Daten-Roaming Liebe Halsabschneider
Zeit für einen Wutausbruch: Smartphones und Laptops versprechen grenzenlose Mobilität. Doch wer sie nutzt, wird abgezockt.
© Chris Jackson / Getty Images

Wer im Urlaub über sein Handy ins Internet geht muss mit hohen Kosten rechnen
Ihr kennt solche Beschwerden sicherlich. Die Briefe füllen Regale voller Aktenordner. Einer stammt von Ursula Dworák: Ihr habt ihn abgeheftet, mit einem Standardschreiben beantwortet und wahrscheinlich vergessen. Zuvor habt Ihr freilich prächtig an der guten Frau verdient.
Zur Erinnerung: Die auf Museen spezialisierte Unternehmensberaterin war von Stuttgart nach Krakau gereist, um eine neue Ausstellung zu besuchen. Spätabends, kurz vor dem Schlafengehen, tippte Dworák auf ihrem Laptop noch schnell einige E-Mails, sah Unterlagen durch und recherchierte im Internet. »Mir war schon klar, dass Surfen im Ausland teurer ist als daheim«, sagt sie. »Aber gleich so viel?« Knapp 1800 Euro forderte Base, der Billigableger von E-Plus, hinterher für die mobile Datenverbindung. Das war im vergangenen Dezember, und auf der Rechnung stand der Satz: »Base wünscht Ihnen eine schöne Weihnachtszeit!«
Jemand anders sollte nach seiner Türkeireise rund 9000 Euro für Internetbesuche zahlen, ein Frankreichurlauber gar 46.000 Euro. Surfen im Ausland für ein Jahresgehalt? Täuscht es, oder häufen sich solche Horrorgeschichten?
Gerade jetzt in der Urlaubszeit nehmen viele Menschen ihre iPhones, iPads, Smartphones und Surfsticks mit ins Ausland. Von Scharm al-Scheich aus laden sie dann Fotos von Tauch-Jeep-Kamel-Safaris auf ihre Facebook-Seiten. Per Handycam-Livestream aus Südspanien informieren sie die Heimat über den pittoresken Anblick einstmals verträumter und nun in Hotelkomplexe integrierter Fischerdörfer. Und im Liegestuhl an der Karibikküste planen sie via Tablet-PC den nächsten Auslandsurlaub. Sie tun lediglich, was Handyhersteller, Lifestyle-Medien und Mobilfunkfirmen als ganz normales Verhalten propagieren: Informationen auf Weltreise schicken. Daten-Roaming nennt man das.
Halsabschneiderei wäre das bessere Wort. Denn die Rechnung folgt, sobald die Urlaubsbräune verblasst. Was bleibt, sind Schulden.
- Betrug per Telefon
Der Betrug per Telefon nimmt massiv zu. Von Januar bis April 2010 seien bei der Bundesnetzagentur mehr als 66.000 Beschwerden eingegangen, etwa viermal mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.
- 0900-Servicenummern
Die Betrüger lassen per Computerprogramm zufällig Rufnummern anwählen, und sobald jemand abnimmt, werden ihm Autos, Geldbeträge oder andere Gewinne versprochen. Um sie zu erhalten, soll der vermeintliche Gewinner eine 0900-Servicenummer wählen – und endet dort für mehrere Euro pro Minute in der Warteschleife.
- Strafverfolgung
Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger forderte die Strafverfolgungsbehörden auf, stärker gegen Telefonbetrüger vorzugehen. Wer gar nicht erst zum Opfer werden will, legt am besten sofort auf, wenn am Telefon plötzlich eine Computerstimme zu ihm spricht.
Angeblich ist die Welt ein Dorf. Angeblich sind Grenzen längst überwunden. Aber das ist gelogen. Bei Mobilfunkgebühren regiert pure Kleinstaaterei, und an jeder Grenze hält einer die Hand auf. Wegelagerei war früher ein Verbrechen, heute ist es ein Geschäftsmodell. Oder warum gibt es noch immer keine Pauschale fürs grenzenlose Surfen und Telefonieren? In einer globalisierten Welt, in der Kommunikation und Erreichbarkeit fast alles bedeuten, ist ein passender Tarif längst überfällig.
Wir brauchen eine globale Flatrate!
Fünf Milliarden Mobilfunkanschlüsse gibt es auf der Erde. Fünf Milliarden! Lässt man Greise, brabbelnde Kleinkinder und technikfeindliche Randgruppen mal beiseite, müsste rein rechnerisch jeder Mensch auf dem Planeten ein Handy bei sich tragen: der Bauer in Kenia, der damit aktuelle Ziegenmilchpreise vergleicht. Die achtjährige iPhone-4-Besitzerin aus dem Hamburger Elbvorort, die in der Grundschule nicht für das falsche Smartphone gemobbt werden will. Der viel reisende Investmentbanker aus London, der überall erreichbar sein muss. Und der tibetische Mönch, der eigentlich gar keins braucht.
Unterschiedlicher können Menschen kaum sein. Doch sie alle haben etwas gemein mit Ursula Dworák: Sobald sie auf Reisen ihr Gerät anschalten, droht ihnen die Privatinsolvenz.
