Ethisches Banking Die »guten Banker«
Kleine Ethikinstitute haben inzwischen ungeahnten Zulauf. Aber können sie die Branche langfristig umkrempeln?
Es gibt in Deutschland die Banken, die sich mit Stresstests herumschlagen müssen, mit schlechten Noten für ihre Beratung und mit misstrauischen Kunden. Und es gibt die Ökobanken. Denen laufen die Sparer seit einiger Zeit nur so zu. »Wir kommen kaum hinterher«, stöhnt mancher Vertreter dieser nachhaltig investierenden Institute, die sich an sozialen und ethischen Maßstäben orientieren. Sie sind so etwas wie die Bioläden der Finanzbranche.
Die GLS Bank, die größte der deutschen Ökobanken, hat bis Juli mehr neue Kunden gewonnen als im gesamten vergangenen Jahr – 2000 jeden Monat. Die Einlagensumme legte 2009 um gut 30 Prozent zu. Und das nicht zum ersten Mal: In den Jahren davor waren es jeweils mehr als 20 Prozent. Andere soziale Banken verzeichneten einen ähnlichen Zulauf. »Diese Wachstumsraten zeigen, dass der Markt explodiert«, sagt Matthias Köhler vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW).
Doch wird das so weitergehen? Kritiker unken, die sozialen Banken seien bloß Krisengewinnler und ihr aktueller Zulauf sei ein vorübergehendes Phänomen. Andere nehmen die Ökobanken grundsätzlich nicht ernst. Die älteste, die GLS Bank, ist seit 36 Jahren aktiv und mit einer Bilanzsumme von 1,4 Milliarden Euro unter ihresgleichen Marktführer. Das aber ist nicht einmal ein Tausendstel dessen, was die Deutsche Bank in den Büchern hat.
»Der Marktanteil der sozialen Banken ist erschreckend gering«, sagt Köhler. Von den etwa einem halben Dutzend Konkurrenten der GLS Bank – wie viele es sind, weiß die Branche selbst nicht genau – kennt kaum jemand die Namen, sie haben Kundenkarteien, die in Visitenkartenschachteln passen. Insgesamt kommen die sozialen Banken in Deutschland auf gerade mal 200.000 Kunden.
Trotzdem sind viele überzeugt: Dem Social Banking, wie das Geschäft der Ökobanken auf Neudeutsch heißt, gehört die Zukunft. »Ethisch einwandfreies Verhalten wird für jeden Finanzdienstleister zu einem langfristig entscheidenden Wettbewerbsfaktor«, sagt der Marketingexperte Walter Capellmann. Nach einer aktuellen ZEW-Umfrage unter 236 Experten aus dem Finanzsektor glaubt jeder zweite Manager der Finanzbranche, Social Banking werde zum langfristigen Trend im Bankensystem. Und in der Tat wünscht sich die Hälfte aller Bundesbürger, ihr Geld nachhaltig anzulegen.
Einerseits spielt den »guten Bankern«, wie sie genannt werden, die Finanzkrise in die Hände, helfen ihnen die Diskussionen um Schrottpapiere, Bankenrettungen und Millionengehälter, die dem Image der traditionellen Banken geschadet haben. »Vielen Menschen sagt das Bauchgefühl: In unserem Bankensystem stimmt etwas nicht«, sagt Katharina Beck vom Institute for Social Banking. »Geld ist zum Selbstzweck geworden. Die meisten Leute, die Geld anlegen, wissen gar nicht, dass sie womöglich Kinderarbeit damit unterstützen, Waffenhandel oder Umweltzerstörung. Manche erkennen erst jetzt, welche Steuerungsfunktion Geld hat und wie wichtig es ist, wem man es in die Hand gibt.«
Die sozialen Banken versprechen den Kunden, dass ihr Geld nur in Umwelt-, Kultur- oder Bildungsprojekte fließt. Wohin genau, das lässt sich in ihren Rechenschaftsberichten nachlesen. Am weitesten geht dabei die GLS Bank, die jeden einzelnen Kredit aufführt, ob ihn nun ein Biobäcker bekommen hat oder eine Waldorfschule. Das ist Transparenz, wie Kunden sie sich zunehmend wünschen.
