Immigration Drehkreuz der Hoffnungslosen
Kein Land schiebt für die EU mehr Immigranten ab als Österreich. Ein profitables Geschäft
Teenager in lässigen Baggy Pants schlängeln sich an etwas ratlosen Senioren vorbei, die auf den Flachbildschirmen nach ihren Flugzeiten suchen. In der Abflughalle des Flughafen Schwechat herrscht an diesem Sommertag reger Betrieb. Alle wollen weg, alle freuen sich auf den Sehnsuchtsort aus dem Katalog oder einfach nur auf den ersten Cocktail in der Strandbar.
Die Lautsprecherstimme, die vor unbeaufsichtigtem Gepäck warnt, hört in dem Trubel kaum einer. Jenen 15 Menschen, die nahe der Abflughalle in einem abgetrennten Raum auf ihren Flug warten, kann die Durchsage egal sein. Sie führen kaum etwas mit sich – und das, obwohl sie oft jahrelang in Europa gelebt haben und womöglich nie wieder zurückkehren werden. Einige Tage zuvor, als die Fremdenpolizei frühmorgens bei ihnen auftauchte, musste es schnell gehen, da blieb für Kofferpacken keine Zeit. Ihre Plätze im Flugzeug waren seit Wochen reserviert, doch die Reisenden waren die Letzten, die davon erfuhren.
Im Warteraum gibt es weder Drinks noch Snacks. Aber viele Polizisten. Immer wieder eskortieren Beamte weitere Passagiere herein, einige von ihnen tragen Handschellen. Viele wirken resigniert, denn nun ist es endgültig: Es geht nach Nigeria, »nach Hause«, wie ein Wachmann das nennt, auch wenn viele der Passagiere gar nicht mehr wissen, wie es dort aussieht. Manche hatten in Warschau gelebt, manche in Budapest, manche in Paris. Keiner von ihnen hat ein Aufenthaltsrecht erhalten.
Diesen illegalen Einwanderern beweisen sechs EU-Staaten an diesem Tag, dass die europäische Zusammenarbeit nicht nur eine Phrase ist, sondern dass es leichtfällt, nationale Eitelkeiten hintanzustellen, wenn es gilt, eine Chartermaschine mit unerwünschten Immigranten zu füllen. Beim Abschieben gelingt die europäische Integration blendend. Dann wird sogar ein Land wie Österreich, das von EU-Skepsis geprägt ist, zu einem europäischen Musterschüler.
Keine andere Nation schiebt im Rahmen einer Kooperation der Schengen-Staaten, die sich einer möglichst effizienten Ausweisung von Zuwanderern verschrieben haben, so viele Menschen ab wie Österreich. Im Vorjahr wurden gleich 11 der 31 Abschiebeflüge dieses Programms vom Innenministerium in Wien abgewickelt. Das zweitfleißigste Land, Italien, wickelt für Brüssel nur vier Flüge ab. Österreich steht keineswegs in der Pflicht: Kein Land muss Sammelflüge organisieren. Dennoch meldet sich das Ministerium von Maria Fekter besonders oft freiwillig. Mittlerweile gilt Schwechat für die Schengen-Staaten als beliebtes Abschiebe-Drehkreuz. Von Wien aus wurden 2009 mit gecharterten Maschinen insgesamt 621 Menschen »rückgeführt«, wie es im Beamtenjargon heißt. Beinahe jede Woche hob ein Immigrantentransport in Schwechat ab. Zwar buchte das Ministerium die meisten Flüge ausschließlich zur Abschiebung von in Österreich abgewiesenen Asylwerbern. Doch die Zahl der EU-Sammelflüge steigt.
