Politisch geht es in der Arktis vor allem um Rohstoffe
Doch je mehr Packeis schmilzt, desto stärker rücken die Polarregionen vom äußersten Rand ins Zentrum der Weltpolitik – und damit der öffentlichen Auseinandersetzung . Inuit, die mit neuem Selbstbewusstsein auf ihre Autonomie pochen, wissen das zu nutzen. Auch Grundlagenforschung bleibt davon nicht unberührt. Insbesondere dann, wenn sie sich – wie bei der aktuellen Fahrt der Polarstern – selbst ein Bein stellt.
Im Kleingedruckten der Projektbeschreibung wird die Untersuchung des »Potenzials einzelner Sedimentbecken für die Bildung von Kohlenwasserstoffen« angekündigt. Für die Suche nach Öl- und Gasquellen ist die Polarstern zwar ungeeignet, doch schon die Erwähnung möglicher Vorkommen ließ die Alarmglocken von Umwelt- und Inuit-Aktivisten im hohen Norden schrillen. Im geplanten Einsatz von Luftdruckkanonen für die seismische Untersuchung des Meeresgrunds fanden sie den willkommenen Hebel, um die Polarstern mit Verweis auf ein mögliches Verschrecken von Robben und Walen gerichtlich zu stoppen – und einen politischen Sieg über die kanadische Zentralregierung zu feiern.
Fünf Jahre intensiver Vorbereitung und fünf Millionen Euro aus dem Etat des Bundesforschungsministeriums sind damit zumindest teilweise verloren. Und niemand ist schuld? Geleitet wurde die Expedition diesmal nicht vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung , sondern von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) . Als nachgeordnete Behörde des Wirtschaftsministeriums ist die BGR auch für die Sicherung der Rohstoffversorgung Deutschlands zuständig – und damit politisch wohl der falsche Partner für die Suche nach unbefleckter Erkenntnis im arktischen Minenfeld.
- Datum 19.08.2010 - 12:13 Uhr
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- Quelle DIE ZEIT, 19.08.2010 Nr. 34
- Kommentare 15
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als gläubiger Zyniker werde ich den Verdacht nicht los, dass eine Klausel zur Gewinnbeteiligung die Genehmigung erleichtert hätte...
Wer trägt denn die Kosten für die Anwälte, die da tätig waren, und wer sind denn DIE Inuit?
Gewinnbeteiligung wäre sicherlich ein Ansatz, mein Verdacht ist aber, dass es auch da ganz einfach nur um Gewinn geht, ohne Beteiligung.
Wer trägt denn die Kosten für die Anwälte, die da tätig waren, und wer sind denn DIE Inuit?
Gewinnbeteiligung wäre sicherlich ein Ansatz, mein Verdacht ist aber, dass es auch da ganz einfach nur um Gewinn geht, ohne Beteiligung.
für diesen Artikel. Zunächst hört man nur davon, dass eine deutsche "Forschungsaktion" gestoppt worden ist. In ihrem Artikel erfährt man aber, dass es sich um eine Mission zur Erkundung von Öl- und Gasvorkommen handelt. Von daher ist das Urteil kaum in Frage zu stellen
Oder nur schwätzen? Es heißt im Artikel klar und deutlich "Für die Suche nach Öl- und Gasquellen ist die Polarstern [...] UNGEEIGNET." Untersuchungen zur Bildung von Kohlenwasserstoffen sind wahrscheinlich nichts als ein sedimentpetrographisches "Nebenprodukt" der geplanten Forschungsprojekte. Allerdings eines, dass bei geowissenschaftlichen Ignoranten offensichtlich geeignet ist, Hysterie auszulösen...
Bitte den Artikel lesen und dann schreiben
Oder nur schwätzen? Es heißt im Artikel klar und deutlich "Für die Suche nach Öl- und Gasquellen ist die Polarstern [...] UNGEEIGNET." Untersuchungen zur Bildung von Kohlenwasserstoffen sind wahrscheinlich nichts als ein sedimentpetrographisches "Nebenprodukt" der geplanten Forschungsprojekte. Allerdings eines, dass bei geowissenschaftlichen Ignoranten offensichtlich geeignet ist, Hysterie auszulösen...
Bitte den Artikel lesen und dann schreiben
ist das Markenzeichen deutscher Regierungen.
Bitte legen Sie im Rahmen einer sachlichen Diskussion Ihre Meinung mit Argumenten dar. Die Redaktion/cs
unsinnig ausgegeben, weil die BGR versagte.