Andererseits beschleunigt die Krise nur ein bereits länger zu beobachtendes Wachstum. Die tiefere Ursache für den Erfolg der sozialen Banken ist sie nicht, sagt Ulrich Hoyer von der Unternehmensberatung zeb. Er sieht »einen langfristigen Wertewandel, der sich schon seit zehn Jahren andeutet«. Gemeint ist der Wunsch nach Bio, nach Öko, nach bewusstem Leben. Dieser Wunsch, so Hoyer, zeige sich in vielen Verbraucherstudien, ob es nun um Lebensmittel, Naturkosmetik oder schadstofffreie Kleidung gehe.
Die Treiber des Marktes nennen Forscher gerne »Lohas«, Menschen, die den »Lifestyle of Health and Sustainability« pflegen – angeblich kann man schon jeden dritten Deutschen dazu zählen. »Viele haben jetzt herausgefunden, dass man das auch auf die Finanzwirtschaft übertragen kann«, sagt Hoyer. Er schätzt, dass die Kundenzahl der sozialen Banken auf sechs Millionen, wenn nicht sogar zwölf Millionen steigen könnte.
Das Problem mit solchen Prognosen: Groß ist oft die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit. So beliebt zum Beispiel Biolebensmittel sind – ihr Anteil am deutschen Lebensmittelmarkt beträgt gerade mal 2,4 Prozent. Warum soll es bei den Finanzprodukten anders sein? Gut, 1997 gab es nur zwölf grüne Fonds, heute sind es 330 im deutschsprachigen Raum, darin 31 Milliarden Euro Vermögen. Und ja, 42 Prozent aller Bankkunden wünschen sich laut einer Umfrage des Sustainable Business Institute umweltverträgliche Geldanlagen – aber kaum einer wechselt dafür die Bank. Zumal auch Großbanken längst grüne oder zumindest grün lackierte Finanzprodukte anbieten.
Glaubt man einer Allianz-Studie, ist der durchschnittliche Bankkunde ein äußerst zwiespältiges Wesen. Demnach erwarten drei von vier Kunden, dass ihre Bank auf riskante Geschäfte verzichtet, und zwei Drittel möchten, dass sie keinem Renditedruck ausgesetzt ist. Genauso viele sagen aber, dass sie überdurchschnittliche Zinsen verlangen und eine garantierte Mindestverzinsung sowieso. Da wird es absurd. Und schwer für die sozialen Banken.
Denn diese können nicht mit hohen Zinsen locken. Zwischen 0,75 und 1,5 Prozent bieten sie für Tagesgeld. Für ihre Girokonten verlangen sie oft Gebühren, was in Zeiten der Kostenloskonten schwer vermittelbar ist, zumal »günstige Preise fürs Girokonto« bei 86 Prozent der Bankkunden ganz oben auf der Prioritätenliste stehen. Nur jeder dritte würde höhere Preise zahlen, wenn seine Bank im Gegenzug geringere Risiken eingehe.
Womöglich aber wäre den sozialen Banken gar nicht geholfen, wenn gute Absichten jeden Kunden sofort zum Handeln veranlassen würden. Denn eine Explosion der Kundenzahl brächte die Institute leicht an die Grenzen ihres Wachstums. »Das größte Problem der Banken ist, dass sie den Zuwachs irgendwie handhaben müssen«, sagt Berater Hoyer. »Sie müssen trotzdem die ethisch korrekte Verwendung des Geldes gewährleisten und das Risiko falscher Kreditvergabe minimieren.«
Käme heraus, dass eine Sozialbank problematische Geschäfte finanzierte, würden die Kunden das kaum verzeihen. Denn die sind Überzeugungstäter. Wie sehr, ahnt man beim Blick in Foren, in denen sie von ihrer Bank schwärmen wie Fußballfans von ihrem Lieblingsverein. Die GLS Bank wählten sie in einer Umfrage des Nachrichtensenders n-tv und des Anlegermagazins Börse Online sogar zur »Bank des Jahres 2010«. Das schafften zuvor nur große Direktbanken. Auch die wurden anfangs müde belächelt, bis sie die Branche aufrollten.
Es könnte sein, dass die nächste Revolution begonnen hat – die der sozialen Banken. Die Finanzbranche mit ihrem ramponierten Image könnte davon doppelt profitieren, glauben Experten: Ethisch-ökologisch korrekte Bankgeschäfte wären gut fürs Image und brächten zudem Geld. »Diese Kunden haben ein höheres Ertragspotenzial«, sagt Wirtschaftsforscher Köhler vom ZEW. Sie sind gebildet und verdienen gut, weshalb auch Banken gut an ihnen verdienen können. So weit der Wunsch. Jetzt kommt die Wirklichkeit.
- Datum 08.08.2010 - 16:42 Uhr
- Seite 1 | 2 | Auf mehreren Seiten lesen
- Quelle DIE ZEIT, 05.08.2010 Nr. 32
- Kommentare 77
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:




Und auch nicht an ihrem Produktportfolio. Sondern an dem, was ihr Kern ist:
1. Sie dient in erster Linie dem Kunden und ihrer Region, nicht irgendwelchen Shareholdern am Finanzmarkt.
2. Sie macht zwar Gewinne, ist aber nicht gewinnorientiert.
3. Sie versteht gesellschaftliches Engagement nicht als einen Marketing-Gag oder einen Ablass für die Sünden, die sie begeht – sondern als ihren wesentlichen Auftrag.
Nach dieser einfachen Definition gibt es sehr viele gute Banken. Sie haben im dreigliedrigen deutschen Bankensystem nach wie vor den größten Marktanteil: Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken.
Man fragt sich: Warum wird über die so wenig geschrieben? (Aus diesem Bereich kommt ja auch die gepriesene GLS-Bank). Wahrscheinlich weil sie so langweilig erscheinen. Sie geben mit ihrem soliden kundenorientierten - manchmal behäbigen - Konzept medial einfach nicht so viel her. Aber vielleicht ist das ja gerade ihre Stärke..."
bei den Machenschaften der Landesbanken sehr wohl ein Teil der Finanzkrise.
Wundert auch nicht da der Landrat öfters auch Aufsichtsratsvorsitzender der Kreissparkasse ist.
bei den Machenschaften der Landesbanken sehr wohl ein Teil der Finanzkrise.
Wundert auch nicht da der Landrat öfters auch Aufsichtsratsvorsitzender der Kreissparkasse ist.
was sie mal waren.
Zum Beispiel die Hamburger Sparkasse, die ihren Kunden im großen Stil Lehman-Zertifikate angedreht hat. Und die sind nicht die Einzigen...
Soll das ein Witz sein? Gute Banken gibt es nicht, genausowenig wie "gute" Unternehmen, denn Moral ist im Kapitalismus nur ein Klotz am Bein - die Einzige Motivation weshalb Industrie und Banken Gutes tun ist die, das Image aufzupolieren.
Es ist fahrlässig, sich von der Illusion eines "guten" Kapitalismus verführen zu lassen. Denn die Welt wird so oder so auf eine Katastrophe zusteuern, wenn der systemimmanente Wachstumszwang an seine Grenzen gerät. Wahrscheinlich führt dies zu Verteilungskriegen und massiver weltweiter Armut, größer noch als die heutige.
Der Lebensstandard darf nicht ständig steigen, die Welt bietet nicht die Ressourcen um 7 Mrd. Menschen auf unseren Standard versorgen zu können. Daher ist ein schnelles Umdenken gefragt, der Systemwechsel die einzig friedliche Alternative. Und das hat nichts mit Sozialismus und oder Unfreiheit zu tun.
Don't fight the players, fight the system!
Alle Banken und Unternehmen sind also von Grunde auf schlecht?
Was folgern Sie denn daraus???
