Bret Easton Ellis »Ich bin American Psycho«
Die Drogen- und Gewaltexzesse seiner frühen Romane haben Bret Easton Ellis weltberühmt gemacht. Sein neues Buch schreibt diese Anfänge fort. Ein Gespräch über den Versuch, Kontrolle über sein Leben zu gewinnen.
DIE ZEIT: Erinnern Sie sich daran, was Sie heute Nacht geträumt haben?
Bret Easton Ellis: Nein, aber ich wachte auf, weil ich mitten in einem Traum war. Da war Schlamm, und ich war in einem Käfig.
ZEIT: Wir sitzen in Ihrem Apartment in Los Angeles, das Sie zu einem Schauplatz Ihres neuen Romans Königliche Schlafgemächer gemacht haben. War das eine gute Idee?
Ellis: Das weiß ich noch nicht. Ich wollte es so. Es schien mir sinnvoll. Ich hatte es zuerst mit anderen Gebäuden versucht, aber warum?
ZEIT: Werden Sie hier ausziehen?
Ellis: Nein, das kann ich nicht. Wegen der Rezession ist das Apartment nur noch die Hälfte dessen wert, was ich bezahlt habe.
ZEIT: Stimmt es auch, dass der junge Mann, der eigentlich hier leben sollte, gestorben ist?
Ellis: Ja. Die Wohnung wurde gerade neu gestaltet, Böden, Küche, alles war nicht fertig. Er lebte ein paar Straßen weiter, eines Nachts starb er.
ZEIT: Warum haben Sie sich entschieden, Königliche Schlafgemächer zu schreiben?
Ellis: Es war nichts Pragmatisches oder Logisches. Als ich an Lunar Park (2005) arbeitete, las ich zum ersten Mal wieder meinen ersten Roman Unter Null und fragte mich: Wo ist Clay, was macht er? Diese Frage wollte einfach nicht verschwinden. Und so fing ich an zu denken, vielleicht ist er zurück in L.A., vielleicht ist er Drehbuchautor, vielleicht machen sie gerade einen Film aus seinem Skript. Der zentrale Mythos von Hollywood ist Exploitation, Menschen nutzen sich gegenseitig aus. Vielleicht ist da eine junge Schauspielerin, vielleicht sind es mehrere, viele. Ich hatte Raymond Chandler gelesen, könnte es ein L.A. Noir sein? Über den Zeitraum von einem Jahr nahmen diese Ideen Gestalt an, ich begann mit Notizen und schrieb einen langen Entwurf. Erst danach begann ich mit dem Buch. Es ist ein sehr langsamer Prozess, aber es macht Spaß, alles ist intuitiv.
ZEIT: Wie sortieren Sie Stimmen und Gedanken, die Ihnen durch den Kopf gehen?
Ellis: Ich versuchte alles durch Clays Augen zu sehen. Langsam gefiel mir die Idee, auch die anderen Figuren aus Unter Null zurückzubringen. Den Begriff Fortsetzung finde ich aber unpassend, es geht nicht um den Sommer 1984, wenn Clay aus dem College zurückkommt. Dieser Roman handelt von Clay heute, 25 Jahre später.
ZEIT: Am Anfang erzählt Clay, nicht er sei der Erzähler von Unter Null, ein unbenannter Autor habe das Buch geschrieben. Ist damit Bret Easton Ellis gemeint, der Charakter, der uns in Lunar Park vorgestellt wurde?
Ellis: Vielleicht. Clay sagt, jemand anders sei der Autor, über ihn sei auf eine Weise geschrieben worden, die seiner Person nicht gerecht werde. In Königliche Schlafgemächer stellt sich heraus, du bist vielleicht nicht der Clay, den wir aus Unter Null kennen, du bist viel schlimmer.
ZEIT: Hat er sich gewehrt, als er merkte, er wird von Ihnen in einem unvorteilhaften Licht dargestellt?
Ellis: Er ist ein Narziss. Der denkt nicht so, wie wir jetzt über ihn sprechen. Er interessiert sich nur für sich selbst, er glaubt, er sei der Star des Films, dessen Drehbuch er schreibt. Tatsächlich ist er ein Nebendarsteller, der sich in den Mittelpunkt drängt. Ihm wird das mehrfach gesagt, aber als Narziss kann er es nicht verstehen, deshalb verletzt er viele Menschen.
Ellis: Clay, der Narziss, denkt: So war ich doch gar nicht. Ich war nicht so passiv, nicht so dumm, ich bin eine viel komplexere Person. In Unter Null führt er uns durch die unmoralische Landschaft von Los Angeles, und ich habe mich gefragt, ist seine Passivität, das Sich-nicht-Einlassen, ein Beleg seines Verstandes, ein Schutz? Oder gibt es ein anderes, tieferes Problem?
ZEIT: Clay ist jetzt sehr aktiv.
Ellis: Er hat Appetit, er ist hungrig.
ZEIT: Und er stillt ihn, indem er anfängt, mit Menschen zu spielen.
Ellis: Ja. Er ist in einer Machtposition.
ZEIT: Tut er es, weil er schreibt?
Ellis: Es ist mehr als das. Clay ist ein Masochist und Romantiker. Er hat eine Obsession mit jungen Schauspielerinnen, darin liegt für ihn Befriedigung und Schmerz zugleich. Beides scheint ihm Freude zu bereiten, deshalb tut er es immer wieder.
ZEIT: Schreiben fordert ihn nicht mehr genug?
Ellis: Er ist ein erfolgreicher Drehbuchautor, viel erfolgreicher, als ich es bin. Mit Schreiben verdient er sein Geld, und es ist ein Weg, die jungen Schauspielerinnen zu treffen.
ZEIT: Haben Sie in Ihrem Entwurf notiert, was in den 25 Jahren seit dem Erscheinen von Unter Null passiert ist?
Ellis: Nein, nur einzelne, kurze Notizen. Über Julian hatte ich mehr geschrieben, aber dann merkte ich, nichts davon brauche ich, denn Clay interessiert nicht, was Julian macht.
ZEIT: Er nimmt sein Leben teilweise als Film wahr. Ist das etwas Gutes oder Teil des Problems?
Ellis: Im Wahn zu leben ist natürlich nicht gut. Clay, der in dem Film lebt, den er schreibt, ist Teil des Problems. Ein Film ist eine Fantasie, nicht die Wirklichkeit. Wer sich entscheidet, darin zu leben, hat sein wahres Leben aufgegeben und weigert sich, sich mit seinen Problemen auseinanderzusetzen. Das verletzt andere Menschen, keine gute Idee.
ZEIT: Tanzt er mit dem Teufel, oder ist er der Teufel?
Ellis: Das macht keinen Unterschied.
ZEIT: Kennen sich Clay und Patrick Bateman, der Protagonist aus Ihrem Roman American Psycho?
Ellis: Das ist eine gute Frage. Ich bin mir nicht sicher. Vielleicht sind sie sich in New York über den Weg gelaufen.
ZEIT: All Ihre Werke sind untereinander verbunden, und Sie intensivieren konstant das Spiel mit der Realität. Bedeutet mehr Komplexität nach außen mehr Klarheit für Sie selbst?
Ellis: Ja, das tut es. Aber es ist kein Plan, es passiert einfach. Ich finde es weder gut noch schlecht und weiß nicht, warum es so ist, aber es ist so.
ZEIT: Sprechen wir über Unter Null, Ihren ersten Roman. Warum haben Sie ihn geschrieben?
Ellis: Ich wollte Schriftsteller sein. Ich war sechs, als ich anfing, Kinderbücher zu schreiben und später Comics, als ich in der fünften Klasse war.
ZEIT: Kannten Sie damals einen Schriftsteller?
Ellis: Nein, aber man hat mir erzählt, meine Großmutter mütterlicherseits habe ein Kinderbuch veröffentlicht.
ZEIT: Stimmt es, dass Sie den Roman in wenigen Wochen eines Sommers geschrieben haben?
