Der Wolf muss für einen Stadt-Land-Konflikt herhalten
Seit neun Jahren ist der ausgebildete Förster und patentierte Jäger Ralph Manz Geschäftsführer des WWF Oberwallis. Er sagt: »Der Wolf wird instrumentalisiert, um den Stadt-Land-Konflikt auszutragen.« Die Menschen auf dem Land wollten sich von den Städtern nicht bestimmen lassen. Für jene aus der Stadt wiederum sei der Wolf der Inbegriff von wilder Natur.
Doch weder die Verteufelung noch die Romantisierung dieses Raubtieres bringe etwas. »Der Wolf ist zurückgekommen«, sagt Manz. »Jetzt ist es an uns, dafür zu sorgen, dass das Zusammenleben mit ihm konfliktarm verläuft.« Nicht der Einsatz von Flinten sei gefragt, vielmehr endlich der ausreichende Herdenschutz mit Hunden, Eseln und Hirten.
Die aktuelle Entwicklung gibt Manz zu denken. Er ist von der politischen Dimension der gerissenen Rinder und des getöteten Wolfs überzeugt. Motionen wie jene von Roberto Schmidt bekämen dadurch Auftrieb. »Das könnte zu Erosion im Naturschutz führen.« Die Behauptung, der Wolf habe keinen Platz, sei haltlos. Dieses Raubtier sei anpassungsfähig, das habe man in Italien, Frankreich und Deutschland gesehen.
»Grundsätzlich greift ein gesunder Wolf keine Menschen an«, sagt Jean-Marc Weber von KORA (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz). »Gefährlich wird es erst, wenn der Wolf seine Angst vor dem Menschen verliert – wenn wir beginnen, ihn zu füttern.« Dennoch: Bei Angriffen handle es sich in der Regel um tollwütige oder in die Enge getriebene Tiere. In Europa sei in den letzten Jahren kein einziger Fall bekannt geworden, bei dem ein gesunder Wolf spontan einen Menschen angegriffen hätte.
Tage später prophezeit ein Bericht im Fernsehen, in zehn Jahren würden in der Schweiz 200 Wölfe leben. Die Wortgefechte im Internet setzen wieder ein. »Mehr Jäger!«, rufen die einen. »Mehr Hirten!«, die anderen. »Eignet sich auch Rattengift gegen Wölfe?« – »Machen Sie doch einen Selbstversuch!« – »Wer in den Wald geht, muss eine Waffe haben!« – »Angsthase!« – »Wartet nur, bis das erste Kind gefressen wird!« – »Kinder gehören nicht alleine in den Wald!«
- Datum 23.08.2010 - 12:49 Uhr
- Seite 1 | 2 | 3 | Auf einer Seite lesen
- Quelle DIE ZEIT, 19.08.2010 Nr. 34
- Kommentare 11
- Versenden E-Mail verschicken
- Empfehlen Facebook, Twitter, Google+
- Artikel Drucken Druckversion | PDF
-
Artikel-Tools präsentiert von:







Die Wolfsgegner argumentieren oft damit, dass die Städter den Wolf wollen. Ich lebe auf dem Land, liebe die Natur, respektiere alle Bewohner der Natur und fahre täglich durch ein Gebiet wo leider schon ein Wolf geschossen wurde und der Luchs lebt. Ich habe keine Angst dort wandern zu gehen, denn der Wolf scheut, mit recht, den Kontakt zur Bestie Mensch!
In meinem Garten habe ich täglich Besuch von Raubtieren, wie dem Marder und dem Fuchs. In meinem Garten leben auch Tiere, die von den Raubtieren gerissen werden würden, hätte ich ihnen nicht Gehege gebaut, wo sie sicher sind. Es liegt in der Verantwortung des Halters für die Sicherheit seiner Tiere zu schauen, was ja auch nicht gratis ist. Gute Tierhaltung kostet nun mal. Schafhalter bekommen Subventionen vom Bund, ich habe keine.
Ich finde es immer so krank, wenn Jäger die Köpfe oder die ausgestopften Körper der erlegten Tiere bei sich aufhängen oder aufstellen! Ich bin kein Freund der Jägerei!
Ich werde das Wallis nicht mehr betreten und auch keine Walliser Spezialitäten mehr kaufen, obwohl sie sehr gut sind, bis es eine Lösung im Sinne des Wolfes gibt! Ich würde mich von Herzen freuen, wenn mir in der freien Natur ein Wolf oder ein Luchs zu Gesicht käme. Ich würde ein Foto für mich machen, es aber niemandem sagen, damit ja keiner auf die Idee kommt, dieses Tier könnte man auch abknallen.
Es wird Zeit, dass es ein Miteinander mit unseren Mitgeschöpfen gibt und wir ihnen Respekt entgegenbringen!
besteht zwischen denen, die direkt vom Land leben, und denen die, die dies nur indirekt tun. Im vorliegenden Fall scheint es doch eine ziemlich strenge Regelung zu geben, bevor ein Wolfsabschuss genehmigt wird, dazu ist dieser Abschuss nicht bestandsbedrohend. Also im Prinzip die gleiche Regelung, die praktisch überall angewandt wird, wenn Wildtiere vereinzelt schwere Schäden anrichten.
So eine Regelung erfüllt eine wichtige Funktion als "Ventil" im Interessenausgleich der verschiedenen "Naturnutzer". Gibt es solche Regelungen nicht, reagieren die Geschädigten frustriert und schreiten zur Selbsthilfe via Rattengift o.ä., und Wildbiologen bemerken nur noch einen unerklärlichen Rückgang des Bestandes.
besteht zwischen denen, die direkt vom Land leben, und denen die, die dies nur indirekt tun. Im vorliegenden Fall scheint es doch eine ziemlich strenge Regelung zu geben, bevor ein Wolfsabschuss genehmigt wird, dazu ist dieser Abschuss nicht bestandsbedrohend. Also im Prinzip die gleiche Regelung, die praktisch überall angewandt wird, wenn Wildtiere vereinzelt schwere Schäden anrichten.
So eine Regelung erfüllt eine wichtige Funktion als "Ventil" im Interessenausgleich der verschiedenen "Naturnutzer". Gibt es solche Regelungen nicht, reagieren die Geschädigten frustriert und schreiten zur Selbsthilfe via Rattengift o.ä., und Wildbiologen bemerken nur noch einen unerklärlichen Rückgang des Bestandes.
Die Schweizer sind schon Angsthasen...fast alle Tiere haben vor dem Menschen erstmal Angst und suchen das weite wenn sie ihn wittern.
Selbst Schlangen, Krokodile oder Tiger die im Djungel leben verpissen sich sofort, wenn ein Mensch in die Nähe kommt.
Naja der heutige Mensch, kein Teil der Natur mehr, sondern ein Feind und dabei merkt er nichteinmal das er ohne die Natur nicht leben kann.
[...]
Bitte verzichten Sie auf beleidigende Pauschalisierungen. Danke. Die Redaktion/km
Na dann schauen Sie mal, was in Deutschland los ist. In den neuen Bundesländern wurden zuletzt auch vermehrt Wölfe gesichtet und es gibt teilweise eine absurde, schlimme Hysterie. Schauen Sie sich mal die Kommentare bei Welt Online und anderswo an.
Viele Deutsche haben sich sehr weit von der Natur entfernt. Sie wissen wenig bis nichts über die Natur und nehmen viele Tiere nur als Bedrohung wahr. Dringlichster Wunsch: Die vermeintlichen Gefahrenquellen alle tot machen.
Um wieder ein halbwegs normales Verhältnis zur Natur zu bekommen, kann ich jedem nur empfehlen, mal ein paar Wochen in Botswana, Sambia oder Simbabwe zu campen. Da gibt es noch wirklich unberührte Natur und zig giftige Schlangenarten, Skorpione, Krokodile, Löwen, Hyänen, Elefanten und viele potentiell höchst gefährliche Tiere mehr. Da hat man die Chance, wieder zu einem gesunden Verhältnis zur Fauna zu finden. Denn mit ein ganz klein wenig Wissen über die Tiere passiert da rein gar nichts.
Na dann schauen Sie mal, was in Deutschland los ist. In den neuen Bundesländern wurden zuletzt auch vermehrt Wölfe gesichtet und es gibt teilweise eine absurde, schlimme Hysterie. Schauen Sie sich mal die Kommentare bei Welt Online und anderswo an.
Viele Deutsche haben sich sehr weit von der Natur entfernt. Sie wissen wenig bis nichts über die Natur und nehmen viele Tiere nur als Bedrohung wahr. Dringlichster Wunsch: Die vermeintlichen Gefahrenquellen alle tot machen.
Um wieder ein halbwegs normales Verhältnis zur Natur zu bekommen, kann ich jedem nur empfehlen, mal ein paar Wochen in Botswana, Sambia oder Simbabwe zu campen. Da gibt es noch wirklich unberührte Natur und zig giftige Schlangenarten, Skorpione, Krokodile, Löwen, Hyänen, Elefanten und viele potentiell höchst gefährliche Tiere mehr. Da hat man die Chance, wieder zu einem gesunden Verhältnis zur Fauna zu finden. Denn mit ein ganz klein wenig Wissen über die Tiere passiert da rein gar nichts.
Sollen sie doch Hunde einstellen die die Schafe Hüten dann kommt auch kein Wolf.
besteht zwischen denen, die direkt vom Land leben, und denen die, die dies nur indirekt tun. Im vorliegenden Fall scheint es doch eine ziemlich strenge Regelung zu geben, bevor ein Wolfsabschuss genehmigt wird, dazu ist dieser Abschuss nicht bestandsbedrohend. Also im Prinzip die gleiche Regelung, die praktisch überall angewandt wird, wenn Wildtiere vereinzelt schwere Schäden anrichten.
So eine Regelung erfüllt eine wichtige Funktion als "Ventil" im Interessenausgleich der verschiedenen "Naturnutzer". Gibt es solche Regelungen nicht, reagieren die Geschädigten frustriert und schreiten zur Selbsthilfe via Rattengift o.ä., und Wildbiologen bemerken nur noch einen unerklärlichen Rückgang des Bestandes.
Na dann schauen Sie mal, was in Deutschland los ist. In den neuen Bundesländern wurden zuletzt auch vermehrt Wölfe gesichtet und es gibt teilweise eine absurde, schlimme Hysterie. Schauen Sie sich mal die Kommentare bei Welt Online und anderswo an.
Viele Deutsche haben sich sehr weit von der Natur entfernt. Sie wissen wenig bis nichts über die Natur und nehmen viele Tiere nur als Bedrohung wahr. Dringlichster Wunsch: Die vermeintlichen Gefahrenquellen alle tot machen.
Um wieder ein halbwegs normales Verhältnis zur Natur zu bekommen, kann ich jedem nur empfehlen, mal ein paar Wochen in Botswana, Sambia oder Simbabwe zu campen. Da gibt es noch wirklich unberührte Natur und zig giftige Schlangenarten, Skorpione, Krokodile, Löwen, Hyänen, Elefanten und viele potentiell höchst gefährliche Tiere mehr. Da hat man die Chance, wieder zu einem gesunden Verhältnis zur Fauna zu finden. Denn mit ein ganz klein wenig Wissen über die Tiere passiert da rein gar nichts.
Diesen Sommer habe ich das Dokumentationszentrum über Wölfe in Entracque (Piemont, Seealpen, Val Gesso) besucht, in dem die Wiederbesiedlung der Alpen durch die Wölfe sehr gut dokumentiert wird. Auch die unterschiedlichen Meinungen dazu - Naturschützer, Hirten, Jäger - kommen zur Sprache, wobei die Argumente der beiden letzen objektiv gesehen recht schwach sind. Die Region stellt z. B. den Hirten kostenlos Hunde zur Verfügung, die sich in den Abruzzen bewährt haben, aber diese werden nicht in Anspruch genommen, weil es rentabler ist, die Entschädigungen zu kassieren. Und was den Tourismus betrifft, hat wohl jedes Naturschutzgebiet mehr zu bieten als Wälder, in denen man Knallerei hört und sicher ist, kaum je ein wildes Tier zu Gesicht zu bekommen. Seit es wieder Wölfe im Piemont gibt, ist noch kein Mensch zu Schaden gekommen. Ma muss tagelang auf der Lauer liegen, um den Schatten von so einem schönen Tier zu sehen.
Im Verhältnis Mensch-Wolf ist der Mensch die Bestie. Nicht der Wolf hat die Menschen gehetzt und ausgemerzt sondern der Mensch den Wolf. Dass wir glauben, wir hätten das Recht zu bestimmten, welches Tier leben darf und welches nicht sollte gründlich bedacht werden. Der Faschismus beruht darauf, dass Menschen Leben in höherwertiges und minderwertiges unterteilen und meinen, das höherwertige habe ein Recht, das minderwertige zu morden und auszurotten. Albert Schweizer hat schon darauf verwiesen, wie schmal die Grenze von dieser Einstufung zum Faschismus ist und mahnte zur "Ethik als Lehre von der Ehrfurcht vor dem Leben: ich bin Leben, das leben will inmitten von Leben, das leben will." Das sei den Wolfsfeinden gesagt, sie haben kein REcht zu bestimmen, welches Leben leben darf und welches nicht. ES braucht Intelligenz, das Nebeneinander zu organiseren, aber daran fehlt es offenbar!
... wenn man verbreitet, dass der Wolf irgendwann Kinder reissen wird. Auch ist mir die scheinheilige Tierliebe ein Dorn im Auge, wenn die Herren Besitzer sich mehr um ihre Schafe kümmern würden, hätte es der Wolf wesentlich schwerer. Man weis ja, wie viele jedes Jahr umkommen. Spätestens, wenn die Schafe oder Rinder geschlachtet werden, hat es sich mit der Tierliebe, dann geht es nur noch ums Geld. Genau jene Subventionen und wenn nötig, der Schadensersatz, zahlt der "doofe" Städter. Das ist der Gleiche, der das Geld in den Kanton bringt und offensichtlich besser darüber orientiert ist, was der Wolf macht und was nicht. Wie schon mal angesprochen, gibt es in Ostdeutschland wieder vermehrt Wölfe, dort sind sie den Jägern ein Dorn im Auge, deshalb wird mit abenteuerlichen Geschichten Stimmung gemacht. Die Profis aber, Förster usw, die sehen das ganz anders, der Verbiss (Schaden an den Bäumen) hat abgenommen, auch kranke Rehe sieht man seltener. Nicht umsonst sagt ein altes russisches Sprichwort "wo der Wolf lebt, ist der Wald gesund". Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren