Klimaschutz Heiße Zeiten
Washington tritt beim Klimaschutz auf die Bremse, Peking gibt Gas. Ein globales Abkommen wird immer unwahrscheinlicher
© GABRIEL BOUYS/AFP/Getty Images

Luftverschmutzung über Los Angeles
Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, sind in der vergangenen Woche zwei Entscheidungen gefallen, deren Bedeutung für das Schicksal der Erde, ihrer bald sieben Milliarden Bewohner und für die internationale Politik kaum zu überschätzen sind. Sie sind in Peking und in Washington gefallen, in den Hauptstädten jener beiden Länder, die allein für mehr als zwei Fünftel der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich sind. Ohne China und ohne die USA ist effektiver globaler Klimaschutz deshalb nicht möglich – das lehrt die Erfahrung der vergangenen 20 Jahre. Nun sind die Karten zwischen diesen beiden Hauptverursachern der Erderwärmung auf überraschende Weise neu verteilt worden. Während am Montag in Bonn das nächste Vorbereitungstreffen für die Weltklimakonferenz in Cancún im Dezember beginnt, hat sich Amerika bis auf Weiteres als Akteur der Klimapolitik verabschiedet. Zugleich ist China zum neuen Hoffnungsträger der Klimaschützer aufgestiegen. Unterm Strich stehen die Chancen für wirksamen globalen Klimaschutz wegen des Rückzugs der USA trotzdem so schlecht wie selten zuvor.
Was ist geschehen? In den Vereinigten Staaten, von deren Territorium aus seit Beginn der Industrialisierung so viel Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt ist wie von keiner anderen Nation aus, wird es in absehbarer Zukunft kein wirksames Klimaschutzgesetz geben; vergangene Woche wurde deutlich, dass im US-Senat vor allem für den Emissionshandel die Mehrheit fehlt.
Parallel dazu verdichteten sich die Hinweise darauf, dass China – aktuell der größte Emittent von Treibhausgasen – demnächst nicht nur mit Law and Order, sondern ausgerechnet mit dem marktnahen Instrument des Emissionshandels gegen das scheinbar unaufhaltsame Wachstum seiner Treibhausgasemissionen vorzugehen gedenkt. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission hat eine entsprechende Grundsatzentscheidung bereits getroffen. Während des zwölften Fünfjahresplans, der 2011 beginnt, soll es so weit sein.
Während sich das kommunistisch regierte China also als Verbündeter der Weltenretter gibt, scheint das demokratisch verfasste Amerika das Projekt gerade zu begraben. Verkehrte Welt.
Warum das Vorhaben von US-Präsident Barack Obama gescheitert ist, endlich ein Klimaschutzgesetz auf den Weg zu bringen, ist kein Geheimnis. Es lag nicht daran, dass über die Rolle des Menschen als Verursacher der Erwärmung Zweifel bestünden. Auch Irritationen wegen vermeintlicher Manipulationen von Klimaforschern scheiden als Erklärung aus; die Verdächtigungen haben sich längst als haltlos erwiesen. Es kann auch nicht am Wetter gelegen haben. Die amerikanische Ostküste wird sogar gerade von einer regelrechten Hitzewelle heimgesucht. Nein, zum Opfer gefallen ist das Klimagesetz schlicht der Feigheit und Gier der Kohlelobby und anderer Traditionsindustrien. Derweil, als wäre das noch nicht genug, sind die sogenannten Klimaskeptiker drauf und dran, obendrein auch noch das kalifornische Klimaschutzgesetz zu kippen.
Das alles bedeutet nicht, dass jenseits des Atlantiks von sofort an alle Bemühungen zur Minderung des CO₂-Ausstoßes eingestellt werden. Studien zufolge können die US-Emissionen sogar trotzdem sinken; allerdings werden sie das selbst im besten Fall deutlich langsamer tun, als es unter der Regie des gescheiterten Bundesgesetzes möglich gewesen wäre. Ob die USA ihre bei der Kopenhagener Klimakonferenz gemachte Zusage einhalten können, die Emissionen bis zum Jahr 2020 (im Vergleich zu 2005) um 17 Prozent zu senken, ist eher unwahrscheinlich.