Es ist fahrlässig, sich von der Illusion eines "guten" Kapitalismus verführen zu lassen. Denn die Welt wird so oder so auf eine Katastrophe zusteuern, wenn der systemimmanente Wachstumszwang an seine Grenzen gerät. Wahrscheinlich führt dies zu Verteilungskriegen und massiver weltweiter Armut, größer noch als die heutige.
Der Lebensstandard darf nicht ständig steigen, die Welt bietet nicht die Ressourcen um 7 Mrd. Menschen auf unseren Standard versorgen zu können. Daher ist ein schnelles Umdenken gefragt, der Systemwechsel die einzig friedliche Alternative. Und das hat nichts mit Sozialismus und oder Unfreiheit zu tun.
Don't fight the players, fight the system!
Alle Banken und Unternehmen sind also von Grunde auf schlecht?
Was folgern Sie denn daraus???
Natürlich sind die Kunden inkonsequent, wenn sie nichts für ihr Girokonto zahlen wollen und gleichzeitig "ethisches Banking" fordern.
Aber die meisten Menschen stecken doch auch in langfristigen Abhängigkeiten. Sei es, dass die Familie gut versorgt sein muss, dass das Haus abbezahlt werden muss - und dass die Realeinkommen der breiten Masse in der Vergangengheit geschrumpft sind.
Nicht jeder kann in den Bioladen gehen, auch wenn er es gerne würde. Auch beim Discounter sind die Aufschläge auf Bio-Waren erheblich - so dass es oftmals beim Wunsch bleibt und eben die harten Zwänge Priorität haben, damit das Geld bis zum Monatsende reicht ..
Es ist der Wunsch und das Ziel vieler Bürger, nicht mehr Ressourcen zu verbrauchen, als sie ins System einspeisen. Es ist der Wunsch, nachhaltig zu leben und es ist vielen klar, dass dies niemals gehen wird, wenn sie bei "Kik" kaufen (müssen). Wenn also Biowaren bei unter 3% des Warenangebots liegen, die Wünsche aber bei 30 %, dann ist das weniger als Inkonsequenz der Kunden, sondern vielmehr als unbefriedigte Nachfrage zu verstehen. Es ist Aufgabe der Marktwirtschaft und des Kapitalismusses, die Nachfrage zu befriedigen. Genau so sieht das IMO auch bei den Banken aus, es sind Prozesse.
Insgesamt setzt sich aber die Erkenntnis durch, dass nicht-Nachhaltigkeit auf lange Sicht in Betrug übergeht und schließlich kollabiert. Der absehbare Kollaps kostet uns aber viel mehr, als er (den weinigen Eigentümern) zuvor an Gewinnen gebracht hat.
Y.S.
ein sehr guter kommentar, der uns zeigt, dass die ökonomie in ihrer jetzigen fast totalitären machtentfaltung nicht nur nichts mit versorgungsmodellen zu tun hat und sich in einer einbahnstrasse der angebotsdiktatur befindet, sondern auch wenig spielraum bietet in ihrer systembedingten abschaffung von arbeit durch profitorientierte rationalisierung bzw inovation, um der bevölkerung eine umdenken und folgerichtiges verhalten zu ermoeglichen.
die dienstleistereliten in politik, wirtschaft und finanzwirtschaft verstärken die abhaengigkeit der menschen. eine politik für die bevölkerung gibt es schlechterdings nicht.
die umorientierung eines noch ueber mittel verfügenden restmittelstandes ist ein noch recht kleiner schritt zur abstimmung mit den füssen. gibt es dabei aber keine unterstützung aus der politik, wird diese letztendlich und tragischerweise ins lehre laufen.
es bedarf nicht nur einem druck aus der gesamtbevölkerung auf die gesellschaftstruktur, zb rückkauf von versorgungssystemen aus privater hand durch die allgemeinheit. eine gesellschaftliche orientierung zur nonprofitarbeit und sozial relevanten "freizeit" nutzung wird immer dringender. andere staaten sind da wesentlich weiter.
