Klimaschutz Es brennt lichterlohSeite 2/2

Was tun? Nichts zeigt den Realitätsverlust der Menschheit so deutlich wie der Umstand, dass es auf die radikal veränderte Lage keine radikal veränderten Antworten gibt. Je mehr Treibhausgase sich schon in der Atmosphäre befinden, desto weniger dürfen noch hinzukommen, an diesem schlichten Sachverhalt ändert sich nichts. Auf lange Sicht werden wir Ressourcen, die der Vorbeugung hätten dienen können, für die Bewältigung der Folgen brauchen: höhere Deiche statt grüner Technik.

Kurzfristig lässt sich jedenfalls für Europa eine Konsequenz benennen: Es gibt keinen Grund mehr, die längst geplante Steigerung des Klimaschutzziels weiter zu verschleppen. 30 Prozent weniger Treibhausgase bis 2020 – dieses Ziel ist inzwischen dank der Wirtschaftskrise einfach zu erreichen; der Preisverfall für CO₂-Zertifikate erfordert es, im deutschen Interesse liegt es angesichts eines nationalen Klimaziels von minus 40 Prozent ohnehin. Und als Verhandlungsmasse für kommende Klimaschutzkonferenzen wird es nicht mehr gebraucht. Viel wichtiger ist es nun, Chinesen, Indern und Lateinamerikanern zu zeigen, dass sie im Westen Partner finden werden, wenn sie selbst es mit dem Klimaschutz ernst meinen.

Kümmerliche Konsequenzen sind das. Gemessen an dem, was die USA der Welt gerade antun, wäre es das Mindeste, die Botschafter zu Konsultationen nach Hause zu holen. Doch eine Welt, die wenigstens dazu imstande wäre, gibt es noch immer nicht.

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio

 
Leser-Kommentare
  1. Sehr geehrter Herr Drieschner,

    Vielen Dank für Ihren Leitartikel in der letzten Zeit-Ausgabe. Eine Aufklärung der Bevölkerung ist erforderlich, damit das klimapolitisch Erforderliche in unserer Demokratie durchsetzbar wird.

    Europa zu einer unilateralen Reduktion seiner Emissionen bis 2020 um 30% unter 1990-Werte zu ermuntern, erscheint aber fragwürdig. So begrüßenswert eine ambitionierte Zusage der EU af ersten Blick wäre, bleibt festzustellen, dass sich die Staatengemeinschaft in Kopenhagen im Dezember 2009 nicht sonderlich beeindruckt gezeigt hat von dem damals schon bestehenden Angebot aus Europa. Auch jetzt ist nicht zu erwarten, dass eine 30%-Selbstverpflichtung ein großes Umdenken auslösen würde.
    Ohne flankierende Maßnahmen droht vielmehr das Abwandern von emissionsintensiven Industrien aus der EU, ohne das dem Klimaschutz damit geholfen wäre.

    Wenn die EU auf internationaler Ebene Erfolg haben will mit ihrer Klimaschutzpolitik, dann muss Brüssel sich eine neue Strategie überlegen.
    Die französiche Ratspräsidentschaft hatte im Herbst 2008 vorgeschlagen, über Klima-Import-Zölle auf Waren aus Staaten ohne adäquates Klimaschutzregime nachzudenken. Diese Idee ist damals verworfen worden. Da in den USA wirtschaftspolitische Erwägungen für den Aufschub der Klimagesetzgebung ursächlich waren, könnte die Androhung von Strafzöllen auf US-Produkte eine andere Richtung in die dortige Diskussion bringen.
    Damit gäbe es ein wichtiges handelspolitisches Argument für Klimaschutz!

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    • joG
    • 07.08.2010 um 16:49 Uhr

    [...]

    Wer die grundlegenden Zusammenhänge nicht berücksichtigt, kann leicht eine Lösung vorschlagen. Sie ist nur unsinnig. Schlimmer ist, solche Vorschläge sind vermutlich auch destruktiv, weil sie dem Publikum vermittelt, es gäbe eine einfache Antwort und mit gestrecktem Finger einen Schuldigen gleich ausdeutet. Das ist eine völlige Verkennung der Lage und wird nichts bewirken als Unruhe.

