Online-Journalismus Qualität kostet

Für guten Journalismus im Netz würden Leser bezahlen: Man muss ihnen nur erklären, warum.

Wer das "Wall Street Journal" oder die "New York Times" kaufen will, muss Geld einwerfen

Wer das "Wall Street Journal" oder die "New York Times" kaufen will, muss Geld einwerfen

Rupert Murdochs Londoner Times ist der Vorreiter und versucht seit Anfang Juli, im Internet Bezahlinhalte durchzusetzen. Andere werden nachziehen: Le Monde und Le Figaro, aber auch die Axel Springer AG hat es angekündigt. Ein gutes Jahr lang hat in Amerika die New York Times durch ihre Branchen-Berichterstattung, aber auch in Blogs und Diskussionsforen ihre Print- und Onlineleser darauf vorbereitet, dass sie die Zahlschranke, die sie erst vor Kurzem eingerissen hatte, wieder einführen wird.

Gelingt die Kehrtwende der Kehrtwende? Dummerweise werden wir alle das erst hinterher wissen. Die ersten Zahlen aus London zeigen zwar, dass sich zwei Drittel der bisherigen Onlineleser der Aufforderung der Times, zu bezahlen, erst einmal verweigern. Es ist aber für eine Zwischenbilanz viel zu früh. Spieltheoretisch betrachtet, befinden sich diejenigen Unternehmen, die den ersten Schritt tun, im Gefangenendilemma: Nur wenn andere Großverlage ihnen schnell folgen, könnte der Coup gelingen.

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Wie es generell um die Chancen für Bezahlinhalte steht, dafür lassen sich Anhaltspunkte gewinnen, indem man Erkenntnisse der Verhaltensökonomie auf die Medienbranche anwendet. Dem vorangestellt: Es gibt es viele Gründe, aus denen es rational wäre, für journalistische Produkte zu zahlen. Dank des Internets lassen sich Nachrichten, wenn sie einmal in der Welt sind, zwar rasend schnell und beliebig oft kopieren, ohne dass dabei erhebliche Kosten entstehen. Sie nach professionellen journalistischen Kriterien zu recherchieren und zu prüfen, kostet hingegen viel Geld. Journalisten, die verlässlich mit eigenrecherchierten Informationen Schneisen in den Info-Dschungel schlagen und den PR-Sumpf trockenlegen, erbringen eine wertvolle Dienstleistung. Wenn nicht wir, die Leser, Hörer, Zuschauer oder User dafür aufkommen, dann werden entweder solche Leistungen nicht mehr erbracht, oder sie müssen von dritter Seite finanziert werden. Und wer immer diese »dritte Seite« ist – die werbetreibende Wirtschaft, der Staat oder Mäzene –, bringt Eigeninteressen ins Spiel, die die journalistische Unabhängigkeit bedrohen.

Die Verhaltensökonomen haben allerdings herausgefunden, dass wir uns oft wenig rational entscheiden. Viele Menschen geben sich mit minderwertiger Information zufrieden. Sie wollen eher unterhalten werden als alles ganz genau wissen – und weil man auch gar nicht alles ganz genau wissen muss und kann, sprechen Ökonomen in diesem Fall von »rationaler Ignoranz«. Ein Großteil des Medienangebots wird auf »Zitronenmärkten« offeriert. So bezeichnet George A. Akerlof Märkte, auf denen die Qualität eines Produkts intransparent ist oder der Käuferseite Qualitätsbewusstsein fehlt. Dann werden gerne Güter relativ schlechter Qualität angeboten, eben sogenannte Zitronen. Für sie sinkt die Zahlungsbereitschaft – und das wiederum erschwert es den Anbietern hochwertiger Qualität.

Ähnliches gilt im Journalismus: Wenn immer weniger Leute hochwertige Zeitungen kaufen oder abonnieren, müssen Redaktionen ausgedünnt werden. Es kommt zu Einschnitten bei der Qualität, die Glaubwürdigkeit reduziert sich, und dies lässt dann neuerlich die Zahlungsbereitschaft schwinden. In einer Spiralbewegung verdrängt die schlechte Qualität die gute vom Markt.

Beschleunigt wird dieser Prozess noch durch jene ganz besondere Faszination, die von Gratisangeboten ausgeht. »Es ist kein Geheimnis«, so der Verhaltensökonom Dan Ariely, »dass wir uns wohlfühlen, wenn wir etwas umsonst bekommen.« Der Nulltarif sei eben nicht »irgendein Preis«, sondern »stark emotional besetzt – ein Quell irrationaler Begeisterung«. Verleger, die jetzt für ihre Inhalte im Internet Geld sehen wollen, werden es schwer haben, nachdem sie uns jahrelang mit ihren Gratisgaben »angefixt« haben.

