Lebensmittel: Gentechnik auf dem Teller
Jeder kauft sie, kaum einer weiß es. Nur neue Regeln für die Kennzeichnung von Lebensmitteln können das ändern
Wenn es hilft, etwas für das eigene Image zu tun, läuft Ilse Aigner auch barfuß durch ein Roggenfeld. Für eine Boulevardzeitung ließ sich die Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin vor einigen Tagen mit dynamischer Staubwolke um die bloßen Fesseln ablichten, wehendes Haar vor weiß-blauem Himmel, die geballte Faust erhoben. Es galt, eine Niederlage noch irgendwie ins Positive zu wenden.
Mit einem Brief nach Brüssel hatte die Ministerin im Februar die EU-Kommission dazu bewegen wollen, die Kennzeichnung von Gentechnik in Lebensmitteln deutlich auszuweiten. Nach geltendem Recht müssen bisher nur wenige Dutzend Nahrungsmittel in Europa den Zusatz »genetisch verändert« im Kleingedruckten tragen, obwohl bei vielen Produkten Gentechnik im Spiel ist.
Eine offizielle Antwort auf ihren Brief steht zwar noch aus. Aber bereits im Juni hat John Dalli, maltesischer EU-Kommissar für Verbraucherschutz, der deutschen Ministerin für Verbraucherschutz am Telefon mitgeteilt, dass er ihren Vorschlag gar nicht erst zur Diskussion stellen werde. »No way«, heißt es aus Brüssel zu der sogenannten Prozesskennzeichnung, für die sich Aigner starkgemacht hatte. Eine verpasste Chance, die Wahlfreiheit des Verbrauchers zu stärken: Die ernüchternde Nachricht ging im landwirtschaftlichen Sommerinterview mit dem Massenblatt beinahe unter.
Das Scheitern in Brüssel folgte auf einen unscheinbaren Satz im Koalitionsvertrag der schwarz-gelben Regierung aus dem Oktober 2009: »Zur Schaffung einer umfassenden Verbrauchertransparenz streben wir eine Positivkennzeichnung (Prozesskennzeichnung) auf europäischer Ebene an.« Das klingt ziemlich abstrakt, und was genau die Regierung damit meint, hat sie bis heute nicht öffentlich erklärt. Ihr Streben könnte zum differenziertesten und verbraucherfreundlichsten Gentechnik-Kennzeichnungssystem der Welt führen – oder zu einer politisch erwünschten Nebelwand, durch die hindurch kein Konsument mehr erkennen kann, wie viel und welche Art Gentechnik in seinem Joghurt, seiner Suppe, seinem Steak oder seinem Brot steckt.
- Pizza
-
Folgende Produkte enthalten oft Zutaten, die mit Gentechnik in Berührung gekommen sind – allerdings ist nach geltendem europäischem Recht keine Kennzeichnung nötig:
Für die Käseproduktion einer Pizza wird Chymosin eingesetzt, ein Enzym, das ursprünglich aus dem Labferment von Kälbermägen gewonnen wurde. Heute wird es gentechnisch hergestellt. Für die Salami, wie für Schweinefleisch generell, gilt: Gentechnik im Futter ist in einem bestimmten Rahmen erlaubt.
- Fruchtsaft
Schon beim Auspressen der Früchte werden Enzyme eingesetzt. Diese knacken die Zellwände und erhöhen die Ausbeute. Enzyme wie Pektinasen, Cellulasen, Hemicellulasen, Glucanasen oder Xylanasen können mithilfe von gentechnisch veränderten Organismen hergestellt werden. Das gilt auch für Amylasen, mit deren Hilfe aus trüben Säften klare werden.
- Kartoffelchips
Das Frittieröl stammt aus Sojabohnen, Rapsöl oder Baumwollsaat. Eine Verunreinigung mit Ernten von transgenen Pflanzen kann nicht ausgeschlossen werden. Als Emulgatoren im Teig werden Mono- und Diglyceride aus Soja beigemischt. Unter anderem aus gentechnologischer Produktion werden Geschmacksverstärker wie Glutamat, Säuerungsmittel oder Aromen zugesetzt.