- Datum 06.08.2010 - 11:20 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 05.08.2010 Nr. 32
- Kommentare 83
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Sind die Leute doch selbst Schuld, pure Faulheit.
Sollen sie doch ein Wifi Signal vom Hotel suchen.
DAFUER wird man in Europa noch abgezockt, in Asien ist das oft inklusive.
P.S. es heisst:http://de.wikipedia.org/wiki/Scharm_El-Scheich
Natürlich gibt es Tricks, Roaming-Kosten zu umgehen. Aber nicht jeder Mensch kann es sich leisten, sein Smartphone im Urlaub abzuschalten. Sie irgnorieren die Argumente im Artikel.
man kann ganz einfach die superteuren daten roaming gebühren sparen indem
man sich ausländische prepaid daten sim karten besorgt
habe ich schon oft gemacht und funktioniert prima
ein anbieter den ich empfehlen kann ist www.prepaid-global.de
da habe ich schon mal eine spanien und italien sim gekauft
kann ich empfehlen
Es ist also Pure Faulheit, wenn man nicht die hunderte Seiten Kleingedrucktes der Handy Mafia durchliest und dies sändig am laufenden hält? Man hat ja sonst nichts zu tun, da kann man sein Leben ja damit verbringen sich die Blutsauger vorm Leib zu halten deren Greifzangen man in der Hosentasche. Geben sie doch erstmal an im Auftrag welcher Menschenfeind-Firma sie hier Lobbyarbeit machen.
Kommunikation und Information wird immer wichtiger und wenn die Firmen es nicht schaffen die Grundversorgung eines Menschen an Kommunikation(Provider), Geldverkehr (Banken), Verkehr (Busse/Bahnen), Trinkwasser etc. zu fairen und übersichtlichen Bedingungen anzubieten und wenn diese auch noch hunderttausende über den Tisch ziehen und ruinieren, dann gehören diese Firmen vor Gericht!
Es hat nichts mit Demokratie und Gerechtigkeit zu tun, wenn sich Megakonzerne (durch ihre Lobby)alles erlauben können, jeder einfache Bürger, der Schwarzfährt und einen Konzern um 3 Euro schädigt vor den Kadi muss.
Natürlich gibt es Tricks, Roaming-Kosten zu umgehen. Aber nicht jeder Mensch kann es sich leisten, sein Smartphone im Urlaub abzuschalten. Sie irgnorieren die Argumente im Artikel.
man kann ganz einfach die superteuren daten roaming gebühren sparen indem
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da habe ich schon mal eine spanien und italien sim gekauft
kann ich empfehlen
Es ist also Pure Faulheit, wenn man nicht die hunderte Seiten Kleingedrucktes der Handy Mafia durchliest und dies sändig am laufenden hält? Man hat ja sonst nichts zu tun, da kann man sein Leben ja damit verbringen sich die Blutsauger vorm Leib zu halten deren Greifzangen man in der Hosentasche. Geben sie doch erstmal an im Auftrag welcher Menschenfeind-Firma sie hier Lobbyarbeit machen.
Kommunikation und Information wird immer wichtiger und wenn die Firmen es nicht schaffen die Grundversorgung eines Menschen an Kommunikation(Provider), Geldverkehr (Banken), Verkehr (Busse/Bahnen), Trinkwasser etc. zu fairen und übersichtlichen Bedingungen anzubieten und wenn diese auch noch hunderttausende über den Tisch ziehen und ruinieren, dann gehören diese Firmen vor Gericht!
Es hat nichts mit Demokratie und Gerechtigkeit zu tun, wenn sich Megakonzerne (durch ihre Lobby)alles erlauben können, jeder einfache Bürger, der Schwarzfährt und einen Konzern um 3 Euro schädigt vor den Kadi muss.
wunderbar geschriebener artikel... ich habe gut gelacht :)
Wer als Unternehmensberaterin sicher auch öfter im Ausland unterwegs ist, und in die Roaming-Falle tappt, ist selber schuld und darf gerne zum Konzerngewinn beitragen.
Roaming und die damit verbundenen wahnsinnigen Kosten ist doch seit 15 Jahren ein Thema, wenn man sich dafür interessieren möchte. Und wie man im Ausland trotzdem und günstig online sein kann, steht auch jedes Jahr in den einschlägigen Zeitungen, oder auf Portalen der Verbraucherzentralen.
Vielleicht bisher nicht in Zeit Online - da wurde nur von iPhone und iPad geblendeten Redakteuren über die schönen Seiten der neuen mobilen Zukunft berichtet.
Ansonsten...einfach mal den Provider wechseln, der Kunde hat's in der Hand. Aber ach nee, das iPhone gibt's ja nur bei der Telekom...
... das ich weder smartphone noch ipad besitze und auch nicht den drang danach habe eines zu besitzen... mein handy kann telefonieren, dass reicht... man muss nicht immer und überall alles machen können... das ist nur kapitalistische propaganda und ich lasse davon die finger
"mein handy kann telefonieren, dass reicht... man muss nicht immer und überall alles machen können... das ist nur kapitalistische propaganda und ich lasse davon die finger"
ist vielleicht gut so das sie davon die finger lassen, ist ganz schön komplifiziert, ist nicht jedermann ihn seine sache so zeug.