Wie sieht die Hoffnung aus? Aus Experimenten der Verhaltensökonomen wissen wir: Die meisten Menschen haben einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Viele, wenn auch nicht alle, sind bereit, etwa für Kaffee und Bananen mehr zu bezahlen, wenn sie hoffen dürfen, dass dafür Plantagenarbeiter »angemessen« entlohnt werden.

Ob der Zahlschranke Erfolg beschieden sein wird, ist nicht zuletzt abhängig von vergleichbarer Aufklärungsarbeit. Wer selbst an die Überlebenschance des Qualitätsjournalismus glaubt, muss Qualität auch offensiv kommunizieren. Vorzurechnen wäre auch, dass wir indirekt allemal zur Kasse gebeten werden, selbst wenn Medienprodukte »nichts« kosten. Spätestens im Supermarkt bezahlen wir für die lila Suchard-Kuh und für alle andere Markenartikel-Werbung – und somit auch für das Medienprodukt, das uns diese Werbung nahebringt. Der Staat erlegt uns beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk Gebühren auf, auch wenn wir dessen Sendungen nicht gucken. Wer das weiß, dem wird es leichter fallen, für jenen Journalismus direkt zu zahlen, der ihm etwas bedeutet.

Werbung und PR der Verlage für ihre Häuser, Marken und Produkte laufen allerdings ins Leere, wenn es keine journalistischen Plattformen gibt, die sich mit Medien und Journalismus beschäftigen. Qualitätsbewusstsein und damit Zahlungsbereitschaft für Medienprodukte wird – wenn überhaupt – durch verlässliche Information über Medien und Journalismus generiert. Wie viele Autos weniger würden Premium-Anbieter wie BMW, Audi oder Porsche verkaufen, gäbe es keine Auto-Seiten, keine Motorpresse und keine Formel-1-Berichterstattung?

Funktioniert das Bezahlmodell, so wäre das ein Sieg der »Ralph-Lauren-Strategie«, wie sie Majorie Scardino propagiert, als Chefin von Pearson die oberste Verlegerin der Financial Times : Es gibt Medienprodukte wie etwa den Economist , die »kultig« sind. Weil es immer etwas teurer war, einen besonderen Geschmack zu haben.

Die Zukunft der weniger ambitionierten Medien wird dagegen absehbar auch vom »Tom-Sawyer-Geschäftsmodell« abhängen. So nennt Michael Sprengelmeyer, der in Santa Rosa den Guadaloupe County Communicator als journalistischen Online-Start-up betreibt, das, was andere als citizen journalism loben. »So wie der literarische Lausbub seine Kumpels davon überzeugt, wie toll es ist, für ihn einen Zaun zu streichen, so überredet er Freunde und Bekannte, umsonst Artikel zu schreiben oder Seiten zu designen«, zitierte die Financial Times Deutschland kürzlich Sprengelmeyers Überlebensstrategie.

Beide Strategien lassen den nutzenmaximierenden Homo oeconomicus alt aussehen. Zumindest die Erstere ist aber für den professionellen Journalismus, der vor allem in Amerika ausblutet wie nie zuvor, ein Hoffnungsschimmer.

 
Leser-Kommentare
  1. ein Omen?

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    im Artikel ist ja von Qualitätsjournalismus die Rede, den man bei Die Zeit leider zunehmend selten findet. Zugunsten eines Gehechels nach Aktualität erscheinen hier ja mittlerweile eher 10 schlecht recherchierte Kurzartikel statt eines informativen und sauber recherchierten. Mir schiene hier eine Einteilung in Printinhalte und ergänzende Blogs weit klüger. Ein überlegenswertes Konzept zu Bezahlinhalten finde ich ja flattr, wo die Nutzer freiwillig kleine Beträge bezahlen, wenn ihnen der Inhalt etwas wert ist. http://flattr.com/

    Bedauerlich an immer weniger frei zugänglichen Internetmedien finde ich die Abnahme der Möglichkeit, einen Artikel per Kommentar mit links zu anderen Medien zu ergänzen.
    Davon profitiere ich meistens sehr viel mehr als vom Artikel selbst.

