Anatolien im Film Ein Wald für sich

Urtümliche Landschaften und ein Junge mit großen Augen: Der Berlinale-Siegerfilm "Bal" kommt jetzt ins Kino. Katja Nicodemus hat die Drehorte in Ostanatolien besucht

Den Spuren eines Films zu folgen heißt, den Bildern im eigenen Kopf hinterherzureisen. Heißt, sich an einen Ort zu begeben, von dem man schon verführt ist, ohne ihn wirklich gesehen zu haben. Verführt ist man von der zeitlosen, verwunschenen Stimmung in Semih Kaplanoğlus Bal – Honig. Der Film, der in diesem Jahr den Goldenen Bären der Berlinale gewann und am 9. September in die deutschen Kinos kommt, spielt in der abgelegenen Region des türkischen Kaçkar-Gebirges. Er handelt von der innigen, wortlosen Liebe eines kleinen Sohnes zu seinem Vater, einem Bienenzüchter. Und er erzählt in urtümlicher Landschaft eine große Geschichte von Leben und Lernen, Kindheit und Vergänglichkeit. Mit den Augen des kleinen Helden Yusuf entdeckt man karge Hochalmen und tiefgrüne Wälder, blickt in Täler, auf deren Grund sich wilde Bäche hinabstürzen. Es ist eine Natur, in deren selbstvergessene Majestät man eintreten möchte.

Wer auf dem Weg zu diesen Bildern das Flugzeug besteigt und in der nordanatolischen Großstadt Trabzon wieder ausgespuckt wird, findet sich zunächst in einem völlig anderen Film. Ein brutales Schnellstraßensystem zerschneidet die Schwarzmeerküste. Die ehemals christliche Kaiserstadt Trapezunt kauert wie ein graues Betonmonster am Meer. Und das Leben geht seltsame Wege in dieser Hafenmetropole mit ihren 1,4 Millionen Einwohnern.

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Ein Hafen ist Trabzon heute vor allem für russische, ukrainische und georgische Prostituierte, im türkischen Volksmund Nataschas genannt. Und für ihre anatolischen Freier, die aus dem Hinterland zu Tausenden in die unzähligen Stundenhotels strömen. Man begegnet den durchweg blondierten Frauen überall. Sie umlagern die Pools der teureren Hotels. Sie warten auf Kundschaft in Restaurants mit russischen Namen und russischen Menüs. Sie stehen am Straßenrand und an den Sammelstellen der Minibusse. Wenn man dann an der Küste entlang in Richtung Osten fährt, um nach etwa zwei Stunden in die Berge abzubiegen, in die Natur, zur Idylle, wird man die traurig-verlebten Gesichter der Nataschas so schnell nicht los.

Der Weg ins Kaçkar-Gebirge führt durch das lang gezogene, sich verengende Tal des Frtna-Flusses. Die Straße scheint dem Wald mühsam abgetrotzt, mit Steinschlag, Lehmfluten und heruntergefallenen Ästen erobert die Natur sie zurück. Etwas oberhalb des Ortes Çamlhemşin liegt das Hotel Doğa, eine fast romantisch anmutende Herberge. Es ist direkt am wilden Fluss gelegen, mit einer riesigen Glasveranda und Balkonen, auf denen man sofort in der Abenddämmerung lümmeln will. Hier wohnte das Filmteam von Bal während der dreimonatigen Dreharbeiten.

Gebaut wurde das Hotel von Idris Duman, mit eigenen Händen, wie er betont. Früher reiste der 80-Jährige als Elektroingenieur um den Erdball. Dann trieb ihn die Sehnsucht zurück. Duman spricht Französisch und Englisch. Er ist ein Kosmopolit, der in der Ferne die Fürsorge für seine Heimat entdeckt hat. Leicht gebeugt steht er an der mit Kladden, Zetteln, Fotos und Prospekten überladenen Rezeption des Hotels. In seinem breiten Lächeln fehlen ein paar Zähne. »Wir haben schon auf Sie gewartet«, sagt er, »mögen Sie Fisch?«

Der Honig aus dem Kaçkar-Gebirge schmeckt, als koste man den Wald

Man kann sich vorstellen, wie der Regisseur Semih Kaplanoğlu und seine Crew abends vom Set zurückkamen. Wie der Fluss die Erschöpfung nach dem Drehtag mit seinem Rauschen überlagerte. Tatsächlich hat dieses beständige Geräusch etwas Meditatives. Es scheint, als verbinde sich das Wasser auf angenehme Weise direkt mit den Gedanken. Idris Duman sagt, er höre den Fluss gar nicht mehr.

