Führerschein Im SteuerparadiesSeite 3/3
»So wie du gekommen bist. Oder halt einen anderen Weg. Du kannst wirklich ganz so fahren, wwie du möchtest, Schatz! Bis später.« Beifahrer eins steigt aus, Beifahrer zwei bleibt, Chauffeur fährt weiter.
»Weil das Leben ohne Sinn wär, ohne Spinner wie dich und mich«, dudelt es.
Ob sie auch Spinner sind?
»Ich bin eher so mainstream«, sagt Miriam, die rückwärts von der Schotterpiste rollt, »aber ich liebe es, Spaß zu haben. Doch. Ich glaub, wir sind schon ein bisschen verrückt.«
So Lena Meyer-Landrut-mäßig?
»Ich finde Lena bescheuert«, sagt Miriam.
Routinierte Auffahrt auf die Autobahn, dort, wo die Linie gestrichelt ist. Immer unter dem Limit. Immer 98 km/h.
Wieder hinein ins Stadtgebiet. Plötzlich Fahrräder, Gegenverkehr, Zebrastreifen.
»Wo kann ich gleich wenden, Jule? Ich muss das immer vorher wissen.«
Zweiter Gang. »Boah, ich hasse Drängler!« Ein böser Blick in den Rückspiegel. »Hier ist alles viel schwerer.« In Hamburg lächeln keine Smileys.
Ottensen. Vertraute Wege. Die Große Rainstraße. Stopp am Straßenrand. Jule springt aus dem Wagen. »Grüß Axel«, sagt Miriam.
Das Auto ist wieder leer. Die Freundin verschwindet in der Fahrschule. »100% Begeisterungsgarantie« steht an der Tür.
Das Navi, bislang unangetastet, piepst. »Dynamische Fahrt starten?« blinkt auf. »Dynamisch? Nein«, Miriam schaltet es aus. »Noch nicht.«
- Datum 18.08.2010 - 15:32 Uhr
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- Quelle ZEITmagazin, 19.08.2010 Nr. 34
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