    Wer nicht versteht, dass internationale öffentliche Güter um knappe Mittel konkurrieren und abwägt, wie man diese auf mehr Schultern verteilt, der sollte besser informieren denn über die großen Themen schreiben. Wenn wir wollen, dass andere Länder unsere Produkte der alternativen Energiegewinnung kaufen, dann werden wir dem wirklichen Fragekomplex begegnen müssen und nicht nur schmollend Bezichtigungen ausstoßen. Das kommt nicht gut an und ist schlechter Verkauf.

    [Gekürzt, bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • joG
    • 07.08.2010 um 17:01 Uhr

    Die Idee "Strafzölle" zu erheben als Nettoexporteur ist abenteuerlich. Wen die Amis eine CO2 Steuer auf Autos erhöben oder Importverbot verhingen, die so gebaut sind, dass sie scheller fahren können als 65 Meilen, so wird es in Stuttgart und Wolfsburg eng.

    • joG
    • 07.08.2010 um 16:49 Uhr

    [...]

    Wer die grundlegenden Zusammenhänge nicht berücksichtigt, kann leicht eine Lösung vorschlagen. Sie ist nur unsinnig. Schlimmer ist, solche Vorschläge sind vermutlich auch destruktiv, weil sie dem Publikum vermittelt, es gäbe eine einfache Antwort und mit gestrecktem Finger einen Schuldigen gleich ausdeutet. Das ist eine völlige Verkennung der Lage und wird nichts bewirken als Unruhe.

    Wer nicht versteht, dass internationale öffentliche Güter um knappe Mittel konkurrieren und abwägt, wie man diese auf mehr Schultern verteilt, der sollte besser informieren denn über die großen Themen schreiben. Wenn wir wollen, dass andere Länder unsere Produkte der alternativen Energiegewinnung kaufen, dann werden wir dem wirklichen Fragekomplex begegnen müssen und nicht nur schmollend Bezichtigungen ausstoßen. Das kommt nicht gut an und ist schlechter Verkauf.

    [Gekürzt, bitte formulieren Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. /Die Redaktion pt.]

    • joG
    • 07.08.2010 um 17:01 Uhr

    Die Idee "Strafzölle" zu erheben als Nettoexporteur ist abenteuerlich. Wen die Amis eine CO2 Steuer auf Autos erhöben oder Importverbot verhingen, die so gebaut sind, dass sie scheller fahren können als 65 Meilen, so wird es in Stuttgart und Wolfsburg eng.

  2. Natürlich dürfen die Amerikaner das, schliesslich haben die Linken in Europa samt den ihnen nahestenden Medien, darunter natürlich auch die ZEIT, Mr. Obama zum Heiland und Messias erklärt. Kritik verboten, die Obama-Administration kann und darf alles, und an dem was schief geht, sind natürlich die anderen schuld, Mr. Messias-President hätte es an sich schon gut gewollt...
    Obama ist der grösste Schwindler und Luftbläser der neueren Geschichte und insofern eine Gefahr für die USA und den ganzen Rest der Welt. Aber bis sich das hierzulande herumspricht, dürfte es Jahrzehnte dauern.

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    • joG
    • 07.08.2010 um 16:56 Uhr

    ....dass ich mit Ihnen übereinstimme Obama sei "der grösste Schwindler und Luftbläser der neueren Geschichte" aber Sie haben recht, wenn Sie die einheitlich ultra-positive Darstellung seiner Kandidatur vor der Wahl in den hiesigen Medien als naiv bezeichnen. Dass man nun enttäuscht sein würde, war damals abzusehen. Aber es ist weniger Obamas Leistung, die enttäuschen sollte als die miserable Qualität der hiesigen Medien in ihrer Einschätzung wichtiger Ereignisse.

    • leon1
    • 07.08.2010 um 17:18 Uhr

    Obama zu den deutschen Linken.Obama hat ein Chaos von Bush geerbt und die deutschen Linken haben Obama nicht gewaehlt.
    Das die Zeit ihre eigene Propaganda macht ( siehe Gauck) bestreite ich nicht.
    Mich erinnert ihr Kommentar an das was man taeglich bei Yahoo USA ueber Obama lesen kann. Der Versuch der Republikaner von ihren eigenen Fehlleistungen abzulenken und blanker Hass.

    • joG
    • 07.08.2010 um 16:56 Uhr

    ....dass ich mit Ihnen übereinstimme Obama sei "der grösste Schwindler und Luftbläser der neueren Geschichte" aber Sie haben recht, wenn Sie die einheitlich ultra-positive Darstellung seiner Kandidatur vor der Wahl in den hiesigen Medien als naiv bezeichnen. Dass man nun enttäuscht sein würde, war damals abzusehen. Aber es ist weniger Obamas Leistung, die enttäuschen sollte als die miserable Qualität der hiesigen Medien in ihrer Einschätzung wichtiger Ereignisse.

    • leon1
    • 07.08.2010 um 17:18 Uhr

    Obama zu den deutschen Linken.Obama hat ein Chaos von Bush geerbt und die deutschen Linken haben Obama nicht gewaehlt.
    Das die Zeit ihre eigene Propaganda macht ( siehe Gauck) bestreite ich nicht.
    Mich erinnert ihr Kommentar an das was man taeglich bei Yahoo USA ueber Obama lesen kann. Der Versuch der Republikaner von ihren eigenen Fehlleistungen abzulenken und blanker Hass.

  3. Die Vereinigten Staaten dürfen auch unter einem Obama mit sozialem Touch nicht davon ausgehen, dass die Welt erblindet gegenüber ihrem verheerenden Raubbau an den Lebensbedingungen der Menschen der ganzen Welt. Diese Zerstörung liegt nicht in dem Entscheidungsbereich der USA. Sie aufzuhalten ist eine Verpflichtung gegenüber den inzwischen geschädigten Menschen und der dransalierten Natur. Diese Weigerung ist ein unmissverständliches Signal, dass ein Verursacher sich vor seiner Verantwortung drückt.
    Die Antwort und die Reaktionen darauf können schmerzhaft ausfallen. Und - was dabei entscheidend ist. Darüber entscheidet nicht der amerikanische Präsident.

  4. vom Wetter auf das Klima zu schließen ist wie immer [...]

    Bitte äußern Sie Ihre Kritik sachlich. Danke. Die Redaktion/sh

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    Wer die globale Temperatur der Erdatmosphäre auf
    2 °C genau regeln will, gehört in ärztliche Obhut.

    Wer die globale Temperatur der Erdatmosphäre auf
    2 °C genau regeln will, gehört in ärztliche Obhut.

  5. mit dem gleichen Argument könnte man den heutigen Papst für die Kreuzzüge vor den Völkergerichtshof in Den Haag schleppen. Toll, was die Amerikaner damals geleistet haben. Applaus und Tusch!
    Das ändert aber kein Jota an der Tatsache, dass die HEUTIGE amerikanische Politiklandschaft weder Willens noch in der Lage ist, in irgendeiner Art und Weise konstruktiv gegen den Klimawandel anzugehen.
    Davon ab, ist die Frage "Dürfen die das?" von einer geradezu kindlichen Naivität.

    Antwort auf
    • Debatz
    • 07.08.2010 um 14:11 Uhr

    Erstens: "Klima" ist ein Begriff, den man erfunden hat um Wetterdaten über einen längeren Zeitraum auf eine Statistik zu bringen, quasi um zu sehen, ob sich am Endergebnis irgendwas ändert. Das bringt uns aber nicht wirklich weiter, denn es ist nur das Wetter, dass sich verändert und nicht unbedingt das Klima.

    Zweitens: Das Wetter verändert sich nicht nur zum warmen, schauen sie mal nach Südamerika, da gibt es zur Zeit einen sehr sehr harten Winter.