Bis vor wenigen Jahren organisierte jedes Schengen-Land selbst die One-way-Flüge nach Westafrika oder in die Kaukasus-Region. Meist verbrachte man die Asylwerber per Linienflug in ihre Heimatländer. Eine in mehrfacher Hinsicht heikle Praxis. Immer wieder durchkreuzten kurzfristige Zu- oder Absagen der Fluglinien die Pläne. Zu oft hatte der Anblick eines Gefesselten die Passagiere irritiert. Nicht nur einmal eskalierte die Situation, mussten verzweifelte »Schüblinge« mit fragwürdigen Methoden ruhig gestellt werden. Vor elf Jahren starb der Nigerianer Marcus Omofuma bei einem Abschiebeflug. Die Polizeibeamten hatten dem 26-Jährigen den Mund verklebt. Der qualvolle Tod des Schubhäftlings löste in Österreich eine Welle des Protests aus.
- Datum 21.08.2010 - 14:56 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.08.2010 Nr. 34
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Wenn ich mich so umsehe hier in Berlin, dann stören ein paar Afrikaner herzlich wenig.
[...]
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[...] Bitte bemühen Sie sich Ihrerseits um sachliche und konstruktive Beiträge zum obigen Thema. Danke. Die Redaktion/km
Anmerkung: Der von Ihnen zitierte Kommentar wurde in der Zwischenzeit moderiert. Die Redaktion/km
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'kurzfristige Zu- oder Absagen der Fluglinien' oder die Irritation anderer Passagiere angesichts gefesselter Gefangener oder gar Störungen im Urlauberverkehr machen das österreichische Fleißkärtchen so 'praktisch' für die Festung Europa. In Deutschland verweigert ja auch mitunter ein Flugkapitän die Mitnahme eines Abschieblings, diese Macht steht ihm zu, da er für's Flugzeug und die Passagiere verantwortlich ist.
Solche Zivilcourage ist bei reinen Abschiebeflügen sehr unwahrscheinlich, da der Kapitän hier ja weiß, wen er mitnimmt. Ob er's tatsächlich weiß? Wohl kaum, in Nigeria gibt es für Homosexualität die Todesstrafe, selbst die Nichtdenunziation Homosexueller wird mit bis zu 14 Jahren Gefängnis bestraft. Homosexualität ist also kein Asylgrund?
http://ilga.org/ilga/en/c...
Die Kommentare 1 2 waren sachlich.
Kein Land der Welt kann darauf verzichten, Regeln aufzustellen darüber, welche Ausländer aufgrund bestehender Gesetze hier leben dürfen. Der Kommentar Nr.1, den ich zugestimmt habe, hat durchaus noch sachlich auf Probleme mit Einwanderern aus dem nahöstlichen Kulturkreis hingewiesen, die insbesondere in Berlin bestehen und für diesen Bevölkerungskreis aufenthaltsbeendende Maßnahmen vorgeschlagen. Wers nicht glaubt, lese das Buch der tragisch ums Leben gekommenen Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig. Wenn Sie nur noch Beiträge wollen, die ins gleiche Horn st0ßen wie Ihr Artikel, können Sie die Kommentarfunktionen auch gleich abschalten.
Was Berlin, Kirsten Heisig und Familienclans mit kriminellem Potential angeht, könnten Sie Ihr Wissen noch ein wenig erweitern. Die sich stellende Frage, die Kirsten Heisig auch nie vernachlässigt hat, ist nämlich der Umgang mit Staatenlosen (wohin sollen die abgeschoben werden?) und auch mit ihren eingebürgerten Kindern (wohin sollen die nun abgeschoben werden?). Sie könnten sich z.B. mal über die Mahalmi informieren, deren staatenloser Werdegang seit Ende des osmanischen Reichs zwischen Türkei, Libanon, Irak, Iran, Syrien und auch der Umgang mit ihnen in Deutschland ist exemplarisch. http://www.nadir.org/nadi...
Ich schlage aber vor, das an dafür passender Stelle weiter zu diskutieren.
....beunruhigend, wenn ich sehe, wie Zensur geübt wird. Auch gebe ich Ihnen recht darin, dass jede Gesellschaft Einwanderungsbestimmungen zu brauchen glaubt. Man muss sich nur dabei klar werden, dass man die Leute in Länder zurückschickt, wo die Verhältnisse zu Menschen unwürdiges Leben zwingen. Das bedeutet, dass wir das Gebot die Menschenwürde des Einzelnen zu schützen aktiv brechen und missachten.
So wird es zum Hohn, wenn man von Anderen die Einhaltung der Menschenrechte Fordert. [...]
Teilweise entfernt. Bitte bemühen Sie sich um ernsthafte Kommentare und verzichten Sie auf zynische und polemische Äußerungen, die von anderen Foristen als geschmacklos empfunden werden. Danke. Die Redaktion/km
"Kein Land der Welt kann darauf verzichten, Regeln aufzustellen darüber, welche Ausländer aufgrund bestehender Gesetze hier leben dürfen."
Und genau damit scheinen die linksgrüne Gutmenschfraktion und die Mainstrampresse ihre Schwierigkeiten zu haben. Dort hat man sich einen geistig-ideologischen Popanz aufgebaut, der lautet: Ausländer=Opfer von Diskriminierung/Xenophobie= hilflose Schutzbefohlene, die es gegen alle gesetzlichen Regelungen und selbst bei schwersten Straftaten im Land zu halten gilt.
"Der Kommentar Nr.1, den ich zugestimmt habe, hat durchaus noch sachlich auf Probleme mit Einwanderern aus dem nahöstlichen Kulturkreis hingewiesen, die insbesondere in Berlin bestehen und für diesen Bevölkerungskreis aufenthaltsbeendende Maßnahmen vorgeschlagen."
Auch das versucht man der besagten Fraktion seit Jahr und Tag vergeblich zu erläutern, daß nicht "die" Ausländer gemeint sind, wenn die Abschiebung oder Ausweisung gefordert ist, sondern Leute, die sich hier bewußt den geltenden Normen und den gesetzlichen Regelungen widersetzen. Ein Illegaler ist deswegen ein Illegaler, weil er sich unerlaubt im Lande aufhält, als gegen die geltenden Gesetze.
"Wers nicht glaubt, lese das Buch der tragisch ums Leben gekommenen Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig."
Die kannte die Zustände als Insiderin.
"Wenn Sie nur noch Beiträge wollen, die ins gleiche Horn st0ßen wie Ihr Artikel, können Sie die Kommentarfunktionen auch gleich abschalten."
Scheint mir auch so.
Was Berlin, Kirsten Heisig und Familienclans mit kriminellem Potential angeht, könnten Sie Ihr Wissen noch ein wenig erweitern. Die sich stellende Frage, die Kirsten Heisig auch nie vernachlässigt hat, ist nämlich der Umgang mit Staatenlosen (wohin sollen die abgeschoben werden?) und auch mit ihren eingebürgerten Kindern (wohin sollen die nun abgeschoben werden?). Sie könnten sich z.B. mal über die Mahalmi informieren, deren staatenloser Werdegang seit Ende des osmanischen Reichs zwischen Türkei, Libanon, Irak, Iran, Syrien und auch der Umgang mit ihnen in Deutschland ist exemplarisch. http://www.nadir.org/nadi...
Ich schlage aber vor, das an dafür passender Stelle weiter zu diskutieren.
....beunruhigend, wenn ich sehe, wie Zensur geübt wird. Auch gebe ich Ihnen recht darin, dass jede Gesellschaft Einwanderungsbestimmungen zu brauchen glaubt. Man muss sich nur dabei klar werden, dass man die Leute in Länder zurückschickt, wo die Verhältnisse zu Menschen unwürdiges Leben zwingen. Das bedeutet, dass wir das Gebot die Menschenwürde des Einzelnen zu schützen aktiv brechen und missachten.
So wird es zum Hohn, wenn man von Anderen die Einhaltung der Menschenrechte Fordert. [...]
Teilweise entfernt. Bitte bemühen Sie sich um ernsthafte Kommentare und verzichten Sie auf zynische und polemische Äußerungen, die von anderen Foristen als geschmacklos empfunden werden. Danke. Die Redaktion/km
"Kein Land der Welt kann darauf verzichten, Regeln aufzustellen darüber, welche Ausländer aufgrund bestehender Gesetze hier leben dürfen."
Und genau damit scheinen die linksgrüne Gutmenschfraktion und die Mainstrampresse ihre Schwierigkeiten zu haben. Dort hat man sich einen geistig-ideologischen Popanz aufgebaut, der lautet: Ausländer=Opfer von Diskriminierung/Xenophobie= hilflose Schutzbefohlene, die es gegen alle gesetzlichen Regelungen und selbst bei schwersten Straftaten im Land zu halten gilt.
"Der Kommentar Nr.1, den ich zugestimmt habe, hat durchaus noch sachlich auf Probleme mit Einwanderern aus dem nahöstlichen Kulturkreis hingewiesen, die insbesondere in Berlin bestehen und für diesen Bevölkerungskreis aufenthaltsbeendende Maßnahmen vorgeschlagen."
Auch das versucht man der besagten Fraktion seit Jahr und Tag vergeblich zu erläutern, daß nicht "die" Ausländer gemeint sind, wenn die Abschiebung oder Ausweisung gefordert ist, sondern Leute, die sich hier bewußt den geltenden Normen und den gesetzlichen Regelungen widersetzen. Ein Illegaler ist deswegen ein Illegaler, weil er sich unerlaubt im Lande aufhält, als gegen die geltenden Gesetze.
"Wers nicht glaubt, lese das Buch der tragisch ums Leben gekommenen Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig."
Die kannte die Zustände als Insiderin.
"Wenn Sie nur noch Beiträge wollen, die ins gleiche Horn st0ßen wie Ihr Artikel, können Sie die Kommentarfunktionen auch gleich abschalten."
Scheint mir auch so.
Alternativ schlage ich vor, dass die ZEIT-Redaktion bei solchen emotional belasteten Themen vorab geprüfte und für gut befundene Textbausteine zur Verfügung stellt, welche ausschließlich zu verwenden sind. Das bedeutete für alle Seiten eine gewisse Zeitersparnis und führte garantiert zum gewünschten Ergebnis.
dass sich all diejenigen, die sich hier in regelmäßigen Abständen über die Durchsetzung der Netiquette muckieren und ständig "Zensur" schreien, weil ihre rassistischen und menschenverachtenden Kommentare moderiert werden, doch einfach hier dünne machen und sich stattdessen auf einschlägigen Seiten wie PI in ihren Vorurteilen gegenseitig bestärken. Damit wäre letztlich allen geholfen.
Einfach mal nach "Storch Heinar" suchen dann hat man schon eine Vorahnung aus welchem **Eck diese Meldung stammt ;)
dass sich all diejenigen, die sich hier in regelmäßigen Abständen über die Durchsetzung der Netiquette muckieren und ständig "Zensur" schreien, weil ihre rassistischen und menschenverachtenden Kommentare moderiert werden, doch einfach hier dünne machen und sich stattdessen auf einschlägigen Seiten wie PI in ihren Vorurteilen gegenseitig bestärken. Damit wäre letztlich allen geholfen.
Einfach mal nach "Storch Heinar" suchen dann hat man schon eine Vorahnung aus welchem **Eck diese Meldung stammt ;)
freigegeben, die Bühne. Und dieses Mal hat es auch nur einen Kommentar gebraucht, bis jemand beim Wort Ausländer oder Asyl die Verbindung zur Kriminalität herstellt.
Wenn die Menschen nur immer so schnell im Denken wären.
Es ist schön, dass die österreichischen Behörden aus dem traurigen Todesfall Konsequenzen gezogen haben und diese Flüge jetzt ordenlich durchführen! Mich verwundert allerdings die hohe Anzahl an "Begleitern". Wahrscheinlich ist doch nur ein geringer Prozentsatz der Passagiere gewalttätig. Da würde wohl auch ein Verhältnis von 1,3-1,5 reichen (13-15 Polizisten auf 10 Passagiere)---oder dienen diese Flüge (von Forex bezahlt) als Incentive für verdiente Polizeibeamte?
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