Radsport Strampeln am Berg fürs NetzSeite 3/3
Das virtuelle Zeitfahren, das sich im Internet widerspiegelt, hat sich herumgesprochen. Mittlerweile ist der Stoppomat in Kleinserie gegangen. Zwischen Mosel und Elbe gibt es acht permanente Zeitfahrstrecken, die neunte ist in Spanien. Die zehnte, erstmals eine Strecke im Flachland, wird am Freitag dieser Woche in Suderburg in der Lüneburger Heide offiziell eröffnet. Es gibt die Stoppomat Challenge, bei der Vielfahrer nach einem ausgeklügelten System auf jeder Strecke Punkte sammeln können. Und wenn der Betreiber einer Anlage nachlässig arbeitet, erreichen ihn Beschwerde-E-Mails: Bin vor vier Wochen gefahren – warum steht meine Zeit noch nicht Netz?
Roland Hecht hat sich den Stoppomaten als Marke und Gebrauchsmuster schützen lassen. Er liefert eine Anlage schlüsselfertig für 9000 Euro. »Wenn ich die Material- und Werkstattkosten abziehe, bleibt mir ein Stundenlohn von einem Euro«, sagt er, »das ist deutlich im ehrenamtlichen Bereich.« Er legt großen Wert darauf, dass die Teilnahme am virtuellen Wettbewerb für alle kostenlos bleibt.
Auf dem Gipfel des Höchsten hat Hecht neben dem gelben Ziel eine Sitzbank aufgebaut. »Zum Chillen«, sagt er. Die Aussicht ist grandios. Zwischen sanften Hügeln erstreckt sich der Bodensee. Am Horizont erhebt sich der Alpenhauptkamm. Wenn es nicht diesig ist, kann man das Finsteraarhorn sehen.
Im November schließt Roland Hecht die Anlage. »Wenn wir im Frühjahr wieder aufmachen, sind die Fahrer richtig heiß.« Nur Frau Hecht könnte sich noch längere Auszeiten vorstellen. Das bekam ihr Mann zu spüren, als er ein neues Auto kaufen wollte. Das durfte partout nicht gelb sein. Familie Hecht fährt jetzt einen blauen Wagen.
- Datum 05.08.2010 - 09:32 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 05.08.2010 Nr. 32
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