Shanghai Der Stress der Mittelklasse

In der Expo-Stadt Shanghai schießen neue Apartmenthäuser in die Höhe – und die Preise explodieren. Wird die nächste Immobilienblase in China platzen?

In Shanghai werden ganze Straßenzüge abgerissen, um wieder Platz zu schaffen

In Shanghai werden ganze Straßenzüge abgerissen, um wieder Platz zu schaffen

Shanghai – oder doch nicht? Um einen gepflegten Schauder zu spüren, kann man die 21-Millionen-Metropole von einer Wolkenkratzerbar aus betrachten. Allerdings verschwimmt unten alles in einem grauen Gebäudebrei mit Zackenrand – schon gar, wenn es regnet oder Smog herrscht.

Den eindruckvollsten Blick auf Shanghai hat man deshalb vor einem Modell. Es ist das Stadtmodell im Urban Planning Exhibition Center am Volkspark, über einen ganzen Saal erstreckt es sich und ist von verschiedenen Bühnen aus einsehbar. Dort begreift man etwas von der Idee dieser Stadt und von ihrer Wirklichkeit, von der Spannung zwischen Ordnung und Zufall, zwischen dem Investoren-Größenwahn und der Not zur Planung.

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Die Wirtschaftskrise des Westens erlebte Shanghai als kurzes, irritiertes Innehalten und meldet schon wieder einen robusten Anstieg ausländischer Direktinvestitionen. Die Preise für Wohnraum kletterten im vorigen Jahr um rund 50 Prozent. Ausländer bestaunen in Shanghai, wie die nächste Riesenblase aufgeht. Viele sind ganz selbstverständlich der Ansicht, dass diese Blase platzen und die Welt erneut in den finanziellen Abgrund reißen wird.

Warum das so kommen müsse, werden besonders amerikanische Ökonomen nicht müde vorzurechnen: Im Krisenjahr 2009 vergaben chinesische Banken Kredite im Gegenwert von 1000 Milliarden Euro und schoben damit ein Wirtschaftswachstum von 8,7 Prozent an. Die Verschuldung von Banken und Unternehmen ist inzwischen gewaltig. Dieses Jahr soll die Kreditmenge nur 825 Milliarden betragen, doch davon sind bereits im ersten Quartal 280 Milliarden vergeben worden. Chinas Wirtschaft wuchs um 11,9 Prozent; die Inflation steigt. Das Land muss dringend Geldmenge und Kreditvolumen bändigen.

Manche behaupten, das chinesische Bankensystem sei viel maroder, als es den Anschein hat. Zu den prominentesten China-Crash-Propheten gehört der amerikanische Milliardär James S. Chanos mit seinem Hegdefonds Kynikos. » Wie Dubai , nur tausendmal schlimmer«, urteilt er. Die gewaltige Liquidität ist in der Tat nur zu einem geringen Teil in produktive Branchen gelangt. Viel Geld ist in die ausgereizten Immobilienmärkte geflossen. Die Blase scheint also reif.

Richtig ist allerdings auch, dass dieses Szenario schon seit dem Ausbruch der Finanzkrise bemüht wird, ohne dass in China die Pleitewellen durchs Land ziehen. Die Konjunktur des Landes ist von der Krise kaum beeinträchtigt worden. Man hielt sich nicht an die westlichen Empfehlungen: Zinsen erhöhen, Wachstum bremsen, Yuan aufwerten. Die geplante Volkswirtschaft sieht sich einem besonders hohen Verantwortungsdruck ausgesetzt.

Kritik kommt vor allem aus den USA, vorneweg wettert der Wirtschaftsnobelpreisträger und New York Times- Kolumnist Paul Krugman . Bis zu den amerikanischen Kongresswahlen im November werden die Warnungen vor einem Crash im Reich der Mitte wohl anhalten, obgleich die Chinesen bei der Aufwertung ihrer Währung teilweise eingelenkt haben und nun ihre Binnennachfrage stärken. Weniger pessimistisch ist deshalb Stephen Roach, Chef von Morgan Stanley Asia, der im März im Handelsblatt schrieb: »Ich hoffe, dass Peking im zwölften Fünfjahresplan den Konsum ankurbeln wird. In der Zwischenzeit dürfte eine aktive chinesische Wirtschaftspolitik dazu beitragen, falschen Alarm über die unmittelbare Gefahr einer Kredit- und Anlageblase zu verhindern.« Anders gesagt: Die Zeichen stehen in China nicht auf Sturm, und die Probleme der Überschussliquidität und der Preisübertreibungen werden tatsächlich angegangen.

