Architektur Erinnerungen bauen
Eine Architekturausstellung in München klärt aufs Schönste die Debatte um Rekonstruktionen.
Die japanischen Zimmerleute tragen weiße Overalls, sorgfältig ziehen sie mit ihren Hobeln helle Späne in dünnen Bahnen von den Holzpfählen, die bald das Dach des Ise-Schreins tragen werden. Seit dem Jahre 690 existiert dieser Schrein, alle 20 Jahre gibt es ihn für ein paar Tage sogar doppelt. Denn in einem Ritual, das der Japaner shikinen-sengū nennt, wird der Schrein kopiert und auf einer Fläche gleich neben dem existierenden Schrein noch einmal aufgebaut. Nach der Weihung des Neubaus wird der alte Schrein abgerissen. Durch diesen Ritus der Rekonstruktion wird das Ewige im sich Wandelnden beschworen. Seit Jahrhunderten werden auf exakt dieselbe Art Balken genutet, in zwei Jahren ist es wieder so weit.
In München kann man derzeit einen Film über den Ise-Schrein sehen, er ist Teil der Ausstellung Geschichte der Rekonstruktion im Architekturmuseum der Pinakothek der Moderne (bis 31. Oktober). Eine – ohne Übertreibung – der wichtigsten architekturhistorischen Ausstellungen des letzten Jahrzehnts, denn sie liefert endlich die historische und begriffliche Grundlage für jene Debatte nach, die hierzulande schon seit Jahren stark erhitzt geführt wird: ob man Gebäude rekonstruieren soll oder nicht.
Die Ausstellung gibt auf diese Frage keine eindeutige Antwort. Sie wirkt vielmehr wie eine Lockerungsübung für verkrampfte Kombattanten. Sie klärt Begriffe, macht den Unterschied zwischen Anastilosis und Restaurierung, Rekonstruktion und Kopie deutlich und liefert Kriterien und historische Beispiele, die in Zukunft beim Urteilen über Rekonstruktionen helfen werden. Wäre diese Ausstellung schon früher gezeigt worden, die emotionalen Debatten um den Wiederaufbau von Schlössern und Kirchen wären wohl differenzierter verlaufen.
Schließlich wurde schon immer und überall rekonstruiert. Im 4. Jahrhundert vor Christus etwa stürzte bei einem Erdbeben die Ostfront des Zeustempels in Olympia ein. Der Tempel wurde wieder aufgebaut, wobei man versuchte, die alten Kapitelle möglichst genau zu imitieren. Anderswo ging man damals unbeschwerter ans Werk, ersetzte etwa nach einer Revolte in Kyrene kannelierte Säulen durch glatte. Später ließ Augustus in Rom gleich mehrere Dutzend Tempel wiederherstellen, von denen die meisten wohl viel prachtvoller als ihre Vorbilder gerieten.
Die Rekonstruktionsbeispiele aus der Antike sind nur einige von Hunderten, die internationale Wissenschaftler unter der Leitung des Münchner Architekturhistorikers Winfried Nerdinger in drei Jahren Grundlagenforschung aus den Archiven gegraben und untersucht haben. Für die Ausstellung und den umfangreichen Katalog – ein Standardwerk schon jetzt – wurden sie in zehn Sektionen geordnet, nach den Beweggründen für die Rekonstruktion sortiert.
Da sind einerseits Rekonstruktionen wie die des Ise-Schreins, die einem Ritus der Wiederholung gehorchen, dann gibt es die zahlreichen Wiederherstellungen religiöser Orte, von dem Tempel in Jerusalem bis zur Maria-Himmelfahrts-Kathedrale in Kiew. Es folgen die archäologischen Rekonstruktionen und diejenigen, die der Erinnerung an Personen und Ereignisse dienen. Zu ihnen zählen etwa das nach dem Zweiten Weltkrieg in Frankfurt wieder aufgebaute Goethehaus oder die Hütte von Henry David Thoreau, die gleich mehrfach und nicht nur am Walden Pond rekonstruiert wurde – man kann sie heute sogar als Fertigbausatz beziehen.
