Geoforschung Falscher Kurs

Deutsche Polarerkundung wird gerichtlich ausgebremst

Das Forschungsschiff "Polarstern" des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung

Das Forschungsschiff "Polarstern" des Alfred-Wegener-Institutes für Polar- und Meeresforschung

Ein »historischer Sieg« wird dieser Tage in Nunavut gefeiert. Zum ersten Mal habe ein kanadisches Gericht »die kulturellen Territorialrechte der Inuit« anerkannt, freut sich Okalik Eegeesiak, Präsidentin der Qikiqtani Inuit Association in Kanadas größter und gleichzeitig mit 30000 Einwohnern bevölkerungsärmster Provinz.

Für die deutsche Polarforschung ist das Ereignis leider auch historisch. Die einstweilige Verfügung im arktischen Norden Kanadas untersagt nämlich geologische Untersuchungen der Polarstern. Als das Urteil kam, war das deutsche Forschungsschiff bereits zwischen den Eisschollen der Baffin Bay unterwegs. Zum ersten Mal seit seiner Inbetriebnahme vor 28 Jahren ist eine Expeditionsreise per Gerichtsbeschluss verboten worden.

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Völlig überraschend kommt das nicht. Schon im letzten Sommer hatte ein Polarstern- Experiment für Proteste gesorgt. Im Südpazifik sollte der Effekt großflächiger Eisendüngung auf die Algenblüte und die Aufnahme des Treibhausgases CO₂ erforscht werden. Damals konnten die Forscher ihr Projekt noch erfolgreich verteidigen – und herausfinden, dass Eisendüngung gegen den Klimawandel dort nicht hilft. Diesmal musste die Polarstern unverrichteter Dinge abdrehen.

Dabei schien das Forschungsziel nicht gerade schlagzeilentauglich. Geplant waren Untersuchungen zur Rotation der grönländischen Erdplatte im Paläozän und Eozän. Reine Grundlagenforschung zur Plattentektonik vor 40 bis 60 Millionen Jahren. Alle erforderlichen Genehmigungen der Zentralregierung in Ottawa und der Regierung von Nunavut waren erteilt.

Leser-Kommentare
  1. als gläubiger Zyniker werde ich den Verdacht nicht los, dass eine Klausel zur Gewinnbeteiligung die Genehmigung erleichtert hätte...

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    • Varech
    • 18.08.2010 um 21:28 Uhr

    Wer trägt denn die Kosten für die Anwälte, die da tätig waren, und wer sind denn DIE Inuit?
    Gewinnbeteiligung wäre sicherlich ein Ansatz, mein Verdacht ist aber, dass es auch da ganz einfach nur um Gewinn geht, ohne Beteiligung.

    • Varech
    • 18.08.2010 um 21:28 Uhr

    Wer trägt denn die Kosten für die Anwälte, die da tätig waren, und wer sind denn DIE Inuit?
    Gewinnbeteiligung wäre sicherlich ein Ansatz, mein Verdacht ist aber, dass es auch da ganz einfach nur um Gewinn geht, ohne Beteiligung.

  2. 2. Danke,

    für diesen Artikel. Zunächst hört man nur davon, dass eine deutsche "Forschungsaktion" gestoppt worden ist. In ihrem Artikel erfährt man aber, dass es sich um eine Mission zur Erkundung von Öl- und Gasvorkommen handelt. Von daher ist das Urteil kaum in Frage zu stellen

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    Oder nur schwätzen? Es heißt im Artikel klar und deutlich "Für die Suche nach Öl- und Gasquellen ist die Polarstern [...] UNGEEIGNET." Untersuchungen zur Bildung von Kohlenwasserstoffen sind wahrscheinlich nichts als ein sedimentpetrographisches "Nebenprodukt" der geplanten Forschungsprojekte. Allerdings eines, dass bei geowissenschaftlichen Ignoranten offensichtlich geeignet ist, Hysterie auszulösen...

    Bitte den Artikel lesen und dann schreiben

    Oder nur schwätzen? Es heißt im Artikel klar und deutlich "Für die Suche nach Öl- und Gasquellen ist die Polarstern [...] UNGEEIGNET." Untersuchungen zur Bildung von Kohlenwasserstoffen sind wahrscheinlich nichts als ein sedimentpetrographisches "Nebenprodukt" der geplanten Forschungsprojekte. Allerdings eines, dass bei geowissenschaftlichen Ignoranten offensichtlich geeignet ist, Hysterie auszulösen...

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  3. ist das Markenzeichen deutscher Regierungen.

    Bitte legen Sie im Rahmen einer sachlichen Diskussion Ihre Meinung mit Argumenten dar. Die Redaktion/cs

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    unsinnig ausgegeben, weil die BGR versagte.
    Sind das keine Argumente?

    unsinnig ausgegeben, weil die BGR versagte.
    Sind das keine Argumente?

  4. Oder nur schwätzen? Es heißt im Artikel klar und deutlich "Für die Suche nach Öl- und Gasquellen ist die Polarstern [...] UNGEEIGNET." Untersuchungen zur Bildung von Kohlenwasserstoffen sind wahrscheinlich nichts als ein sedimentpetrographisches "Nebenprodukt" der geplanten Forschungsprojekte. Allerdings eines, dass bei geowissenschaftlichen Ignoranten offensichtlich geeignet ist, Hysterie auszulösen...

    Antwort auf "Danke,"
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    mit dem Lesen können.

    Denn weiter unten steht, wer Leiter der Expedition war/ist. Und dass das Wirtschaftministerium für die Erforschung der Plattentektonik zuständig ist, wäre mir neu.

    Aber womöglich sollte die Glomar Explorer auch wirklich die Tiefsee erforschen.

    mit dem Lesen können.

    Denn weiter unten steht, wer Leiter der Expedition war/ist. Und dass das Wirtschaftministerium für die Erforschung der Plattentektonik zuständig ist, wäre mir neu.

    Aber womöglich sollte die Glomar Explorer auch wirklich die Tiefsee erforschen.

    • btmmuc
    • 18.08.2010 um 16:25 Uhr

    Wer die Polarstern und das Alfred Wegener Institut kennt, weiß, hier wird wirklich und auch im Interesse der Natur und der Naturvölker geforscht . Da hätten die Inuit nur gewinnen können und freuen sich villeicht zu früh. Während die kanadische Regierung fröhlich Ölsände fördern läßt mit
    katastrophalen Folgen für die Umwelt und auch sonst bei Umwelt und Tierschutz (Robben)eher dem Kommerz den Vorzug gibt , sollte eine rein Grundlagenforschung von allen Ländern getragen und gefördert werden. Nur bei umfangreichen Wisen über die Natur und Umwelt kann diese auch richtig geschützt werden. Ich wünsche der Polastern gute Fahrt und gutes Gelingen bei allen Werken.

  5. mit dem Lesen können.

    Denn weiter unten steht, wer Leiter der Expedition war/ist. Und dass das Wirtschaftministerium für die Erforschung der Plattentektonik zuständig ist, wäre mir neu.

    Aber womöglich sollte die Glomar Explorer auch wirklich die Tiefsee erforschen.

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    [...] Das BGR verfügt über wissenschaftliche Kapazitäten, über die das Alfred-Wegener-Institut nicht verfügt.

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgang mit anderen Diskussionsteilnehmern. Siehe Netiquette. Die Redaktion/cs

    [...] Das BGR verfügt über wissenschaftliche Kapazitäten, über die das Alfred-Wegener-Institut nicht verfügt.

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgang mit anderen Diskussionsteilnehmern. Siehe Netiquette. Die Redaktion/cs

  6. 7. Denken

    [...] Das BGR verfügt über wissenschaftliche Kapazitäten, über die das Alfred-Wegener-Institut nicht verfügt.

    Gekürzt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgang mit anderen Diskussionsteilnehmern. Siehe Netiquette. Die Redaktion/cs

    Antwort auf "Da ist was dran,"
  7. unsinnig ausgegeben, weil die BGR versagte.
    Sind das keine Argumente?

    Antwort auf "Unfähigkeit ..."
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    Nein, das sind keine Argumente. Was kann die Bundesregierung dafür, wenn ein kanadisches Gericht die Expedition verbietet? Gerichte sind bekanntlich unabhängig; ausländische erst recht. Selbst wenn die Bundesregierung Schuld hätte, würde das eine derartig pauschale These wie "Unfähigkeit ist das Markenzeichen deutscher Regierungen" nicht rechtfertigen. Undifferenziert auf allem irgendwie deutschen herumzuhacken ist das Markenzeichen deutscher Gutmenschen.

    mich NICHT für einen GUTMENSCHEN.

    Nein, das sind keine Argumente. Was kann die Bundesregierung dafür, wenn ein kanadisches Gericht die Expedition verbietet? Gerichte sind bekanntlich unabhängig; ausländische erst recht. Selbst wenn die Bundesregierung Schuld hätte, würde das eine derartig pauschale These wie "Unfähigkeit ist das Markenzeichen deutscher Regierungen" nicht rechtfertigen. Undifferenziert auf allem irgendwie deutschen herumzuhacken ist das Markenzeichen deutscher Gutmenschen.

    mich NICHT für einen GUTMENSCHEN.

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