Religion »Bluten wir nicht?«

Auch in England mussten die Juden lange um Glaubensrecht und Bürgerfreiheit kämpfen. Davon erzählen die Chroniken des Mittelalters genauso wie Shakespeares Dramen.

Dieser Stich aus dem Jahr 1349 zeigt die Verbrennung von Juden während eines Pest-Ausbruchs

Dieser Stich aus dem Jahr 1349 zeigt die Verbrennung von Juden während eines Pest-Ausbruchs

Kanaph ha’aretz, »Winkel der Erde«, nannten die Juden die Insel jenseits des Ärmelkanals, als der neue Herrscher dort sie rief. Es ist die sehr wörtliche hebräische Übersetzung des französischen Begriffs Angleterre – zugleich ein Verweis auf Jesaja 11,12, wo prophezeit wird, dass der Tag kommt, an dem der Herr die Verstreuten aus allen vier Winkeln (oder Enden) der Erde versammeln wird.

Der neue Herrscher in Kanaph ha’aretz ist der Normannenfürst Wilhelm, Wilhelm der Eroberer. 1066 war ihm die Invasion von Frankreich aus geglückt, bei Hastings schlug er das Heer der Sachsen unter ihrem König Harald. Der englische König aus Frankreich will sein Reich von Grund auf neu errichten.

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Dazu holt er auch Juden aus Rouen ins Land. Sie haben nur zwei Aufgaben: Sie sollen als Bankiers die Naturalwirtschaft auf Geldwirtschaft umstellen und als Ärzte Kranke heilen. Sie dürfen sich »wie Eigentum des Königs« im ganzen Land frei bewegen, haben vor Gericht Anspruch auf eine paritätisch mit Juden besetzte Geschworenenbank und können ihren Eid nach eigener Formel leisten.

Anfangs geht alles gut. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes – befördert durch die neue Möglichkeit, große Summen rasch und unkompliziert zur Verfügung zu stellen – kommt voran. Den jüdischen Großbankiers gereicht’s nicht zum Nachteil. Sie verdienen gut und sind die Ersten, die sich im Fachwerkland England Häuser aus Stein bauen lassen (zwei davon stehen noch). Sie sind anerkannt, selbst von der Kirche: Viele herrliche Kathedralen und Klosterbauten wie in Lincoln, Peterborough und St. Albans bei London sind mit Krediten aus jüdischen Bankhäusern finanziert.

1092 schreibt Gilbert Crispin, Abt von Westminster, ein religiöses Streitgespräch mit einem ihm befreundeten Juden nieder, dessen Ausgang er ausdrücklich offenlässt. Während in Frankreich und im Rheinland die ersten Kreuzzugsmassaker stattfinden, bleiben die englischen Juden unbehelligt.

Doch Gläubiger und Steuerpächter sind nirgendwo beliebt, schon gar nicht, wenn sie einer religiösen Minderheit angehören und die Sprache der neuen Oberschicht, Französisch, sprechen. Die Juden werden zunehmend herabgesetzt, finanziell belastet, denunziert. So klagt man sie in Norwich am Osterfest 1144 an, einen Christenknaben aus religiösen Gründen zu Tode gemartert zu haben. Es ist das erste Mal überhaupt in Europa, dass Juden des »Ritualmords« bezichtigt werden.

Obwohl der zuständige Sheriff die Behauptung für derart absurd hält, dass er gar nicht eingreifen will – vor der aufgebrachten Menge kann er die Juden nicht schützen. Bald hebt eine eigens verfasste Heiligenlegende den Vorgang ins allgemeine Bewusstsein, verbreitet sich die Kunde vom »Mord in Norwich«, worauf andernorts ähnliche Anschuldigungen erhoben werden. 1171 erstmals auch auf dem Kontinent, im nordfranzösischen Blois, der Abt von Norwich, William de Turbeville, hatte der dortigen Geistlichkeit einen Besuch abgestattet.

Ein kleiner Zwischenfall bei der Krönung von Richard Löwenherz 1189 in London – zu der sich zwei Juden, angeblich unerlaubt, Zutritt verschaffen wollten – endet mit Brandstiftung und Massenmord. Die Juden von York werden in der königlichen Festung belagert, wo sie sich lieber selbst umbringen, als sich von der wütenden Menge zu Tode martern zu lassen.

Die Krone behandelt die Juden bald nicht mehr »wie«, sondern »als« ihr persönliches Eigentum, das sie nach Belieben ausplündern, verschenken und verkaufen kann. Und als gar nichts mehr zu holen ist, verkündet Eduard I. am 18. Juli 1290, an einem der höchsten Trauer- und Fasttage des Judentums, an Tischa Be’aw, dem Tag der Tempelzerstörung, die Ausweisung der Juden aus England »auf ewige Zeiten«. Viele werden von den Schiffern auf Sandbänken vor der Küste ausgesetzt und ihrer letzten Habe beraubt. Die Tausenden von Verbannten, die Calais erreichen, verstreuen sich im ganzen jüdischen Exil: Spanisch-jüdische Familien tragen den Namen »Ingles«, und noch im Archiv der jüdischen Gemeinde von Kairo hat sich der Schuldschein eines englischen Klosters gefunden.

Selbst zu Shakespeares Zeiten, an der Wende zum 17. Jahrhundert, hätten, so liest man oft, keine Juden mehr in England gelebt. Doch das stimmt nicht. Ende des 15. Jahrhunderts – Granada, die letzte Festung der Mauren in Spanien, ist gefallen, und Kolumbus’ Schiffe erreichen just die Neue Welt – werden die spanischen Juden vor die Wahl zwischen Taufe und Ausweisung gestellt, ihre portugiesischen Glaubensgefährten kurz darauf gewaltsam zur Konversion gezwungen.

An die 200.000 Juden verlassen die Iberische Halbinsel, fliehen ins Osmanische Reich, nach Italien, Frankreich, nach Amsterdam und Hamburg. Manche versuchen, trotz Taufe heimlich Juden zu bleiben. Auch von ihnen kehren viele Spanien später den Rücken. Ihre schwierige Doppelexistenz behalten sie bei: indem sie gelegentlich bei ihren Gesandtschaften zur Messe erscheinen, während sie privat jüdische Gottesdienste feiern. So auch in London, wo seit der Herrschaft Heinrichs VIII., in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, eine Gruppe sogenannter »Marranos« lebt.

Francis Walsingham, der misstrauische Geheimdienstchef von Heinrichs Tochter Elisabeth I., arbeitet gern mit ihnen zusammen, obwohl oder weil er ihr Doppelleben kennt. Hector Nunez, ihr Oberhaupt, hat ihn frühzeitig vor der Ankunft der spanischen Armada gewarnt, die 1588 gegen England segelt. Auch Walsinghams Leibarzt, Rodrigo Lopez, ist ein portugiesischer Marrane. Und zugleich Leibarzt des mächtigen Earl of Leicester, einer der farbigsten Figuren der Epoche. Am Hof der jungfräulichen Königin gern gesehen, protegiert er eine Theatertruppe, der Shakespeare und dessen späterer Shylock-Darsteller Richard Burbage angehören. Ein Aufenthalt der Compagnie mit dem umtriebigen Doktor Lopez in Leicester House ist bezeugt.

Leser-Kommentare
  1. Ein hervorragender Artikel, der in historisch korrekter Weise eine Zusammenfassung des - bis heute - missbrauchten und gequälten Judentums und der verfolgten, denunzierten, ausgebeuteten, vertriebenen und ermordeten Juden darstellt. Dabei wurde sogar noch auf eine berechtigte Wiedergabe der über Jahrhunderte praktizierten Ermordung Millionen unschuldiger Juden verzichtet - ohne an Darstellungskraft zu verlieren.