Ellis: Ich war 16, als ich mit dem Unter Null- Projekt begann. Ich hatte ein Auto, ich fing an, in Clubs zu gehen, zu Konzerten und auf eine Menge Parties. Darüber schrieb ich, am Anfang wie ein Tagebuch. Dann unternahm ich mehrere Versuche, daraus einen Roman zu machen, sehr lang, sehr autobiografisch. Es funktionierte nicht. Erst als ich auf dem College war und mich entschied, fiktive Charakter zu erschaffen, wurde es langsam. Diese erste Fassung, die Grundlage des Romans werden sollte, entstand dann in einem Sommer.
ZEIT: Als Vorbilder dienten Ihre Freunde?
Ellis: Blair erinnert an ein Mädchen, mit dem ich ausging. Julian basiert auf mehreren Jungs, die ich kannte, die in unklaren Situationen mit älteren Männern waren. Trent ist eine Komposition aus mehreren Freunden. Niemand aber kann über meine Bücher sagen: Das bin ich, das ist mein Leben. Außerdem sind viele Situationen fiktionalisiert. Ich war nie in einem Hotelzimmer mit einem Freund, während der Sex mit einem Geschäftsmann hatte. Ich fand nie einen Toten in einer Seitenstraße. Es kann sein, dass ich einmal einen Snuff-Film gesehen habe, aber der war eine offensichtliche Fälschung. Trotzdem fand und finde ich, der Roman ist ein authentisches Porträt, wie es ist, als Teenager in Los Angeles aufzuwachsen.
ZEIT: Fühlten Sie sich als Kind sicher?
Ellis: Nein, nie. Im Gegenteil. Ich bin mit einer sehr unstabilen Vaterfigur aufgewachsen, das hat mich zu einem sehr beunruhigten Kind gemacht, anfällig für Fantasien. Ich wollte raus aus diesem Umfeld, und in Büchern, Filmen und Musik konnte ich verschwinden. Wenn ich ein Buch las, fühlte ich mich sicher, oder zumindest gab es mir das Gefühl, eine Art von Kontrolle zu haben. Von diesen Ängsten ist immer noch viel in mir. Als ich an Königliche Schlafgemächer arbeitete, war ich überrascht, wie stark dieses Gefühl von Bedrohung und Angst die Geschichte umhüllt.
ZEIT: Eine der Besonderheiten des jungen Clay ist, wie selbstverständlich er bisexuell ist.
Ellis: Ich fand das literarisch interessant. Clay ist so skrupellos, verschwenderisch und zugleich so orientierungslos und passiv, dass er auch mit einem Typen nach Hause geht, wenn der sagt »Komm mit«. Ich bin in einer sehr aufgeklärten Atmosphäre groß geworden, Beverly Hills, Private School, die Leute aus der Filmindustrie. Es schien mir kein so großes Problem. Auch danach, auf dem College in Bennington, war alles sehr offen. Niemand interessierte sich. Genauso im Manhattan der achtziger Jahre. Für mich war es wirklich nicht besonders traumatisch.
ZEIT: Clay hatte eine Familie, Eltern, zwei Schwestern, genau wie Sie. In Ihrem neuen Roman werden sie gar nicht erwähnt. Gibt es Menschen, die ein Schriftsteller schützen muss?
Ellis: Ich hätte nie einen Roman geschrieben, wenn ich Angst hätte, meine Mami oder meine Schwestern zu verletzen.
ZEIT: Hat Clay Sie jetzt überrascht?
Ellis: Ja, sehr, und gleichzeitig reflektieren er und das Buch natürlich, wie es mir in den letzten drei Jahren ging, in denen ich es schrieb. Es war keine gute Zeit. Der Umzug von New York nach Los Angeles war für mich ein sehr schmerzhafter Prozess der Selbstbesinnung. Ich musste viel über mich und meine Probleme lernen, die mich davon abhielten, wenigstens stabil zu werden. Glücklich zu sein, darum geht es gar nicht.
ZEIT: Was haben Sie hier über sich herausgefunden, das Sie mögen?