    Mich würde es allerdings nicht mal ein bißchen wundern, wenn Holtzbrinck seine Medien nun auch noch kostenpflichtig macht. Auf die bisherigen Nutzer der Online-Präsenz hier wird ja ganz offensichtlich sehr wenig Wert gelegt. Andernfalls wäre der mißglückte Relaunch nicht in dieser Weise vollzogen worden. Sehr bedauerlich, da ganz offensichtlich in Redaktion und bei den Herausgebern jedes Bewußtsein dafür fehlt, wie viele Nutzer hier ausgesprochen wertvolle Beiträge beisteuern (bzw. beisteuerten, sehr viele goutierten die Unhöflichkeiten und Verschlechterungen (allein die 1500-Zeichen-Beschränkung) hier nicht und sind zu anderen Medien abgewandert), für die die Nutzer ja nun überhaupt gar kein Geld bekommen.

    Die Zeit will das ja selbst einführen.
    Nun gut, aber wenn die schon Geld dafür verlangen, dann bitte nicht die typische Quote, wo einer von den 6 Artikeln, die mich interessieren auch gut geschrieben ist und der Rest nur dahingeklatscht ist?

    Und wenn es was kosten würde - wären dann die nervigen Werbebanner auch weg?...ich fürchte nicht.

    im Artikel ist ja von Qualitätsjournalismus die Rede, den man bei Die Zeit leider zunehmend selten findet. Zugunsten eines Gehechels nach Aktualität erscheinen hier ja mittlerweile eher 10 schlecht recherchierte Kurzartikel statt eines informativen und sauber recherchierten. Mir schiene hier eine Einteilung in Printinhalte und ergänzende Blogs weit klüger. Ein überlegenswertes Konzept zu Bezahlinhalten finde ich ja flattr, wo die Nutzer freiwillig kleine Beträge bezahlen, wenn ihnen der Inhalt etwas wert ist. http://flattr.com/

    Bedauerlich an immer weniger frei zugänglichen Internetmedien finde ich die Abnahme der Möglichkeit, einen Artikel per Kommentar mit links zu anderen Medien zu ergänzen.
    Davon profitiere ich meistens sehr viel mehr als vom Artikel selbst.

    Mich würde es allerdings nicht mal ein bißchen wundern, wenn Holtzbrinck seine Medien nun auch noch kostenpflichtig macht. Auf die bisherigen Nutzer der Online-Präsenz hier wird ja ganz offensichtlich sehr wenig Wert gelegt. Andernfalls wäre der mißglückte Relaunch nicht in dieser Weise vollzogen worden. Sehr bedauerlich, da ganz offensichtlich in Redaktion und bei den Herausgebern jedes Bewußtsein dafür fehlt, wie viele Nutzer hier ausgesprochen wertvolle Beiträge beisteuern (bzw. beisteuerten, sehr viele goutierten die Unhöflichkeiten und Verschlechterungen (allein die 1500-Zeichen-Beschränkung) hier nicht und sind zu anderen Medien abgewandert), für die die Nutzer ja nun überhaupt gar kein Geld bekommen.

    Die Zeit will das ja selbst einführen.
    Nun gut, aber wenn die schon Geld dafür verlangen, dann bitte nicht die typische Quote, wo einer von den 6 Artikeln, die mich interessieren auch gut geschrieben ist und der Rest nur dahingeklatscht ist?

    Und wenn es was kosten würde - wären dann die nervigen Werbebanner auch weg?...ich fürchte nicht.

  2. im Artikel ist ja von Qualitätsjournalismus die Rede, den man bei Die Zeit leider zunehmend selten findet. Zugunsten eines Gehechels nach Aktualität erscheinen hier ja mittlerweile eher 10 schlecht recherchierte Kurzartikel statt eines informativen und sauber recherchierten. Mir schiene hier eine Einteilung in Printinhalte und ergänzende Blogs weit klüger. Ein überlegenswertes Konzept zu Bezahlinhalten finde ich ja flattr, wo die Nutzer freiwillig kleine Beträge bezahlen, wenn ihnen der Inhalt etwas wert ist. http://flattr.com/

    Bedauerlich an immer weniger frei zugänglichen Internetmedien finde ich die Abnahme der Möglichkeit, einen Artikel per Kommentar mit links zu anderen Medien zu ergänzen.
    Davon profitiere ich meistens sehr viel mehr als vom Artikel selbst.