In Shanghai sticht der Boom auf Pump dennoch in die Augen. Dort wird auch erkennbar, dass das chinesische Wachstum nur noch indirekt mit einem Regierungskurs oder einer internationalen Aufholjagd zu tun hat, sondern zum Schicksal, vielleicht sogar zum Fluch wird. Eine Megacity wie Shanghai ist auf dauerndes Wachstum angewiesen, weil sie eine beispiellose Urbanisierung zu bewältigen hat.

In allen großen Städten Chinas entsteht eine Mittelklasse. Die stabilisiert zwar die Gesellschaft, aber es bilden sich auch neue Konsumgewohnheiten. Das Eigeninteresse der Einzelnen reagiert deshalb nicht mehr auf Kommandos. Die soziale und kulturelle Dynamik schränkt die Steuerbarkeit von Wirtschaft ein.

Xie Shunxiao beispielsweise ist Mitte dreißig und arbeitet bei einem internationalen IT-Unternehmen. Ihr Gehalt hält sie für solide. Shunxiao kam vor 14 Jahren nach Shanghai: »Ich bin zehn Mal in der Stadt umgezogen, immer dem Job nach. Immer habe ich zur Miete gewohnt. Vor ein paar Jahren kaufte ich mir dann endlich eine eigene Wohnung. Heute ist sie das Doppelte wert. Dann habe ich eine zweite gekauft.«

Vor allem die modernen Frauen müssen sehen, wie sie zurechtkommen

Inzwischen besitzt sie vier Wohnungen, drei in Shanghai, eine weitere in der kommenden Finanzmetropole Kunming in der südlichen Provinz Yunnan. Xie Shunxiao ist nicht verheiratet, muss sich also selbst versorgen, auch im Alter: »Ich hoffe in zwei, drei Jahren gut zu verkaufen und dann ins Ausland gehen zu können.« Ihre Selbstständigkeit zwingt sie zum Spekulieren. Alle moderne Frauen müssen in China sehen, wie sie zurechtkommen, viele schaffen es.

Der Start des Immobilienbooms liegt noch gar nicht so lange zurück. Vor 15 Jahren existierte noch gar kein freier Wohnungsmarkt in Shanghai. Den Wohnort wies die Kommune zu oder der Betrieb, in dem man arbeitete. Der Standard war niedrig. Dann gab die Stadt die Preise frei, was die Leute zunächst murren ließ. Der marktwirtschaftliche Wohnungsbau sollte ein großes kommunales Konjunkturprogramm sein. Aber erst, als der Erwerb mit Steuergeschenken versüßt wurde, fanden die Shanghaier Geschmack daran. Dann aber richtig.

Mittlerweile gehört die Immobilienwirtschaft zu den wichtigsten Einnahmequellen der Stadt. Sie vergibt für die Grundstücke die auf 70 oder 90 Jahre begrenzten Nutzungsrechte, kontrolliert viele der Projektgesellschaften und nimmt bei jeder Transaktion Steuern ein. Der Boden ist auch hier das Teuerste, die Preise sind exorbitant. Die Investoren sind hingegen schwach kapitalisiert. Deswegen müssen sie schnell und hoch bauen.

Die chinesischen Großstädte finanzieren mit diesen Einnahmen ihre Infrastruktur und andere Planungsvorhaben. Manche Gemeinden investieren in Schulen und Straßen, manche bauen sich protzige Zentren, auch um Peking zu zeigen, wo die Musik in Wirklichkeit spielt. Die Städte investieren, ohne Rücksicht auf eine gesamtstaatliche Entwicklung zu nehmen. Ihre Kreditaufnahme ist zwar offiziell gedeckelt, aber sie operieren mit Gesellschaften, die zwar von ihnen kontrolliert werden, sich gleichzeitig aber als freie Unternehmen Geld am Markt leihen können.