Ellis: Ich habe mich entschieden, mir weniger Sorgen zu machen, mehr zu tolerieren, und ich bin nicht mehr so dramatisch. Zu verstehen, warum du dich quälst, ist eine Voraussetzung, um damit umgehen zu können. Sehr viel hat mit Vergangenheit zu tun. An einem bestimmten Punkt wird es zu viel und zu anstrengend, und du musst dich dafür entscheiden, es einfach zu akzeptieren. Das ist das eine. Und ich habe aufgehört, Drogen zu nehmen.
ZEIT: Nur noch Weißwein und Zigaretten?
Ellis: Kein Wein mehr, auch kein Bier, zurzeit mag ich Tequila sehr gern. Den sollte ich auch nicht trinken, aber irgendetwas brauche ich, um den ganzen Stress zu verarbeiten. Ich hoffte, wenn ich New York hinter mir lasse, könnte ich mich in L.A. neu erfinden und ein neues Leben mit einer neuen Rolle beginnen. Es geschah nicht. Einer der Gründe ist die Isolation, der du in Los Angeles ausgesetzt bist. Du bist hier sehr viel allein, ob zu Hause oder im Auto. Das macht etwas mit deinem Bewusstsein, und es zwingt dich, über dich nachzudenken und Entscheidungen zu treffen.
ZEIT: Was ist das Resultat?
Ellis: Du wirst zu dem, der du wirklich bist. Das ist mir passiert. Los Angeles hat mich dazu gezwungen. Wer hierherkommt und es bekämpft, wird entweder verrückt oder geht wieder.
ZEIT: In New York waren Sie ganz anders?
Ellis: Ich nahm Drogen, und ich war süchtig danach, mir selbst schwierige Situationen zu erschaffen. Mein Umfeld machte mich dazu oder erlaubte mir zumindest, damit weiterzumachen. Heute interessiert es mich nicht mehr so sehr, in Nachtclubs zu gehen oder ein ganzes Wochenende Drogen zu nehmen. Vielleicht werde ich auch nur älter.
ZEIT: Keine Rückfälle?
Ellis: Nein.
ZEIT: Wie fühlt sich das Älterwerden an?
Ellis: Es ist, als sorgte man sich über das Wetter. Ein simpler Fakt des Lebens, und es gibt nichts, was du dagegen tun kannst, trotzdem geht jeder anders damit um. Du akzeptierst es auf bestimmten Ebenen, in anderen Bereichen wehrst du dich, färbst vielleicht deine Haare oder bist mit einem jüngeren Freund zusammen, um dich jung zu halten.
ZEIT: Ist es leichter, wenn man sich nie so sehr zu etwas zugehörig fühlt?
Ellis: Ich habe mich nur alt gefühlt, als ich 18 war und an Unter Null schrieb, das ist wirklich ein Altmänner-Buch. Es ist kein freundliches Buch über meine Freunde oder mich, es ist sehr grantig und böse.
ZEIT: Nichts Schlechtes passiert dir, solange du allein bist, heißt es in Königliche Schlafgemächer. Wie eng ist Ihr Wohl mit Ihrer Arbeit verbunden?
Ellis: Meine Romane kommen aus Schmerz, Entfremdung und Einsamkeit, aus Bereichen des Lebens, die ich nicht verstehe. Das Schreiben selbst ist ein Weg, damit umzugehen, mehr darüber herauszufinden und sie zu kontrollieren.
ZEIT: In all Ihren Büchern sterben Menschen. War Tod immer ein Teil Ihres Lebens?
Ellis: Ich habe bisher zwei große Verluste erlebt, meinen Vater und Michael Kaplan, dem ich Lunar Park gewidmet habe. Von beiden konnte ich mich nicht verabschieden, es ist einfach passiert.
ZEIT: Glauben Sie an Gott?
Ellis: Nein. Meine Eltern waren Agnostiker, eigentlich Atheisten. Ich bin ohne Religion aufgewachsen. Mein Vater war sehr dagegen. Unsere Haushälterin war die Einzige, die religiös war, sie war auch unser Kindermädchen.
ZEIT: Wie würden Sie den Unterschied zwischen Unsicherheit und Angst beschreiben?
