Soho House Berlin Das geheime WohnzimmerSeite 5/5
© Soho House Berlin
Im Trainingsraum können sich die Mitglieder fit halten
Der Party-Bürgermeister. Wie viel Spott musste er wegen dieses Titels aushalten. Ist es für ihn jetzt eine gewisse Genugtuung, dass gerade diese Party-Branche so boomt, dass gerade deswegen Millionen Menschen nach Berlin kommen? Nee, antwortet er, der Party-Bürgermeister sei ja diffamierend gemeint gewesen, der arbeitet ja nichts, der feiert nur. Man merkt, dass ihn das verletzt hat. Auch Wowereit hat nicht viel Zeit, er muss weiter zu einer Baustelleneröffnung. Ob es gut ist, dass von außen so viel Selbstbewusstsein in die Stadt gepumpt wird? Klar sei das gut, sagt er, der internationale Blick auf Berlin sei längst ein Wirtschaftsfaktor geworden. Er würde den Satz heute vielleicht ein klein wenig korrigieren: Berlin ist immer noch sexy, aber nicht mehr ganz so arm.
Haben Sie eine Erklärung dafür, warum Politiker als so schrecklich uncool empfunden werden, als lebten sie in einer Parallelwelt? Ja, antwortet Klaus Wowereit, »das weiß ich: Politiker arbeiten zu viel, um cool zu sein.«
Generation Berlin: der Begriff des Soziologen Heinz Bude. Die Hoffnung auf eine unverkrampfte Generation, die Gegenwart gestaltet und keine alten Schlachten mehr austrägt. Budes Begriff funktioniert auch auf Englisch. Sollte man ihn besser so aussprechen? Es ist schließlich eine globalisierte Generation, die sich Berlin als Standort gewählt hat. Heinz Bude sagt am Telefon – er ist gerade auf dem Weg nach Südfrankreich –, er finde die Internationalisierung Berlins eine sehr interessante Entwicklung, würde sie aber gern von Berlin aus denken, Berlin als Handelnder, nicht nur als Zuschauer. Was muss Berlin jetzt tun? Was ist gut für die Stadt? Bude sagt, er beobachte in letzter Zeit mit einigem Grimm die wachsende Zahl von Billigtouristen, die mit der Fluglinie Ryanair übers Wochenende nach Berlin kämen, sich drei Tage volllaufen ließen und dann wieder verschwänden. Die Frage sei doch auch, für wen Berlin der Hotspot werde, für internationale Künstler und Geschäftsleute oder für internationale Säufer? Der Soziologe wünscht sich, dass sich Berlin der eigenen Anziehungskraft bewusst wird und den Preis hochtreibt.
Im Berliner Soho House bleiben die Deutschen Zuschauer der internationalen Party. Zur Eröffnung des Clubs feierte der englische Künstler Damien Hirst ein großes Fest. Er kannte den Club in London, wie nett, dass er jetzt auch ein Ferienhaus in Berlin habe. Die Gästeliste bestimmten Hirst und die Manager vom Soho House. Hirst zeigte sich am Ende auf seine Weise erkenntlich: Er malte einen mächtigen Hai auf ein mächtiges Stück Papier und signierte das Werk, halb so groß wie der Hai. Der Hai hängt jetzt im Eingangsfoyer.
Auch eine andere Geschichte ist typisch für den Club. Es geht um einen Münchner, der in Berlin lebt und darunter leidet, dass in Berlin so wenig auf Kleidung und Stil geachtet wird. Jetzt wurde er Mitglied im Soho House und warf sich zu einem der ersten Abende richtig in Schale. Doch an der Rezeption wies man ihn darauf hin, er müsse die Krawatte abnehmen. No ties – das sei das Prinzip hier. Und der Münchner hatte noch Glück. Der Club-Boss Nick Jones sagt: Wenn er Leute im Anzug sehe, möchte er ihnen am liebsten Jeans und T-Shirt zuwerfen, »die einzig vernünftige Garderobe«.
- Datum 26.08.2010 - 16:06 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.08.2010 Nr. 34
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Wie wäre es, wenn ZEIT Online nur noch für jene Damen und Herren in jenen exclusiven Clubs schreiben würde ? Warum
nimmt ZEIT Online an, es würde die außen gelassene junge
Bildungsschicht der Deutschen noch interessieren, was sich in dieser, sich von jeder gesunden Demokratie entfernten
" Elite " noch abspielt ? Seit wann begreift sich ein Bild-
ungsmedium wie die ZEIT / bzw. ZEIT Online als Medium für die Zaungäste ? Bunte Bunte, goldiges Blättchen, Weibchen
im Spiegel und und und. Das hat doch alles nichts mehr mit Ihren Lesern zu tun. Das ist doch alles Mumpitz. Bringen Sie
sich auf Vordermann und werden Sie endlich exclusive. Wenig ist mehr in diesen Zeiten.
Diese Clubs sind Mumpitz, konstruiert, nicht gewachsen, nicht echt. Zumal in Berlin. Tatsächlich 'bedeutende' Menschen treffen Sie dort und an vergleichbaren Orten eher nicht. In der Regel sind diese freundlich und normal. Auf die Etage darunter trifft das leider nicht zu: Für diese oftmals unangenehmen Menschen, die "vereinigte Zweitkassigkeit", wenn man will, sind Statussymbole, diese Vereine und ähnlich fremdreferentiell-geborgtes gemacht. Wobei: Ihr Kommentar wirkt etwas unzufrieden, fremdreferentiell, vielleicht ist dieser Club doch etwas für Sie.
Der Club ist mir wurscht. ZEIT Online wird mit dieser
Berichterstattung vom Zaun uninteressant und billig.
Der Club ist mir wurscht. ZEIT Online wird mit dieser
Berichterstattung vom Zaun uninteressant und billig.
Aha die Dekadenz ist noch nicht tot... wird sie vermutlich leider nie sein.
Was mir eher Sorgen bereiten würde ist dass jene Menschen oft in "kontrollierenden Positionen" sind - Chefs etc.
Des weiteren - was bring uns normalen Menschen eine solche Information? - Nun nicht viel denke ich...
Da hat sich jemand einfach sehr gut überlegt, wie man reichen Schnöseln und Menschen mit Minderwertigkeitskomplex und dicker Brieftasche gut ausnehmen kann. 900 Euro soll man also zahlen, um in einem Haus abhängen zu dürfen, wo es nen Fitness Club, Kino und eine Bar gibt. Also eine Mall (Einkaufszentrum) für die Elite, aber bitte nicht mit Krawatte kommen, man soll ja "Cool" aussehen (Das eigene Aussehen ist bei den Leuten die da hingehen wahrscheinlich auch das wichtigste im Leben). Und Berlin kann sich freuen, jetzt kann man sich mal wieder so richtig wichtig und "international" fühlen, trotz einem Ausländerteilanteil von gerade mal 13%, wovon ein drittel aus der Türkei kommen und nur geduldet, bzw. mit Hartz4 abgespeist werden. Naja eines stimmt wenigstens, es wimmelt dort überall nur so vor Künstler, bestimmt 25% aller Berliner sind Künstler, ob sie nun Kunststudenten sind, oder stylische Bohemians, oder einfach nur um 10 Uhr morgens mit nem Bier in der S-Bahn sitzen. Alle sind sie Künstler, oder halten sich zumindest für welche. Aber wieso auch nicht, wenn jemand wie der Damien Hirst Milliarden damit verdient, indem er Haie in Formaldehyd einlegt oder Leute beim Scheissen filmt. Aber ganz ehrlich, wie exklusiv wird dieser Club wirklich sein? wenn sogar die Zeit für einen 5-Seitigen Artikel angagiert wird. Jetzt wird nämlich jeder Yuppie Mitglied sein wollen. Bald haben sie 1 Million mitglieder und jeder zahlt 900 im Jahr. Gutes Geschäft oder ;-)
"Und Berlin kann sich freuen, jetzt kann man sich mal wieder so richtig wichtig und "international" fühlen"
Bitte glauben Sie nicht dass sich Berlin wegen einer Soho-Klitsche wichtig und international fühlt. Internationalität Berlins drückt sich durch andere Kriterien aus. Ich kann es, in Ermangelung der Mitgliedsliste, nicht beweisen.
Aber vermutlich wird sich dort die übliche Truppe von zugezogenen Wichtigtuern tummeln.
Und genau diese Leute gehen den "eingeborenen" Berlinern am A**** vorbei.
Aber gewaltig.
Es freut sich also nicht Berlin und die Bevölkerung, sondern ein verschwindend kleiner Anteil von vermutlich Komplexbeladenen.
Nicht immer gleich auf Berlin eindreschen, evtl. auch mal ein wenig mehr differenzieren.
"Und Berlin kann sich freuen, jetzt kann man sich mal wieder so richtig wichtig und "international" fühlen"
Bitte glauben Sie nicht dass sich Berlin wegen einer Soho-Klitsche wichtig und international fühlt. Internationalität Berlins drückt sich durch andere Kriterien aus. Ich kann es, in Ermangelung der Mitgliedsliste, nicht beweisen.
Aber vermutlich wird sich dort die übliche Truppe von zugezogenen Wichtigtuern tummeln.
Und genau diese Leute gehen den "eingeborenen" Berlinern am A**** vorbei.
Aber gewaltig.
Es freut sich also nicht Berlin und die Bevölkerung, sondern ein verschwindend kleiner Anteil von vermutlich Komplexbeladenen.
Nicht immer gleich auf Berlin eindreschen, evtl. auch mal ein wenig mehr differenzieren.
Der Club ist mir wurscht. ZEIT Online wird mit dieser
Berichterstattung vom Zaun uninteressant und billig.
Wenn es hinter dem Zaun wenigstens was zu sehen gäbe... Ist aber nix, ausser austauschbare Berlinleere. Künstlerisch ist bestenfalls deren Neuverkleidung, -verklärung. Beeindruckend tatsächlich, wie man aus so viel kravattenbefreitem Nichts so viel Text machen kann.
"Das Soho House ist das Beste, was Berlin seit dem Potsdamer Platz passiert ist." - Die unzähligen Ketten-Kneipen für jeden Geschmack in und rund um den Potsdamer Platz? An die Elektronik-Werbeetagen? An die Manager Grand Hotels? An die 6-spurige Fahrbahn? An das Hochhaus einer bekannten Deutschen Bahn-AG? An die Aktien-Gesellschaften, die inzwischen ihre Anteile abgestossen haben und ausgezogen sind? Der Potsdamer Platz erinnert mit zunehmendem Alter, aber eigentlich schon ziemlich schnell, immer mehr and das Kudamm-Karree.
das haus ist für mich architekturtechnisch eine katastrophe! da würde ich noch nicht mal freiwillig übernachten, so ein hässliches haus ist für mich kein luxushotel sondern schaut aus wie eine arbeitsagentur!! warum hat man nicht etwas represäntatives, weltstadt-mäßiges gebaut, eine art wolkenkratzer, sowie halt in singapore und dutzenden anderen beeutenden hauptstädten. echt traurig für berlin.
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