noetig ist der wille zur redemokratisierung der gesellschaft aus der bevölkerung als wandel zu mehr kommunal- oder genossenschaftseigentum. daher ist wie in kommentar 1 beschrieben sehr wichtig assoziative und genossenschaftliche strukturen auch im bank, bzw geldsystem zu staerken.
ein sehr guter kommentar, der uns zeigt, dass die ökonomie in ihrer jetzigen fast totalitären machtentfaltung nicht nur nichts mit versorgungsmodellen zu tun hat und sich in einer einbahnstrasse der angebotsdiktatur befindet, sondern auch wenig spielraum bietet in ihrer systembedingten abschaffung von arbeit durch profitorientierte rationalisierung bzw inovation, um der bevölkerung eine umdenken und folgerichtiges verhalten zu ermoeglichen.
die dienstleistereliten in politik, wirtschaft und finanzwirtschaft verstärken die abhaengigkeit der menschen. eine politik für die bevölkerung gibt es schlechterdings nicht.
die umorientierung eines noch ueber mittel verfügenden restmittelstandes ist ein noch recht kleiner schritt zur abstimmung mit den füssen. gibt es dabei aber keine unterstützung aus der politik, wird diese letztendlich und tragischerweise ins lehre laufen.
es bedarf nicht nur einem druck aus der gesamtbevölkerung auf die gesellschaftstruktur, zb rückkauf von versorgungssystemen aus privater hand durch die allgemeinheit. eine gesellschaftliche orientierung zur nonprofitarbeit und sozial relevanten "freizeit" nutzung wird immer dringender. andere staaten sind da wesentlich weiter.
noetig ist der wille zur redemokratisierung der gesellschaft aus der bevölkerung als wandel zu mehr kommunal- oder genossenschaftseigentum. daher ist wie in kommentar 1 beschrieben sehr wichtig assoziative und genossenschaftliche strukturen auch im bank, bzw geldsystem zu staerken.
Es ist fahrlässig, sich von der Illusion eines "guten" Kapitalismus verführen zu lassen. Denn die Welt wird so oder so auf eine Katastrophe zusteuern, wenn der systemimmanente Wachstumszwang an seine Grenzen gerät. Wahrscheinlich führt dies zu Verteilungskriegen und massiver weltweiter Armut, größer noch als die heutige.
Der Lebensstandard darf nicht ständig steigen, die Welt bietet nicht die Ressourcen um 7 Mrd. Menschen auf unseren Standard versorgen zu können. Daher ist ein schnelles Umdenken gefragt, der Systemwechsel die einzig friedliche Alternative. Und das hat nichts mit Sozialismus und oder Unfreiheit zu tun.
Don't fight the players, fight the system!
Solange die Weltbevölkerung wächst, sind wir zu Wachstum verdammt!
Eine Gleichverteilung die letztlich in ihren Vorstellungen herauslesbar ist, wird eine Utopie bleiben, weil sie menschlichem Verhalten und auch Unterschiedlichkeit widerspricht.
Es ist auf Dauer sicher möglich das Wohlstandgefälle der Welt zu nivellieren, doch die großen Ungleichgewichte, Kriege und Hungersnöte gehen wesentlich auf die Anpassungszwänge zurück.
Entwicklung und Wohlstand sind lediglich Ergebnisse einer erzwungenen Anpassung, um Bevölkerungswachstum zu versorgen.
Das wurde im Laufe der Jahrhunderte mit Millionen von Toten bezahlt, weil nicht jeder bereit war und ist Veränderungen mitzutragen und nicht jede Veränderung zu einer Verbesserung führt. Ohne Wachstum ist die Versorgung der Massen unmöglich. Der Entwicklungsvorsprung der Industrieländer wäre nur um den Preis einer drastischen, von Versorgungsmängeln geprägten, Bevölkerungsreduzierung machbar, ähnlich wie dies das römische Reich nach dem Zusammenbruch erlitt.