    Für Christen ist die jüdische Bibel als "Altes Testament" eine elementare, unverzichtbare Grundlage ihres Glaubens. Das Gleiche gilt für den Islam. Und doch: Seit jeher werden Juden von Christen und Muslimen verfolgt, unterdrückt und ermordet, und dienen als Sündenböcke für deren Vergehen.

    Während es im Judentum uralte und gute Sitte ist - und sogar gefordert wird -, im Religionsunterricht über die Bedeutung von Aussagen in der jüdischen Bibel zu diskuttieren oder gar zu streiten, sind im Christentum und Islam kritische Fragen oder Anmerkungen unerwünscht, bis hin zur Androhung (und Durchsetzung)von unangenehmen Maßnahmen gegen die Kritiker, einschließlich Ermordung.

    Was tun heute Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, Antizionisten, Israelhasser und islamistische Terroristen? Sie erklären Juden zu den Urhebern von nahezu allem Bösen in dieser Welt, ...um von sich selbst, ihren irregeleiteten Weltbildern und ihrem manipulierten Geist - und ihren Taten - abzulenken.

    Ach ja, für diejnigen, die gleich wieder über meinen Kommentar herfallen werden: Ich bin keine Jude!

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    [entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare mit provokativem Charakter sowie Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/ew]

    Das ist ja genau die Denkweise, welche letztendlich dann zu Pogromen führt. Nämlich dass eine Religion besondere Vorteile aufweist, die anderen aber irgendwie hinterwäldlerisch sind. Vielen Dank, dass Sie dies ergänzend zum Artikel (unfreiwillig) dargestellt haben.
    Ein sehr informativer Artikel übrigens.

    [entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare mit provokativem Charakter sowie Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/ew]

    Das ist ja genau die Denkweise, welche letztendlich dann zu Pogromen führt. Nämlich dass eine Religion besondere Vorteile aufweist, die anderen aber irgendwie hinterwäldlerisch sind. Vielen Dank, dass Sie dies ergänzend zum Artikel (unfreiwillig) dargestellt haben.
    Ein sehr informativer Artikel übrigens.

  2. "sind im Christentum und Islam kritische Fragen oder Anmerkungen unerwünscht, bis hin zur Androhung (und Durchsetzung)von unangenehmen Maßnahmen gegen die Kritiker, einschließlich Ermordung".

    Mit Verlaub, hier ist das Wort "Christentum" schlicht entbehrlich.
    Und was das "Ach ja, für diejnigen, die gleich wieder über meinen Kommentar herfallen werden: Ich bin keine Jude!" betrifft:
    Niemand sollte über berechtigter Kritik stehen.
    Ansonsten habe ich keine Lust, Ihren Artikel weiter zu kommentieren. Sie wissen schon, warum.

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    Vorweg: Mit der Anmerkung "Ich bin kein Jude" wollte ich nur - aus Erfahrung - bekannten Reaktionen vorbeugen. Ganz sicher aber keiner Kritik.

    Das Wort "Christentum" an dieser Stelle hat sowohl geschichtlich als auch aktuell ihre Berechtigung. Aus eigener Erfahrung (nicht Hörensagen!) kenne ich Denk- und Verhaltensweisen von Christen, insbesondere derer, die sich selbst als sehr gläubige Christen betrachten.

    Beispiele?...
    In einer Gemeindeveranstaltung forderte der Hauptredner u.a. auf, Fragen zu stellen. Dem folgte ich. Dazu eine "Schwester": "Ich liebe Dich, aber halt´den Mund!" Oder: Eine Frau traute sich - aus religiösen Gründen - nach ihrer Scheidung nicht, eine neue Beziehung einzugehen. Mein Hinweis auf eine Fehlinterpretation des Glaubens wurde von Gemeindemitgliedern - aus Furcht vor dem Leiter der Versammlung - mit "...das kannst Du nicht sagen..." etc. kommentiert. Nachdem diese stete Abwehr von Hinterfragen oder Kritik kein Ende nahm, wies ich auf Verhalten und Kritik von Jesus in seiner Zeit hin. Da wurde mir klar gemacht, dass mir so etwas nicht zusteht, ich sei nicht Jesus.

    Katholische Bischöfe, die entweder kritisch waren oder gegen die - politischen - Interessen des Vatikans (z.B. in Südamerika) verstießen, wurden abberufen oder gar aus der Kirche ausgeschlossen...

    Menschen in bestimmten christlichen Gruppierungen droht der Ausschluss, wenn sie nicht streng den Regeln folgen (so unsinnig sie auch sein mögen).

    Vorweg: Mit der Anmerkung "Ich bin kein Jude" wollte ich nur - aus Erfahrung - bekannten Reaktionen vorbeugen. Ganz sicher aber keiner Kritik.

    Das Wort "Christentum" an dieser Stelle hat sowohl geschichtlich als auch aktuell ihre Berechtigung. Aus eigener Erfahrung (nicht Hörensagen!) kenne ich Denk- und Verhaltensweisen von Christen, insbesondere derer, die sich selbst als sehr gläubige Christen betrachten.

    Beispiele?...
    In einer Gemeindeveranstaltung forderte der Hauptredner u.a. auf, Fragen zu stellen. Dem folgte ich. Dazu eine "Schwester": "Ich liebe Dich, aber halt´den Mund!" Oder: Eine Frau traute sich - aus religiösen Gründen - nach ihrer Scheidung nicht, eine neue Beziehung einzugehen. Mein Hinweis auf eine Fehlinterpretation des Glaubens wurde von Gemeindemitgliedern - aus Furcht vor dem Leiter der Versammlung - mit "...das kannst Du nicht sagen..." etc. kommentiert. Nachdem diese stete Abwehr von Hinterfragen oder Kritik kein Ende nahm, wies ich auf Verhalten und Kritik von Jesus in seiner Zeit hin. Da wurde mir klar gemacht, dass mir so etwas nicht zusteht, ich sei nicht Jesus.

    Katholische Bischöfe, die entweder kritisch waren oder gegen die - politischen - Interessen des Vatikans (z.B. in Südamerika) verstießen, wurden abberufen oder gar aus der Kirche ausgeschlossen...

    Menschen in bestimmten christlichen Gruppierungen droht der Ausschluss, wenn sie nicht streng den Regeln folgen (so unsinnig sie auch sein mögen).

  3. Vorweg: Mit der Anmerkung "Ich bin kein Jude" wollte ich nur - aus Erfahrung - bekannten Reaktionen vorbeugen. Ganz sicher aber keiner Kritik.

    Das Wort "Christentum" an dieser Stelle hat sowohl geschichtlich als auch aktuell ihre Berechtigung. Aus eigener Erfahrung (nicht Hörensagen!) kenne ich Denk- und Verhaltensweisen von Christen, insbesondere derer, die sich selbst als sehr gläubige Christen betrachten.

    Beispiele?...
    In einer Gemeindeveranstaltung forderte der Hauptredner u.a. auf, Fragen zu stellen. Dem folgte ich. Dazu eine "Schwester": "Ich liebe Dich, aber halt´den Mund!" Oder: Eine Frau traute sich - aus religiösen Gründen - nach ihrer Scheidung nicht, eine neue Beziehung einzugehen. Mein Hinweis auf eine Fehlinterpretation des Glaubens wurde von Gemeindemitgliedern - aus Furcht vor dem Leiter der Versammlung - mit "...das kannst Du nicht sagen..." etc. kommentiert. Nachdem diese stete Abwehr von Hinterfragen oder Kritik kein Ende nahm, wies ich auf Verhalten und Kritik von Jesus in seiner Zeit hin. Da wurde mir klar gemacht, dass mir so etwas nicht zusteht, ich sei nicht Jesus.