Weil für alle Kommunen nicht der ökologische, sondern der finanzielle Aspekt im Vordergrund steht, kann sich der Bauherr an Planungsvorschriften halten – oder nicht. Kontrolle findet nur symbolisch statt. Das Ergebnis: Viele Häuser sind in schlechter Qualität gebaut; ihr Marktpreis von oftmals 2000 Euro pro Quadratmeter kann kaum als fair bezeichnet werden.

Amüsant war der Fall der Brüder Zhang, der vor einigen Wochen durch die Presse ging: Die beiden alten Zhangs leben in einem wunderschönen klassischen Shanghaier Haus, das 150 Jahre alt ist und einem Neubau weichen soll. Das Gebäude ist bereits halb abgerissen, doch nun wird man den Rest retten. Um vorzuführen, wie toll sein Haus ist, sagte der jüngere Zhang der Zeitung: »Die Decken sind so fest, dass nicht einmal eine vergossene Tasse Wasser nach unten durchläuft.« Das machte Eindruck.

Warum kaufen die Leute für schwindelerregend hohe Summen Wohnungen aus Pappe? Weil niemand die Absicht hat, den Rest seines Lebens darin zu verbringen. Viele Chinesen planen ihr Leben heute in Horizonten von fünf oder zehn Jahren, danach wird ohnehin alles anders sein. Die Mobilität ist hoch: Ein Amerikaner zieht im Schnitt siebenmal im Leben um, der Chinese zehnmal. Der Europäer packt nur fünfmal seine Sachen.

In China glaubt man noch fest an den eigenen Aufstieg, da muss die Wohnung mit dem Wohlstand wachsen. Hat sich der noch nicht eingestellt, bekommt man Probleme. Diese Erfahrung macht gerade Zhang Yue, Architekt, 33, klug und weltoffen. Yue will heiraten und sagt: »Es ist ganz unsentimental, aber wenn du eine gute Frau haben willst, musst du heute eine gute Wohnung mit in die Ehe bringen.« Er hat allerdings lange im Ausland studiert und konnte noch nicht viel für seine Hochzeit zurücklegen. Die Preise sind ihm davongelaufen.

Zur gesellschaftlichen Anerkennung gehört die Eigentumswohnung. Das ist der neue Stress der urbanen Mittelklassen. Ein interessantes Phänomen zwischen Alt und Neu hat sich herausgebildet. Yue erklärt das so: »Die traditionelle Vorstellung von der Ehe in China ist, dass die Frau in die Familie des Mannes wechselt. Dafür wird sie versorgt. Heute ist die beste Versorgung für den Scheidungsfall, als Miteigentümerin der Immobilie im Grundbuch eingetragen zu sein. In einem Land mit wenig sozialer Sicherung ist das vernünftig.« Und wer kein Geld hat? »Der zieht weit hinaus an den Stadtrand. Oder die Eltern legen zusammen und machen einiges möglich.

Was ist, wenn die Preise fallen? »Die Preise fallen nicht. Wir hatten gedacht, dass sie während des Winters sinken würden, aber das ist nicht eingetreten. Jetzt läuft die Hochzeitssaison, und alle müssen kaufen.« Keine Angst, dass die Blase platzt? »Davor hat niemand Angst. Dazu stehen zu viele Leute in den Startlöchern. Wenn hier wirklich jemand seinen Kredit nicht bedienen kann, wird immer die Familie einspringen.«

Es gibt Chinesen, die solche Entwicklungen mit Verdruss betrachten. Und zwar nicht deshalb, weil sie einen Rückgang der chinesischen Wirtschaft befürchten oder weil sich die soziale Spaltung der Gesellschaft vertieft. Ihr Unbehagen hat einen anderen Grund. Die glücklichen Wohnungseigentümer beweisen in ihren Augen, dass die Gesellschaftsplanung der chinesischen Führung erfolgreich war. Die Skeptiker machen darauf aufmerksam, dass die Partei inzwischen ganz auf die junge Generation setzt, die dynamisch ins Leben strebt und nicht einmal weiß, dass es in China eine Demokratiebewegung gibt. Diese Generation – und sie wird ihres Materialismus und ihrer Orientierungslosigkeit wegen sehr wohl heftig kritisiert – ist das Produkt einer Erziehung, die mit Propaganda nichts mehr zu tun hat. Es sind Kinder der globalen Medienwelt, entpolitisierte Bürger, deren Traum vom Glück aus einem gutem Job, einem dicken Auto und einer großen Wohnung besteht. Zhang Yue durchschaut das und nimmt es mit Humor: »Was soll ich tun? Man kann sich natürlich aus allem heraushalten: keine Wohnung, kein Bankett, keine Fotos, aber welche Familie macht das mit? Wir nennen so etwas dann eine ›Nackthochzeit.‹«