Im Kern geht es um die Frage, ob in Zukunft für alle Zutaten in einem Produkt separat angegeben werden muss, ob bei der Herstellung Gentechnik mit im Spiel war. Oder ob einfach ein großes G auf der Packung prangen soll, wenn der Einsatz von Gentechnik irgendwo im langen Prozess der Produktion nicht ausgeschlossen werden kann.
Beide Varianten haben ihre erklärten Anhänger. Die erste bevorzugen Verbraucherschutzorganisationen und Lebensmittelrechtler. Ihr Argument: Nur eine solche Differenzierung ermögliche Aufklärung und Wahlfreiheit. Die pauschale Kennzeichnung helfe eher der Industrie, weil dann strittige Produkte leicht in jener großen Masse von Waren mitschwimmen könnten, die dann plötzlich auch gekennzeichnet werden müssten: Fleisch, Eier und Milch von Tieren, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden, würden dann per G-Stempel gleichgestellt mit Keksen, die lediglich ein von transgenen Mikroorganismen hergestelltes Backhilfsmittel enthalten, ansonsten aber aus fair gehandelten Biozutaten zusammengerührt wurden. Das wäre eine Lebensmittelkennzeichnung, die eher vernebelt als aufklärt. Eine solche Strategie, warnen Verbraucherschützer, verwirre den Verbraucher.
Da ist es schon erstaunlich, dass das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) auf Nachfrage erklärt: Die Bundesregierung habe in dieser Frage noch »keine eigenen Detailvorstellungen« entwickelt. Wenn man sich bei der Gentechnikexpertin der FDP-Bundestagsfraktion, Christel Happach-Kasan, danach erkundigt, hat diese allerdings eine sehr genaue Vorstellung: Sie will das universelle G, genauso wie ihr Kollege Peter Bleser (CDU), der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz der Unions-Bundestagsfraktion. In Brüssel wisse man durchaus, dass hinter dem Plan der deutschen Regierung nicht der Wunsch nach Transparenz stehe, sagt ein Ministerialbeamter, der nicht namentlich zitiert werden möchte.
Dass in Deutschland überhaupt wieder über eine Kennzeichnung für Gentechnik diskutiert wird, hängt paradoxerweise mit dem Siegel »Ohne Gentechnik« zusammen. Im Jahr 2008 hatte es die SPD noch in der schwarz-roten Koalition gegen den Widerstand von CDU/CSU durchgeboxt.







Dass sich die meisten Hersteller vor einer verbraucherfreundlichen Kennzeichnung fürchten, ist wohl berechtigt.
Man braucht sich nur an den Streit um die gentechnisch veränderten Wachstumshormone von Monsanto erinnern, mit denen in den USA Milchkühe behandelt wurden, um die Milchproduktion zu steigern. Was zur Folge hatte, dass die damit behandelten Kühe übergroße Euter mit ständigen Entzündungen entwickelten.
Monsanto setzte sich gegen eine Kennzeichnung lange erfolgreich zur Wehr. Milch von behandelten wie von unbehandelten Kühen stand nebeneinander im Regal.
Der Tag, an dem ein Label für unbehandelte Milch zugelassen wurde, war das Ende dieser Monsanto Milch. Weil sie niemand mehr gekauft hat.
Der Verbraucherschutz dieser Tage beschränkt sich darauf, die verbraucher möglichst am Leben zu erhalten. Alles andere fällt dem Kapitalismus gnadenlos zum Opfer. Im zweifel sind niedliche Tiere, saftige Früchte oder lächelnde Schönheiten wichtiger als Kennzeichnungen zum inhalt. Warum? Weil es dem wirtschaftssystem dienlicher ist. So wird mehr konsumiert, und vorallem: billiges konsumiert, wodruch massenhafter konsum erst möglich wird.
