Finanzkrise Wir waren zu feige
Die Lehre aus der Krise lautet: Wir haben nicht zu viel riskiert, sondern zu wenig. Das gilt für Banker und Politiker genauso wie für Journalisten.
© Carlos Barria/Reuters

Zu verkaufen: Ein Trailer in einem Park in New Orleans, davor ein Plastikelefant
Die beliebteste Quizsendung der Achtziger lebte von einem schaurig-schönen Moment. Das Fernsehstudio verdunkelte sich. Lichtblitze zuckten. Der Moderator raunte: »Ri-si-ko«. Beim Großen Preis saßen die Kandidaten in großen, kugelförmigen Cockpits, der ruhige Wim Thoelke moderierte, eine Assistentin reichte ihm Fragen. Es war beschaulich. Bis die Lichtblitze zuckten.
Dann konnten die Kandidaten viel gewinnen – oder alles verlieren. Innerhalb von Sekunden mussten sie entscheiden, wie viel Geld sie setzen, wie viel von ihrem Ersparten sie riskieren wollten. Und wenn einer laut darüber nachdachte, womöglich alles zu setzen, dann raunte Wim Thoelke: »Wollen Sie wirklich so viel riskieren?«
Die wenigsten wollten das. Die Deutschen sind ein ziemlich risikoscheues Volk.
Man hat das auch in der Finanzkrise wieder gesehen. Für die meisten gab es in den vergangenen drei Jahren doch nur eine Erklärung, warum die Welt so tief in die Krise rutschte: Weil so viele zu viel riskiert hatten. Nur weil die Banken ein so enormes finanzielles Risiko eingingen – weil sie zockten –, entstand die große Spekulationsblase. Zu viel Risiko führte uns in die Finanzkrise, in die Wirtschaftskrise, in die Schuldenkrise.
Wie verhindern wir, dass so etwas noch einmal passiert?
So einleuchtend das klingt, so falsch könnte es sein. Denn womöglich ist es genau andersrum: Die Krise kam, weil so viele zu wenig riskierten. Und das gilt für Banker und Politiker genauso wie für Journalisten.
Es ist wichtig, sich das noch einmal zu vergegenwärtigen, gerade jetzt, da dieses Land mit Schwung aus der Krise kommt. Die Wirtschaft wächst wieder, aber die Kosten der Rettung werden uns noch Jahrzehnte belasten. Wie also verhindern wir, dass so etwas noch mal passiert? Die Kanzlerin sagt, wir müssten »neu denken« und »neu wirtschaften«. Eine »nachhaltigere Politik« fordert sie. Niemand wird Angela Merkel da widersprechen. Bloß: Haben wir nicht auch schon im letzten Boom geglaubt, diesmal entwickle sich alles ganz nachhaltig? Wie also verringern wir das Risiko des nächsten Crashs? Wie könnten wir alle dafür mehr riskieren?
Was wir erlebten, war ja nichts anderes als ein Massenphänomen. Für die Masse der Finanzexperten war es viel risikoloser, mit allen anderen mitzuspekulieren, als sich gegen die Masse zu stellen – solange der amerikanische Immobilienboom anhielt. Wer zu früh gegen den Markt wettete, verlor viel Geld. Denn der Markt boomte ja weiter.
So war das auch in Deutschland. Otto Steinmetz, bis 2008 im Vorstand der Dresdner Bank fürs Risikomanagement zuständig, hat unlängst in einem bemerkenswerten Interview geschildert, unter welchem Anpassungsdruck die Manager hierzulande standen. Ein Risikovorstand, der Widerstand gewagt hätte, wäre den Job los gewesen. Und als bad leaver hätte er nicht nur »seine variablen Bezüge, Aktienoptionen und möglicherweise auch seine Pensionsansprüche« verloren. Er hätte auch anderswo keinen neuen Job mehr bekommen. Also minimierten alle Banker ihr persönliches Risiko – und machten mit.
Auch für die Masse der Journalisten war es einfacher, immer neue Jubelartikel über den fortwährenden Boom zu schreiben, als auch einmal auf die Gefahren der Blase hinzuweisen. Die Wirtschaft brummte, und wer zu früh warnte, war der Depp.
Mit der Masse gehen und damit das individuelle Risiko minimieren, statt sich gegen die Masse zu stellen und damit auch etwas zu riskieren: Dafür gibt es das schöne Schimpfwort vom »Herdentrieb«. Auch die Politik ist davon nicht frei. Und wenig verdeutlicht das besser als eine Szene vom Vorabend der Krise – als noch die Chance bestand, das Schlimmste zu vermeiden.