    Mich würde es allerdings nicht mal ein bißchen wundern, wenn Holtzbrinck seine Medien nun auch noch kostenpflichtig macht. Auf die bisherigen Nutzer der Online-Präsenz hier wird ja ganz offensichtlich sehr wenig Wert gelegt. Andernfalls wäre der mißglückte Relaunch nicht in dieser Weise vollzogen worden. Sehr bedauerlich, da ganz offensichtlich in Redaktion und bei den Herausgebern jedes Bewußtsein dafür fehlt, wie viele Nutzer hier ausgesprochen wertvolle Beiträge beisteuern (bzw. beisteuerten, sehr viele goutierten die Unhöflichkeiten und Verschlechterungen (allein die 1500-Zeichen-Beschränkung) hier nicht und sind zu anderen Medien abgewandert), für die die Nutzer ja nun überhaupt gar kein Geld bekommen.

    Antwort auf "Ist das jetzt"
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    • Chali
    • 16.08.2010 um 13:26 Uhr

    ... über Ihren ersten Satz.

    Ich persönlich habe nach einigen Jahrzehnten mein Abonnement bei einem Hambuger Magazin aufgegeben. Es war vom Sturmgeschütz der Demokratie zur Böllerkanone des Neo-Liberalismus geworden, und wenn schon INSM, dann will ich wenigstens nicht mit meinem Geld deren Propaganda-Postille bezahlen.

    Statt dessen spende ich pro Jahr 250 Euro an die Nachdenk-Seiten - www.NachdenkSeiten.de - das regt zum Nachdenken an, da werden die Fragen gestellt, die in Zeitungen schon lange nicht mehr besprochen werden - die aktiv nicht besprochen werden, wenn ich mir dieses waghalsige Bild erlauben darf.

    • Chali
    • 16.08.2010 um 13:26 Uhr

    ... über Ihren ersten Satz.

    Ich persönlich habe nach einigen Jahrzehnten mein Abonnement bei einem Hambuger Magazin aufgegeben. Es war vom Sturmgeschütz der Demokratie zur Böllerkanone des Neo-Liberalismus geworden, und wenn schon INSM, dann will ich wenigstens nicht mit meinem Geld deren Propaganda-Postille bezahlen.

    Statt dessen spende ich pro Jahr 250 Euro an die Nachdenk-Seiten - www.NachdenkSeiten.de - das regt zum Nachdenken an, da werden die Fragen gestellt, die in Zeitungen schon lange nicht mehr besprochen werden - die aktiv nicht besprochen werden, wenn ich mir dieses waghalsige Bild erlauben darf.

  3. Die Zeit will das ja selbst einführen.
    Nun gut, aber wenn die schon Geld dafür verlangen, dann bitte nicht die typische Quote, wo einer von den 6 Artikeln, die mich interessieren auch gut geschrieben ist und der Rest nur dahingeklatscht ist?

    Und wenn es was kosten würde - wären dann die nervigen Werbebanner auch weg?...ich fürchte nicht.

    Antwort auf "Ist das jetzt"
    • teena
    • 16.08.2010 um 11:19 Uhr

    Liebe Verleger,
    was ihr nicht kapieren wollt (und nicht die Leser):
    Qualität kostet!

    Was ihr die letzten 50 Jahre verkauft habt war blabla und wenig Qualität auf einem mobilen Datenträger.
    Die "50 Pfennig" waren fast komplett für das dünne mobile Holzbrett (Papier) auf dem die Meldung stand.
    Heute hat jeder ein mobiles Plastikbrett (Laptop/Handy/iDings) und deswegen ist

    a) eine Zeitung heute nicht mehr "50 Pfennig" wert
    b) eine Meldungsquelle nicht mehr regional begrenzt.

    Früher standen da 3 Zeitungsständer und das war meine Auswahlmöglichkeit. Heute gibts 389798374893798 Newsseiten und die gibts alle "ums Eck".
    Aber die bringen alle Schlagzeilen.

    KURZ:
    Es liegt nicht am Leser sondern an eurem schlechten Content.

    WENN:
    ihr Geld haben wollt, dann schreibt was, was andere nicht schreiben: zB regionale News, ausführliche QUALITÄTSBERICHTE usw.

    denn die Meldung:
    Überschwemmung in Pakistan - Streetview ist böse.. ist keinen Cent wert. Das weiss man auch so.

    Die Zeit macht das eh zum Teil, andere werden sich da noch anschaun.