Es kann sein, dass Nackthochzeiten von diesem Jahr an einen besseren Ruf haben werden. 2010, so hat es die chinesische Regierung beschlossen, soll das Jahr der Geldmengenreduktion und der schrittweisen Rückkehr zur Solidität werden. Die People’s Bank of China erhöhte die Mindestreservesätze für Banken; deren Eigenkapitalquote soll auf 13 Prozent steigen. Um das Bankensystem zu sanieren und massenhafte Insolvenzen zu verhindern, hält die Zentralbank den Abstand zwischen Kreditzinsen und der Verzinsung von Spareinlagen möglichst groß. Das stärkt die Banken und zwingt die Sparer, Vermögen in den Geschäftssektor zu transferieren.

Im vergangenen Monat wurden der Spekulation Zügel angelegt

Tatsächlich liegt die effektive Verzinsung von Spareinlagen bei steigender Inflation bereits im negativen Bereich. Was tun die Sparer, die aufgrund der Kapitalmarktkontrollen Geld nur im Inland anlegen dürfen? Sie investieren ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten gemäß in Wohnraum. Für Geldanlagen ist die Börse inzwischen zu unberechenbar geworden. Sicherer und einträglicher ist es, auf dem Immobilienmarkt zu dealen.

Nachdem Premierminister Wen Jiabao auf dem jüngsten Nationalen Volkskongress von einem »wilden Pferd« gesprochen hat, sind im vergangenen Monat der Spekulation mit Immobilien Zügel angelegt worden. Die Steuern für Transaktionen wurden erhöht, auch die Spekulationsfrist wurde von zwei auf fünf Jahre verlängert. Ob das reicht, um den Boom zu bremsen, weiß niemand.

Es spricht aber einiges dagegen, dass die Blase tatsächlich platzt: Sie bläht sich auf dem Wohnungsmarkt, nicht im Bereich der Geschäftsimmobilien. Auch sind in China nie Subprime-Kredite wie in den USA vergeben worden, also Kredite an einkommensschwache Hauskäufer ohne Eigenmittel. Die Eigenkapitalquote bei den chinesischen Hausherren liegt bei 40 Prozent, und die Disziplin, den Kredit zu bedienen, ist hoch.

Eine McKinsey-Studie aus dem Jahr 2008 beziffert das Potenzial derer, die in den kommenden 15 Jahren vom Land in die Städte streben, auf 350 Millionen Menschen. Dann würden eine Milliarde Einwohner Chinas unter urbanen Bedingungen leben. 115 Millionen neue Wohnungen müssten gebaut werden. Die Nutzflächen würden weiter schrumpfen. Hinter solchen Zahlen verbirgt sich der Ernst der Stadtplanung. Dass sie bisher funktioniert, hat auch mit der Standardisierung der Träume zu tun. Shanghai ist zum Schauplatz eines sozialen und ökonomischen Experiments mit bald 25 Millionen Menschen geworden.

 
Leser-Kommentare
    • joG
    • 31.07.2010 um 10:33 Uhr

    ....und keiner weiß die Antwort. Dass in China große Fehlallokationen sich kumuliert haben müssen ist offensichtlich. Nur wann diese zu Blasenbildungen führen und wann solche Blasen dann platzen bleibt doch recht unvorhersehbar. Sicher ist nur, dass sie irgend wann platzen.

    • CM
    • 31.07.2010 um 11:08 Uhr

    China könnte so viel aus unseren Fehlern lernen (die wir ja auch gerne wiederholen), warum wird das nur so geflissentlich vermieden?

