unterliegt bereits hier bei zeit-online selbst z.T. einer deftig-heftigen zensur.

    wo wir schon beim thema sind! ah ja! meinungs- und pressefreiheit!

    aber bitte, bitte, bitte nur REDAKTIONSKONFORM.

    sonst: ab in die schublade: "schlechter geschmack", schublade zu. etikette drauf. fertig.

    ja, so ist das mit der zensur in china.

    warum in die ferne schweifen, denn das schlechte liegt so nah?

    man unterliegt bereits hier bei zeit-online selbst z.T. einer deftig-heftigen zensur.

    wo wir schon beim thema sind! ah ja! meinungs- und pressefreiheit!

    aber bitte, bitte, bitte nur REDAKTIONSKONFORM.

    sonst: ab in die schublade: "schlechter geschmack", schublade zu. etikette drauf. fertig.

    ja, so ist das mit der zensur in china.

    warum in die ferne schweifen, denn das schlechte liegt so nah?

  4. Wenn Sie es als Tatsache darstellen, dass "da ja mittlerweile anerkannt wird, dass Menschenrechte durchaus ein erstrebenswertes Ziel sind", dann begehen Sie den gleichen Fehler, den Sie kritisieren.

    Und ja, wir erzwingen unsere Erwartungen auf einen Staat, der noch nicht so weit ist. Ich war schon einige Male in China und habe wiederholt erlebt, wie sich Westler mit Chinesen unterhalten und diese gezielt auf Menschenrechtsproblematik etc. ansprechen. Die meisten Chinesen erkennen garnicht, was sich hinter den Fragen verbirgt, sie VERSTEHEN unsere Ansätze nicht vollkommen.

    Darin liegt die Problematik, und diese wird hier von Frau Fu Ying richtig geschildert.

    Antwort auf "Argumentation"
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    • dth
    • 30.07.2010 um 19:40 Uhr

    Ich kritisiere dieses "Demokratie passt nicht zu unserer Kultur"-Argument als ausflucht. Da ich so nicht argumentiere, kann ich diesen Fehler eigentlich gar nicht begehen. Welchen Fehler meinen sie also?
    Mit meiner Aussage bezog ich mich auch auf die politische Elite Chinas, die Aufnahme von Menschenrechten in die Verfassung spricht ja doch für eine prinzipielle Akzeptanz derselben.
    Ich bin durchaus der Meinung, dass man China Zeit für eine Entwicklung zugestehen muss. Und ich komme im persönlichen Kontakt mit Chinesen sicher nicht auf die Idee als erstes nach der Einstellung zu Menschenrechten zu fragen...
    Menschenrechte, wozu Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung gehören, sind aber im Kern aus gutem Grund universell. Sie ergeben sich aus der Erkenntnisfähigkeit und Würde des Menschen. Daher kann man sie nicht einfach so mit kulturellen Besonderheiten relativieren. Das wird aber sicher auch nicht auf dauer gut gehen, die Chinesen werden diese schon auch immer mehr einfordern.

    • dth
    • 30.07.2010 um 19:40 Uhr

    Ich kritisiere dieses "Demokratie passt nicht zu unserer Kultur"-Argument als ausflucht. Da ich so nicht argumentiere, kann ich diesen Fehler eigentlich gar nicht begehen. Welchen Fehler meinen sie also?
    Mit meiner Aussage bezog ich mich auch auf die politische Elite Chinas, die Aufnahme von Menschenrechten in die Verfassung spricht ja doch für eine prinzipielle Akzeptanz derselben.
    Ich bin durchaus der Meinung, dass man China Zeit für eine Entwicklung zugestehen muss. Und ich komme im persönlichen Kontakt mit Chinesen sicher nicht auf die Idee als erstes nach der Einstellung zu Menschenrechten zu fragen...
    Menschenrechte, wozu Meinungsfreiheit und Selbstbestimmung gehören, sind aber im Kern aus gutem Grund universell. Sie ergeben sich aus der Erkenntnisfähigkeit und Würde des Menschen. Daher kann man sie nicht einfach so mit kulturellen Besonderheiten relativieren. Das wird aber sicher auch nicht auf dauer gut gehen, die Chinesen werden diese schon auch immer mehr einfordern.