Mit Fotos, Gemälden und Stichen, mit Modellen und Plänen wird in München sowohl der Antikenrezeption in der Renaissance nachgegangen als auch den nationalen und politischen Wiederaufbauprojekten. Neben den ausführlich erläuterten Exponaten säumt noch eine Bildstrecke mit etwa 200 Rekonstruktionsprojekten die Ausstellungswände. Jeweils drei Fotos bebildern dabei den Urzustand, die Zerstörung und die erfolgte Rekonstruktion. Die Besucher stehen davor und staunen, wie viele prominente Gebäude heute nicht mehr im Original existieren: Das Oval Office im Weißen Haus etwa, der Chinesische Turm im Englischen Garten, der Kaiserdom zu Speyer, der Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe oder der Campanile auf dem Markusplatz in Venedig.
Sichtbar wird in dieser Sammlung von Fallbeispielen eine Architekturgeschichte der Kontinuität, in der auch Jahrhunderte nach der Gotik noch Gebäude im gotischen Stil gebaut werden. Sichtbar wird auch, wie unmöglich oftmals eine Unterscheidung zwischen Original und Fake ist, weil immer wieder umgebaut, repariert, hinzugefügt wurde. Die Geschichte der Architektur vollzog sich über Jahrhunderte durch Nachahmung, Anpassung, Zitate und Wiederholung. Und so widerspricht die Ausstellung einerseits der unter Denkmalschützern verbreiteten Meinung, dass jede Rekonstruktion schon eine Lüge sei. Wer will etwa den Aufbau der Warschauer Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg, der ein nachträglicher Akt des Widerstands gegen den Auslöschversuch der Nazis war, als Lüge denunzieren? Und auch der Moderne verpflichtete Architekten, das sieht man in München, können sehr wohl alte Formen bauen – etwa Álvaro Siza, der in Lissabon den Chiado wieder aufbaute.
Jede gelungene oder nicht gelungene »Architektur aus dem Archiv« (Aleida Assmann), das ist die wichtigste Erkenntnis dieser Ausstellung, bedeutet den Versuch, Erinnerung zu bauen, ist »Konstruktion von Geschichte«. Und genau aus diesem Grund, weil mit jeder Rekonstruktion an einem neuen Geschichtsbild gebaut wird, muss es um den Wiederaufbau von Gebäuden auch in Zukunft lebhafte politische Debatten geben. Debatten darüber, ob und warum wir uns in welche Geschichte zurückbauen sollen. Im Fall des Berliner Schlosses , das in der Ausstellung bewusst unerwähnt bleibt, wäre der Sehnsuchtsort bekanntlich das absolutistische Berlin. Nach dem Besuch der Ausstellung finden sich gute Gründe dafür, wieso man im Zentrum einer demokratischen Stadt auf die Rekonstruktion eines von der Mehrheit der Bevölkerung nicht vermissten Herrscherhauses gut verzichten kann.
- Datum 17.08.2010 - 16:30 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.08.2010 Nr. 33
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Ein bißchen schnell wurde auch "Erichs Lampenladen" damals als "verseucht" klassifiziert und abgerissen.
Hatte man etwa Angst, daß an ihm auch zu viel positive Erinnerungen kleben würden ?
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen und halten Sie sich an die Netiquette. Die Redaktion/cs
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Da restauriert man lieber ein paar Nazi-Überbleibsel.
Und nennt das Preußen-Schloß dann demagogisch Humboldt-Forum.
Fahrt z.B. mal nach Paris - da findet man europäische Architektur zum süchtigen Hingucken.
Finger weg von dt. Kleingeisterei!
Gerade Paris enthält ja fast nur kitschige Imitationen des alten Rom (wie z. B. der Arc de Triomphe). Wie man sich dort halt so sehen wollte.^^
Da hat eher das preußische Berlin seinen eigenen Stil gehabt (siehe nur das Brandenburger Tor).
@Harzer: Das halte ich für unwahrscheinlich. Die meisten wissen, was sie trotz oberflächlicher Mordernität des Gebäudes davon zu halten haben.
Ist auch immer wieder lustig, wie sich Leute über den Abriss des sog. "Palastes der Republik" alias Palazzo Prozzi beschweren, obwohl vor seiner Errichtung ein echtes (!) historisches Gebäude dafür platt gemacht wurde. Man also Gnade verlangt, die man selber nicht hatte.