    Link:
    http://de.rian.ru/society...

    Also von "Klimaerwärmung" kann man sich ruhig distanzieren, es geht eher darum dass das Klima in beiden Richtungen extremer wird. Und das liegt sicher nicht am CO2...

    Eine Frage die hier vielleicht ganz interessant ist hat mit einem anderen Thema zu tun, dennoch gehört beides zusammen, auch wenn man nicht unbedingt immer darauf hingewiesen wird.

    Hat vielleicht die Sonne damit zu tun?
    Immerhin fehlt ihr die Aktivität, die sie eigentlich alle 11,5Jahre haben sollte. Und die NASA ist sehr zurückhaltend, was Informationen über die Sonne angeht. Auf einigen Bildern konnte man seltsame Objekte um die Sonne herum sehen, die teilweise sogar mit ihr interagierten. Es deutet viel darauf hin, dass die NASA und vielleicht auch die Regierungen mehr wissen, als sie uns erzählen. Die Wetterextreme sind nicht aufzuhalten durch CO2-Einsparungen, das hat man scheinbar schon insgeheim kapiert.

    Bitte verzichten Sie auf Verschwörungstheorien bzw. führen Quellen an. Die Redaktion /is

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    • Debatz
    • 07.08.2010 um 20:49 Uhr

    Wollen sie mich verkohlen, liebe Redaktion /is?

    Hier eine Quelle zum Thema:
    http://www.kritische-natu...

    hier ein Konkurrenz-Beitrag dazu:
    http://www.spiegel.de/wis...

    Weg vom Klima, hin zu den Objekten um die Sonne herum:

    Hier ein Video mit gesammelten Sonnenaufnahmen, wer will kann die Bilder selbst auf der NASA-Homepage raussuchen (Datum & Uhrzeit stehen da) und nachschauen:

    http://www.youtube.com/wa...

    und wem die Dinger zu klein sind, der kann sich ja mal das hier anschauen:

    http://www.youtube.com/wa...

    und wer jetzt auf der NASA-Seite selber einmal nachforscht, der wird feststellen, dass speziell in diesem Zeitraum nichts auffälliges passiert. Irgendetwas stimmt da nicht.

    • Debatz
    • 07.08.2010 um 20:49 Uhr

    Wollen sie mich verkohlen, liebe Redaktion /is?

    Hier eine Quelle zum Thema:
    http://www.kritische-natu...

    hier ein Konkurrenz-Beitrag dazu:
    http://www.spiegel.de/wis...

    Weg vom Klima, hin zu den Objekten um die Sonne herum:

    Hier ein Video mit gesammelten Sonnenaufnahmen, wer will kann die Bilder selbst auf der NASA-Homepage raussuchen (Datum & Uhrzeit stehen da) und nachschauen:

    http://www.youtube.com/wa...

    und wem die Dinger zu klein sind, der kann sich ja mal das hier anschauen:

    http://www.youtube.com/wa...

    und wer jetzt auf der NASA-Seite selber einmal nachforscht, der wird feststellen, dass speziell in diesem Zeitraum nichts auffälliges passiert. Irgendetwas stimmt da nicht.

  6. 8. PANIK!

    Panikmache mit falschen Daten. Wetter & Klima bewusst falsch vermengen. [...]

    Dem Umweltschutz und den tatsächlich notwenigen Schritten zur Reduzierung der Menschen gemachten Schäden an der Umwelt leisten sie mit solch einem Unfug, wie schon die Klimadatenfälscher, einen Bärendienst!

    Zum Glück wird der Leser durch die Nutzung neuer Quellen im Internet immer Mündiger. Ich freue mich schon auf die Anstehende Bereinigung der Verlagslandschaft, Zukunft haben Fakten & gute Recherchierte Artikel und nicht schlecht aufbereitete persönliche Meinungsmache! Das gilt für Verlage wie Journalisten.

    Bitte äußern Sie IHre Kritik auf respektvolle Art und Weise. Die Redaktion/is

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