Im zweifel eben für das Geld und gegen den verbaucherschutz. Die ewigen Prädigten Pseudoliberaler Politiker haben sich nicht erfüllt. Der markt hat auch hier in der Slebstregulierung versagt. Er hat es nicht geschafft durch Konkurenzdruck hoche Sicherheit und guten Service herzustellen. Nur bessere verpackungen und billigeren inhalt. Der Verbraucher lässt sich eben leicht täuschen.
Ich fordere daher endlich ausführliche Angaben zum Inhalt anstaatt übertriebender MArketingschale. Ich will wissen ob ein Prdukt vegan oder vegetarisch ist, ob zur herstellung gelantine verwendet wird ,w ie beif ast allen Säften, ob die Farbstoffe aus Läusen gewonnen werden, wie bei Campari, ich will bei verarbetitetn PProdukten die GENAUE Inhaltsangabe lesen können und alle stoffe die zur herstellung genutzt werden als auch Nährwertangaben, ich will wissen ob Genmanipuliertes Bestandteil sit,welche pestizide verwendet wurden und wo es hergestellt wurde (sozialer faktor)!
Wer den mündigern Bürger enrst nimmt muss ihm diese Infos geben, damit er entscheiden kann.
Sind denn alle Redakteure im Urlaub? Dieser Artikel ist leider kaum ernst zu nehmen. Aufgebläht auf zwei Seiten wird dort spekuliert und polemisiert.
Interessant: Warum der Verbraucher ein Wahlrecht haben sollte wird vorrausgesetzt, aber kaum ausgeführt. Greenpeace (!) wird zitiert und warnt vor Umweltschäden. Es wird gesagt, die Wissenschaft hätte keine Hinweise auf Gesundheitsgefahren.
Als Agraringenieur der sich seit Jahrzehnten mit der AGRO-Gentechnik beschäftigt, kann ich nur sagen:
Die AGRO-Gentechnik muss - zum Schutz der Konsumenten - verboten werden, denn sie ist einfach nicht beherrschbar.
Sollten wir nicht endlich aus den negativen Erfahrungen mit der Atomenergie die KOnsequenzen ziehen und bei der Gentechnik wesentlich vorsichtiger sein?
Die Atomenergie greift nur in den Kern der toten Materie - die Gentechnik manipuliert den Kern des Lebendigen, das ist noch viel gefährlicher!
...aber es ist sehr fraglich, ob Ihnen eine objektive Meinung zuzutrauen ist.
Laut Ihrer Homepage haben Sie im "ökologischen Anbau" gearbeitet, d.h. sie sind offensichtlich voreingenommen, da dieser Teil der Landwirtschaft aus den irrationalen Ängsten der Bevölkerung Gewinn schlägt.
Des Weiteren scheinen Sie sich ja zur Zeit hauptsächlich mit dem spirituellen Thema der Reinkarnation zu beschäftigen, was mich zweifeln lässt, ob sie es mit wissenschaftlichen Aussagen so genau nehmen.
Ihrer Biographie nach zu urteilen, handelt es sich bei Ihnen um einen Anhänger der "Grünen Ideologie", die in Deutschland anscheinen weit verbreitet ist (siehe Homöopathie Diskussion), daher liebe Forenteilnehmer: Mit Vorsicht genießen.
P.S. zum Thema Kernkraft - sie hat die zweit niedrigste Zahl von Tode/GWy [1][2]
[1] http://www.withouthotair.com
[2] http://www.inference.phy....
...aber es ist sehr fraglich, ob Ihnen eine objektive Meinung zuzutrauen ist.
Laut Ihrer Homepage haben Sie im "ökologischen Anbau" gearbeitet, d.h. sie sind offensichtlich voreingenommen, da dieser Teil der Landwirtschaft aus den irrationalen Ängsten der Bevölkerung Gewinn schlägt.