Gerade Paris enthält ja fast nur kitschige Imitationen des alten Rom (wie z. B. der Arc de Triomphe). Wie man sich dort halt so sehen wollte.^^
Da hat eher das preußische Berlin seinen eigenen Stil gehabt (siehe nur das Brandenburger Tor).
@Harzer: Das halte ich für unwahrscheinlich. Die meisten wissen, was sie trotz oberflächlicher Mordernität des Gebäudes davon zu halten haben.
Ist auch immer wieder lustig, wie sich Leute über den Abriss des sog. "Palastes der Republik" alias Palazzo Prozzi beschweren, obwohl vor seiner Errichtung ein echtes (!) historisches Gebäude dafür platt gemacht wurde. Man also Gnade verlangt, die man selber nicht hatte.
Wunderbarer Artikel. Eine im Grunde ausgewogene und differenzierte Darstellung des Themas ohne emotionalen Ballast. Schade, daß Sie das nicht bis zum Ende durchhalten. Dem Inhalt des Artikels nach hätte ich eine andere Position zum Wiederaufbau in Berlin erwartet.
Besonders das Argument eines absolutistischen Herrscherhauses ist enorm störend und mir immer noch ein Rätsel. Zur Zeit der Sprengung war das Schloss ein Museum und gehörte der Bevölkerung. Die Sprengung war ein ideologisch motivierter Akt der Barbarei einer kulturlosen, autoritären Machtelite, denen die Belange des Volkes herzlich egal waren. Das heute die selben Argumente wieder aufgegriffen und gegen einen Wiederaufbau eingesetzt werden ist erstaunlich. Schliesslich soll die Rekonstruktion wieder ein Museum werden. Wie in Warschau, könnte es ein wichtiges Zeichen sein, das Kulturlosigkeit vor der Geschichte keinen Bestand hat. Ganz davon abgesehen, hat die moderne Architektur keine Lösung anzubieten, die der Ensembelwirkung in der Mitte Berlins gerecht werden würde. Vielleicht weil das Prinzip der Kontinuität durchbrochen wurde. Gesichtslose, betriebwirtschaflich optimierte CAD-Kästen gibt es in Berlin ja nun wirklich genug. Nicht zuletzt kann ein wenig Konstruktion von Geschichte nicht ganz falsch sein, in einer Stadt die fast ihre gesamte Baugeschichte im Zentrum verloren hat. Das historische Berlin bis 1850 ist völlig ausgelöscht. Das Schloss als Repräsentant von 600 Baugeschichte ist da durchaus auszuhalten.
"Das Schloss als Repräsentant von 600 Baugeschichte ist da durchaus auszuhalten." Ihre Argumentation hat was. Nur könnte das Schloss die 600 Jahre Baugeschichte nur dann repräsentieren, wenn noch was davon übrig wäre. Die Fundamente z.B. könnten diese Aufgabe erfüllen, aber nicht ein "betriebwirtschaflich optimierter CAD-Kasten" in Stahlbeton mit historisierender Fassade.
Hier ein Beispiel wie man es auch anders machen kann, was im Ausland übrigens sehr positiv wahr genommen wird.
http://www.plataformaarqu...
"Das Schloss als Repräsentant von 600 Baugeschichte ist da durchaus auszuhalten." Ihre Argumentation hat was. Nur könnte das Schloss die 600 Jahre Baugeschichte nur dann repräsentieren, wenn noch was davon übrig wäre. Die Fundamente z.B. könnten diese Aufgabe erfüllen, aber nicht ein "betriebwirtschaflich optimierter CAD-Kasten" in Stahlbeton mit historisierender Fassade.
Hier ein Beispiel wie man es auch anders machen kann, was im Ausland übrigens sehr positiv wahr genommen wird.
http://www.plataformaarqu...
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Ob ein Bauwerk 6 oder 60 Jahre nach seiner Zerstörung wiederaufgebaut wird, ist meiner Meinung nach gleichgültig. Dresden wäre ohne Frauenkirche nicht Dresden. Und Berlin ist ohne sein Schloss nicht Berlin. Denn, wie Wolf Jobst Siedler richtig erkannt hatte: "Berlin WAR das Schloss" und die Mitte Berlin braucht das Schloss.
http://berliner-schloss.d...
