Jonathan Safran Foer »Donnerstags kein Fleisch«Seite 3/3

ZEIT: In Ihrem Buch wird die Sklaverei erwähnt, und auch das ist ja eine Institution, die für die Menschheit über Tausende von Jahren ganz normal war. Erst spät gab es darüber einen moralischen Diskurs. Und vieles spricht dafür, dass es nicht nur moralische Gründe waren, die dazu führten, dass mit der Sklaverei Schluss gemacht wurde, sondern auch ökonomische und soziale. Könnte das in der Vegetarismus-Debatte ähnlich sein?

Foer: Ja, auch hier kommen mehrere Gründe zusammen. Fleischkonsum ist einer der Hauptfaktoren für die Erderwärmung. Eine Umweltorganisation hat kürzlich eine Studie veröffentlicht, nach der jeder Burger bei McDonald’s, der den Hersteller 50 Cent kostet, Umweltkosten in Höhe von 200 Dollar verursacht. Da sind die Gesundheitskosten noch gar nicht drin, da ist von Grausamkeit gegen Tiere noch gar nicht die Rede. Es geht nur um die Kosten für die Umwelt. Und ab irgendeinem Zeitpunkt werden wir diese 200 Dollar nicht mehr aufbringen können oder wollen. Eine andere Organisation hat ausgerechnet, dass die Ozeane dieser Welt im Jahr 2048 leer sein werden, wenn wir so weiterfischen. Gibt es irgendjemanden, der sagt: Fischessen ist so toll, dass es sich lohnt, die Weltmeere dafür zu leeren? Es könnte aber auch eine Seuche sein, die uns zur Umkehr zwingt, das halte ich für am wahrscheinlichsten. Immer wieder wird der Planet von Erregern heimgesucht, die aus diesen Massenställen stammen. Vor ein paar Wochen hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium zum ersten Mal zugegeben, dass es ein massives Problem mit resistenten Bakterienstämmen gibt, die wir mit dieser Landwirtschaft heranzüchten. Mein Sohn musste gerade ein Antibiotikum einnehmen, weil er Streptokokken hatte, und ich dachte: Meine Güte, wir könnten bald in einer Welt leben, in der Kinder sterben – wofür? Für einen Hamburger!

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ZEIT: Wie lange wird dieser Gesinnungswandel wohl dauern?

Foer: Es gibt an amerikanischen Universitäten schon 18 Prozent Vegetarier – mehr als Katholiken. Das sind die Leute, die unsere Zukunft prägen, es sind künftige Politiker, Schauspieler, Schriftsteller, Juristen und Ärzte. Sie werden die Diskussion der nächsten Jahre bestimmen. Das Bild des Vegetarismus hat sich gewandelt. Heute behaupten schon mehr Leute von sich, Vegetarier zu sein, als es tatsächlich sind! Es gilt als cool und attraktiv, nicht mehr als schräg und sonderlich. Es wird bald als ein bisschen sonderbar gelten, viel Fleisch zu essen.

ZEIT: Wir haben über die Scham gesprochen, die das Nahrungsmittel Fleisch Ihnen nach der Geburt Ihres Sohnes verursacht hat. Fühlen Sie jetzt, wo Sie kein Fleisch mehr essen, eine Erleichterung? 

Foer: Eine enorme Erleichterung!

ZEIT: Das wäre dann ja auch ein Gewinn, oder? Viele Leute denken ja, Vegetarismus ist Verzicht, und Verzicht ist nicht sexy.

Foer: Aber es ist sexy! Das ist ja der Grund, warum so viele Studenten Vegetarier sind. Es ist toll, sich diesen Sticker anzuheften. Aber es muss nicht sexy sein. Menschen sind sehr gut darin, Nein zu sagen, wenn sie wollen. Eine Zivilisation aufzubauen bedeutet, auf Dinge zu verzichten, weil uns andere Dinge mehr wert sind. Auch monogame Beziehungen funktionieren so. Sie sind vielleicht nicht so sexy wie das Leben mit ständig wechselnden Partnern, aber die meisten Leute verzichten darauf, sie möchten doch lieber Liebe, Vertrauen und Stabilität. Nur ist es bei der Nahrung so, dass wir sie lange aus unserem moralischen System herausgehalten haben. Wir müssen über Essen nur auf dieselbe Art nachdenken, wie wir auch über die anderen Dinge des Lebens nachdenken.