China, auf der anderen Seite, hat bisher international nur zugesagt, seine CO₂-Emissionen pro Einheit des Sozialprodukts zu senken (um 40 bis 45 Prozent); dieses Ziel, erstaunlich genug, wollen die Chinesen in Zukunft auch mittels Emissionshandel anstreben. Dass China aber seinen absoluten CO₂-Ausstoß senkt, ist bis auf Weiteres trotzdem ausgeschlossen. Alles deutet deshalb darauf hin, dass die Emissionen weltweit weiter steigen – und das, obwohl sich das Jahr 2010 anschickt, zum wärmsten Jahr seit mehr als hundert Jahren zu werden.
Politisch heiß wird es nun für die Europäer. Sie haben bisher viel Rücksicht auf die USA genommen – in der Hoffnung, die Amerikaner würden ihnen bald folgen. Das haben sie nicht getan. Deshalb sollte die EU jetzt ihre Taktik ändern und ihr Klimaziel verschärfen. Auch wenn die USA dann spüren, dass nicht mehr alle auf sie warten.
- Datum 30.07.2010 - 10:16 Uhr
- Quelle DIE ZEIT, 29.07.2010 Nr. 31
- Kommentare 33
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funktioniert doch:
Das Glühlampen-Verbot der EUrokraten.
Ach ja, wie einmal hat ein Redakteur seine wertvolle Zeit verschwendet und ein weiteres Machwerk über das böse CO² geschrieben.
Wann wird endlich auch der letzte Schreiberling merken das CO² in keinster Weise für den aktuellen Klimawandel verantwortlich ist?
Wir haben ganz andere Umweltproble die viel viel Dringlicher sind als das ermüdende Gewinsel über das ach so schädliche CO².
Vielleicht haben das die Verantwortlichen in den USA endlich erkannt.
[Anmerkung: Können Sie Ihre These bitte mit Quellen belegen? Vielen Dank. Die Redaktion/ew]
Lieber Karsten,
als Chemiker dreht sich bei mir der Magen um, wenn Sie die 2 am Sauerstoff hochgestellt und nicht tiefgestellt schreiben. Das wäre ja noch zu akzeptieren, wenn Sie eine fundierte Meinung verträten. Stattdessen geben Sie die Meinung der Öl- und Kohlelobby wieder, die bei Ihnen anscheinend erfolgreich gewütet hat.
Quellen?
http://www.lobbycontrol.d...
http://www.shortnews.de/i...
http://www.n-tv.de/politi...
Letztendlich sind wir im Bereich der Naturwissenschaften, da gilt das Falsifikationsprinzip. Wenn es ausreichend Daten gibt, die den durch Kohlendioxid verursachten Klimawandel widerlegen, dann muss man das akzeptieren. Nur ich möchte mir später nicht von meinen Kindern und deren Kindern vorwerfen lassen, dass ich lieber der Kohle- und Öllobby geglaubt habe als den wissenschaftlichen Ergebnissen.
Nebenbei:
Die FCKWs waren ja auch mal total ungefährlich, bis man dann entdeckte, dass sie in der Atmosphäre für das Ozonloch verantwortlich waren.
Lieber Karsten,
als Chemiker dreht sich bei mir der Magen um, wenn Sie die 2 am Sauerstoff hochgestellt und nicht tiefgestellt schreiben. Das wäre ja noch zu akzeptieren, wenn Sie eine fundierte Meinung verträten. Stattdessen geben Sie die Meinung der Öl- und Kohlelobby wieder, die bei Ihnen anscheinend erfolgreich gewütet hat.
Quellen?
http://www.lobbycontrol.d...
http://www.shortnews.de/i...
http://www.n-tv.de/politi...
Letztendlich sind wir im Bereich der Naturwissenschaften, da gilt das Falsifikationsprinzip. Wenn es ausreichend Daten gibt, die den durch Kohlendioxid verursachten Klimawandel widerlegen, dann muss man das akzeptieren. Nur ich möchte mir später nicht von meinen Kindern und deren Kindern vorwerfen lassen, dass ich lieber der Kohle- und Öllobby geglaubt habe als den wissenschaftlichen Ergebnissen.