    Kurz für den Verlegercheffe zusammengefasst:
    Qualität kostet und nur die wird auch bezahlt!
    Also: Keine Reakteure abbauen und durch einen Studenten ersetzen der bei Google die News abschreibt sondern recherchieren. Und falls euch das Wort Recherche nicht geläufig sein sollte: Steht auf Wikipedia.

    Eine Leser-Empfehlung
    • GDH
    • 16.08.2010 um 11:20 Uhr

    Der Artikel ignoriert einen (aus meiner Sicht - ob repräsentativ sei dahingestellt) ganz praktischen Aspekt: Den Bezahlvorgang.

    Wenn ich eine Zeitung abonniere oder am Kiosk kaufe, ist das Bezahlen kein Problem (ich muss eh dahingehen oder eine regelmäßige Lieferung des Papiers an meine Postanschrift bestellen).

    Online sieht das anders aus:
    So gerne ich für einzelne Artikel bezahlen würde, graut es mir doch vor der Vorstellung, dass ich am Monatsende eine Rechnung bekäme, in der steht, welche Artikel ich gelesen habe und wann(auch wenn keine Rechnung verschickt wird, fallen diese Informationen an).

    Bezahlen im Internet funktioniert halt nicht (ohne weiteres) anonym und hat viel mit Vertrauen in den Datenschutz zu tun. Ausserdem ist sicheres Bezahlen immer mit einem Aufwand verbunden. Da man im Netz viel schneller zwischen Anbietern wechseln kann (beim Frühstück in 5 online-Magazine zu gucken, ist nix besoneres) steigt natürlich der Bezahlaufwand...

    Ein Äquivalent zum Abonnieren von Papier-Zeitungen(gegen monatlichen Preis alles lesen dürfen) läuft halt genau diesem Mobilitätsbedürfnis zuwider, mal gerade auch die Darstellung in einer anderen Zeitung anzugucken.

    Hier sehe ich die größte Herausforderung, mich von Bezahlangeboten zu überzeugen.

    Eine Leser-Empfehlung
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    • ttx
    • 16.08.2010 um 14:52 Uhr

    Wenn sich mehrere Verleger zusammenfinden würden und ein ordentliches Modell für ihre Online-Ausgaben überlegen, könnte es vielleicht klappen. Der Fakt, dass Online-Journalismus eher auf kostengünstigere Aktualität denn auf tiefere Recherche ausgerichtet ist, sollte aber eingepreist werden.

    Für einzelne Online-Ausgaben würde ich nur selten zahlen und dann eher für britische Portale (z.B. The Guardian), da ich deutsche Zeitungen auch am Kiosk kriege. Es ist aber zu erwarten, dass auch in Deutschland professionelle Nachrichtenblogs Konjunktur haben und, wie bereits in den USA, eine echte Alternative darstellen werden.

    ich habe da auch ein problem mit dem datenschutz. zu all den informationen die schon über einen selbst im internet irgendwo gespeichert werden, kommt dann auch noch dazu welche medien man nutzt o welche artikel man liest. dann kann man dann irgendwo auch schon die politische gesinnung des einzelnen verorten. gut, hier in deutschland mag das kein problem sein. aber zum beispiel in russland?

    davon ma abgesehen war meine idee grad eine art online-kiosk. eine gemeinsame website von zeitungen und magazinen, auf der man sich dann die einzelnen zeitungen angucken kann. und darüber hinaus auch ein wenig blättern kann. wie zb auf amazon in den büchern. find ich ne geile idee.
    u dann kann man sich eben eine ausgabe kaufen. die dann aber heruntergeladen und gespeichert werden kann. nur eine ausgabe, o auch abo usw.
    die frage ist natürlich ob sich die verschiedenen medien überhaupt einigen können auf ein gemeinsames konzept.

    u ob das mit tageszeitungen funzt, ist auch so eine sache, da man ja überall im netz aktuelle nachrichten findet. aber bei nachrichten-magazinen mit wirklich GUTEN und sauber recherchierten artikeln, kann ich mir das vorstellen.
    u dann würde mich auch werbung nicht stören. hat ma ja in zeitungen und magazinen auch.

    • ttx
    • 16.08.2010 um 14:52 Uhr

    Wenn sich mehrere Verleger zusammenfinden würden und ein ordentliches Modell für ihre Online-Ausgaben überlegen, könnte es vielleicht klappen. Der Fakt, dass Online-Journalismus eher auf kostengünstigere Aktualität denn auf tiefere Recherche ausgerichtet ist, sollte aber eingepreist werden.