"mein handy kann telefonieren, dass reicht... man muss nicht immer und überall alles machen können... das ist nur kapitalistische propaganda und ich lasse davon die finger"
ist vielleicht gut so das sie davon die finger lassen, ist ganz schön komplifiziert, ist nicht jedermann ihn seine sache so zeug.
In Ihrem nächsten Artikel können Sie ja mal beschreiben wie das ist, wenn man sich in ein Lokal setzt, keinen Blick auf die Preise wirft, munter bestellt und sich nach der Mahlzeit über die Preise beklagt.
Suchen Sie doch bitte mal den Preis für den Datentarif für eine Stunde Internet und einem Datenvolumen für 100MB über einen Base Vertrag in der Türkei.
Wie das können Sie nicht?
Um bei Ihrem Vergleich zu bleiben, das ist also ob in der Speisekarte hinter jedem Gericht zwei Dutzend Sternchen auf das Kleingedruckte verweisen, welches aber nur im Keller direkt bei den sanitären Anlagen zu finden ist. Noch dazu steht im Kleingedruckten, dass für Ausländer nicht näher definierte Aufschläge nach dem Ermessen der externen Cateringgesellschaft dazukommen.
Dabei gibt es technisch bereits eine Lösung für das Problem:
Advice of Charge.
Man sagt dem Kunden vor/während/und nach der Nutzung was er gerade verbraucht. Sie dürfen dreimal raten, warum es heute Advice of Charge immer noch nicht gibt.
PS: Bei mir bleibt GPRS/UMTS aus Prinzip so lange aus, bis ich echte Kostentransparenz habe.
... die Preisangabe der Telefongesellschaften sind - wohl bewusst - unvollständig! Siehe meinen Kommentar "Daten-Roaming, ein Markt ohne Gewichte!"
Suchen Sie doch bitte mal den Preis für den Datentarif für eine Stunde Internet und einem Datenvolumen für 100MB über einen Base Vertrag in der Türkei.
Wie das können Sie nicht?
Um bei Ihrem Vergleich zu bleiben, das ist also ob in der Speisekarte hinter jedem Gericht zwei Dutzend Sternchen auf das Kleingedruckte verweisen, welches aber nur im Keller direkt bei den sanitären Anlagen zu finden ist. Noch dazu steht im Kleingedruckten, dass für Ausländer nicht näher definierte Aufschläge nach dem Ermessen der externen Cateringgesellschaft dazukommen.
Dabei gibt es technisch bereits eine Lösung für das Problem:
Advice of Charge.
Man sagt dem Kunden vor/während/und nach der Nutzung was er gerade verbraucht. Sie dürfen dreimal raten, warum es heute Advice of Charge immer noch nicht gibt.
PS: Bei mir bleibt GPRS/UMTS aus Prinzip so lange aus, bis ich echte Kostentransparenz habe.
... die Preisangabe der Telefongesellschaften sind - wohl bewusst - unvollständig! Siehe meinen Kommentar "Daten-Roaming, ein Markt ohne Gewichte!"
Nun offenbart sich die Folge von "Liberalisierung" und "Deregulierung". Die Konsequenz ist Kapitalismus in seiner reinsten Auspraegung. Unsere Volksvertreter sind teilweise heillos ueberfordert aber auch uns selbstverstaendlich das Problem selbst. Alles wofuer unsere (honorigen) Vorfahren gekaempft haben geht nun den Bach hinunter und das in atemberaubender Geschwindigkeit. Die Vorstufe moderner Sklaverei zeigt sich und der Ausbruch des Klassenkampfes, verzeihen Sie mir diesen Begriff, wird unausweichlich. Das Leben ist nur noch kontrolliert von Gier und Selbstsucht. Gesellschaftliche Werte werden abqualifiziert, Demokratie denunziert und missbraucht und das Volk entmuendigt und mit Konsum ruhig gestellt.
Wer aber wundert sich da noch ueber "roaming" Gebuehren von EUR3000 per G und der Versuch der nimmer mueden kommerziellen Betruegerschar mit nicht legalen "default" Einstellungen unbedarften Kunden das Geld aus der Tasche zu peitschen.
Das naechste Quartal endet schon bald und kann nur mit abermals erhoehten Gewinnen als knapp akzeptabel bezeichnet werden.
Neon, London
Die Tatsache, dass etwas teuer ist, ist nicht per se problematisch.
Wenn aber der Kostenaufwand der TK - Unternehmen einen solch hohen Preis keineswegs rechtfertigen, handelt es sich eindeutig um Beutelschneiderei.
Wofür haben wir eigentlich die Bundesnetzagentur?
Freies oder Flatter-artiges WiFi würde die meisten Probleme lösen. Evtl. engagiert sich die kreativ-mobile iPhone-Front für das falsche Projekt?
Zweites: Man sollte Gesetze gegen Wucher in dieser Branche konsequenter anwenden.
„Nichtig ist insbesondere ein Rechtsgeschäft, durch das jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.“
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