Euro-Politik Deutschland schadet EuropaSeite 2/2
Was wäre die richtige Politik für Deutschland? Es kann von Deutschland nicht erwartet werden, dass es die Defizite anderer Länder unbegrenzt garantiert. Daher ist eine straffere Fiskalpolitik unvermeidlich. Aber man muss einen Weg finden, der es den Krisenländern erlaubt, ihre Schwierigkeiten durch Wachstum zu überwinden. Die betroffenen Länder müssen den größten Teil der Lasten tragen, indem sie Strukturreformen einleiten, doch sie brauchen Hilfe von außen, um sie in die Lage zu versetzen, ihre Volkswirtschaften zu stimulieren. Durch Senkung seines Haushaltsdefizits und Widerstand gegen Lohnerhöhungen, die den Rückgang der Kaufkraft des Euro ausgleichen, erschwert Deutschland es anderen Ländern tatsächlich, ihre Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen.
Was also sollte Deutschland tun? Es muss drei Leitprinzipien anerkennen.
Erstens ist die aktuelle Krise eher eine Bankenkrise als eine Fiskalkrise. Im kontinentaleuropäischen Bankensystem wurde nach dem Crash von 2008 nie richtig aufgeräumt. Klar ist, dass die Banken stark überschuldet sind und zwangsweise rekapitalisiert werden müssen. Dies sollte die erste Aufgabe des neu gegründeten Europäischen Stabilitätsfonds sein und wird viel dazu beitragen, reinen Tisch zu machen. Es könnte sich beispielsweise zeigen, dass in Spanien überhaupt keine Fiskalkrise vorliegt. Deutschlands Rolle könnte ebenfalls in einem deutlich anderen Licht erscheinen, falls es im Rahmen der Rekapitalisierung seiner Landesbanken ein stärkerer Nutzer als Einzahler des Fonds werden sollte.
Zweitens muss eine Straffung der Fiskalpolitik durch eine Lockerung der Geldpolitik ausgeglichen werden. Insbesondere sollte die EZB spanische Staatsanleihen kaufen. Dies würde es Spanien ermöglichen, seine Ziele zur Haushaltsreduzierung auf weniger schmerzhafte Weise umzusetzen, was jedoch ohne einen Sinneswandel in Deutschland nicht möglich ist.
Und drittens ist nun der Zeitpunkt gekommen, bisher unproduktiv genutzte Ressourcen für Investitionen in Bildung und Infrastruktur einzusetzen. So braucht Europa beispielsweise ein besseres Erdgasröhrensystem, und die Verbindung zwischen Spanien und Frankreich ist einer der Engpässe dabei. Die Europäische Investitionsbank sollte in der Lage sein, noch andere Investitionsmöglichkeiten zu finden, etwa die Ausweitung der Breitbandabdeckung oder die Entwicklung eines intelligenten Stromnetzes.
Es ist unmöglich, im Moment konkreter zu sein, doch es gibt Grund für Optimismus. Wenn die Solvenzlage der Banken geklärt ist und sie ordnungsgemäß rekapitalisiert sind, sollte es möglich sein, eine Wachstumsstrategie für Europa zu entwickeln. Und wenn die europäische Wirtschaft ihr Gleichgewicht wiederhergestellt hat, dürfte der Zeitpunkt gekommen sein, um die strukturellen Mängel des Euro zu korrigieren.
Der Artikel basiert auf einem Vortrag, den der Autor an der Humboldt-Universität in Berlin gehalten hat
- Datum 01.08.2010 - 16:02 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 29.07.2010 Nr. 31
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jetzt sind also diejenigen die "Unverschämten", die die (durch alle beschlossenen und transparenten) Regeln einhalten?
Das darf doch nicht wahr sein!
Übersetzt heißt dieser Artikel in etwas das:
Wie kann Deutschland so blöd sein und glauben, dass irgendjemand sich an die vereinbarten Abmachungen hält? Deutschland hat genug Geld und soll es gefälligst für andere ausgeben - denen droht schließlich eine Stagnation, weil sie überschuldet sind.
Das beste wäre in der Tat ein Austritt Deutschland aus der EU.
[...]
Bitte verzichten Sie auf polemische Aussagen und spezifisieren Ihre Kritik an der EU. Die Redaktion/is
Be careful what you wish for...
..."Wie kann Deutschland so blöd sein und glauben, dass irgendjemand sich an die vereinbarten Abmachungen hält"..nachdem Deutschland sie als Erster brach und konkludent einer Aussetzung der Regeln handelte? So stimmt die Aussage.
Das Problem ist doch, dass man einen dummen Vertrag grob Fahrlässig abschloss und nun mit den Folgen des Machwerks konfrontiert wird. Da ist man selbst schuld.
Soros kritisiert Deutschland nicht, weil er sich um die EU Sorgen macht, Soros argumentiert mit der EU, weil er hofft, die Deutschen könnten so die wirtschaftlichen Erfordernisse nach der Krise besser erfassen.
Dass die Idee, nach der Krise so weiterzumachen wie vor der Krise, nicht die schlauste ist, sollte selbstverständlich sein. Wenn man Frau Merkel und andere politisch maßgebende Taktiker hört, ist es das aber nicht.
Da Amerika auch ein Netto-Schuldner ist, brauchen die Unbelehrbaren sich nicht der Hoffnung hingeben, dass sie mit ihrer wirtschaftlichen Ignoranz gegenüber Amerika werden reüsieren können.
They will change it - ob wir wollen oder nicht.
Be careful what you wish for...