    Katholische Bischöfe, die entweder kritisch waren oder gegen die - politischen - Interessen des Vatikans (z.B. in Südamerika) verstießen, wurden abberufen oder gar aus der Kirche ausgeschlossen...

    Menschen in bestimmten christlichen Gruppierungen droht der Ausschluss, wenn sie nicht streng den Regeln folgen (so unsinnig sie auch sein mögen).

    Antwort auf "Kommentar #1"
  4. Sicher gibt es auch einige Christen, die kritisches Denken ausdrücklich wünschen. Und einigen Juden wiederum ist es wohl auch ein Dorn im Auge. Trotzdem fasziniert es mich, wie überdurchscnittlich (subjektiv!) oft Menschen jüdischen Glaubens sich für liberale politische Ziele engagiert oder auf dem Gebiet der Wissenschaft und Philosphie hervorgetan haben.

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    der (objektiv) überdurchschnittliche beitrag der juden auf wissenschaftlich-geistigem, politischem und finanzwirtschaftlich-kommerziellem gebiet hängt wesentlich mit ihrer diskriminierungs- und verfolgungsgeschichte zusammen. juden waren über lange perioden von den vorherrschenden erwerbsmöglichkeiten ausgeschlossen, wurde ihnen der erwerb von grundeigentum und die ausübung (agrarisch und handwerklich) produzierender tätigkeiten verboten. sie verlegten sich daher auf die verbliebenen 'immateriellen' berufsfelder, auf handels- und zinsgewerbliche und 'abstrakte' (z.b. juristerei) sowie geistig-wissenschaftliche tätigkeiten. in diesen bereichen erwarben sie naturgemäß besondere fähigkeiten und erzielten 'überdurchschnittliche' erfolge. der neid auf diesen erfolg war durch die zeit eine treibende komponente von judenfeindschaft und antisemitismus. auch an der israelfeindschaft von heute hat dieser erfolgsneid wohl einen wesentlichen anteil.

    @apexinc
    "Trotzdem fasziniert es mich, wie überdurchscnittlich (subjektiv!) oft Menschen jüdischen Glaubens sich für liberale politische Ziele engagiert"

    Naja, wenn man sich in der Regel am empfangenden Ende eines Diskriminierungsprozesses befindet, dann ist ganz natürlich, dass man für liberale politische Ziele grundsätzlich wesentlich empfänglicher ist als jemand, der von rückständiger Abergläubischkeit geschuldeten Gewaltausbrüchen unbehelligt geblieben ist.

    [entfernt da der von Ihnen zitierte Kommentar bereits moderiert wurde. Die Redaktion/ew]

    der (objektiv) überdurchschnittliche beitrag der juden auf wissenschaftlich-geistigem, politischem und finanzwirtschaftlich-kommerziellem gebiet hängt wesentlich mit ihrer diskriminierungs- und verfolgungsgeschichte zusammen. juden waren über lange perioden von den vorherrschenden erwerbsmöglichkeiten ausgeschlossen, wurde ihnen der erwerb von grundeigentum und die ausübung (agrarisch und handwerklich) produzierender tätigkeiten verboten. sie verlegten sich daher auf die verbliebenen 'immateriellen' berufsfelder, auf handels- und zinsgewerbliche und 'abstrakte' (z.b. juristerei) sowie geistig-wissenschaftliche tätigkeiten. in diesen bereichen erwarben sie naturgemäß besondere fähigkeiten und erzielten 'überdurchschnittliche' erfolge. der neid auf diesen erfolg war durch die zeit eine treibende komponente von judenfeindschaft und antisemitismus. auch an der israelfeindschaft von heute hat dieser erfolgsneid wohl einen wesentlichen anteil.

    @apexinc
    "Trotzdem fasziniert es mich, wie überdurchscnittlich (subjektiv!) oft Menschen jüdischen Glaubens sich für liberale politische Ziele engagiert"

    Naja, wenn man sich in der Regel am empfangenden Ende eines Diskriminierungsprozesses befindet, dann ist ganz natürlich, dass man für liberale politische Ziele grundsätzlich wesentlich empfänglicher ist als jemand, der von rückständiger Abergläubischkeit geschuldeten Gewaltausbrüchen unbehelligt geblieben ist.