Das Gespräch führte Hilal Sezgin

 
Leser-Kommentare
    • Timo K
    • 16.08.2010 um 10:41 Uhr

    Bis zur 3. Seite fand ich das Interview echt gelungen, dachte mir, toll das mal einer Zwischentöne findet und auch mit einem gesenkten Fleischkonsum ich eine Chance habe in den Atheistenhimmel zu kommen.
    Dann dachte ich mir, guckst mal wie viele Kunden McD. so hat.
    Es sind 12 Millionen am Tag in Europa. Mal einfach davon ausgehend, dass jeder von denen einen Burger isst, erscheint mir die 200 Dollar Folgekostenrechnung sowas von übertrieben, dass es all das Gemäßigte, was mich am Anfang des Intervies so anzog, komplett zu nichte macht.
    Europa hätte demnach im Jahr 876.000.000.000$ alleine an MC Donnaldskosten. Dagegen mutet der Gewinn in Europa von 2,5 Milliarden ja geradezu lächerlich an.

    Was haben denn importierte Früchte so an Folgekosten?

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    Dass von weither importierte Früchte keine besonders gute Klimabilanz haben, versteht sich von selbst. Insbesondere dann, wenn sie eingeflogen werden. Jetzt aber vollständig darauf zu verzichten, wäre auch nicht richtig, denn dies hätte negative soziale Folgen für die Exportländer. Aber gerade der Anbau von Futtermitteln etwa von Soja in Brasilien zeitigt ebenfalls eklatante Konsequenzen für die einheimische Bevölkerung. Und pflanzliche Lebensmittel haben in der Regel stets eine besser Klimabilanz!

    unstreitig ist doch, daß Massentierhaltung und Fleischkonsum ein vielfaches an Folgekosten verursachen, z. B. durch die Abholzung des südamerikanischen Regenwaldes für die Viehzucht und den Anbau von Futtermitteln; durch die Produktion von Treibhausgasen bei der Tierhaltung; durch die weltweiten Transporte von Fleisch, Futtermitteln und Vieh; durch die medizinischen Folgekosten von hohem Cholesterin und Übergewicht.
    Auch der Fischmäc hat unkalkulierte Nebenkosten, entstehend durch die Überfischung und die durch den Fischfang verursachte Umweltzerstörung.

    Auf welche Summe Sie die Folgekosten schließlich schätzen hängt dann davon ab, welchen Wert Sie dem Regenwald und einem Intakten maritimen Ökosystem beimessen. Ich denke, daß sie bisher erheblich unterbewertet sind.

    Dass von weither importierte Früchte keine besonders gute Klimabilanz haben, versteht sich von selbst. Insbesondere dann, wenn sie eingeflogen werden. Jetzt aber vollständig darauf zu verzichten, wäre auch nicht richtig, denn dies hätte negative soziale Folgen für die Exportländer. Aber gerade der Anbau von Futtermitteln etwa von Soja in Brasilien zeitigt ebenfalls eklatante Konsequenzen für die einheimische Bevölkerung. Und pflanzliche Lebensmittel haben in der Regel stets eine besser Klimabilanz!

    unstreitig ist doch, daß Massentierhaltung und Fleischkonsum ein vielfaches an Folgekosten verursachen, z. B. durch die Abholzung des südamerikanischen Regenwaldes für die Viehzucht und den Anbau von Futtermitteln; durch die Produktion von Treibhausgasen bei der Tierhaltung; durch die weltweiten Transporte von Fleisch, Futtermitteln und Vieh; durch die medizinischen Folgekosten von hohem Cholesterin und Übergewicht.
    Auch der Fischmäc hat unkalkulierte Nebenkosten, entstehend durch die Überfischung und die durch den Fischfang verursachte Umweltzerstörung.

    Auf welche Summe Sie die Folgekosten schließlich schätzen hängt dann davon ab, welchen Wert Sie dem Regenwald und einem Intakten maritimen Ökosystem beimessen. Ich denke, daß sie bisher erheblich unterbewertet sind.

  1. Erstaunlich ausgewogenes und undogmatisches Interview - das wird überzeugten Fleischessern so wenig gefallen wie überzeugten Veganern.

    Auch wenn man über einzelne Zahlen sicher diskutieren kann - hat er in der Tendenz natürlich völlig Recht. Ein Stück Fleisch auf dem Teller "kostet" eben viel mehr, als viele Menschen das wahrhaben wollen - sowohl moralisch, als auch ökologisch und ökonomisch.