Das würde auch zu einem Massensterben in den Entwicklungsländern führen, weil der damit verbundene know how Verlust zu einer deutlich verlangsamten Entwicklung führen würde (Parallele frühes Mittelalter, Verlust an Hygiene und medizinischer Versorgung, sowie reduzierter Ausgleich durch den weggebrochenen Welthandel)
Kapitalismus in diesem Sinne ist weder gut noch schlecht, er ist lediglich ein Mechanismus!
H.
Solange die Weltbevölkerung wächst, sind wir zu Wachstum verdammt!
Eine Gleichverteilung die letztlich in ihren Vorstellungen herauslesbar ist, wird eine Utopie bleiben, weil sie menschlichem Verhalten und auch Unterschiedlichkeit widerspricht.
Es ist auf Dauer sicher möglich das Wohlstandgefälle der Welt zu nivellieren, doch die großen Ungleichgewichte, Kriege und Hungersnöte gehen wesentlich auf die Anpassungszwänge zurück.
Entwicklung und Wohlstand sind lediglich Ergebnisse einer erzwungenen Anpassung, um Bevölkerungswachstum zu versorgen.
Das wurde im Laufe der Jahrhunderte mit Millionen von Toten bezahlt, weil nicht jeder bereit war und ist Veränderungen mitzutragen und nicht jede Veränderung zu einer Verbesserung führt. Ohne Wachstum ist die Versorgung der Massen unmöglich. Der Entwicklungsvorsprung der Industrieländer wäre nur um den Preis einer drastischen, von Versorgungsmängeln geprägten, Bevölkerungsreduzierung machbar, ähnlich wie dies das römische Reich nach dem Zusammenbruch erlitt.
Das würde auch zu einem Massensterben in den Entwicklungsländern führen, weil der damit verbundene know how Verlust zu einer deutlich verlangsamten Entwicklung führen würde (Parallele frühes Mittelalter, Verlust an Hygiene und medizinischer Versorgung, sowie reduzierter Ausgleich durch den weggebrochenen Welthandel)
Kapitalismus in diesem Sinne ist weder gut noch schlecht, er ist lediglich ein Mechanismus!
H.
ein sehr guter kommentar, der uns zeigt, dass die ökonomie in ihrer jetzigen fast totalitären machtentfaltung nicht nur nichts mit versorgungsmodellen zu tun hat und sich in einer einbahnstrasse der angebotsdiktatur befindet, sondern auch wenig spielraum bietet in ihrer systembedingten abschaffung von arbeit durch profitorientierte rationalisierung bzw inovation, um der bevölkerung eine umdenken und folgerichtiges verhalten zu ermoeglichen.
die dienstleistereliten in politik, wirtschaft und finanzwirtschaft verstärken die abhaengigkeit der menschen. eine politik für die bevölkerung gibt es schlechterdings nicht.
die umorientierung eines noch ueber mittel verfügenden restmittelstandes ist ein noch recht kleiner schritt zur abstimmung mit den füssen. gibt es dabei aber keine unterstützung aus der politik, wird diese letztendlich und tragischerweise ins lehre laufen.
es bedarf nicht nur einem druck aus der gesamtbevölkerung auf die gesellschaftstruktur, zb rückkauf von versorgungssystemen aus privater hand durch die allgemeinheit. eine gesellschaftliche orientierung zur nonprofitarbeit und sozial relevanten "freizeit" nutzung wird immer dringender. andere staaten sind da wesentlich weiter.
noetig ist der wille zur redemokratisierung der gesellschaft aus der bevölkerung als wandel zu mehr kommunal- oder genossenschaftseigentum. daher ist wie in kommentar 1 beschrieben sehr wichtig assoziative und genossenschaftliche strukturen auch im bank, bzw geldsystem zu staerken.
Da fragt man sich schon wes Geistes Kind die Redaktion ist, wenn hier Parolen, die genauso gut von der DKP stammen könnten als "Empfehlung" ausgegeben werden.
"ökonomie in ihrer jetzigen fast totalitären machtentfaltung"
Sorry, weiß hier irgendjemand, was totalitäre Macht ist. Hat hier irgendjemand mal in einer Diktatur gelebt?