    [entfernt da der von Ihnen zitierte Kommentar bereits moderiert wurde. Die Redaktion/ew]

  5. der (objektiv) überdurchschnittliche beitrag der juden auf wissenschaftlich-geistigem, politischem und finanzwirtschaftlich-kommerziellem gebiet hängt wesentlich mit ihrer diskriminierungs- und verfolgungsgeschichte zusammen. juden waren über lange perioden von den vorherrschenden erwerbsmöglichkeiten ausgeschlossen, wurde ihnen der erwerb von grundeigentum und die ausübung (agrarisch und handwerklich) produzierender tätigkeiten verboten. sie verlegten sich daher auf die verbliebenen 'immateriellen' berufsfelder, auf handels- und zinsgewerbliche und 'abstrakte' (z.b. juristerei) sowie geistig-wissenschaftliche tätigkeiten. in diesen bereichen erwarben sie naturgemäß besondere fähigkeiten und erzielten 'überdurchschnittliche' erfolge. der neid auf diesen erfolg war durch die zeit eine treibende komponente von judenfeindschaft und antisemitismus. auch an der israelfeindschaft von heute hat dieser erfolgsneid wohl einen wesentlichen anteil.

    Antwort auf "Pauschalurteile?"
  6. [entfernt. Bitte verzichten Sie auf Kommentare mit provokativem Charakter sowie Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/ew]

  7. Ich glaube die größte Gruppe, die Atheisten, werden immer gerne vergessen. Sie wollen den religiösen Gruppen immer eine Art von geistiger Überlegenheit suggerieren. Wenn ich da an Atheisten wie Hitler, Stalin und Mao denke, komme ich schon ins grübeln und denke doch an die positive Kraft der Religionen.

    Gruß

    Spectator

    [Anmerkungen: Bitte verzichten Sie auf Pauschalisierungen und bemühen Sie sich um eine differenzierte Argumentation. Danke. Die Redaktion/ew]

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    hitler, stalin, mao.. immer gerne wieder aufgeführt..
    es geht doch aber letztendlich darum, dass niemand jemand anderen wegen seines glaubens oder nicht-glaubens diskriminieren darf.
    zu behaupten, alle atheisten seien genauso schlimm wie hitler, stalin, mao wäre genauso verrückt, wie zu behaupten alle christen seien wie kreuzzugfahrer, alles moslems dschihadisten und alle juden wie die militanten siedler im westjordanland.

    hitler, stalin, mao.. immer gerne wieder aufgeführt..
    es geht doch aber letztendlich darum, dass niemand jemand anderen wegen seines glaubens oder nicht-glaubens diskriminieren darf.
    zu behaupten, alle atheisten seien genauso schlimm wie hitler, stalin, mao wäre genauso verrückt, wie zu behaupten alle christen seien wie kreuzzugfahrer, alles moslems dschihadisten und alle juden wie die militanten siedler im westjordanland.

  8. @apexinc
    "Trotzdem fasziniert es mich, wie überdurchscnittlich (subjektiv!) oft Menschen jüdischen Glaubens sich für liberale politische Ziele engagiert"

    Naja, wenn man sich in der Regel am empfangenden Ende eines Diskriminierungsprozesses befindet, dann ist ganz natürlich, dass man für liberale politische Ziele grundsätzlich wesentlich empfänglicher ist als jemand, der von rückständiger Abergläubischkeit geschuldeten Gewaltausbrüchen unbehelligt geblieben ist.

    [entfernt da der von Ihnen zitierte Kommentar bereits moderiert wurde. Die Redaktion/ew]

    Antwort auf "Pauschalurteile?"
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    ENtfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/cs

    ENtfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/cs

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