Nebenbei:
Die FCKWs waren ja auch mal total ungefährlich, bis man dann entdeckte, dass sie in der Atmosphäre für das Ozonloch verantwortlich waren.
Ja ne ist klar, alle doof ausser die Amis ;)
Ganz ehrlich, ich kann mich an keine einzige positive Meldung aus Amerika erinnern in den letzten 10 Jahren.
Kann es sein, dass die USA dem Rest der Welt eigentlich nur schadet oder täusche ich mich da?
China verhält sich wie immer geschickt, zynisch und auf lange Frist selbstzerstörerisch, wie ein Drogensüchtiger, der mit anderen Junkies eine Entziehungskur vereinbart und sich in's Fäustchen lacht, weil dann mehr Drogen für ihn bleiben, eine wirklich gesunde Art, mit der eigenen Sucht umzugehen.
Wenn Amerika zu Klimaschutzmaßnahmen gedrängt wird, zusagt und sich halbwegs daran hält wird China ebenfalls zusagen - und sich dann, wie so oft bei internationalen Vereinbarungen, nicht daran halten, um einen vermeintlichen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, der dann in Form von Fluten, Luftverschmutzung und einer Selbstzerstörung biblischen Ausmaßes auf das Reich der Mitte zukommt.
Ich bin mir sicher, diese unglaublich clevere Methode folgt althergebrachten chinesischen Strategemen:
1. "Dem Feind den Sieg nehmen, indem man die Klippe des Feindes erobert und dann selbst hinunterspringt"
2. "Den Tiger vom Berg in die Ebene locken und sich fressen lassen."
3. "Das Brennholz heimlich unter dem Kessel wegnehmen und sich selbst damit auf dem Scheiterhaufen verbrennen."
China verhält sich wie immer geschickt, zynisch und auf lange Frist selbstzerstörerisch, wie ein Drogensüchtiger, der mit anderen Junkies eine Entziehungskur vereinbart und sich in's Fäustchen lacht, weil dann mehr Drogen für ihn bleiben, eine wirklich gesunde Art, mit der eigenen Sucht umzugehen.
Wenn Amerika zu Klimaschutzmaßnahmen gedrängt wird, zusagt und sich halbwegs daran hält wird China ebenfalls zusagen - und sich dann, wie so oft bei internationalen Vereinbarungen, nicht daran halten, um einen vermeintlichen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, der dann in Form von Fluten, Luftverschmutzung und einer Selbstzerstörung biblischen Ausmaßes auf das Reich der Mitte zukommt.
Ich bin mir sicher, diese unglaublich clevere Methode folgt althergebrachten chinesischen Strategemen:
1. "Dem Feind den Sieg nehmen, indem man die Klippe des Feindes erobert und dann selbst hinunterspringt"
2. "Den Tiger vom Berg in die Ebene locken und sich fressen lassen."
3. "Das Brennholz heimlich unter dem Kessel wegnehmen und sich selbst damit auf dem Scheiterhaufen verbrennen."
China sei der neue Hoffnungsträger. Will der Artikel mir damit sagen, dass die USA die letzten Jahre der Hoffnungsträger war?
Welchen Anhaltspunkt hat man, dass man die USA als Hoffnungsträger bezeichnen kann? Die USA wehrt sich doch schon seit dem Kyoto-Protokoll gegen verbindliche Zusagen.
Wenn man nun China schon als neuen Hoffnungsträger sieht, dann sollte man in Hinblick auf die Vergangenheit auch das Bild Chinas ins rechte Licht rücken. Dabei wird deutlich, wie unfair und "westlich-zentriert" wir die ganze Sache gesehen haben.
China hat sich in letzter Zeit gegen Verbindliche Zusagen gewehrt, die das Wachstum Chinas (das China unbedingt braucht) gefährden und gleichzeitig aus dieser Situation Wettbewerbsvorteile für die westlich-industrialisierte Welt bringt, worauf die USA hinaus wollte.
