Milliarden-Spenden Räuber oder RetterSeite 3/3
Legitimationsprobleme haben die Stifter und Spender vor allem in Bereichen, wo sie staatliche und andere Einrichtungen zu verdrängen drohen. So stößt die 33 Milliarden Dollar schwere Stiftung von Bill und Melinda Gates auf erbitterte Kritik. Sie will unter anderem Tropenkrankheiten in armen Ländern bekämpfen. Doch die Weltgesundheitsorganisation und kleinere Hilfsgruppen werfen dem Microsoft-Gründer und seiner Frau vor, ihre Stiftung monopolisiere die Forschung und die Entwicklungsarbeit mit fragwürdigen Hauruckpraktiken, ziehe wichtige Experten mit viel Geld auf ihre Seite und ersticke sanftere Methoden – etwa solche, die auf einen langen Dialog mit der Bevölkerung und den Regierenden setzen. Seit die Gates-Stiftung sich ans Aufmöbeln maroder amerikanischer Schulen gemacht hat, beschwert sich die dortige Lehrergewerkschaft: Bill Gates sei inzwischen wohl »der wahre Bildungsminister« der Vereinigten Staaten geworden.
Selbst für die größten Stiftungen gilt jedoch im Allgemeinen und in den meisten Bereichen: Ihr finanzieller Einsatz ist winzig im Vergleich zu den staatlichen Aktivitäten. Und egal, wie viel Geld man einsetzt: Allein reicht das sowieso nicht. Wer als Stifter oder Spender die Welt verbessern will, wer Vorbild- und Hebelwirkungen beansprucht, muss erst mal zeigen, dass er sein Geld geschickt einsetzt – gezielt, zum Wohl der Allgemeinheit.
Erst dann sprechen die Leute von seinen Erfolgen.
Mitarbeit: Heike Buchter, Götz Hamann
Berichtigung:
In unserer Ausgabe Nr. 33 vom 12.08.2010 haben wir den Hamburger Reeder Peter Krämer als einen Milliardär bezeichnet. Herr Krämer legt Wert auf die Feststellung, dass er niemals Milliardär war und es auch heute nicht ist. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. Die Redaktion
- Datum 17.08.2010 - 14:11 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 12.08.2010 Nr. 33
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... zu Beginn werden mit allen Erdenklichen Methoden -legal wie halblegal (oder auch mal außerhalb der Gerichtsbarkeit) Konkurenten aus dem Weg geschlagen, Strukturen zerstört und Existenzen vernichtet. Und danach wollen diese von der Börse gelobten, von der Bevölkerung bewundert und beneideten Promies für ihre Barmherzigkeit auch noch gefeiert werden!
www.youtube.com/watch?v=J...
Was Bill gates hier zum Teil sagt, ist
zu unglaublich. Er erwägt tatsächlich,
die Weltbevölkerung durch Impfungen
zu dezimieren, damit weniger CO2 in
die Atmosphäre gelangt.
Das ist keine Theorie sondern sein Ernst.
Das Zitat "I like vacines" ist da ein
ganz guter Anhaltspunkt. Der gute Bill
war - nebenbei bemerkt - dieses Jahr
beim Bilderbergtreffen.
"Die Reichen brauchen keinen Staat"
http://www.ag-friedensfor...
...besitzen 1% der Bevölkerung 40% der Vermögen. Die oberen 10% der Bevölkerung besitzt 70%:
http://jjahnke.net/index_...
Noch Fragen?
Natürlich ist es positiv zu beurteilen, wenn die Räuber einen Teil ihrer gerafften Beute freiwillig zurückgeben, aber normalerweise ist der Staat verantwortlich dafür das im Übermaß Geraubte wieder zurückzuholen und ordentlich zu verteilen, ohne sich irgendwelchen Bedingungen der Räuber zu unterwerfen. Die Welt sähe ganz anders aus, wenn diesem Prinzip endlich wieder die Wichtigkeit eingeräumt würde, die es für den allgemeinen Wohlstand hat. Die schöne Sloterdijksche Spendenwelt funktioniert nicht und sie ist entwürdigend für die Empfänger.
...ist in Deutschland annähernd die gleiche. Und die Spendenbereitschaft der Reichen und Superreichen ein einziger Selbstzweck, denn die schlauen Milliardäre haben erkannt, daß weitere Akkumulation von Kapital in immer weniger Händen zum Zusammenbruch des Spiels führen muß - und damit der Spaß ein Ende hätte.
...ist in Deutschland annähernd die gleiche. Und die Spendenbereitschaft der Reichen und Superreichen ein einziger Selbstzweck, denn die schlauen Milliardäre haben erkannt, daß weitere Akkumulation von Kapital in immer weniger Händen zum Zusammenbruch des Spiels führen muß - und damit der Spaß ein Ende hätte.
Die Geschichte wiederholt sich:
"Wie also kann jemand, nicht indem er Geld verteilt, sondern auf eine andere Weise den Menschen wohltätig sein, und dies nicht mit Schlechtigkeit, sondern mit Tugend? Und wenn er überdies noch Geschenke macht, wie können seine Gaben unerschöpflich bleiben? Dies wird dann möglich sein, wenn er den Gesetzen und dem Recht zur Seite steht; das nämlich ist es, was die Städte zur Gemeinschaft bringt und zusammenhält."
Zwischen Gemeinschaft und Individualismus. Ein Balance-Akt.
toll, wenn Weltretten noch so viel Fun bringt. Die armen, die gerettet werden müssen, dürfen dann auf ewig dankbar sein? Oder sollen die das dann als selbstverständlich ansehen?
ist schon interessant. Die Gatesprojekte laufen z.T. über einen längeren Zeitraum (z.B. 10 Jahre inklusive Verlängerung) als die üblichen 2-3 Jahresprojekte. Die WHO zieht es vor ersteinmal nur mit den Politikern zu verhandeln bevor etwas in die Tat umgesetzt wird? Ist mir noch nicht untergekommen. Ausserdem geschehen viele Gatesprojekte im Rahmen der CGIAR-gruppe, die aber wiederum auch im Dialog mit Bevölkerung und Politikern stehen. Sind als kleinere Hilfsgruppen NGOs gemeint?
Der aus Bangladesch stammende Wirtschaftswissenschaftler, erfolgreiche Banker und Friedensnobelpreisträger von 2006, Muhammad Yunus,unterbreitet in seinem Buch "Die Armut besiegen" (2008) u.a. Vorschläge, was die Stiftungen der amerikanischen Superreichen entscheidend zur NACHHALTIGEN Armutsbekäpmfung beitragen könnten:
HÄTTE ihn z.B. Warren Buffett um Rat gefragt, hätte er ihm u.a. empfohlen, einen Teil seines Geldes in ein Sozialunternehmen zu investieren, dessen Aufgabe es wäre, den 50 Millionen nicht krankenversicherten Amerikanern eine erschwingliche und hochwertige medizinische Versorgung zu garantieren...Dieses Unternehmen würde einen spektakulären Erfolg feiern und er sich einen Ehrenplatz in der Geschichte des amerikanischen Gesundheitswesens sichern...
Gestern habe ich die Doku von Michael Moore (2007) über das räuberische System der US-Gesundheitswirtschaft gesehen: Millionen Privat-Versicherte erhalten nicht ihre vertraglichen Zusagen aufgrund eines ausgeklügelten Systems und landen im Ruin. Seit Nixon haben Versicherungs- und Pharmakonzerne zig-BILLIONEN daran verdient.
Wer seine Krankenhausrechnung nicht mehr bezahlen kann, wird aus den Betten entführt und als Obdachloser irgendwo am Straßenrand abgesetzt... sehr sehenswert, dieser Film über den entfesselten Kapitalismus mit seiner hässlichsten Fratze!
Dieses ganze Milliardärsspenden- Trara ist eine einzige Marketingstrategie im ur-eigensten PR-Interesse.
Wann wird diese Heuchelei endlich durchschaut?
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