Die Frage ist verwandt mit der nach den kalten oder warmen Getränken bei Hitze . Und die Antwort ist auch eine ähnliche: Eine eiskalte Dusche kann paradoxerweise dazu führen, dass man noch mehr schwitzt.

Die Ursache dafür ist unser innerer Thermostat. Als Säugetiere müssen wir die Kerntemperatur des Körpers ziemlich genau auf 36,7 Grad halten, egal ob es draußen bitterkalt oder siedend heiß ist. Die zentrale Temperaturregelung sitzt im Gehirn, genauer gesagt im Hypothalamus. Der sammelt von diversen Sensoren im Körper Informationen über die Temperatur und sorgt dann für Kühl- oder Heizmaßnahmen.

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Allerdings wäre es zu spät für Korrekturen, wenn das Körperinnere schon zu heiß oder zu kalt wäre. Der Thermostat berücksichtigt daher auch Signale, die von der Haut kommen. Eine eiskalte Dusche führt nun dazu, dass ein kräftiges Kältesignal von der Haut zum Gehirn gesandt wird.

Darauf reagiert die zentrale Steuerung vor allem damit, dass die unter der Oberfläche gelegenen Blutgefäße sich zusammenziehen – je weniger Durchblutung, desto weniger Wärmeverlust durch die Haut.

Das aber ist bei Hitze genau das Gegenteil von dem, was man möchte: Der Körper führt nach dem Kälteschock nicht genug Hitze ab, die Kerntemperatur steigt, und nach ein paar Minuten fängt man kräftig an zu schwitzen.

Besser ist es tatsächlich, sich mit einer lauwarmen Dusche Erfrischung zu verschaffen, die die Temperaturregelung nicht in die Irre führt.

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