    Dahinter steckt bestimmt wieder eines dieser altchinesischen Strategeme: "Die Balken stehlen und gegen morsche Stützen austauschen." Leider wohl in mehrfacher Hinsicht - billig gebaute Immobilien, die nur bis zum nächsten Erdbeben oder Sturm halten, und daraus baut man dann auch noch eine Blase.

    Historiker haben bekanntlich im Nachhinein immer Recht, denn sie beurteilen nur die Vergangenheit. Hier kann jeder schon Historiker sein und ahnen, wo es hinführt. Wie bei der US-Immobilienblase sehen alle in China offenbar lieber weg wenn das Unglück angerollt kommt.

  1. Sie schreiben in Ihrem Artikel an einer Stelle:

    "Ein Amerikaner zieht im Schnitt siebenmal im Leben um, der Chinese zehnmal. Der Europäer packt nur fünfmal seine Sachen."

    Könnten Sie bitte eine genauere Quelle für diese Daten angeben. Handelt es sich um Durchschnitte der letzten Jahre oder um Punktwerte?

    Herzlichen Dank.

  2. "Keine Angst, dass die Blase platzt? »Davor hat niemand Angst. Dazu stehen zu viele Leute in den Startlöchern. Wenn hier wirklich jemand seinen Kredit nicht bedienen kann, wird immer die Familie einspringen.«"

    In der Blase wird immer schwadroniert "dieses Mal ist alles anders" oder, wie hier im Artikel geschehen " bei uns ist alles anders".

    it's never different.

    Ich empfehle das Buch:
    This Time is Different: A Panoramic View of Eight Centuries of. Financial Crises , by Reinhart & Rogoff.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • joG
    • 31.07.2010 um 12:33 Uhr

    ....This time it really IS different!

    ;)

    • joG
    • 31.07.2010 um 12:33 Uhr

    ....This time it really IS different!

    ;)

  3. Die chinesische Volkswirtschaft hat schon im vergangenen Jahr Deutschland von der dritten Stelle verdrängt, und wird vermutlich in den nächsten Jahren auch noch Japan überholen. Aber Chinas Bevölkerungszahl ist enorm, und pro Kopf liegt das BIP noch hinter Albanien. Ein derart rasantes Wachstum lässt sich nun mal auf die Dauer nicht aufrecht erhalten. Wie eine alte Börsenweisheit besagt: Wenn etwas wächst wie Unkraut, dann handelt es sich meist um Unkraut.

    • joG
    • 31.07.2010 um 12:33 Uhr

    ....This time it really IS different!

    ;)

    Antwort auf "Die Ahnungslosen"
  4. Das wesentliche Ereignis des letzten Jahrhundert dürfte vielen von uns entgangen sein: das Ende des neolithischen Zeitalters, nicht mehr und nicht weniger. In der Tat, am Anfang des 20. Jahrhunderts beschäftigten sich noch über 75 % der (produzierenden) Arbeitskräfte mit Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Landwirtschaft bzw.mit dem ländlichen Raum. Am Ende des selben Jahrhunderts war dieser Anteil auf weniger als 2 % geschrumpft. Warum sollte das neolithische Zeitalter nicht auch in China zu Ende gehen?

  5. Bin momentan in China; da berichtet die Presse u.A. einen Wohnungsleerstand von ueber 28%. Der Artikel verfehlt m.E. eine wichtige Dynamik: Selbst 'Mittelklasse-Einkommen' reichen der Generation die jetzt in den Wohnungsmarkt einsteigen soll bei weitem nicht aus, um in Ballungszentren auf die "Leiter" zu kommen, gleichzeitig ist die 'take-off' Generation derer, die es im Verlauf der letzten 10 Jahre zu 'multiple homeownership' gebracht haben, in der Lage an unvermieteten Objekten satte Renditen nur durch die Preissteigerung bei Immobilien einzufahren. Mieten sind niedrig, der soziale Druck (Heirat, oder Altersversorgung) geht voellig in Richtung Immobilie. Jetzt steigen noch die Lebensmittelpreise, und die Gegenmassnahmen greifen nur unzulaenglich.
    Wenn das mit den 28% stimmt (die Zahl wurde anscheinend mit Hilfe von Daten aus der Wasser- und Elektrizitaetsversorgung ermittelt), scheint mir da mehr im Argen zu liegen, als dem Autor vorschwebt.

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