..."Wie kann Deutschland so blöd sein und glauben, dass irgendjemand sich an die vereinbarten Abmachungen hält"..nachdem Deutschland sie als Erster brach und konkludent einer Aussetzung der Regeln handelte? So stimmt die Aussage.
Das Problem ist doch, dass man einen dummen Vertrag grob Fahrlässig abschloss und nun mit den Folgen des Machwerks konfrontiert wird. Da ist man selbst schuld.
Soros kritisiert Deutschland nicht, weil er sich um die EU Sorgen macht, Soros argumentiert mit der EU, weil er hofft, die Deutschen könnten so die wirtschaftlichen Erfordernisse nach der Krise besser erfassen.
Dass die Idee, nach der Krise so weiterzumachen wie vor der Krise, nicht die schlauste ist, sollte selbstverständlich sein. Wenn man Frau Merkel und andere politisch maßgebende Taktiker hört, ist es das aber nicht.
Da Amerika auch ein Netto-Schuldner ist, brauchen die Unbelehrbaren sich nicht der Hoffnung hingeben, dass sie mit ihrer wirtschaftlichen Ignoranz gegenüber Amerika werden reüsieren können.
They will change it - ob wir wollen oder nicht.
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ojojoj... der Bock wird ein Gärtner. So ein schwachsinnigen Vortrag ( bzw. Auszüge ) habe ich schon lange nicht gelesen.
Nur zur Errinnerung: nicht Deutschland hat die Nachbarländer in den Sparkorset gezwungen, sonder die Finanzmärkte, Ratingagenturen, IWF ....
Märchen mit dem hypothetischen Szenario.
Die Realität sähe wohl eher so aus:
Deutschlands Währung würde in die Höhe schnellen. Die Wirtschaft würde nach- wie vor einen guten Export haben, weil nicht die Preise, sondern die Qualität der Produkte wichtig ist. Oder fahren Schiffe auf einmal ohne Motor und Schiffsschraube? Oder fahren die Chinesen und Amerikaner dann kein BMW oder Mercedes mehr?
Auf Deutschland in Bezug auf die EU "rumzuhaken" ist wirklich schwach.
20% der EU wird von Deutschland finanziert - bei 25 Mitgliedsstaaten.
Aber wahrscheinlich "runiert" Deutschland mit diesem Anteil ja wieder alle anderen. Wie kann es sich erlauben, weniger als 100% zu zahlen, was?!!!
Solche Berichte zeigen, dass die Logik in Bezug auf die EU schon lange keine Chance mehr hat.
....da wir mit den anderen Ländern nun verbunden sind und Deutschland seit dem Lissabonner Vertrag auf diesen Politikfeldern überstimmt werden kann. Deutschland ist effektiv nicht länger souverän.
....da wir mit den anderen Ländern nun verbunden sind und Deutschland seit dem Lissabonner Vertrag auf diesen Politikfeldern überstimmt werden kann. Deutschland ist effektiv nicht länger souverän.
Glücklicherweise sind es nicht die George Soros' dieser Welt, die politische Geschichte schreiben. Wenn er annimmt, dass er einen so überregionalen, wichtigen Prozess von Anbeginn an richtig gestalten kann, ist er kleinkarätiger als ich dachte. Denn er übersieht, dass gerade solche Prozesse sich vielmehr iterativ entfalten, je mehr sie angewendet werden. Man beginnt unzureichend und entwickelt sich stolpernd.
Soros sollte bei seinem Aktienhandel und moralischen Einsatz bleiben. Unternehmer oder politische Unternehmer haben selten den Weitblick von Politikern. Und diese müssen sie auch nicht haben.
...scheitern nach 15-25 Jahren las ich in einer Studie hierzu. Das ist weil die Fliegkräfte verschiedener Wirtschaften nicht per Dictum ausgeräumt werden können und sich aufbauen bis die politischen Kräfte nicht mehr die Macht haben die Probleme zu verdecken.
...scheitern nach 15-25 Jahren las ich in einer Studie hierzu. Das ist weil die Fliegkräfte verschiedener Wirtschaften nicht per Dictum ausgeräumt werden können und sich aufbauen bis die politischen Kräfte nicht mehr die Macht haben die Probleme zu verdecken.
und hier im Sinne eigener Interessen Propaganda betreibt.
Jedenfalls kann man ihm nicht unterstellen, dass er es eigentlich gut mit Deutschland meint und gegen die eigenen Interessen Ratschläge erteilt.
Leute, die gegen Währungen z.B. gegen das britische Pfund spekuliert haben, sind für mich suspekt.
haette Deutschland weniger Export und Deutschlands Arbeiter mehr Kaufkraft! Dann würden einige Konzerne weniger Gewinne schreibern, andere wiederum mehr weil es eine höhere Inlandsnachfrage gaebe da die Mittelschicht wieder mehr kaufen kann. Statt dessen wird denen das Geld als Steuern entwendet um streikende Griechen zu finanzieren!
Ganz wie von Kohls Parteispendern vorgesehen ........
Frage, ob Deutschland so viel weniger exportieren würde.
Wenn das so wäre, wieso war Deutschland dann OHNE Euro auch Exportweltmeister?
Seltsam, was?!
Frage, ob Deutschland so viel weniger exportieren würde.
Wenn das so wäre, wieso war Deutschland dann OHNE Euro auch Exportweltmeister?
Seltsam, was?!
Entfernt. Bitte tragen Sie mit konstruktiven Beiträgen zu einer anregenden Debatte bei. Danke. Die Redaktion/cs
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