Ellis: Unsicherheiten basieren auf Verletzungen, und der daraus folgende Schmerz macht unsicher. Angst ist eine normale Reaktion auf unser tägliches Leben. Ich habe gelernt, sie entweder zu analysieren oder sie einfach zu ignorieren, dann verschwindet sie. Wer sein Leben in Angst lebt, ist verloren. Nichts wird angenehm, nichts wird lohnend erscheinen. Befrei dich davon.
ZEIT: Würde das nicht alle Eitelkeiten beseitigen?
Ellis: Vielleicht, die gründen auf Unsicherheiten. Aber hätte ich eine Wahl, ich wäre lieber langweilig und frei von Angst. Ich glaube nicht, dass Ängste Menschen unbedingt interessanter machen. Außerdem gibt es Menschen, die weder ängstlich sind noch langweilig.
ZEIT: Ängstigen sich Menschen vor Ihnen, weil sie Sie mit Patrick Bateman oder Clay verwechseln?
Ellis: Ja, absolut. Sie haben auch Angst vor Bret Easton Ellis. Sie werden nervös und verhalten sich merkwürdig. Ich verstehe das, es geschieht einfach. Ein Teil von mir möchte ihnen das Gegenteil beweisen, ein anderer ist erleichtert darüber. Es ist gut, Distanz zu halten, all diese Menschen sind Fremde.
ZEIT: Als Ihr Verlag American Psycho wegen der Gewaltpassagen nicht veröffentlichen wollte, hätte Ihre Karriere vorbei sein können. Wie denken Sie heute über Patrick Bateman?
Ellis: Ich denke, inzwischen ist genug Zeit verstrichen, und das Buch ist so akzeptiert, dass ich offener darüber sprechen kann, wo die Ursprünge dieses Romans liegen.
ZEIT: Was heißt das?
Ellis: Ich habe jahrelang diese bedeutenden Statements abgegeben, die leicht zu glauben waren: Bret schrieb das Buch, weil er über die Wall Street und Yuppies nachdachte. Die Wahrheit aber ist, ich habe über mich selbst nachgedacht. American Psycho ist ein sehr persönlicher, sehr autobiografischer Roman, und ich finde, dass ich Patrick Bateman sehr gut getroffen habe. Mit vielen seiner Ansichten und seiner Empfindungen stimmte und stimme ich überein.
ZEIT: Sie identifizieren sich mit Patrick Bateman?
Ellis: Ja, und es fühlt sich gut an, das jetzt zuzugeben.
ZEIT: Lesen Sie Ihre Kritiken? Konnten Sie schon etwas Interessantes über Ihr neues Buch lesen?
Ellis: Von den etablierten Kritikern lernt man nie etwas. Manchmal stehen im Internet, in Blogs, interessante Verbindungen, die Lesern aufgefallen sind und über die ich noch nicht nachgedacht habe.
ZEIT: Als Unter Null erschien, wurde es mit dem Fänger im Roggen verglichen. Heute wird jedes Buch, das Drogen, Sex und Musik erwähnt und in erster Person geschrieben ist, mit Ihnen und Salinger verglichen. Wie fühlt sich das an?
Ellis: Ich liebe es. Ich bekomme jedes Mal einen Orgasmus, wenn ich lese, dass ich jemanden dazu gebracht haben soll, sein Buch zu schreiben.
ZEIT: Welche Bedeutung haben erste und letzte Sätze für Sie?
Ellis: Beide sind wichtig, und ich habe sie gern, bevor ich anfange zu schreiben. Es hilft mir, mich auf den Roman zu konzentrieren und ihn zu verstehen, sie sind ein Bezugspunkt.
ZEIT: Ihr letzter Satz in Königliche Schlafgemächer klingt fast wie ein allerletzter Satz.
Ellis: Ja, das tut er, das ist wahr.
ZEIT: Es ist ein furchterregender Satz
Ellis: Es ist entweder das Ende von etwas oder ein Anfang.
Das Gespräch führte Henning Kober
- Datum 30.07.2010 - 11:28 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.07.2010 Nr. 31
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