Sehe ich nicht so.
Erstens ist es nicht egal, ob ein Schloss nach 6 oder 60 Jahren aufgebaut wird, denn die Entwicklung geht weiter. Berlin Mitte ist heute ganz anders als nach dem Krieg. Vergleichen Sie nur mal die Strassenführung. Darauf muss man eine angemessene architektonische Antwort finden und die ist heute nicht mehr das Schloss.
Zweitens ist das Schloss nicht Berlin, das wäre eine ziemlich verkürzte Sichtweise. Zu Berlin gehören die gründerzeitlichen Mietskasernen ebenso wie die Bauten der Aristokrtie. Diese hatte sich übrigens schon lange aus dem Schloss verabschiedet, fand es im 19. Jahrhundert sogar abstossend und weilte dort nur wenn es nicht anders ging. Und sie hatte Recht. Das Schloss war nämlich kein architektonisches Prunkstück, sondern Flickwerk. Das muss nicht unbedingt negativ sein, nur relativiert sich dadurch der Wiederaufbau. Denn welchen Augenblick wollen sie wieder aufbauen? Das was 1939 dort stand, oder doch eher den Bau von 1800? Oder sollte man besser den Ort als Ganzes im Wandel der Zeit begreifen, was mir persönlich naheliegend erscheint? Dann braucht man kein Schloss mehr, das eh keins ist und wird.
Sehe ich nicht so.
Erstens ist es nicht egal, ob ein Schloss nach 6 oder 60 Jahren aufgebaut wird, denn die Entwicklung geht weiter. Berlin Mitte ist heute ganz anders als nach dem Krieg. Vergleichen Sie nur mal die Strassenführung. Darauf muss man eine angemessene architektonische Antwort finden und die ist heute nicht mehr das Schloss.
Zweitens ist das Schloss nicht Berlin, das wäre eine ziemlich verkürzte Sichtweise. Zu Berlin gehören die gründerzeitlichen Mietskasernen ebenso wie die Bauten der Aristokrtie. Diese hatte sich übrigens schon lange aus dem Schloss verabschiedet, fand es im 19. Jahrhundert sogar abstossend und weilte dort nur wenn es nicht anders ging. Und sie hatte Recht. Das Schloss war nämlich kein architektonisches Prunkstück, sondern Flickwerk. Das muss nicht unbedingt negativ sein, nur relativiert sich dadurch der Wiederaufbau. Denn welchen Augenblick wollen sie wieder aufbauen? Das was 1939 dort stand, oder doch eher den Bau von 1800? Oder sollte man besser den Ort als Ganzes im Wandel der Zeit begreifen, was mir persönlich naheliegend erscheint? Dann braucht man kein Schloss mehr, das eh keins ist und wird.
Gerade Paris enthält ja fast nur kitschige Imitationen des alten Rom (wie z. B. der Arc de Triomphe). Wie man sich dort halt so sehen wollte.^^
Da hat eher das preußische Berlin seinen eigenen Stil gehabt (siehe nur das Brandenburger Tor).
@Harzer: Das halte ich für unwahrscheinlich. Die meisten wissen, was sie trotz oberflächlicher Mordernität des Gebäudes davon zu halten haben.
Ist auch immer wieder lustig, wie sich Leute über den Abriss des sog. "Palastes der Republik" alias Palazzo Prozzi beschweren, obwohl vor seiner Errichtung ein echtes (!) historisches Gebäude dafür platt gemacht wurde. Man also Gnade verlangt, die man selber nicht hatte.
Sehe ich nicht so.
Erstens ist es nicht egal, ob ein Schloss nach 6 oder 60 Jahren aufgebaut wird, denn die Entwicklung geht weiter. Berlin Mitte ist heute ganz anders als nach dem Krieg. Vergleichen Sie nur mal die Strassenführung. Darauf muss man eine angemessene architektonische Antwort finden und die ist heute nicht mehr das Schloss.