  5. "Schauen Sie sich doch um bei den Ländern, die Ihr System übernommen haben. Wie erfolgreich sind sie, wem geht es so gut wie Ihnen? Haben sie Ihr Bruttosozialprodukt erreicht? Sie wollen Ihr politisches System, Ihre Werte mit einer Menge von Ländern teilen. Was Sie nicht teilen wollen, sind Ihr Reichtum, Ihr Lebensstandard, das Fundament Ihres politischen Systems."

    Die Bürger Chinas sind mit dem chinesischen Weg nicht schlecht gefahren. Der späte Eintritt in die WTO beispielsweise war extrem sinnvoll. Denn die heutigen starken Volkswirtschaften haben in ihrer Aufbauphase alle Phasen des Protektionismus durchgemacht. Stellt sich die Wahl zwischen Freiheit und Sicherheit, werden sich viele Menschen eher für das Essen auf dem Teller entscheiden. Dass demokratische Wahlen ohne ein gewisses Grundgerüst an Infrastruktur, Wohlstand und politischer Bildung alles andere als ein Allheilmittel darstellen sehen wir beispielsweise im Kongo und in anderen afrikanischen Staaten.

    Statt ständig mit dem moralischen Zeigefinger durch die Gegend zu laufen könnten wir uns auch überlegen, wie man die Lebens- und Menschrechtssituation ALLER Menschen verbessern könnte.

    Abgesehen davon: Politische Partizipationsmöglichkeiten sind bei uns institutionell auch sehr gering gehalten. Auch hier regiert eine, wohl noch egoistischere, Elite. Und was passiert, wenn sich die Staatsgewalt bedroht fühlt zeigen online-durchhsuchungen, Bundestrojaner, Polizeiübergriffe auf Demonstrationen.

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    Das das Gerede von den "kulturellen Unterschieden" nach denen die Demokratie nicht nach China passt nichts als kollektive Volksverblödung ist sollte jedem logisch denkendem Mensche eigentlich auf Anhieb klar sein.

    Leider ist in Deutschland der Selbsthass auf sich und die Demokratie traditionell ja besonders ausgeprägt, so dass es auch in diesem Forum wieder genügend Gutmenschen geben wird, die Frau Fu zustimmen werden.

    Das das Gerede von den "kulturellen Unterschieden" nach denen die Demokratie nicht nach China passt nichts als kollektive Volksverblödung ist sollte jedem logisch denkendem Mensche eigentlich auf Anhieb klar sein.

    Leider ist in Deutschland der Selbsthass auf sich und die Demokratie traditionell ja besonders ausgeprägt, so dass es auch in diesem Forum wieder genügend Gutmenschen geben wird, die Frau Fu zustimmen werden.

  6. Das das Gerede von den "kulturellen Unterschieden" nach denen die Demokratie nicht nach China passt nichts als kollektive Volksverblödung ist sollte jedem logisch denkendem Mensche eigentlich auf Anhieb klar sein.

    Leider ist in Deutschland der Selbsthass auf sich und die Demokratie traditionell ja besonders ausgeprägt, so dass es auch in diesem Forum wieder genügend Gutmenschen geben wird, die Frau Fu zustimmen werden.

    Antwort auf "Recht hat sie!"
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    Soll das etwa heißen, dass man von nix was wissen muss, um einen "unbeeinflussten" Kommentar abgeben zu können?
    Es genügt eben nicht, wenn man im Chinarestaurant mit dem Löffel "Rindfleisch süß-sauer" gegessen hat, um sich ein Urteil über China erlauben zu können.

    Soll das etwa heißen, dass man von nix was wissen muss, um einen "unbeeinflussten" Kommentar abgeben zu können?
    Es genügt eben nicht, wenn man im Chinarestaurant mit dem Löffel "Rindfleisch süß-sauer" gegessen hat, um sich ein Urteil über China erlauben zu können.

    • sane
    • 30.07.2010 um 17:42 Uhr

    Man hätte - ironischerweise - dem Ziel, dass möglichst vielen Menschen Menschenrechte zu Teil werden mehr dienen können, hätte man sie nicht universell formuliert. Die Parallelen zur Missionierung sind offensichtlich, auch wenn der Schaden an den Menschenrechten, die sich nicht durch übermenschliches legitimieren, weitaus größer ist.

    Bei den "Klagen an China" spielt aber eine gute Portion Selbsthass des Westens eine Rolle. Die Tatsache, dass "wir" selbst für uns inzwischen die Menschenrechte als selbstverständlich gegeben annehmen bedeuten eben nicht, dass es für uns selbstverständlich ist, dass unsere Socken von Leuten produziert werden, für die das ebenfalls gilt.

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