Wenn man nun, wie in diesem Artikel, China eine glaubwürdige Rolle als Hoffnungsträger zutraut, bedeutet dies, dass die Vorschläge von China schon immer seriöus und keine Hinhaltestrategie waren.
Das Verhalten der chinesischen Regierung hat sich nämlich keineswegs geändert. Dafür gibt es auch keine Anhaltspunkte. Die aktuelle Entscheidung über den Emissionshandel steht in einer Reihe mit zahlreichen anderen Maßnahmen, die China bereits unternimmt, um umweltfreundlicher zu werden. Und das unabhängig von internationalen Verträgen oder Hilfen.
An diesem Punkt sollten sich die Medien nämlich fragen, warum sie immer China als Schuldigen gesucht hat.
China verhält sich wie immer geschickt, zynisch und auf lange Frist selbstzerstörerisch, wie ein Drogensüchtiger, der mit anderen Junkies eine Entziehungskur vereinbart und sich in's Fäustchen lacht, weil dann mehr Drogen für ihn bleiben, eine wirklich gesunde Art, mit der eigenen Sucht umzugehen.
Wenn Amerika zu Klimaschutzmaßnahmen gedrängt wird, zusagt und sich halbwegs daran hält wird China ebenfalls zusagen - und sich dann, wie so oft bei internationalen Vereinbarungen, nicht daran halten, um einen vermeintlichen Wettbewerbsvorteil zu erlangen, der dann in Form von Fluten, Luftverschmutzung und einer Selbstzerstörung biblischen Ausmaßes auf das Reich der Mitte zukommt.
Ich bin mir sicher, diese unglaublich clevere Methode folgt althergebrachten chinesischen Strategemen:
1. "Dem Feind den Sieg nehmen, indem man die Klippe des Feindes erobert und dann selbst hinunterspringt"
2. "Den Tiger vom Berg in die Ebene locken und sich fressen lassen."
3. "Das Brennholz heimlich unter dem Kessel wegnehmen und sich selbst damit auf dem Scheiterhaufen verbrennen."
Wenn man den CO2-Ausstoss pro Kopf betrachtet, wird deutlich, dass man China und die USA nicht wirklich miteinander vergleichen kann: In den USA verursacht im Schnitt jede Person 19,6 T, in China 3,9 T und in Indien 1,1 T CO2 (Deutschland 9,9 T). Das spiegelt grob auch den durchschnittlichen Lebensstandard wieder.
Insofern ist es zynisch, von China zu verlangen, den Lebensstandard seiner Bevölkerung nicht erhöhen zu wollen. Die Kopplung von CO2-Reduktion an das Bruttusozialprodukt macht m.E. nach deutlich, dass China den Spagat versucht, Umweltschutz und Verbesserung der Lebensumstände unter einen Hut zu bringen.
Wer schon einmal in den USA war weiß, dass hier durch einfache Verminderung der immensen Verschwendung von Energie und Ressourcen eine Menge erreicht werden könnte, ohne dass irgendjemand auf irgendetwas verzichten müsste.
Wenn man den CO2-Ausstoss pro Kopf betrachtet, wird deutlich, dass man China und die USA nicht wirklich miteinander vergleichen kann: In den USA verursacht im Schnitt jede Person 19,6 T, in China 3,9 T und in Indien 1,1 T CO2 (Deutschland 9,9 T). Das spiegelt grob auch den durchschnittlichen Lebensstandard wieder.
Insofern ist es zynisch, von China zu verlangen, den Lebensstandard seiner Bevölkerung nicht erhöhen zu wollen. Die Kopplung von CO2-Reduktion an das Bruttusozialprodukt macht m.E. nach deutlich, dass China den Spagat versucht, Umweltschutz und Verbesserung der Lebensumstände unter einen Hut zu bringen.
Wer schon einmal in den USA war weiß, dass hier durch einfache Verminderung der immensen Verschwendung von Energie und Ressourcen eine Menge erreicht werden könnte, ohne dass irgendjemand auf irgendetwas verzichten müsste.
Warum müssen wir auf die USA warten? Öl und andere Ressourcen werden bald Mangelware sein. Wir werden unsere Art zu Leben grundlegend ändern müssen. Wenn die USA das ignorieren, werden sie später größere Anstrengungen unternehmen müssen.
Davon mal abgesehen, wird eine Erderwärmung von 6 oder 7 Grad nicht nur einfach 6 oder 7 Grad wärmer sein. Eine Erwärmung innerhalb so kurzer Zeit wird Auswirkungen wie ein Weltkrieg haben. Das China plötzlich den Klimaschutz entdeckt, ist nicht verwunderlich. Denn man wird massiv betroffen sein. Der Himalaja ist einer der grössten Wasserspeicher der Welt, der die grossen Flüsse Chinas mit Wasser versorgt. Ein abschmelzen der Gletscher wird die Wasserversorgung und damit die Landwirtschaft zum Stillstand bringen.
Zu den ersten beiden Kommentatoren: Ihre Haltung zum Klimaschutz gilt mittlerweile als ignorant. Das tut mir leid für Sie.
In Bezug auf die VRChina freue ich mich. Man kommt wohl zunehmend zur Einsicht, dass nicht alles technisch Machbare auch gut ist; die Haltung der Politklasse zum Drei-Schluchten-Staudamm ist ja wohl das augenscheinlichste Beispiel.
Die USA hinterlassen bei mir immer eine große Ambivalenz. Viele meiner amerikanischen Freunde und Kollegen fahren mittlerweile Hybrids oder TDIs/CDIs, haben Solarthermie und Photovoltaik installiert, essen "organic food" usw. Texas und Kalifornien machen fortschrittliche Umweltpolitik. Allerdings ist in Washington vieles nicht durchsetzbar. Ich hoffe, dass sich auf die Dauer die Politiker in Washington besinnen.
Ich als Ökonom kann leider nicht beurteilen, welche Seite recht hat und welche nicht. Die "Wissenschaftlichkeit" und damit die Glaubwürdigkeit der Untersuchungen zum anthoprogenen Treibhauseffekt kann sicherlich auf beiden Seiten immer wieder bestätigt und widerlegt werden. Unabhängig davon finde ich den Satz des Authors "Deshalb sollte die EU jetzt ihre Taktik ändern und ihr Klimaziel verschärfen. Auch wenn die USA dann spüren, dass nicht mehr alle auf sie warten." bemerkenswert.
Einerseits führt die Politik der Treibhausgasminderung - wie zu recht im Artikel bemerkt wird- nur global zu einem Ziel, andererseits führen die enormen mit dem Klimaschutz verbundenen Kosten zu Einschränkungen in der Wettbewerbsfähigkeit der EU-Länder. Die Endverbraucher (Unternehmen, private Haushalte) in Europa werden weiter belastet, während insbesondere US-Unternehmen relativ günstiger weiter produzieren können.
Man sollte sich meiner Meinung nach die Folgen von Politikmaßnahmen zumindest im Ansatz klarmachen, auch wenn die Zeit des Artikelschreibens begrenzt ist.
Sollte die EU tatsächlich ihre Minderungsziele verschärfen, werden die Amerikaner sich eher ins Fäustchen lachen, als nachzuziehen.
MfG
P.s. Woher stammt eigentlich die Idee des Klimawandels? Aus den USA? Und die machen jetzt nicht mit? Seltsam....
Danke führ Ihren Beitrag, Trapper_Toni. Die ökonomische Sicht ist auf jeden fall nicht zu vernachlässigen. Es freut mich, Sie hier als Ökonom als Orientierung zu haben.
Mir stellt sich aber die Frage, ob es nicht möglich wäre Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz zu vereinen. Sicherlich ist auf kurzfristige Sicht das nicht möglich.
Aber man sollte eine solche Entwicklung nicht so einfach nehmen. Eine Umstellung auf eine andere Energiequelle nimmt viel Zeit in kauf. Und wie schon erwähnt, gehen die fossilen Rohstoffe bald zu ende. Damit werden auch schonmal die Preise für die Abnehmerländer steigen - ein Faktor.
Eine Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien ist also über kurz oder lang unausweichlich. Die Kernfusion ist noch nicht in Sichtweise und birgt ebenfalls viele Risiken.
Außerdem könnte das Produzieren mit erneuerbaren Energien unter einem gewissen Gesichtspunkt ziemlich billig sein. Dabei geht es aber um eine Entwicklung. Eine Entwicklung hin zur flexibleren Produktion. Wenn die Unternehmen in der Lage sind, zeitlich flexibel zu produzieren, und die Stromnetze besser ausgebaut werden, könnte man doch bei krassen Überschuss von Stromkapazitäten zu einem günstigeren Preis produzieren.
Dieses Gedankenspiel lässt die Möglichkeiten des Speicherns von Stromkapazitäten außer acht. Aber selbst ohne können Sie erkennen, dass es doch Möglichkeiten gibt.
Und er früher eine Entwicklung erkennt und sich darauf einstellt, ist im Wettbewerb im Vorteil.
Wenn wir das Handeln der USA ändern wollen, dann halt mit ihren eigenen Waffen.
Nicht klimaschutz-gerecht hergestellte Produkte und Dienstleistungen werden mit Einfuhrzöllen belegt.
Ebenso werden Länder, deren Produktion mehrheitlich klimaschädigend ist mit Sanktionen belegt.
Das ist jetzt nicht unbedingt die freiheitlichste Idee, aber in der Unterdrückung der Drittweltländer und anderen hat es der Westen ja auch nicht so genau mit seinem Freihandel genommen.
Es wird Zeit, zu handeln. Die wirtschaftlichen Sanktionswerkzeuge liegen auf dem Tisch. Wer keine Einsicht zeigt für seine globale Verantwortung wird bestraft. Wo ist das Problem? play the game, but differently.
Danke führ Ihren Beitrag, Trapper_Toni. Die ökonomische Sicht ist auf jeden fall nicht zu vernachlässigen. Es freut mich, Sie hier als Ökonom als Orientierung zu haben.
Mir stellt sich aber die Frage, ob es nicht möglich wäre Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz zu vereinen. Sicherlich ist auf kurzfristige Sicht das nicht möglich.
Aber man sollte eine solche Entwicklung nicht so einfach nehmen. Eine Umstellung auf eine andere Energiequelle nimmt viel Zeit in kauf. Und wie schon erwähnt, gehen die fossilen Rohstoffe bald zu ende. Damit werden auch schonmal die Preise für die Abnehmerländer steigen - ein Faktor.
Eine Entwicklung hin zu erneuerbaren Energien ist also über kurz oder lang unausweichlich. Die Kernfusion ist noch nicht in Sichtweise und birgt ebenfalls viele Risiken.
Außerdem könnte das Produzieren mit erneuerbaren Energien unter einem gewissen Gesichtspunkt ziemlich billig sein. Dabei geht es aber um eine Entwicklung. Eine Entwicklung hin zur flexibleren Produktion. Wenn die Unternehmen in der Lage sind, zeitlich flexibel zu produzieren, und die Stromnetze besser ausgebaut werden, könnte man doch bei krassen Überschuss von Stromkapazitäten zu einem günstigeren Preis produzieren.
Dieses Gedankenspiel lässt die Möglichkeiten des Speicherns von Stromkapazitäten außer acht. Aber selbst ohne können Sie erkennen, dass es doch Möglichkeiten gibt.
Und er früher eine Entwicklung erkennt und sich darauf einstellt, ist im Wettbewerb im Vorteil.
Wenn wir das Handeln der USA ändern wollen, dann halt mit ihren eigenen Waffen.
Nicht klimaschutz-gerecht hergestellte Produkte und Dienstleistungen werden mit Einfuhrzöllen belegt.
Ebenso werden Länder, deren Produktion mehrheitlich klimaschädigend ist mit Sanktionen belegt.
Das ist jetzt nicht unbedingt die freiheitlichste Idee, aber in der Unterdrückung der Drittweltländer und anderen hat es der Westen ja auch nicht so genau mit seinem Freihandel genommen.
Es wird Zeit, zu handeln. Die wirtschaftlichen Sanktionswerkzeuge liegen auf dem Tisch. Wer keine Einsicht zeigt für seine globale Verantwortung wird bestraft. Wo ist das Problem? play the game, but differently.
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