Zweitens ist das Schloss nicht Berlin, das wäre eine ziemlich verkürzte Sichtweise. Zu Berlin gehören die gründerzeitlichen Mietskasernen ebenso wie die Bauten der Aristokrtie. Diese hatte sich übrigens schon lange aus dem Schloss verabschiedet, fand es im 19. Jahrhundert sogar abstossend und weilte dort nur wenn es nicht anders ging. Und sie hatte Recht. Das Schloss war nämlich kein architektonisches Prunkstück, sondern Flickwerk. Das muss nicht unbedingt negativ sein, nur relativiert sich dadurch der Wiederaufbau. Denn welchen Augenblick wollen sie wieder aufbauen? Das was 1939 dort stand, oder doch eher den Bau von 1800? Oder sollte man besser den Ort als Ganzes im Wandel der Zeit begreifen, was mir persönlich naheliegend erscheint? Dann braucht man kein Schloss mehr, das eh keins ist und wird.
"Das Schloss als Repräsentant von 600 Baugeschichte ist da durchaus auszuhalten." Ihre Argumentation hat was. Nur könnte das Schloss die 600 Jahre Baugeschichte nur dann repräsentieren, wenn noch was davon übrig wäre. Die Fundamente z.B. könnten diese Aufgabe erfüllen, aber nicht ein "betriebwirtschaflich optimierter CAD-Kasten" in Stahlbeton mit historisierender Fassade.
Hier ein Beispiel wie man es auch anders machen kann, was im Ausland übrigens sehr positiv wahr genommen wird.
http://www.plataformaarqu...
Hauptargument für den Wiederaufbau ist die Ästhetik, die bestimmt wird durch die äußere Form. Der denkmalpflegerische Begriff der Authentizität umfasst nicht nur die Substanz, sondern auch die Form. Die Form eines historisch bedeutsames Original lässt, sich auch durch Kopie derselben überliefern, die dann ihrerseits Bedeutung erlangen kann. Es geht gerade darum, der Mitte Berlins ein Gesicht zu geben, nichts anderes macht die Fassade. Sie gibt auch den umliegenden Bauten ihren Bezugspunkt zurück, auf den sie einst ausgerichtet wurden, vorallem dem alten Museum. Da sehe ich durchaus einen erheblichen Unterschied zu einer modernen Lösung. Dass unter der Fassade Beton steckt, ist zwar nicht schön, aber zu verkraften.
Im übrigen ist das Schloss ein schönes Beispiel für die Werte die in historischer Substanz stecken. Wir sind heute nicht mehr in der Lage die Mittel für solche Schöpfungen aufzubringen. Das sollten sich alle diejenigen nochmal durch den Kopf gehen lassen, die auch heute noch mit Begeisterung Altbauten abreissen, um uns mit Segnungen der Moderne zu beglücken(Hallo Altenburg). Vom ökologischen Aspekt reden wir lieber gar nicht. Beton ist ein Energiefresser sondergleichen, der sich nicht mal wiederverwerten lässt. So gesehen ist Denkmalschutz auch Umweltschutz.
Hauptargument für den Wiederaufbau ist die Ästhetik, die bestimmt wird durch die äußere Form. Der denkmalpflegerische Begriff der Authentizität umfasst nicht nur die Substanz, sondern auch die Form. Die Form eines historisch bedeutsames Original lässt, sich auch durch Kopie derselben überliefern, die dann ihrerseits Bedeutung erlangen kann. Es geht gerade darum, der Mitte Berlins ein Gesicht zu geben, nichts anderes macht die Fassade. Sie gibt auch den umliegenden Bauten ihren Bezugspunkt zurück, auf den sie einst ausgerichtet wurden, vorallem dem alten Museum. Da sehe ich durchaus einen erheblichen Unterschied zu einer modernen Lösung. Dass unter der Fassade Beton steckt, ist zwar nicht schön, aber zu verkraften.
Im übrigen ist das Schloss ein schönes Beispiel für die Werte die in historischer Substanz stecken. Wir sind heute nicht mehr in der Lage die Mittel für solche Schöpfungen aufzubringen. Das sollten sich alle diejenigen nochmal durch den Kopf gehen lassen, die auch heute noch mit Begeisterung Altbauten abreissen, um uns mit Segnungen der Moderne zu beglücken(Hallo Altenburg). Vom ökologischen Aspekt reden wir lieber gar nicht. Beton ist ein Energiefresser sondergleichen, der sich nicht mal wiederverwerten lässt. So gesehen ist Denkmalschutz auch Umweltschutz.
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