    Für einzelne Online-Ausgaben würde ich nur selten zahlen und dann eher für britische Portale (z.B. The Guardian), da ich deutsche Zeitungen auch am Kiosk kriege. Es ist aber zu erwarten, dass auch in Deutschland professionelle Nachrichtenblogs Konjunktur haben und, wie bereits in den USA, eine echte Alternative darstellen werden.

    ich habe da auch ein problem mit dem datenschutz. zu all den informationen die schon über einen selbst im internet irgendwo gespeichert werden, kommt dann auch noch dazu welche medien man nutzt o welche artikel man liest. dann kann man dann irgendwo auch schon die politische gesinnung des einzelnen verorten. gut, hier in deutschland mag das kein problem sein. aber zum beispiel in russland?

    davon ma abgesehen war meine idee grad eine art online-kiosk. eine gemeinsame website von zeitungen und magazinen, auf der man sich dann die einzelnen zeitungen angucken kann. und darüber hinaus auch ein wenig blättern kann. wie zb auf amazon in den büchern. find ich ne geile idee.
    u dann kann man sich eben eine ausgabe kaufen. die dann aber heruntergeladen und gespeichert werden kann. nur eine ausgabe, o auch abo usw.
    die frage ist natürlich ob sich die verschiedenen medien überhaupt einigen können auf ein gemeinsames konzept.

    u ob das mit tageszeitungen funzt, ist auch so eine sache, da man ja überall im netz aktuelle nachrichten findet. aber bei nachrichten-magazinen mit wirklich GUTEN und sauber recherchierten artikeln, kann ich mir das vorstellen.
    u dann würde mich auch werbung nicht stören. hat ma ja in zeitungen und magazinen auch.

  4. wären mehr Artikel wie die zum Sachsensumpf, denn die sind sehr gut recherchiert.

  5. Was den Kunden der Zitronenmarkt ist, das ist den Unternehmern der Monopolmarkt - so oder so ähnlich scheint mir die gegenwärtige Diskussion um den "Qualitätsournalismus" auszusehen.

    Ein Problem ist natürlich, dass in einem hoch-kompetitiven Markt der Kunde entscheidet, worin er Qualität sieht. Es mag traurig sein, aber der breiten Masse reichen eben Bild, Focus und Spiegel.

    Auf der anderen Seite verharren Manager in Unternehmen auf Monopolrechten, die von der breiten Masse immer mehr als antiquiert angesehen werden. Hier geht es um Macht, dem Kunden diktieren zu können, was er für ein Produkt zu zahlen habe. Das mag aus der Vergangenheit richtig und vor allem ökonomisch "einfach" zu planen/berechnen gewesen sein. Aber gerade die Wissensgesellschaft konterkariert diesen Ansatz.

    "Peer-to-peer" - Wissen kostet nichts und entspricht dem normalen Kommunikationsbedürfnis der Menschen. D.h., Blogs, Wikis und Foren entsprechen unserem ureigensten Bedürfnis nach Kommunikation und Anerkennung. Für Medienunternehmen ist gerade das eine existenzielle Herausforderung, dass sich die Menschen nun an den Wissensmonopolen vorbei informieren.

    Wer aber meint, dass man durch das Ausdehnen der Monopolrechte in Form eines Leistungsschutz-Rechtes "verlorenen Boden" gut machen könne, der kämpft gegen uns Kunden und soziale Individuen.

    IMO muss es kooperative Lösungen geben, bei der Monopol-Preisdiktate zurück geschraubt und Kunden zum mitmachen und flexiblen bezahlen eingeladen! werden.

    Y.S.

  6. Sorry liebe Zeit Redakteure aber ich glaube kaum das Ihr für viele Sachen hier (zahlende) Leser findet.

    Viele Sachen sind 1:1 Zweitveröffentlichungen zum Beispiel aus dem Berliner Tagesspiegel. Noch dazu keine guten sondern oft komische mit z.B. fragwürdigen Rechtsextremen Themen die oft schlecht recherchiert und deren Moral und Meinung vorgegeben sind. Tagesspiegel halt.

    Ihr habt ne nette Internetseite mit ab und an mal ein paar gute Themen. Allerdings würde ich keinen Cent dafür zahlen wollen.

    Das gilt übrigens auch für andere wie z.b. Springer Titel.

    Der Springer Verlag hat das ja auch schon probiert. Ich glaube kaum das die das lange noch machen. Wer zahlt schon dafür?

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