Sind das keine Argumente?
unsinnig ausgegeben, weil die BGR versagte.
Sind das keine Argumente?
Oder nur schwätzen? Es heißt im Artikel klar und deutlich "Für die Suche nach Öl- und Gasquellen ist die Polarstern [...] UNGEEIGNET." Untersuchungen zur Bildung von Kohlenwasserstoffen sind wahrscheinlich nichts als ein sedimentpetrographisches "Nebenprodukt" der geplanten Forschungsprojekte. Allerdings eines, dass bei geowissenschaftlichen Ignoranten offensichtlich geeignet ist, Hysterie auszulösen...
mit dem Lesen können.
Denn weiter unten steht, wer Leiter der Expedition war/ist. Und dass das Wirtschaftministerium für die Erforschung der Plattentektonik zuständig ist, wäre mir neu.
Aber womöglich sollte die Glomar Explorer auch wirklich die Tiefsee erforschen.
mit dem Lesen können.
Denn weiter unten steht, wer Leiter der Expedition war/ist. Und dass das Wirtschaftministerium für die Erforschung der Plattentektonik zuständig ist, wäre mir neu.
Aber womöglich sollte die Glomar Explorer auch wirklich die Tiefsee erforschen.
Wer die Polarstern und das Alfred Wegener Institut kennt, weiß, hier wird wirklich und auch im Interesse der Natur und der Naturvölker geforscht . Da hätten die Inuit nur gewinnen können und freuen sich villeicht zu früh. Während die kanadische Regierung fröhlich Ölsände fördern läßt mit
katastrophalen Folgen für die Umwelt und auch sonst bei Umwelt und Tierschutz (Robben)eher dem Kommerz den Vorzug gibt , sollte eine rein Grundlagenforschung von allen Ländern getragen und gefördert werden. Nur bei umfangreichen Wisen über die Natur und Umwelt kann diese auch richtig geschützt werden. Ich wünsche der Polastern gute Fahrt und gutes Gelingen bei allen Werken.
mit dem Lesen können.
Denn weiter unten steht, wer Leiter der Expedition war/ist. Und dass das Wirtschaftministerium für die Erforschung der Plattentektonik zuständig ist, wäre mir neu.
Aber womöglich sollte die Glomar Explorer auch wirklich die Tiefsee erforschen.
[...] Das BGR verfügt über wissenschaftliche Kapazitäten, über die das Alfred-Wegener-Institut nicht verfügt.
Gekürzt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgang mit anderen Diskussionsteilnehmern. Siehe Netiquette. Die Redaktion/cs
[...] Das BGR verfügt über wissenschaftliche Kapazitäten, über die das Alfred-Wegener-Institut nicht verfügt.
Gekürzt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgang mit anderen Diskussionsteilnehmern. Siehe Netiquette. Die Redaktion/cs
[...] Das BGR verfügt über wissenschaftliche Kapazitäten, über die das Alfred-Wegener-Institut nicht verfügt.
Gekürzt. Bitte achten Sie auf einen respektvollen Umgang mit anderen Diskussionsteilnehmern. Siehe Netiquette. Die Redaktion/cs
unsinnig ausgegeben, weil die BGR versagte.
Sind das keine Argumente?
Nein, das sind keine Argumente. Was kann die Bundesregierung dafür, wenn ein kanadisches Gericht die Expedition verbietet? Gerichte sind bekanntlich unabhängig; ausländische erst recht. Selbst wenn die Bundesregierung Schuld hätte, würde das eine derartig pauschale These wie "Unfähigkeit ist das Markenzeichen deutscher Regierungen" nicht rechtfertigen. Undifferenziert auf allem irgendwie deutschen herumzuhacken ist das Markenzeichen deutscher Gutmenschen.
mich NICHT für einen GUTMENSCHEN.
Nein, das sind keine Argumente. Was kann die Bundesregierung dafür, wenn ein kanadisches Gericht die Expedition verbietet? Gerichte sind bekanntlich unabhängig; ausländische erst recht. Selbst wenn die Bundesregierung Schuld hätte, würde das eine derartig pauschale These wie "Unfähigkeit ist das Markenzeichen deutscher Regierungen" nicht rechtfertigen. Undifferenziert auf allem irgendwie deutschen herumzuhacken ist das Markenzeichen deutscher Gutmenschen.
mich NICHT für einen GUTMENSCHEN.
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