Ist das dieselbe ZEIT, die von einem H. Schmidt herausgegeben wird? Ist das auch Meinung der Redaktion?
"ihrer systembedingten abschaffung von arbeit"
Soso, wir haben also Arbeit abgeschafft. Dumm, dass ich noch jeden morgen aufstehen muss. Es gibt keine systembedingte Abschaffung von Arbeit. Produktivitätssteigerung ermöglicht mehr Konsum und nicht weniger Arbeit.
"eine politik für die bevölkerung gibt es schlechterdings nicht"
Ich zitiere das Grundgesetz: 'Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke ...'.
Was sie sagen ist doch undemokratisch. Nur, weil Politik nicht ihrer Meinung entspricht, heißt das nicht, dass sie nicht der Bevölkerung dient.
"die dienstleistereliten in politik, wirtschaft und finanzwirtschaft verstärken die abhaengigkeit der menschen"
Wie denn bitte? Ich bin Teil dieser Dienstleisterelite und von mir ist niemand abhängig. Was werfen Sie mir denn vor? Ich zahle Steuern im Gegenwert eines Mittelklassewagen dafür, dass dieser Staat der Bevölkerung dient. Und das ist okay. Ich diene jeden Tag dem Volk!
mit welcher Naivität zwar richtige Diagnosen aber völlig falsche Therapien vertreten werden.
Ob ethisches Banking oder herkömmliches Banking, ist im Grunde einerlei.
Der Mensch lebt seit der Steinzeit in Konkurrenz zueinander, schlicht weil der Kampf um Überlebensressourcen manchmal einfacher mit der Keule ausgetragen werden kann, als mit anderen Mitteln.
Daran hat sich im Prinzip nichts geändert und wird sich auch nichts ändern, solange die Weltbevölkerung wächst und die gesellschaftlichen oder technischen Anpassungsmöglichkeiten hinterherhinken, somit die Ressourcen immer knapper als der Bedarf sind.
Auch die Konkurrenzprobleme unserer Zeit sind diesem Druck geschuldet, der um so schneller zunimmt, als nötige Anpassungen und Reformen verweigert werden.
Es ist eine logische Entwicklung, das der Markt um so brutaler wird, je mehr Defizite staatlicher Intervention oder Nichtintervention er ausgleichen muss.
Nur weil diese Tatsache unerwünscht und schwer erträglich ist, lässt sie sich nicht wegfabulieren.
Der Markt ist lediglich ein Regelsystem das die Keule durch Preise ersetzt hat, damit wir uns nicht den Schädel einschlagen müssen. Die staatliche Regelsetzung sollte faire Preise und faire Konkurrenz sichern, so das für alle ggf. nötiger Verzicht mangels Ressourcen oder Masse erträglich bleibt.
Tut sie es nicht kommt die Keule schneller zurück als manche es sich träumen lassen.
Der heute so viel gescholtene Kapitalismus ist nur das Spiegelbild dieses Staatsversagens.
H.
Da fragt man sich schon wes Geistes Kind die Redaktion ist, wenn hier Parolen, die genauso gut von der DKP stammen könnten als "Empfehlung" ausgegeben werden.
"ökonomie in ihrer jetzigen fast totalitären machtentfaltung"
Sorry, weiß hier irgendjemand, was totalitäre Macht ist. Hat hier irgendjemand mal in einer Diktatur gelebt?
Ist das dieselbe ZEIT, die von einem H. Schmidt herausgegeben wird? Ist das auch Meinung der Redaktion?
"ihrer systembedingten abschaffung von arbeit"
Soso, wir haben also Arbeit abgeschafft. Dumm, dass ich noch jeden morgen aufstehen muss. Es gibt keine systembedingte Abschaffung von Arbeit. Produktivitätssteigerung ermöglicht mehr Konsum und nicht weniger Arbeit.
"eine politik für die bevölkerung gibt es schlechterdings nicht"
Ich zitiere das Grundgesetz: 'Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke ...'.