Des Weiteren scheinen Sie sich ja zur Zeit hauptsächlich mit dem spirituellen Thema der Reinkarnation zu beschäftigen, was mich zweifeln lässt, ob sie es mit wissenschaftlichen Aussagen so genau nehmen.
Ihrer Biographie nach zu urteilen, handelt es sich bei Ihnen um einen Anhänger der "Grünen Ideologie", die in Deutschland anscheinen weit verbreitet ist (siehe Homöopathie Diskussion), daher liebe Forenteilnehmer: Mit Vorsicht genießen.
P.S. zum Thema Kernkraft - sie hat die zweit niedrigste Zahl von Tode/GWy [1][2]
[1] http://www.withouthotair.com
[2] http://www.inference.phy....
...aber es ist sehr fraglich, ob Ihnen eine objektive Meinung zuzutrauen ist.
Laut Ihrer Homepage haben Sie im "ökologischen Anbau" gearbeitet, d.h. sie sind offensichtlich voreingenommen, da dieser Teil der Landwirtschaft aus den irrationalen Ängsten der Bevölkerung Gewinn schlägt.
Des Weiteren scheinen Sie sich ja zur Zeit hauptsächlich mit dem spirituellen Thema der Reinkarnation zu beschäftigen, was mich zweifeln lässt, ob sie es mit wissenschaftlichen Aussagen so genau nehmen.
Ihrer Biographie nach zu urteilen, handelt es sich bei Ihnen um einen Anhänger der "Grünen Ideologie", die in Deutschland anscheinen weit verbreitet ist (siehe Homöopathie Diskussion), daher liebe Forenteilnehmer: Mit Vorsicht genießen.
P.S. zum Thema Kernkraft - sie hat die zweit niedrigste Zahl von Tode/GWy [1][2]
[1] http://www.withouthotair.com
[2] http://www.inference.phy....
"Für die Käseproduktion einer Pizza wird Chymosin eingesetzt, ein Enzym, das ursprünglich aus dem Labferment von Kälbermägen gewonnen wurde. Heute wird es gentechnisch hergestellt."
Was soll denn bitte "genetisch hergestellt" bedeuten? In der Natur( Kälbermägen ) wird das und alle anderen Enzyme "genetisch" hergestellt, das ist doch ganz natürlich.
Wenn ich auf irgendeine Weise, wie auch immer ein Enzyme herstelle, welches genau wie das Original aus der Natur ist, und es dann einsetzte, wie es bisher immer eingesetzt wurde macht es doch gar keinen Unterschied. Was soll denn mit der Pizza bzw. dem Käse passieren, was sonst nicht passiert?
Ich hab mir mal erlaubt unsere Gesellschaft auf die Schippe zu nehmen. Bin in meinem Zukunftsszenario natuerlich auch auf die Gentechnik und ihre Folgen eingegangen.
Das Kapitel heisst: Eine kleine Geschichte der Gentechnik.
Steht unter: http://planetofthecrazyap...
Hab in dem Kapitel alles heute bekannte zusammengefasst und das Verhalten der Firmen beschrieben und in die Zukunft projektiert.
Hier nur eine Sache: Wenn von offizieller Seite her behauptet wird Genmanipulation sei ungefaehrlich, dann ist das ein Witz, da genug Forschungzergebnisse vorliegen, die anderes vermuten lassen. Doch leider wird die Gentechnik kritische Forschung strukturell und mit allen Mitteln bekaemft. Ueber das Patentrecht ist es heute sogar unmoeglich eine freie Studie ueber die einzelnen veraenderten Pflanzen durchzufuehren, da man dafuer die Samen kaufen muss und somit dem Patentrecht unterliegt. Sprich man darf die Forschungsergebnisse nur nach Absprache mit dem Patentinhaber veroeffentlichen. Und was das bedeutet kann sich wohl jeder denken. Schoene neue Welt der Konzerne wird das. Is aber kein Problem, denn sie wollen ja das Beste fuer uns und was gibt es denn schoeneres als zu konsumieren?
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