Duman ist ein Hemşinli, Angehöriger einer ethnischen Minderheit, um deren Geschichte und Kultur sich viele Geheimnisse ranken. Ihre Wurzeln sind nicht genau erforscht. Fest steht, dass die Hemşinli Türken armenischer Prägung sind. Obwohl sie zum Teil schon vor Jahrhunderten vom Christentum zum Islam konvertierten, haben sie sich nie ganz der muslimischen Umgebung assimiliert. Im Frtna-Tal sprechen die Hemşinli einen türkischen Dialekt mit armenischen Lehnwörtern. Noch heute tragen ihre Frauen auch im Alltag eine farbenfrohe, mit Pailletten und Perlen bestickte Tracht.

Ihre Dörfer bauten die Hemşinli auf den umliegenden Hügeln über dem Fluss. Wie riesige Schweizer Almhütten thronen die geräumigen, mit schwungvollen Schnitzereien verzierten Holzhäuser über den waldigen Tälern, aus denen immer wieder Nebel aufsteigt. Auch Yusuf, der fünfjährige Held von Bal, lebt mit Vater und Mutter in einem solchen Haus. Abends, wenn die kleine Familie zum Essen zusammenkommt, ist die Leinwand erfüllt von der Gemütlichkeit knarrender Dielen und des prasselnden Ofenfeuers.

Das Haus, in dem der Film gedreht wurde, liegt nicht weit vom Hotel. Es ist unbewohnt, der Garten verwildert, die Tür verrammelt. Aber unten, im Erdgeschoss, kann man den Kuhstall betreten. In der Ecke liegt ein Joch, seit Jahrzehnten unbenutzt. Bilder aus Bal schieben sich vor die Leere. In diesem Stall umarmt der von der Schule enttäuschte Yusuf eine Kuh.

Auch Idris Duman wurde in einem solchen Haus geboren. Wenn der alte Mann mit jungenhaftem Lächeln von der Mühsal des Schulwegs spricht, vom leeren Bauch auf dem Rückweg, muss man an den großäugigen kleinen Helden aus Bal denken. Genau wie Yusuf wanderte der kleine Idris allmorgendlich vom Berg ins Tal, zur Schule. Eine Stunde hin, eine Stunde zurück, bei Hitze und Regen, Schnee und Eis. »Wir wollten einfach lernen«, sagt Duman, »deshalb war uns der Weg völlig egal.« In der zeitlosen parabelhaften Gegenwart von Bal verströmt der Schuljunge Yusuf einen ähnlichen Stoizismus.

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Folgt man den Lehmwegen, die immer wieder von kleinen Bächen durchbrochen sind, hinab ins Tal, erlebt man die wilde Schönheit und Ruhe der Landschaft. Man bekommt aber auch eine Ahnung von der täglichen Anstrengung der Kinder beim Gang zur Schule.

Genau wie Yusufs Sippe zog Idris Duman mit seiner Familie im Sommer auf die Alm, mit Sack und Pack und Vieh. Und genau wie im Film lebte die Familie zu einem Gutteil vom Teeanbau. Bis heute werden die hoch gelegenen Teefelder der Hemşinli von den Frauen gehegt und abgeerntet. Kleine handbetriebene Seilbahnen bringen mit hellgrünen Blättern gefüllte Säcke ins Tal.

Am Morgen nach der Ankunft führt Duman die Besucherin nach Yeşim, ins Dorf seiner Kindheit, auf einen der Hügel über dem Fluss. Es ist ein melancholischer Gang. Die meisten Häuser stehen leer und modern in stolzer Schönheit vor sich hin. Ihre Eigentümer sind fortgezogen, nach Istanbul oder Ankara. »Früher war eine Stadt wie Ankara die Zukunft«, sagt Duman auf dem engen Weg zwischen Häusern und Hang, »das hat sich geändert.« Er hält einen kleinen Vortrag über die Backtradition der Hemşinli, die ihre honigsüßen Kuchen in die ganze Welt exportierten. Über seinen Großvater, der in Moskau eine Konditorei besaß. Doch wegen der Industriebäckerei sei diese Kunst heute weniger gefragt.

Vor Dumans Geburtshaus treffen wir eine Gruppe von Frauen in Hemşinli-Tracht. Eine stickt, die anderen tratschen. Weggezogene Familienmitglieder auf Urlaub bei der alten Verwandtschaft. »Die Jungen werden irgendwann begreifen, dass sie hierher zurückkommen müssen«, sagt Duman. Es klingt hoffnungsvoll. Aber wer ist schon so jung wie dieser 80-Jährige, der mit Mitte 50 wieder in die Heimat kam und dort eigenhändig ein Hotel baute?

Zurück ins Tal geht es durch den Wald, über Bachläufe, wieder vorbei an Teefeldern. Das Grün dampft, es ist schwül. Es scheint, als hätte man einen deutschen Wald in subtropische Gefilde verpflanzt. Seine Vegetation wirkt vertraut. Aber er ist gefüllt mit anderen Mythen, Geschichten, Lebensformen. Und da, an einer Wegbiegung, hängt eine Art Holztonne in einem Baum. Ein Bienenbehälter. Ein Bild aus dem Film. Auch in Bal – Honig hängt der Vater seine hölzernen Bienenstöcke in hohen Bäumen auf, dreißig, vierzig Meter über dem Boden. Es ist ein mühsames, gefährliches Geschäft. Eine Ernte, die der Natur mit Seilen und Balanceakten abgetrotzt werden muss. Als die Bienen sich rar machen, muss der Imker im Film in ferne Wälder wandern. Sehnsüchtig wird seine Rückkehr von Frau und Sohn erwartet.

Das Kaçkar-Gebirge ist berühmt für diesen Honig. »Heutzutage stellen die meisten ihre Bienenstöcke vor den Häusern auf«, sagt Idris Duman. »Da werden die Bienen mit Zucker gefüttert.« Der echte Waldhonig hingegen sei sehr rein und daher sehr teuer. Am nächsten Morgen bringt Duman ein Schälchen der goldbraunen Kostbarkeit an den Frühstückstisch. Es ist, als schmecke man den Wald.

Çamlhemşin - Anreise

Mit Turkish Airlines zum Beispiel von Hamburg bis Trabzon oder mit Lufthansa ab Frankfurt am Main bis Istanbul, weiter mit Turkish Airlines. Von Trabzon mit dem Mietwagen Richtung Rize, und hinter Rize rechts Richtung Süden ins Kaçkar-Gebirge abbiegen

Unterkunft

Hotel Doğa, Çamlhemșin, Rize (Tel. 0090-464/6517455, www.hoteldoga firtina.com). Übernachtung mit Halbpension pro Person zwischen 25 und 30 Euro

Literatur

Kate Clow und Terry Richardson; »The Kaçkar«, Upcountry-Verlag, Türkei 2008; 160 S., 18,99 Euro. Siehe auch www.trekkingturkey.com

Film

Semih Kaplanoğlus Film »Bal – Honig« gewann in diesem Jahr den Goldenen Bären der Berlinale. Er handelt von der innigen Beziehung eines kleinen Jungen zu seinem Vater, einem Bienenzüchter. Gedreht wurde er in der Nähe von Çamlhemșin, in den Wäldern und auf den Hochalmen des Kaçkar-Gebirges (deutscher Kinostart 9. September)

Auskunft

Informationsabteilung des Türkischen Generalkonsulats, Tel. 069/233081, www.goturkey.com

Heute führt die Suche nach den Filmbildern in die Höhe. Auf zweieinhalb, dreitausend Metern liegen die Hochtäler und Plateaus, in deren spröder Weite die Hemşinli früher die Sommermonate verbrachten. Die Alm, auf der Semih Kaplanoğlu einige Szenen von Bal drehte, heißt Elevit und wird immer noch bewirtschaftet. Endlos schlängelt sich der Weg einen langen Bergrücken empor. Der Unterboden des Mietwagens ist gar nicht erfreut über die Stein- und Schotterstrecke. Auch die Tankuhr beginnt irgendwann zu protestieren. Wie gut, dass ein freundlicher Ladenbesitzer aus der Tiefe eines Schuppens einen wohlgefüllten, von Spinnweben überzogenen Benzinkanister herbeischleppt.

Die Nebelfelder werden dichter, die Vegetation wird spärlicher, die Luft dünner. An den Wegbiegungen gibt es Ausblicke auf endlose blumengesprenkelte Talfluchten. Wie eine Insel im Nebel liegt der Ort Elevit in der Höhe. Eine christliche Kirchenruine. Ein Café, in dem Männer seit hundert Jahren bei Tee und Backgammon zu sitzen scheinen. Ein Laden, in dem von Schokocreme über eingelegte Gurken bis zu Pflastern alles für Ausflügler und Bergwanderer zu haben ist.

Der Besitzer ist ein etwa 80-jähriger Mann mit verschmitztem Gesicht. Sein Name, Ziya Bekiroğlu, prangt an der Ladenfront. Gemeinsam mit einem Bekannten lädt Herr Bekiroğlu zum Tee. Als die Rede auf die Dreharbeiten von Bal kommt, springt er auf und tippt sich an die Brust: »Ich bin in dem Film! In einer Szene habe ich mich selbst gespielt! Die ganze Crew hat bei mir gegessen und getrunken!« Für einen Augenblick sieht Herr Bekiroğlu aus wie ein türkischer General, der von einer Schlacht erzählt. Im Film sieht man ihn freundlich grüßend vor seinem Laden sitzen, während Yusuf vorbeischlendert. Die Szene dauert etwa fünf Sekunden. Aber es ist ein Auftritt.

Und was ist mit Boran Ataş, dem kleinen Hauptdarsteller von Bal? Angeblich soll er in einem Dorf ganz in der Nähe wohnen. Am nächsten Morgen sind wir schon im Auto unterwegs nach Konaklar, ein paar Flussbiegungen weiter. Dort hat Duman den Jungen, dessen rührendes Gesicht einen ganzen Film trägt, kürzlich auf einem Fußballplatz gesehen.

In Bal spielt Ataş ein schweigsames Kind, das in der Schule stockend vorliest und sich nur flüsternd mit seinem Imker-Vater unterhält. In der Wirklichkeit des Frtna-Tals sehen wir einen verschwitzten Bengel, der gerade laut jubelnd sein drittes Tor schießt. Nur widerstrebend lässt sich Boran Ataş an der Hand des alten Mannes vom Bolzplatz ziehen. Die Begegnung mit der deutschen Presse ist kurz, aber klar. Auf die einzige Frage, wie es ihm in Deutschland, in Berlin, auf den Filmfestspielen gefallen habe, antwortet der Kleine: »Das Essen war schlecht.«

Während der Rückfahrt zur Herberge sagt Idris Duman: »Wie schön wäre es, wenn die Kinder im Tal blieben.« Er träumt von einem maßvollen Tourismus, der die Region beleben soll. Tatsächlich ist das Kaçkar-Gebirge mit seinen Almen, Bergpässen, Gletscherseen, Flussläufen und Hochdörfern touristisch kaum erschlossen. »In den Häusern der Väter und Großväter kann man wunderbar wohnen«, sagt Duman. »Die Regierung müsste den Rückzug fördern!« Aber welche Familie will heute noch wie in Bal leben, mit Holzofen, Kühen und Hühnerstall? Und so sehr Semih Kaplanoğlu diese Landschaft in seiner Kindheitsparabel feiert, geht er doch nicht so weit, eine verschwindende Lebensweise zu verklären. Bal offenbart sich durchaus als fragiles, von vornherein bedrohtes Sehnsuchtsbild.

»Man kann die Häuser auch an Touristen vermieten«, sagt Duman. »Man kann sie modernisieren, reparieren. Wir sollten das Erbe erhalten!« Das Gegenteil seiner Vision findet ein Tal weiter im nahe gelegenen Ayder statt. Bis vor Kurzem war der Ort noch eine verschlafene Alm mit Thermalquellen. Jetzt wird Ayder von türkischen Ausflugsbussen überrollt, deren Passagiere einen kurzen Blick auf die alpine Idylle werfen. Schneller Besuch und schnelles Geld. In Ayder wurde und wird unkontrolliert gebaut, ohne auf Straßenanschlüsse und Abwasserentsorgung zu achten. »Ayder ist eine Katastrophe«, sagt Idris Duman.

Das Frtna-Tal schlitterte vor ein paar Jahren nur knapp an einer anderen Katastrophe vorbei. Durch ein geplantes Staudammprojekt wäre die einmalig schöne Landschaft beinahe zerstört worden. Zum Glück gelang es einer Bürgerbewegung, das Projekt zu stoppen. Vorerst.

»Der Plan war dumm, dumm, dumm«, sagt Duman. Man merkt, wie sehr ihm die Empörung noch in den Knochen steckt. »Der Mensch braucht das Land, die Erde, die Natur. Alles andere kann man kaufen. Man kann auch Elektrizität kaufen oder in kleineren lokalen Anlagen produzieren. Aber diese Natur hier, die kann man nicht kaufen. Also muss sie bewahrt werden!« Das versucht Idris Duman. Genauso wie die junge Özlem Erol, die in Çamlhemşin das Café Mòyy mit Gästezimmern eröffnet hat. Es wirkt wie eine kleine Lounge-Oase im Frtna-Tal. Neben gutem Kaffee, Wodkacocktails und Beerenlikören gibt es hier ökologische Produkte aus der Umgebung. Irgendwann habe sie es in Ankara nicht mehr ausgehalten, sagt Erol, während sie hinter der Theke einen Kuchen mit Obst belegt. »Ich brauche die Stille, den Fluss.« Sie ist mit Bauern und Bergführern vernetzt, die sich für einen schonenden Tourismus einsetzen. Idris Duman sei ein guter Freund von ihr, sagt sie. Aber er sei zu allein. Er brauche junge Leute um sich, die denken wie er.

Was wird diese jungen Leute erwarten? Und wie übersteht man die langen, schneereichen Winter des Kaçkar-Gebirges? Während der kalten Monate arbeitet Özlem Erol als Modedesignerin in Istanbul. Im Sommer kehrt sie in die Landschaft ihrer Jugend zurück. Auch Dumans Hotel ist im Winter geschlossen. Er selbst lebt dann in Ankara und Istanbul.

Schon merkwürdig. Man folgt einem Film an einen Ort, der genauso und doch ganz anders ist. Man entdeckt eine Natur, die sich nahtlos mit den Kinobildern verbindet, und die Spuren einer Lebensform, die fast verschwunden ist. Über allem schwebt der kleine Yusuf auf seinem Schulweg, in der Zeitlosigkeit des Filmbildes. Und irgendwo dazwischen sitzt Idris Duman auf seiner Veranda, in der Abenddämmerung am tosenden Fluss. Duman der einst wie Yusuf war und heute auf die Jugend von morgen wartet. Man wünscht ihm sehr, dass er sie noch kommen sieht.

 
Leser-Kommentare
  1. 1. Danke

    Danke für den Artikel! Sie haben bei der Planung für ein Urlaubsziel nächstes Jahr geholfen!

  2. 2. Danke

    für den Artikel! Sie haben für die Planung meines nächsten Kinobesuches mitgeholfen, falls mir bis dahin eine Kinobesuchs-Sponsorin über den Weg laufen sollte. Vielleicht meine Mami (was unwahrscheinlich ist) - wer weiß ?

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