Im Februar 2007 bekam Charles Prince, der damalige Chef der US-Großbank Citigroup, deutschen Besuch. Der Finanzminister hatte sich angemeldet. Peer Steinbrück reiste durch die USA und hatte auch einen Termin bei Prince an der Wall Street. Am Vorabend des Termins hatte es – wie fast immer bei solchen Reisen – einen gemütlichen Abend gegeben; der Finanzminister hatte mit Journalisten zusammengesessen, und irgendwann war das Gespräch auf Subprime-Kredite gekommen, jene berüchtigten Immobiliendarlehen an finanzschwache Amerikaner, die die Banken massenhaft ausreichten. Der Wall-Street-Korrespondent einer deutschen Tageszeitung erzählte, dass in den USA viel über diese Kredite diskutiert würde. Steinbrück hörte zu. Am nächsten Morgen fragte der Finanzminister den Bankchef über das Thema aus.
Es gehört zum Wesen jedes Politikers, überall Wissen aufzusaugen und dieses Wissen im nächsten Gespräch zu testen. So machte es Steinbrück mit Prince. Der Bankchef aber wiegelte ab. Charles Prince lehnte sich in seinem Sessel zurück, er dehnte seine Hosenträger und sagte nur, man habe alles im Griff. Die Deutschen fuhren dennoch mit einem unguten Gefühl nach Hause.
Deutschland führte damals den Vorsitz in der Gruppe der acht wichtigsten Industriestaaten (G8), gleichzeitig hatte man die EU-Präsidentschaft inne. Ganz oben auf der deutschen Agenda stand die bessere Kontrolle von Hedgefonds. Und so geschah etwas Typisches: Nach Steinbrücks Besuch bei Prince wollten die Deutschen etwas tun – aber weil das Thema Subprime so diffus war, stürzten sie sich auf vergleichsweise Konkretes: die Hedgefonds. Deren Macht wollten sie nun eben erst recht begrenzen. Heute weiß man: Nett gedacht, falsch gemacht.
Zwar waren die entfesselten Finanzmärkte im Frühjahr 2007 tatsächlich ein Problem. Bloß waren es eben nicht die Hedgefonds, die die Welt ins Unglück stürzten, sondern ganz normale Banken – auch deutsche Landesbanken –, die sich mit Ramschkrediten (Subprime) verspekuliert hatten.
Auch in der Politik sind Risikominimierer unterwegs. Es ist für Politiker häufig einfacher, ein populäres Thema zu bearbeiten, anstatt sich in komplizierte Zusammenhänge einzuarbeiten. Kritik an den Hedgefonds war in Deutschland ja seit Franz Münteferings Heuschrecken-Zitat zwei Jahre zuvor sehr populär. Hätte sich der deutsche Finanzminister aber im Frühjahr 2007 vor die Kameras gestellt und gesagt: Wir machen Subprime zum wichtigsten Thema unserer EU- und G-8-Präsidentschaft, die wenigsten hätten ihn verstanden. Zumindest die wenigsten Wähler. Die Bedrohung durch Heuschrecken dagegen glaubten alle zu verstehen. So war es auch für die deutsche Regierung viel risikoloser, sich um Hedgefonds zu kümmern.
Übrigens kritisierte das damals kein einziger Journalist – obwohl so viele an jenem Abend in Washington dabei waren, als über Subprime gesprochen wurde. Warum begannen nicht wenigstens die Medien im Frühjahr 2007, diese Blase näher zu untersuchen? Weil auch viele Journalisten Risikominimierer sind. Sie orientieren sich eher daran, was die Kollegen anderer Medien schreiben, weil sie nicht gegen die Konkurrenz abfallen wollen. Für eigene Themen oder eine andere Sicht auf die Dinge ist dann keine Zeit mehr – oder auch kein Platz. »You have to separate the urgent from the important«, hat der frühere US-Außenminister Henry Kissinger gefordert. Das Eilige vom Wichtigen zu trennen, auf die Gefahr hin, auch mal zu danebenzuliegen: Viele Journalisten haben das verlernt.
»In Krisenzeiten braucht man eine etwas weiter ausgreifende Perspektive als den Rat des Mainstreams und das Klein-Klein des bloßen Durchwurstelns«, hat Jürgen Habermas gesagt. Und tatsächlich gibt es Forscher, die sich sehr genau damit beschäftigen, was die Deutschen aus dieser Krise lernen könnten. Leute wie Stefan Bergheim, der seinen Job in der Researchabteilung der Deutschen Bank quittierte und nun erforscht, wie Politiker die Komplexität ihrer Entscheidungen besser in den Griff bekommen können. Wie Bernhard von Mutius, den Mitbegründer der Denkbank in Potsdam, der Unternehmen und Organisationen dabei hilft, interne Kritik zu nutzen, statt sie abzustellen. Wie den Kölner Systemdenker Egon Zeimers, der Ideen für einen anderen, weniger selbstbezogenen Journalismus entwickelt.
Sie alle arbeiten daran, wie die Gesellschaft gestärkt aus der Krise hervorgehen könnte – und erleben nun, wie sehr das Interesse dieser Gesellschaft schwindet. Weil die Krise schon wieder als bewältigt gilt.
Übertriebene Vorsicht geht weit über die Finanzbranche hinaus
Das ist die dunkle Seite der Aufschwungeuphorie: dass man einfach so zum Tagesgeschäft zurückkehrt. Politiker und Notenbanker haben Enormes geleistet, um unser Wirtschaftssystem vor dem Kollaps zu bewahren. Aber nach der Rettung beginnen die Aufräumarbeiten, und wenn es stimmt, dass die tiefere Ursache der Krise – die übertriebene Risikoscheu aller Akteure – weit über die Finanzbranche hinausgeht, dann geht es jetzt darum, die notwendigen Lehren zu ziehen.
Dazu gehören würde eine offenere Diskussionskultur in den Chefetagen der Konzerne. Topmanager, die eine bestimmte Entscheidung nicht mittragen wollen und deswegen den Job quittieren, dürften dafür nicht länger finanziell bestraft werden.
Dazu gehören würde ein anderes Selbstverständnis in Zeitungsredaktionen und Fernsehsendern. Intern müsste sich nicht länger derjenige rechtfertigen, der die Gegenposition zum Mainstream besetzt, sondern derjenige, der bringt, was alle bringen.
Dazu gehören würde, dass die Politik selbst sich aus der Rolle des Getriebenen befreit. Versuch und Irrtum müssten wieder möglich sein. Etwa, indem alle Wahlen an einem Termin stattfinden und dazwischen die Zeit wäre, wirklich etwas zu wagen.
Dies sind nur drei Vorschläge, die weder ausreichen noch die besten aller Ideen sind. Aber genau deswegen ist es so wichtig, dass die Debatte über die wahren Lehren aus der Krise beginnt. Das jedenfalls könnten wir jetzt einfach mal riskieren.
- Datum 20.08.2010 - 12:16 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.08.2010 Nr. 34
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.... geglaubt, diesmal entwickle sich alles ganz nachhaltig?"
Ich weiß nicht, wer das geglaubt haben könnte, stünde es doch im krassen Gegensatz zu allen Erfahrungen der Geschichte. Sogar die Problembereiche waren klar: wirtschaftliche Ungleichgewichte, schlechte Regelwerke der Finanzmärkte, zu viel Zentralbankgeld, überschießende Märkte. Es war klar, dass es ein Blow Out geben würde. Nur war nicht absehbar, wo der Ballon platzt.
... läßt grüßen. Alle Welt denkt, auf die Gauss´sche Normalverteilung sei Verlass und "This time is different". Fatal.
Guter Artikel. Danke!
...Es stimmt zwar schon dass es ein Black Swan Phänomen gibt. Auch stimmt es, dass Viele die Aussage der Normalverteilung falsch interpretierten. In diesem Fall handelte es aber nicht um ein Black Swan. Und Black Swans haben mit der Normalverteilungsinterpretation nicht viel zu tun, da die schwarzen Schwäne ja unbekannte sind und die verwendeten Normalverteilungen die Ausfallwahrscheinlichkeiten für bekannte Einflussfaktoren darstellten nicht aber für unbekannte Einflüsse.
...Es stimmt zwar schon dass es ein Black Swan Phänomen gibt. Auch stimmt es, dass Viele die Aussage der Normalverteilung falsch interpretierten. In diesem Fall handelte es aber nicht um ein Black Swan. Und Black Swans haben mit der Normalverteilungsinterpretation nicht viel zu tun, da die schwarzen Schwäne ja unbekannte sind und die verwendeten Normalverteilungen die Ausfallwahrscheinlichkeiten für bekannte Einflussfaktoren darstellten nicht aber für unbekannte Einflüsse.
"Es gehört zum Wesen jedes Politikers, überall Wissen aufzusaugen und dieses Wissen im nächsten Gespräch zu testen."
Ich habe mich selten köstlicher amüsiert. Unter diesem Gesichtspunkt ist auch der restliche Artikel verträglich; eine Posse die den Leser nicht für dumm verkaufen, sondern erheitern will.
Der Zwang zur Mehrheit ist ganz sicher die Ursache vieler Probleme, nicht nur der Finanzkrise.
Die Vorschläge sind auch allesamt gut. Einmal in 4 Jahren Wahlen, keine Quartalszahlen mehr, sondern Drei-Jahres-Berichte an der Börse.
Aber worüber sollen die Medien dann tagtäglihc berichten? Ein schöner Nebeneffekt - keine Bildzeitung mehr.
"Warum begannen nicht wenigstens die Medien im Frühjahr 2007, diese Blase näher zu untersuchen?"
Na, dann mal los, lieber Marc Brost. Dir Kreditkartenblase wartet schon. Sie wird verheerende Folgen haben.
http://www.forium.de/reda...
Grundsaetzlich stimme ich der Aussage des Artikels zu. Es ist wahr, dass sich viele Menschen in dieser Gesellschaftsordnung zu bequem einrichten. Das ist gefaehrlich und vor allem undemokratisch, wenn diese Menschen an der Macht sind, und jegliche Kritik abwiegeln unter der Annahme 'Wenn alle es so machen, wird es schon richtig sein'.
Dennoch finde ich die Methapher des Risikos etwas unpassend, vor allem im Zusammenhang mit den Bankenspekulationen. Wenn Kritik am Vorgesetzten zum Verlust des Jobs fuehrt, kann ich noch verstehen, dass die Handlung der Kritik ein persoenliches Risiko traegt. Aber ich finde mangelnde Kritik an den Spekulationen von Journalisten und Politikern gehoert nicht unter die Sparte von persoenlichem Risiko, da die Jobs nicht direkt von den Banken abhingen.
Gute Journalisten sollten, oder muessen gar, komplizierte Sachverhalte erklaeren und aufarbeiten koennen, um ihrer Aufgabe des vierten Gewichts in einer Demokratie gerecht zu werden. Wenn sie das nicht tun, ist das nicht mangelnde Risikobereitschaft, sondern schlichtweg Faulheit.
Genauso mit Politikern. Es ist ein Fehlschluss zu glauben, dass die Bevoelkerung zu dumm ist, um komplizierte Finanzsachverhalte zu verstehen. Ich persoenlich zumindest, und ich hoffe ich bin da nicht allein, wuerde eher besseres Sachverstaendnis und die Bereitschaft, gegen den Strom zu schwimmen, mit meiner Waehlerstimme belohnen, als blanken Populismus.
Beides hat nichts mit Risiko zu tun, sondern mit Bequemlichkeit.
auch wenn einige davon vorgeben es nicht zu sein. Diese Eigenschaft als Gegenpart zur Risikobereitschaft und die daraus resultierende Balance ist ein Teil des menschlichen Überlebensprogramms. Es ist vollkommen richtig, dass auch diese Krise entstanden ist durch einen Mangel, aber einen Mangel an Widerstand verbunden mit persönlichen Karriererisiken. Die Banker sind - wie Sie richtig bemerkten - keine persönlichen Risiken eingegangen. Sie haben nur das Geld anderer riskiert. Hier handelt es sich um ganz unterschiedliche Risikoebenen.
Das Spekulieren mit eigenem Geld hätte vielleicht schon frühzeitig einigen die Augen geöffnet.
das gleiche Problem haben wir ebenfalls mit Politikern und Journalisten, wie der Artikel richtig feststellt.
Nehmen wir die aktuelle Rentendiskussion Rente mit 67.
Dass ist tatsächlich eine Rentenkürzung, die man als unsozial empfinden kann. Doch die bisherigen Erkenntnisse zur Demographie legen Nahe, das die Rente ohne solche Mittel noch viel weniger sicher ist bzw. ohnehin auf die eine oder andere Art gekürzt werden muss, mangels Masse. Alle gegenteiligen Vermutungen sind bis dato nicht mal plausibel, kursieren aber unwidersprochen in der öffentlichen Diskussion. Dabei ist kaum etwas in der Statistik so stabil vorhersagbar, wie die Bevölkerungsentwicklung.
Es ist aber für Politiker viel attraktiver gegen die Rente mit 67 vorzugehen, ohne die Finanzierungsfrage zu klären, schlicht weil sie dann, wenn das Problem eintritt längst nicht mehr im Amt sind und dies für sie dann keine Rolle mehr spielt.
Das Problem ist ein Informatives, also primär ein Journalistisches, wenn solcherlei Tatsachen aus Opportunität nicht öffentlich in Beziehung gesetzt werden, entfällt eine wichtige demokratische Voraussetzung. Ohne vernünftige Information, kann der Wähler als Masse nicht vernünftig wählen.
Es ist gängige Praxis unliebsame Journalisten, die unbequeme Fragen stellen beim nächsten Interview zu übergehen, das unbequeme Interview überlässt dann der Journalist mit dem Gedanken an seine Kinder und Karriere dem Kollegen, der sich dann aber auch nicht aus dem Fenster hängen will.
H.
...ist, wenn ich es richtig interpretiere, dass das Agency Problem falsch gelöst war. Meines Erachtens haben Sie damit recht. Dies lag an der Regulierung, die der Staat setzte und verhinderte, dass die Eigentümer der Finanzhäuser effizientere Entgeltsysteme implementierten.
das gleiche Problem haben wir ebenfalls mit Politikern und Journalisten, wie der Artikel richtig feststellt.
Nehmen wir die aktuelle Rentendiskussion Rente mit 67.
Dass ist tatsächlich eine Rentenkürzung, die man als unsozial empfinden kann. Doch die bisherigen Erkenntnisse zur Demographie legen Nahe, das die Rente ohne solche Mittel noch viel weniger sicher ist bzw. ohnehin auf die eine oder andere Art gekürzt werden muss, mangels Masse. Alle gegenteiligen Vermutungen sind bis dato nicht mal plausibel, kursieren aber unwidersprochen in der öffentlichen Diskussion. Dabei ist kaum etwas in der Statistik so stabil vorhersagbar, wie die Bevölkerungsentwicklung.
Es ist aber für Politiker viel attraktiver gegen die Rente mit 67 vorzugehen, ohne die Finanzierungsfrage zu klären, schlicht weil sie dann, wenn das Problem eintritt längst nicht mehr im Amt sind und dies für sie dann keine Rolle mehr spielt.
Das Problem ist ein Informatives, also primär ein Journalistisches, wenn solcherlei Tatsachen aus Opportunität nicht öffentlich in Beziehung gesetzt werden, entfällt eine wichtige demokratische Voraussetzung. Ohne vernünftige Information, kann der Wähler als Masse nicht vernünftig wählen.
Es ist gängige Praxis unliebsame Journalisten, die unbequeme Fragen stellen beim nächsten Interview zu übergehen, das unbequeme Interview überlässt dann der Journalist mit dem Gedanken an seine Kinder und Karriere dem Kollegen, der sich dann aber auch nicht aus dem Fenster hängen will.
H.
...ist, wenn ich es richtig interpretiere, dass das Agency Problem falsch gelöst war. Meines Erachtens haben Sie damit recht. Dies lag an der Regulierung, die der Staat setzte und verhinderte, dass die Eigentümer der Finanzhäuser effizientere Entgeltsysteme implementierten.
Zitat: "Politiker und Notenbanker haben Enormes geleistet, um unser Wirtschaftssystem vor dem Kollaps zu bewahren."
Ist das Ihr Ernst?
Ich kann an Leistungen nichts erkennen (vor der Krise nicht - und 2008 auch nicht). Die Politiker sind zu feige den Herren Bankvorständen Regeln zu setzen. Im Gegenteil: Sie lassen sich von den Verursachern der Krise "beraten" wie in Zukunft zu verfahren ist. Und die Herren sacken so viel Geld ein - ohne zu arbeiten. Ohne Verantwortung zu tragen, denn keiner sitzt im Knast.
Die Leistungen wurden und werden von der arbeitenden und steuerzahlenden Bevölkerung erbracht. Und diese wird mit immer mehr Zumutungen bedacht.
Das ist "unser Wirtschaftssystem" - na, vielen Dank auch!
"Und die Herren sacken so viel Geld ein - ohne zu arbeiten. Ohne Verantwortung zu tragen, denn keiner sitzt im Knast.
Die Leistungen wurden und werden von der arbeitenden und steuerzahlenden Bevölkerung erbracht. Und diese wird mit immer mehr Zumutungen bedacht.
Das ist "unser Wirtschaftssystem" - na, vielen Dank auch!"
Und diese Herren spekulieren mit unserem Geld, nicht mit ihrem privaten Mammon!
"Und die Herren sacken so viel Geld ein - ohne zu arbeiten. Ohne Verantwortung zu tragen, denn keiner sitzt im Knast.
Die Leistungen wurden und werden von der arbeitenden und steuerzahlenden Bevölkerung erbracht. Und diese wird mit immer mehr Zumutungen bedacht.
Das ist "unser Wirtschaftssystem" - na, vielen Dank auch!"
Und diese Herren spekulieren mit unserem Geld, nicht mit ihrem privaten Mammon!
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