    Eine Leser-Empfehlung
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    @ Taurino: nicht unbedingt. Ich lebe selbst vegan, wenn auch nicht immer hundertprozentig konsequent. Aber ich teile Foers Standpunkt absolut. Es geht nicht um ethische Reinheit, sondern darum, gewisse Dinge zu hinterfragen und einen Anfang zu machen. Und deshalb fände ich es schon toll, wenn fleischessende Mitbürger/innen öfters mal einen fleischfreien Tag einlegten. Bitte lassen Sie sich nicht von einer Handvoll radikaler und kompromissloser Veganer blenden!

    @ Taurino: nicht unbedingt. Ich lebe selbst vegan, wenn auch nicht immer hundertprozentig konsequent. Aber ich teile Foers Standpunkt absolut. Es geht nicht um ethische Reinheit, sondern darum, gewisse Dinge zu hinterfragen und einen Anfang zu machen. Und deshalb fände ich es schon toll, wenn fleischessende Mitbürger/innen öfters mal einen fleischfreien Tag einlegten. Bitte lassen Sie sich nicht von einer Handvoll radikaler und kompromissloser Veganer blenden!

  2. "Nein, das stimmt leider nicht. Wäre schön, aber wirklich gesünder ist es nicht, dazu ist der Mensch schon zu sehr auf Fleischverzehr eingestellt."

    Steile These! Ich wusste gar nicht, dass das in diesem Jahrtausend noch ernsthaft behauptet wird - also außer vielleicht von Vertretern der fleischerzeugenden Industrie.
    Über Veganismus könnte man in diesem Zusammenhang zweifellos diskutieren ... aber über Vegetarismus?

    Da haben Sie doch bestimmt Quellen?

    Eine Leser-Empfehlung
    Antwort auf "sehr nett ausgedrückt"
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    Steile These, stimmt!
    Ich hab über diese Thema schon mit Freunden gesprochen, die Veganer und Vegetarier sind, und mit welchen die waren und aufgehört haben. Kein Selbstversuch meinerseits.
    Manche Menschen vertragen den Umstieg nicht so gut, aber das ist wohl nur ein kleiner Prozentsatz, auch wenn ich auf diesen gestoßen bin.

    Ich hab mal im Internet gesucht und das hier war der erste Link:

    http://www.gesundheit.de/...

    einfach oben einfügen.
    Da ist eine Studie, in der die Vegetarier besser abschneiden, obwohl später nicht erklärt wird, wieso sie BIOLOGISCH gesehen besser abschneiden.

    Hier mal ein paar Punkte:
    Vegetarier sein ist für viele Menschen auch ein Bild für sehr gesundes leben:
    Bio-Produkte,
    KEIN Rauchen,
    KEINE Drogen,
    KAUM Alkohol,
    eine Art Straight-Edge Bewegung.
    Viel Sport und gesund leben, und das finde ich super.

    Ein gesunder Lebensstil kann auch bei Fleischessern so sein, aber bei Vegetariern ist es viel ausgeprägter.

    • TDU
    • 16.08.2010 um 12:08 Uhr

    In diesem Jahrtausend. Sie greifen aber hoch.

    Dennoch, die Fleischindustrie hat vermutlich unseren Verdauungsapparat auch mitkonstruiert und verändert. Zu Ihren grössten Leistungen gehört sicher die Herbeiführung von Klimawandel, der den Eskimos den Anbau von Gemüse unmöglich machte.

    Und die deutsche Gesellschaft für Ernährung ist vermutlich auch gekauft.

    Und vom Morden: Der Untergang der indianischen Kultur war zweifellos das Ende einer mörderischen Kultur.

    Dann gucken Sie sich mal das Gebiss eines Australopithecus ein bisschen genauer an. Der hat, nur schlappe 5 Mio. Jahre vor unserer Zeit, mit Sicherheit nicht nur Champignons gesammelt...

    Steile These, stimmt!
    Ich hab über diese Thema schon mit Freunden gesprochen, die Veganer und Vegetarier sind, und mit welchen die waren und aufgehört haben. Kein Selbstversuch meinerseits.
    Manche Menschen vertragen den Umstieg nicht so gut, aber das ist wohl nur ein kleiner Prozentsatz, auch wenn ich auf diesen gestoßen bin.

    Ich hab mal im Internet gesucht und das hier war der erste Link:

    http://www.gesundheit.de/...

    einfach oben einfügen.
    Da ist eine Studie, in der die Vegetarier besser abschneiden, obwohl später nicht erklärt wird, wieso sie BIOLOGISCH gesehen besser abschneiden.

    Hier mal ein paar Punkte:
    Vegetarier sein ist für viele Menschen auch ein Bild für sehr gesundes leben:
    Bio-Produkte,
    KEIN Rauchen,
    KEINE Drogen,
    KAUM Alkohol,
    eine Art Straight-Edge Bewegung.
    Viel Sport und gesund leben, und das finde ich super.

    Ein gesunder Lebensstil kann auch bei Fleischessern so sein, aber bei Vegetariern ist es viel ausgeprägter.

    • TDU
    • 16.08.2010 um 12:08 Uhr

    In diesem Jahrtausend. Sie greifen aber hoch.

    Dennoch, die Fleischindustrie hat vermutlich unseren Verdauungsapparat auch mitkonstruiert und verändert. Zu Ihren grössten Leistungen gehört sicher die Herbeiführung von Klimawandel, der den Eskimos den Anbau von Gemüse unmöglich machte.

    Und die deutsche Gesellschaft für Ernährung ist vermutlich auch gekauft.

    Und vom Morden: Der Untergang der indianischen Kultur war zweifellos das Ende einer mörderischen Kultur.

    Dann gucken Sie sich mal das Gebiss eines Australopithecus ein bisschen genauer an. Der hat, nur schlappe 5 Mio. Jahre vor unserer Zeit, mit Sicherheit nicht nur Champignons gesammelt...

  3. Sondern um Maß halten!!
    Ich bin Bajuware. Die Preußen sagen unserer Küche absolut fälschlicherweise nach "deftig" und "schwer" zu sein, den stereotypen Schweinebraten mit Kruste vor Augen. Die traditionelle Alltagsküche in Bayern war aber dominiert von Mehlspeisen! Schlicht weil die Leute für Fleisch kein Geld hatten! Auch der "Sonntagsbraten" war nur beim Bürgertum ein wöchentlicher Gast. Und da man so selten Fleisch aß, hat man sich natürlich dann auch der Völlerei hingegeben. Unproblematisch, für die Figur wie auch für die Tiere. Nur der heutige Fleischkonsum hat damit rein gar nichts mehr zu tun, die schiere Menge ist das Problem.

    Nicht Fleisch per se, und da verbitte ich mir auch jedwede Missionierung durch vegane Oberlehrer. Ich esse so selten Fleisch, ich kann mir ehrlich nicht mehr an die letzte Fleischmahlzeit erinnern. Monate her, Monate. Aber wenn dann suche ich mir feinstes Schnitzel - und zwar nach bayrischer Art, das heißt nicht einfach nur ein fettiges Stück Fleisch panieren und in Fett ausbacken wie das die Preußen denken. Das richte ich mit viel Liebe und Beilagen her, lade mir ein paar Freunde ein und dann genießen wir das was ich mit viel Mühe gekocht habe. Bei Essen geht es für Deutsche viel zu oft um "richtig" oder "falsch", "gesund" oder "ungesund"...manche Speisen werden als "Sünde" bezeichnet. Das ist schon bezeichnend, eine quasireligiöse Angelegenheit. Das ist doch das Problem. Maß, Mitte und Genuss sind vollkommen auf der Strecke geblieben.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    *Hehehe* Die Begrifflichkeit klaue ich mir jetzt!

    @ Landburli: wie bereits geschrieben, bin ich selbst Veganer, aber viel zu liberal, um sie missionieren zu wollen. Sicherlich gibt es sehr radikale Veganer, die sogar behaupten, Vegetarier seien Mörder. Faktisch mag das stimmen, ist aber mehr als kontraproduktiv. Ich für meinen Teil freue mich über jeden Vegetarier oder Teilzeit-Vegetarier, der öfters die Fleischmahlzeit weglässt. Aber leider ist das nicht die Realität. Leider kommen nach wie vor sechs oder gar sieben Mal die Wochen Fleisch- oder Fischprodukte in allen Variationen auf den Tisch. Was eindeutig zuviel ist. Eine Rückkehr zum Maßhalten früherer Zeiten ist in der Tat angezeigt. Schon allein deshalb, weil ohne Massentierhaltung niemals so große Mengen Fleisch produziert werden könnten, wie heutzutage konsumiert werden.

    • Dispot
    • 18.08.2010 um 10:58 Uhr

    Darf ich als Bayer in Berlin lebend auch was dazu sagen? Oder bin ich jetzt als "Saupreiss", obendrein noch als vegetarischer, unglaubwürdig?

    Sie haben anscheinend den Artikel nicht komplett gelesen. Es geht im Artikel nicht um Bayern und Lebensart, sondern darum, Tiere anständig zu behandeln. Deshalb können Sie auch vor Monaten das letzte Mal Fleisch gegessen haben, das macht Sie nicht besser, wenn Sie Ware aus Massenproduktion gekauft haben. Da hilft auch Ihre "liebevolle Zubereitung" nichts mehr.

    Insofern ist die Quintessenz des aus meiner Sicht sehr guten Interviews die, daß man um die Qualen der Tiere langfristig zu beenden, undogmatisch vorgehen muss. Die Forderung, wenn Fleisch oder Eier, dann nur aus biologisch-kontrollierter Haltung, sollte breiteren Widerhall in der Bevölkerung finden.
    Die Nutztiere müssen in ihrem uns dienenden Leben artgerecht gehalten werden. Und stress- und qualfrei leben und sterben können. Das ist die Minimalforderung, die man an ethischen Umgang mit Nutztieren stellen muss.

    Das hat mit landbewohnenden Bayern und urbanen Preussen nichts zu tun, eher damit, ob man ein ignoranter Egoist ist oder nicht. Selbst in südbayerischen Kleinstädten, in denen ich mich häufig aufhalte, gibt es mittlerweile Bioläden, die Biofleisch anbieten. Ja sicher, das ist teurer, JA UND? Dann gibt's halt nur einmal die Woche/Monat Fleisch, so wie es Jahrhunderte lang mit dem sprichwörtlichen "Sonntagsbraten" üblich war. Völlerei ist schliesslich eine Todsünde...

    *Hehehe* Die Begrifflichkeit klaue ich mir jetzt!

    @ Landburli: wie bereits geschrieben, bin ich selbst Veganer, aber viel zu liberal, um sie missionieren zu wollen. Sicherlich gibt es sehr radikale Veganer, die sogar behaupten, Vegetarier seien Mörder. Faktisch mag das stimmen, ist aber mehr als kontraproduktiv. Ich für meinen Teil freue mich über jeden Vegetarier oder Teilzeit-Vegetarier, der öfters die Fleischmahlzeit weglässt. Aber leider ist das nicht die Realität. Leider kommen nach wie vor sechs oder gar sieben Mal die Wochen Fleisch- oder Fischprodukte in allen Variationen auf den Tisch. Was eindeutig zuviel ist. Eine Rückkehr zum Maßhalten früherer Zeiten ist in der Tat angezeigt. Schon allein deshalb, weil ohne Massentierhaltung niemals so große Mengen Fleisch produziert werden könnten, wie heutzutage konsumiert werden.

    • Dispot
    • 18.08.2010 um 10:58 Uhr

    Darf ich als Bayer in Berlin lebend auch was dazu sagen? Oder bin ich jetzt als "Saupreiss", obendrein noch als vegetarischer, unglaubwürdig?

    Sie haben anscheinend den Artikel nicht komplett gelesen. Es geht im Artikel nicht um Bayern und Lebensart, sondern darum, Tiere anständig zu behandeln. Deshalb können Sie auch vor Monaten das letzte Mal Fleisch gegessen haben, das macht Sie nicht besser, wenn Sie Ware aus Massenproduktion gekauft haben. Da hilft auch Ihre "liebevolle Zubereitung" nichts mehr.

    Insofern ist die Quintessenz des aus meiner Sicht sehr guten Interviews die, daß man um die Qualen der Tiere langfristig zu beenden, undogmatisch vorgehen muss. Die Forderung, wenn Fleisch oder Eier, dann nur aus biologisch-kontrollierter Haltung, sollte breiteren Widerhall in der Bevölkerung finden.
    Die Nutztiere müssen in ihrem uns dienenden Leben artgerecht gehalten werden. Und stress- und qualfrei leben und sterben können. Das ist die Minimalforderung, die man an ethischen Umgang mit Nutztieren stellen muss.

    Das hat mit landbewohnenden Bayern und urbanen Preussen nichts zu tun, eher damit, ob man ein ignoranter Egoist ist oder nicht. Selbst in südbayerischen Kleinstädten, in denen ich mich häufig aufhalte, gibt es mittlerweile Bioläden, die Biofleisch anbieten. Ja sicher, das ist teurer, JA UND? Dann gibt's halt nur einmal die Woche/Monat Fleisch, so wie es Jahrhunderte lang mit dem sprichwörtlichen "Sonntagsbraten" üblich war. Völlerei ist schliesslich eine Todsünde...

    • TDU
    • 16.08.2010 um 11:36 Uhr

    Das für mich einzige Argument für den Abkehr von Fleischkonsums zum jetzigen Zeitpunkt (maassvoll sollte er sowieso sein), nämlich die Massentierhaltung ist gut in den Zusammenhang gestellt worden.

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