Was sie sagen ist doch undemokratisch. Nur, weil Politik nicht ihrer Meinung entspricht, heißt das nicht, dass sie nicht der Bevölkerung dient.
"die dienstleistereliten in politik, wirtschaft und finanzwirtschaft verstärken die abhaengigkeit der menschen"
Wie denn bitte? Ich bin Teil dieser Dienstleisterelite und von mir ist niemand abhängig. Was werfen Sie mir denn vor? Ich zahle Steuern im Gegenwert eines Mittelklassewagen dafür, dass dieser Staat der Bevölkerung dient. Und das ist okay. Ich diene jeden Tag dem Volk!
mit welcher Naivität zwar richtige Diagnosen aber völlig falsche Therapien vertreten werden.
Ob ethisches Banking oder herkömmliches Banking, ist im Grunde einerlei.
Der Mensch lebt seit der Steinzeit in Konkurrenz zueinander, schlicht weil der Kampf um Überlebensressourcen manchmal einfacher mit der Keule ausgetragen werden kann, als mit anderen Mitteln.
Daran hat sich im Prinzip nichts geändert und wird sich auch nichts ändern, solange die Weltbevölkerung wächst und die gesellschaftlichen oder technischen Anpassungsmöglichkeiten hinterherhinken, somit die Ressourcen immer knapper als der Bedarf sind.
Auch die Konkurrenzprobleme unserer Zeit sind diesem Druck geschuldet, der um so schneller zunimmt, als nötige Anpassungen und Reformen verweigert werden.
Es ist eine logische Entwicklung, das der Markt um so brutaler wird, je mehr Defizite staatlicher Intervention oder Nichtintervention er ausgleichen muss.
Nur weil diese Tatsache unerwünscht und schwer erträglich ist, lässt sie sich nicht wegfabulieren.
Der Markt ist lediglich ein Regelsystem das die Keule durch Preise ersetzt hat, damit wir uns nicht den Schädel einschlagen müssen. Die staatliche Regelsetzung sollte faire Preise und faire Konkurrenz sichern, so das für alle ggf. nötiger Verzicht mangels Ressourcen oder Masse erträglich bleibt.
Tut sie es nicht kommt die Keule schneller zurück als manche es sich träumen lassen.
Der heute so viel gescholtene Kapitalismus ist nur das Spiegelbild dieses Staatsversagens.
H.
Unter den hier beschriebenen Banken gibt es sicher gute Institute, aber das Label sozial oder Öko ist im Sinne von qualitativ hochwertiger Beratung und Anlage kein ernstzunehmendes Kriterium.
Im Gegenteil steigt das Risiko schlechter Anlagen und Beratung schneller als bei herkömmlichen Banken, so sie denn sich wirklich Mühe geben.
Das hier geschilderte Geschäftsmodell ist kein Ersatz für renditeorientierte Kunden, sondern nur für solche, die gerne auf einen Anteil Rendite verzichten, wenn damit bestimmte Projekte gefördert werden.
Damit sind wir bei sozialen Engagements und Glaubensbekenntnissen, das ist nicht schlecht, aber eben auch keine Alternative in einer Wettbewerbsgesellschaft.
Es ist ähnlich, so wie Bill Gates die Hälfte seines Vermögens stiftet, nur verdienen kann man es damit nicht.
Nein, eine wirkliche Alternative kann es nur geben, wenn die Institute wieder mehr Markt ausgesetzt würden und nicht durch Pseudoverbraucherschutz privilegiert werden, weil man die Konkurrenz ausschaltet bzw. die Markteintrittshürden immer höher schraubt.
H.
H.
Alle Banken und Unternehmen sind also von Grunde auf schlecht?
Was folgern Sie denn daraus???
...Kredite vergeben. Soweit ich das nun durchdacht habe, sind Banken nur nützlich, um Buchgeld zu verwalten, also damit wir bei ihnen Konten errichten können. Oder?
...Kredite vergeben. Soweit ich das nun durchdacht habe, sind Banken nur nützlich, um Buchgeld zu verwalten, also damit wir bei ihnen Konten errichten können. Oder?
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren